Gentechnik: Ein unsichtbares Einhorn? Wurde noch nicht ausreichend erforscht

Interessanter Artikel in der Zeit:

Diese Geschichte geht der Frage nach, ob die Angst vor der grünen Gentechnik auf Fake-News beruht. Haben Genfood-Gegner die Öffentlichkeit angelogen, weil ihre wahren Argumente zu wenig Menschen mobilisieren?

Die Suche nach einer Antwort führt zu einem ehemaligen Greenpeace-Mitarbeiter in Hamburg, der heute Thriller schreibt; sie führt in ein verwanztes Haus im Osten Berlins, wo einst Wolf Biermann wohnte, und zu einem ehemaligen Europa-Abgeordneten der Grünen, der die Anti-Genfood-Kampagne von Greenpeace erfunden hat.

Sie führt am Ende zu der Frage, wie oft man eine Geschichte erzählen muss, bis sie wahr wird – oder bis sie keiner mehr hören kann.”

Zum Weiterlesen:

  • Sind Sie auch … gegen Genfood? Zeit-Wissen am 18. Juli 2017
  • Dr. Florian Aigner über den “Monsanto-Wahn”: Das inkarnierte Böse, GWUP-Blog am 1. November 2016
  • Skeptics in the Profil, oder: Vom Ende einer Spende, Kritisch gedacht am 30. August 2016
  • SkepKon-Video: Giftige Gene? Grüne Gentechnik versus hartnäckige Gerüchte, GWUP-Blog am 19. Mai 2016
  • „Giftige Gene?“ bei SitP Wien jetzt als Video online, GWUP-Blog am 29. Oktober 2015
  • Die Gentechnik-Sicherheitsdebatte ist vorbei, GWUP-Blog am 27. Mai 2016
  • Warum diese Angst vor Gentechnik – trotz ihrer Unbedenklichkeit? spektrum am 19. August 2015
  • Goldener Reis: Wenn Technikfeindlichkeit tötet, futurezone am 30. Juni 2015
  • Grüne Gentechnik: Was wollen wir wirklich? spektrum am 15. April 2016
  • Greenpeace argumeniert sich in die Sackgasse, GENau am 31. August 2016
  • Best of pro-Grüne Gentechnik, GENau am 31. März 2017

43 Kommentare zu “Gentechnik: Ein unsichtbares Einhorn? Wurde noch nicht ausreichend erforscht”


  1. 1 noch'n Flo 18. Juli 2017 um 14:27

    Unglaublich, welchen Schaden ein einziger Fanatiker anrichten kann.

    Ein Grund mehr, jedem noch so abstrus erscheinenden Irrsinn umso entschiedener entgegenzutreten.

    Das Argument “die Leute werden schon selber merken, dass das Blödsinn ist” zieht nicht mehr.

  2. 2 rkloess 20. Juli 2017 um 07:09

    Eigentlich käme ich lieber ohne Genmanipulation aus, doch als Ärztin stehe ich der Gen’reparatur’ positiv gegenüber und ziehe meinen Hals hoffentlich mit ‘sowohl als auch’ aus der Schlinge.
    Nicht jede Genmanipulation muss automatisch zum Segen sein, doch die meisten sind so gedacht und angelegt …

  3. 3 gnaddrig 20. Juli 2017 um 15:11

    @ rkloess: Warum kämen Sie lieber ohne Genmanipulation aus? Wegen einer wie immer zu definierenden Natürlichkeit? Die ist doch aber auch bei “konventionell” gezüchtetem Saatgut nicht gegeben. Da wird auch tief und großenteils brachial ins Genmaterial eingegriffen, dazu noch viel gröber und ungenauer als bei Genmanipulation im engeren Sinn.

    Dass nicht jede Manipulation gut, sinnvoll oder erfolgreich ist, stimmt natürlich. Wie bei jedem Verfahren gehen Sachen mal schief oder haben unerwartete Nebenwirkungen. Deshalb muss man genau hinschauen, vorausschauend arbeiten, gründlich testen usw. Aber das gilt für konventionelle Züchtung auch.

  4. 4 noch'n Flo 20. Juli 2017 um 15:50

    @ gnaddrig:

    Vor allem führt die Zucht im Freiland dazu, dass sehr viel “ungünstiges” Erbmaterial nebenbei in das Ökosystem gerät, was bei der im Labor und Gewächshaus durchgeführten Gentechnik vermieden werden kann.

