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Personalauswahl: „Alles mit KI und Algorithmen ist in“ – aber was bringt es?

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Bei der SkepKon in Köln referierte Uwe Peter Kanning (Professor des Jahres 2016) über fragwürdige Testverfahren in der Personalarbeit.

Dazu gehört auch „computerbasierte Sprachanalyse“, die zwar schwer angesagt ist …

aber:

Dieser „jemand“ ist kein Geringerer als Kanning, der für Wirtschaftspsychologie aktuell in der Rubrik „Fachbuch im Fokus“ eine neue Publikation zum Thema rezensiert hat.

Aber soll man so etwas wirklich „Fachbuch“ nennen?

Das Buch widmet sich einem innovativen Themenfeld der Personaldiagnostik. Es geht um die Frage, inwieweit sich aus der gesprochenen Sprache valide Schlüsse auf Persönlichkeitsmerkmale ziehen lassen. Im Zentrum steht jedoch weniger die Auseinandersetzung mit der bislang vorliegenden Forschung, als vielmehr das Produkt Precire eines deutschen Anbieters, der seine Software schon seit mehreren Jahren offensiv im Personalwesen vermarktet. An sämtlichen Kapiteln sind Autoren beteiligt, die entweder Mitglieder des Unternehmens sind oder – wie der Herausgeber – im Beirat des Unternehmens sitzen.“

Kannings Fazit:

Das Ganze ist eine Black Box. Dennoch wird das Buch sicherlich so manchen Laien in deutschen Unternehmen tief beeindrucken und damit seinen Zweck als Marketinginstrument erfüllen.“

Über das Thema „Computertechnologie in der Personalauswahl“ schrieb Kanning auch im letzten Skeptiker (4/2017).

Außerdem betreibt er den Youtube-Kanal „15 Minuten Wirtschaftspsychologie“.

Zum Weiterlesen:

  • Fachbuch im Fokus: „Psychologische Diagnostik durch Sprachanalyse. Validierung der Precire-Technologie für die Personalarbeit“ – Rezension von Uwe Peter Kanning, wirtschaftspsychologie aktuell am 25. April 2018
  • Uwe Peter Kanning: Computertechnologie in der Personalauswahl, Skeptiker 4/2017
  • Bärbel Schwertfeger/Alexander Todorov: Persönlichkeitsanalyse per Computer: Verzerrte Vorhersagen, unfaire Ergebnisse, Skeptiker 4/2017
  • Bärbel Schwertfeger: „Faception“: Das Comeback einer Pseudolehre, Skeptiker 4/2017
  • Precire: Personalauswahl per Sprachtest, Personalmagazin 1/2016

6 Kommentare

  1. „Alles mit KI und Algorithmen ist in“

    …und das sollte es auch sein, da es die Zukunft ist, aber ich verstehe schon die Kritik, die dahinter steckt.

    Die KI als neuen Messias zu verehren, ist auch nicht richtig, obwohl ich auch der Meinung bin, daß die KI uns in absehbarer Zeit übertrifft…die wahre Bedeutung der KI wird man erst richtig erkennen, wenn es leistungsfähige Quantencomputer gibt…auch „alte“ Verschlüsslungen, werden geknackt werden, alles was „früher“ geheim war, wird es nicht mehr sein.

    KI, Algorithmen und auch Dark-Net sind Narrative, die es jetzt sogar in die breiten Gesellschaft geschafft haben – ich kann mich noch erinnern, als ich von Algorithmen sprach, das mich jemand entgeistert angesehen hat und meinte: „Du meinst wohl Logarithmen“…gut, das ist etwas mehr als 20 Jahre her… :-)

  2. …was die KI dringend braucht, das ist „Big Data“, die jetzt schon fleißig gesammelt wird und auch verarbeitet wird…kein Mensch könnte die „Unmengen“ von Daten verarbeiten, aber Algorithmen können das und was sie daraus schlussfolgern ist schon erschreckend genau…

    wir sind alle gläsern, das neue Datenschutzgesetz ist ein Witz…aber vielleicht ist es sogar für uns gut, uns in die Hände von KI und Algorithmen zu begeben…es wird sehr viel schneller möglich sein Krankheiten zu prä-diagnostisieren.

    Die Frage ist, wie viel „Big Brother“ wollen wir zulassen…aber vielleicht werden wir gar nicht gefragt ;-)

  3. Kanins schreibt auch in der erwähnten Buchsprechung „Aus der Perspektive der Praxis bietet die Software keinen Mehrwert, es sei denn, man wolle alle ethischen Bedenken über Bord werfen und versteckte Datenerhebungen durchführen.

    Solange nur bekannt ist, dass manche Skalen der Software sinnvoll mit anderen Skalen aus herkömmlichen Fragebögen korrelieren, ließe sich die Messung für den Anwender vielleicht leichter und kostengünstiger mit einem Fragebogen durchführen.

    Hierdurch würde sich auch das Problem der vermutlich geringen Bewerberakzeptanz reduzieren.“

    Ich würde mich als Bewerber sehr unwohl fühlen, wenn jmd. behauptet, er könne meine Persönlichkeit mittels einer Sprachanalyse einschätzen, das behaupten Schädeldeuter und Graphologen auch

  4. Ich bin geschockt. Barnum-Effekt, Confirmation Bias, Dunning Kruger Effekt par excellence. Dass Unternehmen das nutzen, ohne zu prüfen, ob die Gütekriterien überhaupt erfüllt sind. Peinlich für die Personalerzunft.

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