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„Heilpraktiker sollte kein anerkannter Beruf sein“

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Heilpraktiker sollten nicht mehr als Leistungserbringer unseres Gesundheitssystem anerkannt werden,

fordert der Münchner Arzt Prof. Harald J. Schneider in der Huffingtonpost.

Hintergrund sind Erfahrungen wie diese:

Immer wieder kommen oft noch junge Menschen zu Ärzten, die sich von Heilpraktikern falsch behandeln ließen und damit möglicherweise sogar ihr Leben riskierten. Das weiß Schneider auch aus Erzählungen von Kollegen.

“Ich habe acht Jahre in der Onkologie gearbeitet. Ich weiß nicht mehr, wie viele durchmetastasierte Heilpraktiker-Opfer ich da gesehen habe. Von der Lichttherapie für zig tausend Euro über ‘spezielle Wärmebäder’, alles dabei. Kotzen könnt ich da!”, antwortet eine Ärztin auf Schneiders Tweet.

Zugegebenermaßen wird der Artikel ein wenig durch die Tatsache getrübt, dass die Autorin es fertigbringt, aus einem Endokrinologen einen „Endikronologen“ zu machen.

Zum Weiterlesen:

  • Münchner Arzt: „Heilpraktiker sollte kein anerkannter Beruf mehr sein“, Huffington Post am 4. Oktober 2018
  • Gesundheitsminister sehen zwingende Reformbedürftigkeit des Heilpraktikerwesens, GWUP-Blog am 22. Juni 2018
  • Irisdiagnostik: Ein Musterbeispiel für die Faktenresistenz von Heilpratikern, GWUP-Blog am 19. September 2018
  • „Gefährliche Hybris“: Interview mit Dr. Christian Weymayr zum Heilpraktiker-Unwesen, GWUP-Blog am 24. Januar 2018

8 Kommentare

  1. Heilpraktiker sollte nicht nur kein anerkannter Beruf mehr sein. Heilpraktiker sollte eigentlich ein anerkannter Betrug sein.

  2. Zu den Schwurbelpraktikern:

    Ein Freund von mir lud mich einmal zu einem Verkaufsgespräch von Nahrungsergänzungsmitteln ein. Wir sollten wohl auch als „zukünftige Verkäufer“ geworben worden. Ich sage nicht, dass ich Ernährungsberater bin und so feuerten die Werber der Firma Ihre Verkaufsargumente ab, eines schwurbeliger als das Andere.

    Der ganze Vortrag wurde durch Powerpoint-Folien, versucht zu untermauern. Es kam eine Folie die wörtlich aussagte: „Ärzte kümmern sich um die Symptome einer Krankheit, Heilpraktiker um die Ursachen“.

    Als ich fragte wie diese Aussage belegt ist, kamen keine Argumente, sondern eher Anfeindungen aus Verkäufertum und Publikum. Interessanter Weiße bestand die Zuhörerschaft überwiegend aus Frauen mit höherem Bildungsabschluss. Außer mir hinterfragte diese Aussage niemand kritisch.

    Ich glaube solange es noch einen so großen Konsens bzgl. Heilpraktikern gibt wird es schwer diese Scharlatanerie abzustellen.

    P.S.
    Falls gewünscht kann ich gerne den Namen dieser Nahrungsergänzungsmittel nennen, bin mir aber nicht sicher ob ich dies gleich hier machen sollte.

  3. Genau das soll die amtliche Heilpraktikerprüfung eigentlich leisten: „sicherzustellen“, dass HP erkennen, wann eine ernsthafte Krankheit vorliegen könnte, die in die Hand eines Arztes gehört.

    Eigentlich, denn das funktioniert nur in im weltfremden Parelleluniversum von Juristen. Die Realität sieht anders aus.

    Nicht umsonst dauert ein Medizinstudium sechs Jahre plus weitere vier bis sechs Jahre zum Facharzt. Dass man alles, was man über die Behandlung von Menschen wissen muss, nicht durch drei Wochen Ausbildung und ein paar Dutzend Fragen „sicherstellen“ kann, sollte doch irgendwie auch in die Köpfe von Juristen und Politikern gelangen.

    Es sieht aber so aus, dass man leichter die Erde flachklopfen kann. Bis dahin könnte man als HP schon mal ein paar „Grundregeln“ befolgen: Jeder Knoten, jede Schwellung, jede Rötung, jedes Geschwür und jeder Schmerz gehören in die Hände eines Arztes!

  4. Auch Tina Turner wäre um ein Haar Opfer der „Alternativmedizin“ geworden, in dem Fall ein Homöopath:

    https://www.dailymail.co.uk/news/article-6245727/amp/The-read-memoir-rocks-greatest-survivor-TINA-TURNER.html

  5. hp ist kein beruf sondern ein gewerbe, dessen know how zur behandlung kranker gleich null ist. daher dürften hps eigentlich erkrankte garnicht behandeln. somit ist dies gewerbe überflüssiger als ein wurmfortsatz.

  6. Diese Alternativmedizin zeigt auf schönstschreckliche Weise die Wahrheit der Redensart
    „dran glauben (müssen)“

  7. @ Martin Däniken:
    Das dachte ich auch gerade.
    Und man verzeihe mir den folgenden Link: https://bit.ly/2OgUlra

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