    @ rkloess:

    Was genau meinst Du mit “als Ärztin stehe ich der Gen’reparatur’ positiv gegenüber”? Denkst Du da an bestimmte medizinische Anwendungen, falls ja, welche? Und warum sind die nun positiver als andere Genmanipulationen?

    “Nicht jede Genmanipulation muss automatisch zum Segen sein, doch die meisten sind so gedacht und angelegt …”

    Logisch, oder würde man Genmanipulation betreiben, wenn man nicht davon überzeugt wäre, dass das Ergebnis im Endeffekt positiv sein wird?

  5. 5 Daarin 21. Juli 2017 um 13:16

    Und natürlich kommen die Gentechnikgegner aus ihren Löchern und posten den ganzen Artikel zu. Dann wird sich über Parolen beschwert, ich hätte eine, aber ich glaube die wollen die nicht hören. Hat was mit Tucholsky zu tun und mit Soldaten.

  6. 6 diabetiker 21. Juli 2017 um 18:19

    als diabetiker kann ich über gentechnikpaniker nur lächel(mitleidig wegen dummheit) ich spritze jeden tag sechsmal gentechnisch hergestelltes insulin.
    und bin froh darüber, denn so rein wie heute war tierisches insulin damals (außer chromatoggrafisch gereinigt) nie.
    auch tierisches insulin ist analoginsulin

  7. 7 Josh 22. Juli 2017 um 13:17

    Auch als Skeptiker kann man verschiedenen Aspekten der Gentechnik sehr wohl kritisch gegenüber stehen. Einzelne ziemlich undifferenzierte Stellungnahmen der GWUP zum Thema sind mir in diesem Zusammenhang schon sauer aufgestoßen.

    Wenn ich es vermeide, gentechnisch veränderte Agrarprodukte zu kaufen, dann nicht, weil ich Bedenken hätte, sie zu verspeisen.

    Vielmehr halte ich die Freilandausbringung von gtv. Pflanzen für riskant genug, um auf das Vorsorgeprinzip zu pochen. Es gibt derzeit schon genügend Probleme mit Neophyten und Neozoen in der Natur.

    Auch die Tatsache, dass Pflanzen mit dem Ziel verändert werden, den Pestizideinsatz weitestgehend sorgenfrei zu machen, kann man auch bei nüchterner Betrachtung kritisieren.

    Natürlich ist es sinnvoll, Gentechnik in geschlossenen Systemen zu nutzen, z.B. bei der Arzneimittelherstellung – meinethalben auch beim selbstwachsenden Muskelfleisch im Tank.

    Kein Problem habe ich mit dem Herumdoktern an menschlichen Genen. Die Menschheit hat die Selektion weitgehend ausgeschaltet – warum also nicht die Mutation quasi in die eigenen Hände nehmen?

  8. 8 noch'n Flo 22. Juli 2017 um 17:11

    @ Josh:

    “Vielmehr halte ich die Freilandausbringung von gtv. Pflanzen für riskant”

    Das geschieht aber erst nach umfangreichen Tests in Labor und Treibhaus. Die seit Jahrtausenden betriebene Zucht durch Kreuzen von Pflanzen ist viiiiieeeeel gefährlicher. Aber dagegen hat interessanterweise niemand etwas.

    “Auch die Tatsache, dass Pflanzen mit dem Ziel verändert werden, den Pestizideinsatz weitestgehend sorgenfrei zu machen, kann man auch bei nüchterner Betrachtung kritisieren.”

    Warum?

  9. 9 Josh 23. Juli 2017 um 11:28

    @noch’n Flo

    Kreuzen dauert aber ungleich länger, so dass die Chancen größer sind für die Natur-Nachbarn, sich anzupassen.

    Dass ich hier gegen höheren Pestizideinsatz argumentieren soll, finde ich enttäuschend. Abnahme von Biodiversität, von Insektenpopulationen und -fressern, Zunahme der Konzentration im Grundwasser mit Folgeproblemen bei der Trinkwasseraufbereitung – das sollte für den Anfang genügen.

  10. 10 Josh 23. Juli 2017 um 11:43

    Was die Versprechungen der Gentechnik im Agrarbereich angeht, empfehle ich diese Bestandsaufnahme der New York Times:

    https://www.nytimes.com/2016/10/30/business/gmo-promise-falls-short.html

  11. 11 noch'n Flo 23. Juli 2017 um 12:45

    @ Josh:

    Wer hat denn behauptet, man bräuchte mehr Pestizide? Die gentechnischen Manipulationen gehen genau in die andere Richtung.

