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Homöopathie: Geistartige Getränke, Verbraucherschutz- Zitronen und der Beinahe-Tod von Tina Turner

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Lustig:

Wem ist der Begriff „shonky“ geläufig? Er gehört in Australien und Neuseeland zur Umgangssprache und bedeutet so viel wie unehrlich, unzuverlässig, auf hinterhältige Weise, schäbig – oder alles zusammen. Das australische Verbraucherschutzportal „Choice“ verleiht seit 2008 für schlechte, unsinnige und manchmal gefährliche Produkte die „Shonkys of the Year“ – in Form einer symbolischen Zitrone.

Weniger lustig:

Turner: „Als mir eine Freundin einen anderen Ansatz vorschlug und einen homöopathisch behandelnden Arzt in Frankreich empfahl, zögerte ich nicht lange.“

Sie habe ihre ganze Hoffnung in das „alternative Heilungskonzept“ gesetzt: „Der Homöopath vermutete, mein Körper sei durch Gifte in Mitleidenschaft gezogen worden, die in den Trinkwasserleitungen des Château Algonquin freigesetzt wurden. Ich war also wild entschlossen, diesen neuen Ansatz zu verfolgen.“

Die Folgen zeigten sich bereits beim nächsten Besuch eines regulären Arztes. „Als ich mich zu einer Routineuntersuchung einfand, wurde es kompliziert. Die letzten Tests lagen drei Monate zurück, und ich war gespannt, ob die homöopathischen Mittel meinen Blutdruck gesenkt und die Funktion meiner Nieren verbessert hatten. Da ich mich ausgesprochen gut fühlte, erwartete ich auch entsprechend gute Nachrichten“, schreibt sie in ihrer Autobiografie. Stattdessen habe sie sofort gespürt, wie ihr der Doktor am liebsten gesagt hätte: „Das haben sie nun gründlich versaut!“

Trocken resümiert die Rock-Lady: „Als Folge meiner Naivität waren wir an dem Punkt angelangt, wo es um Leben und Tod ging.“

Und dazwischen erklärt Dr. Holm Hümmler noch einmal den Unsinn mit der „Quantendynamik der homöopathischen Verschüttelung“:

Um sich aus diesem offensichtlichen Widerspruch zu grundlegenden Tatsachen der Natur herauszuwinden, schleppt die Homöopathie sich regelmäßig wiederholende Ausreden an:

Nicht näher spezifizierte „Information“, „feinstoffliche“ oder „geistartige“ Wirkungen, oder eben … die Quanten.

Wenn man solche Texte mit einer gewissen naturwissenschaftlichen Sachkunde liest, drängt sich in der Regel der Eindruck auf, die Autoren hätten etwas viel geistartige Getränke zu sich genommen – womit wir beim aktuellen Beispiel wären.

Zum Weiterlesen:

  • Homöopathie und die Quantendynamik des (Kopf-) Schüttelns, Relativer Quantenquark am 8. Oktober 2018
  • Bioglan homeopathic melatonin, choice.com am 4. Oktober 2018
  • Verbraucherschutz-Zitrone für Homöopathie, Keine Ahnung von Garnix am 7. Oktober 2018
  • „Alternatives Heilungskonzept“ kostete Tina Turner fast das Leben: „Noch nie lag ich so falsch“, blick am 7. Oktober 2018

2 Kommentare

  1. Tina Turner ist aber keinesfalls „geläutert“, Zitat aus demselben Artikel, der oben vorgestellt wird:

    „Damit will ich nichts gegen die Homöopathie sagen. Nach meiner Tuberkulose-Diagnose 1969 hatte die homöopathische Behandlung des damaligen Arztes wunderbar angeschlagen.“

    Gegen Glauben hilft auch der (Beinahe-) Tod nicht. Egal. Nach „Nutbush City Limits“ war Tina sowieso out.

  2. für aufklärung scheint es bei tina wirklich leider zu spät zu sein. aber die gefährlichkeit solcher „ärzte“ die meinen tbc mit homöopatika „heilen“ zu können, dafür ist der irrsinn mal wieder ein krasses beispiel, daß dieser humbug endlich in den mülleimer der geschichte verschwindet.

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