    “Kreuzen dauert aber ungleich länger, so dass die Chancen größer sind für die Natur-Nachbarn, sich anzupassen.”

    Die Gefahr, dass sie das überhaupt müssen, ist aber viel geringer, wenn man die Auswirkungen schon in Labor bzw. Treibhaus beobachten kann, anstatt im Freiland. Bei Ersterem kann man noch eingreifen, bei Letzterem ist es, wenn man die Folgen bemerkt, immer zu spät.

  12. 12 Josh 23. Juli 2017 um 13:32

    @noch’n Flo
    Ich empfehle, den verlinkten Artikel zu studieren. In den USA hat nach der breitflächigen Einführung von gtv. Nutzpflanzen der Pestizidverbrauch erheblich zugenommen.

  13. 13 Amardeo Sarma 23. Juli 2017 um 14:34

    @Josh: statt unkritisch auf Propaganda reinzufallen empfehle ich echte Studien und Wissenschaft statt Zeitungs- oder gar Greenpeace-Behauptungen, siehe diese Metaanalyse von M. Qaim et al – kurz:

    On average, GM technology adoption has reduced chemical pesticide use by 37%, increased crop yields by 22%, and increased farmer profits by 68%. Yield gains and pesticide reductions are larger for insect-resistant crops than for herbicide-tolerant crops. Yield and profit gains are higher in developing countries than in developed countries.

    Übersetzt:

    Im Durchschnitt hat die Anwendung der Gentechnik die Verwendung von chemischen Pestiziden um 37% reduziert, den Ertrag um 22% erhöht, sowie den Gewinn der Bauern um 68% erhöht. Diese Ertrags-Gewinne und Pestizid-Reduktionen sind für insektenresistente Nutzpflanzen größer, als für Herbizid-tolerante Nutzpflanzen. Die Verbesserung von Ertrag und Gewinn fallen in Entwicklungsländern höher aus, als in entwickelten Ländern.

    Kurz: Gerade Entwicklungsländer profitieren besonders von der Gentechnik.

    Und auch bei unserem öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt gute Berichte ohne die übliche Desinformation:
    https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/gruene-gentechnik-gegen-welthunger/-/id=660374/did=16108764/nid=660374/3mlcnc/index.html

  14. 14 Josh 23. Juli 2017 um 17:43

    @Amardeo Sarma
    Meinen Sie, die Untersuchung der NY Times ist als Propaganda und Desinformation zu werten? Das wäre gewagt.

    Dort wurden ausdrücklich die Erntedaten von Nordamerika und Europa verglichen:

    “An analysis by The Times using United Nations data showed that the United States and Canada have gained no discernible advantage in yields — food per acre — when measured against Western Europe, a region with comparably modernized agricultural producers like France and Germany. Also, a recent National Academy of Sciences report found that “there was little evidence” that the introduction of genetically modified crops in the United States had led to yield gains beyond those seen in conventional crops.

    At the same time, herbicide use has increased in the United States, even as major crops like corn, soybeans and cotton have been converted to modified varieties. And the United States has fallen behind Europe’s biggest producer, France, in reducing the overall use of pesticides, which includes both herbicides and insecticides.”

    Die durchaus abweichenden Ergebnisse in Entwicklungsländern werden erwähnt.

    Fakt ist aber, dass Befürworter der Gentechnik immer wieder die Reduzierung von Agrargiften als Vorteil in’s Feld geführt haben. Da ist aber genau das Gegenteil eingetreten, auch in den Entwicklungsländern.

  15. 15 noch'n Flo 23. Juli 2017 um 19:23

    @ Josh:

    Kann ich mal einen Link zum Originaltext haben? Vor allem: welche Daten wurden gena analysiert und wie? Abgesehen davon: wie kompetent sind wohl Journalisten im Auswerten wissenschaftlicher Daten?

  16. 16 noch'n Flo 23. Juli 2017 um 19:36

    nochmal @ Josh:

    “Fakt ist aber, dass Befürworter der Gentechnik immer wieder die Reduzierung von Agrargiften als Vorteil in’s Feld geführt haben. Da ist aber genau das Gegenteil eingetreten, auch in den Entwicklungsländern.”

    Eine Behauptung, für die Du immer noch einen Beleg schuldig bist.

    @ alle:

    Warum kann man eigentlich zu 100% sicher sein, dass nach dem Satzbeginn “Fakt ist…” gurndsätzlich nur Stuss, aber niemals wirklich Fakten kommen?

  17. 17 Amardeo Sarma 23. Juli 2017 um 19:44

    @Josh: die NY Times macht keine Untersuchungen, es schreiben Journalisten, wovon viele eben keine Ahnung von Wissenschaft haben. Und ja, gerade bei der NY Times verfolgen einige Journalisten eine politische Agenda. Eine “analysis by The Times” kann man sich schenken – das ist keine Untersuchung nach wissenschaftlichen Standards, die eine Chance hätte, in einem wissenschaftlichen Journal publiziert zu werden.

    Selbst wenn es ein Problem in den USA gäbe – wobei immer noch ein ursächlicher Zusammenhang mit Gentechnik nicht belegt wäre – sagt es nichts grundsätzliches über die Gentechnik aus.

    Warum werden dann speziell Entwicklungen mit Bt-Baumwolle, Bt-Mais und Bt-Brinjal (Auberginen) bekämpft, bei denen eindeutig auf Insektizide verzichtet werden? Oder Gentechnik bei Golden Reis, die Kinder vor Erblindung und Tod retten könnte? Das ist keine Ausnahme, auch gentechnisch veränderter Papaya ist eine Erfolgsgeschichte: https://www.biofortified.org/2014/03/gmo-papayas-are-about-people/

  18. 18 Martin 23. Juli 2017 um 20:34

    Ich denke man sollte sich bei dieser Diskussion auch an andere Fakten erinnern.

    Fakt ist, dass die Bevölkerung Afrikas pro Woche um ca. 1 Millionen Menschen wächst. Fakt ist, dass die Weltbevölkerung von derzeit 7,5 Milliarden auf ca.11 Milliarden ende dieses Jahrhunderts wachsen könnte/wird.

    Fakt ist, dass die Landwirtschaft,will sie all diese Menschen ernähren,nach neuen Möglichkeiten suchen muss,oder es kommt zu Hungersnöten,Verteilungskriegen und gigantischen Flüchtlingsströmen.

    Fakt ist, dass durch die Klimaerwärmung für die Landwirtschaft nutzbare Landfläche weiter verloren gehen wird(Versteppung,Verwüstung,Meerespiegelanstieg)…

    Sogesehen steht man mehr oder weniger mit dem Rücken zur Wand und wird auf die Genttechnik zurückgreifen müssen – Oder gibt es andere Alternativen ?

  19. 19 Josh 25. Juli 2017 um 20:00

    Für eine Zunahme des Pestizidverbrauchs in den Entwicklungsländern habe ich keine Belege, soviel ist richtig.

    Was aber der Times-Artikel beleuchtet, ist der Unterschied zwischen zwei Kontinenten, von denen der eine fast gar keine gtv. Nutzpflanzen anbaut und der andere inzwischen bei gut 90% gtv. Anteil bei den in der Metastudie beleuchteten Pflanzenarten angelangt ist.
    (Siehe https://www.ers.usda.gov/data-products/adoption-of-genetically-engineered-crops-in-the-us/recent-trends-in-ge-adoption.aspx )

    Die Metastudie zweifle ich gar nicht an, aber im Gegensatz zum Mittelwert einer Summe von Einzeluntersuchungen schaut sich die Times an, “was hinten rauskommt”, also die tatsächlichen Mengen.

    Fazit: geringe Ertragssteigerung, deutliche Erhöhung des Herbizidverbrauchs. Das ist plausibel, wenn in großem Maßstab herbizidresistente Pflanzen verwendet werden.

    Dr. Qaim kommt übrigens auch zu Wort im Artikel:

    “Dr. Qaim said he saw significant effects mostly from insect-resistant varieties in the developing world, particularly in India.

    ‘Currently available G.M. crops would not lead to major yield gains in Europe,’ he said. And regarding herbicide-resistant crops in general: ‘I don’t consider this to be the miracle type of technology that we couldn’t live without.'”

    Was die Zunahme der Weltbevölkerung angeht, so sollten wir besser heute als morgen alle miteinander die Bremse ziehen. DAS ist ein Tabuthema, an das sich keiner so richtig heranwagt – auch die Natur- und Umweltschützer nicht. Vielleicht die Skeptiker eines Tages?

  20. 20 Josh 25. Juli 2017 um 20:22

    @noch’n Flo:

    Die Quellen sind angegeben in der “interaktiven Grafik” zum Artikel:
    https://www.nytimes.com/interactive/2016/10/30/business/gmo-crops-pesticides.html

  21. 21 rectus 25. Juli 2017 um 20:42
  22. 22 noch'n Flo 25. Juli 2017 um 21:42

    @ Josh:

    “Was die Zunahme der Weltbevölkerung angeht, so sollten wir besser heute als morgen alle miteinander die Bremse ziehen. DAS ist ein Tabuthema, an das sich keiner so richtig heranwagt – auch die Natur- und Umweltschützer nicht. Vielleicht die Skeptiker eines Tages?”

    Und WIE GENAU stellst Du Dir diese “Bremse” vor?

    Nota bene: unter Verschwörungstheoretikern wird ja der Plan der “NWO” (“New World Order” – wer auch immer das sein soll (Illuminaten, Bilderberger, Freimaurer…)) behauptet, die Weltbevölerung in den nächsten Jahrzehnten (z.B. durch Schämtrails) auf nur eine halbe Milliarde zu reduzieren – ist also bereits streng durch die Vollhonks besetzt.

    Nebenbei: seriöse Prognosen sagen ein PLATEAU des Wachstums der Weltbevölkerung auf 9-10 Mrd. Menschen voraus.

  23. 23 Josh 30. Juli 2017 um 07:33

    @rectus
    Die “Zerlegung” widerspricht aber nicht der Grundaussage des NY-Times-Artikels, dass die anfänglichen Versprechen der Ertragssteigerung und der Reduzierung von Pestizideinsatz nicht haltbar sind, wenn man die USA und Kanada betrachtet.

    Fazit: wenn die gegenwärtig erhältlichen Genpflanzen in Europa keine wesentliche Ertragssteigerung bringen (Dr. Quaim) – warum sollten wir sie dann anbauen?

    Ich bleibe bei meiner ersten Aussage: auch als Skeptiker kann man verschiedenen Aspekten der Gentechnik sehr wohl kritisch gegenüberstehen.

  24. 24 Josh 30. Juli 2017 um 08:05

    @noch’n Flo

    Ich diskutiere beinahe täglich mit Verschwörungstheoretikern. Nein, ich plädiere nicht für gewaltsame Populationsverringerung.

    Zunächst wäre ich schon froh, wenn überhaupt eine Diskussion über Geburtenraten in Gang käme. Warum greifen wir einerseits tief in die Bausteine des Lebens ein, um mit den Auswirkungen fertig zu werden, versuchen aber andererseits noch nicht mal, unsere eigene Vermehrung zu begrenzen?

    Ideen dazu hätte ich schon ein paar, z.B. soziale Absicherung im Tausch gegen Geburtenkontrolle – konsequent kontrolliert, mit massiven Mittelflüssen aus den reichen Ländern direkt zur Zielgruppe. Harte Diskussionen über Kultur und Traditionen (auch mit den Kirchen).
    Selbstverpflichtung auch der reichen Nationen (Deustschland ist eines der dichtestbevölkerten Länder des Planeten).

    Wohlgemerkt, ich bin kein Soziologe oder Anthropologe, aber auch als Laie lasse ich mir nicht einreden, es gäbe bei diesem Thema keine anderen Perspektiven außer Abwarten. Was bis zum angenommenen 11-Milliarden-Deckel auf uns zukommen würde, sehen wir jetzt bereits in Anfängen.

  25. 25 Josh 31. Juli 2017 um 17:53

    Noch ein Nachtrag:

    In einer Studie im Auftrag der drei Bundesnaturschutzbehörden aus Schweiz, Österreich und Deutschland wird die Erhöhung des Herbizideinsatzes nach Einführung von herbizidresistenten Nutzpflanzen auf verbreitet entstandene Herbizid-Resistenzen der “Unkräuter” zurückgeführt.

    Als Antwort streben die Hersteller des Saatguts an, Resistenzen gegen weitere Herbizidarten in die Pflanzen einzubauen. Bin ich der einzige Skeptiker, der hier eine Sackgasse sieht?

    https://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/service/skript362.pdf

    Zusammenfassung und Update:
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5250645/

  26. 26 crazyfrog 3. August 2017 um 14:58

    Die “Selbstmord-Welle” indischer Bauern hat andere Gründe, als Greenpeace, BUND etc. uns weißmachen wollen:

    http://www.spektrum.de/news/zehntausende-suizide-durch-waermeres-klima/1491785

  27. 27 anderer Michael 22. Oktober 2017 um 16:48

    Herr Sarma
    Was ist der Sinn des Bt- Maises? 25 cm nach Ernte das Stopelfeld tief unterpflügen , der Entwicklungszyklus des Maiszünslers ist unterbrochen und die Fusariumtoxine ist man auch los.

  28. 28 noch'n Flo 23. Oktober 2017 um 08:37

    @ aM:

    “25 cm nach Ernte”

    …ist bitteschön welcher Zeitraum?

  29. 29 anderer Michael 26. Oktober 2017 um 21:19

    Man erntet den Silomais.Es blieben die Stopeln auf dem Feld. Mit dem Pflug dann diese 25 cm tief unterpflügen. In den unteren Abschnitten des Mais überwintern die Eier oder Raupen und verpuppen sich.Der Schmetterling kann im nächsten Jahr nicht schlüpfen.Da wir in Europa fast immer Fruchtwechsel haben , zu Getreide im Regelfall, ist die Generation gestoppt und als Nebeneffekt eine Verminderung des Fusariumtoxins.
    Das habe ich mir nicht ausgedacht. Das sind Empfehlungen der bayerischen Landwirtschaftsämter.

  30. 30 noch'n Flo 27. Oktober 2017 um 09:53

    @ aM:

    Mit anderen Worten: alle Bauern sind Volldeppen, denen die Genindustrie einen Floh ins Ohr gesetzt hat?

  31. 31 anderer Michael 27. Oktober 2017 um 15:43

    NF
    Genauso wie die Landwirtschaftsämter?
    Um den Maiszünsler loszuwerden braucht man meinem Kenntnisstand zufolge keinen bt- Mais.
    Wenn du eine Antwort weißt, welchen Sinn dieser bt Mais hat, dann antworte sachlich und inhaltlich und ohne Abwehrargumente.
    Ich weiß es nicht.

  32. 32 noch'n Flo 27. Oktober 2017 um 17:04

    @ aM:

    Du bekämpfst das Problem erst, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Sprich: der Pflanzenbefall hat bereits stattgefunden. Und ein paar Zünsler kommen immer durch, da kannste pflügen, so tief Du willst.

  33. 33 anderer Michael 27. Oktober 2017 um 17:56

    NF
    Laut Landwirtschaftsamt stimmt das nicht.

    Wie soll sich ein geschlüpfter Kleinschmetterling durch 25 cm Erde nach oben bewegen, nachdem seine Heimstätte zerhäckselt wurde und dann 25 cm untergepflügt wurde.

    Ein halbes Jahr später schlüpft er dann, sofern die Raupen das überlebt und befindet sich 25cm tief in der Erde.So ein Mais hätte nur dann Sinn, wenn kein Fruchtwechsel erfolgt, das Unterpflügen nicht regional standardisiert vorgenommen wird oder eine pfluglose Einsaat präferiert wird.

    Wie ich inzwischen gelesen habe, ist dieser spezielle Mais MON810 sowieso eher von untergeordneter Bedeutung (Interpretation meinerseits).Es gibt allerlei Sorten von GVO Mais. Lesenswert dazu der Wikipediaartikel

  34. 34 klauszwingenberger 27. Oktober 2017 um 19:10

    “Ein halbes Jahr später schlüpft er dann, sofern die Raupen das überlebt und befindet sich 25cm tief in der Erde.”

    Wenn Du die Erde nach dem Pflügen mit der Walze wieder platt machst. Sonst nicht.

    Hast Du schon mal einen ein frisch gepflügten Acker gesehen?

  35. 35 anderer Michael 28. Oktober 2017 um 10:31

    Klar, bin auf dem Dorfe aufgewachsen, habe lange Jahre in einem gelebt und jetzt wieder.
    Ich zitiere die Landwirtschaftsämter.Lest doch da nach. Ich denke mir das nicht aus
    So wie ich es verstehe, bräuchte man bt Mais nicht, um den Maiszünsler loszuwerden werden.
    Maiswurzelbohreer ebenfalls. Entscheidend ist auch ein Fruchtwechsel.

  36. 36 noch'n Flo 28. Oktober 2017 um 17:32

    @ aM:

    “So wie ich es verstehe”

    Genau da liegt das Problem.

  37. 37 anderer Michael 28. Oktober 2017 um 22:44

    Soso und wie versteht du es?
    Wozu braucht man deiner werten Meinung bt -Mais?
    Außer im Konzept pfluglose Einsaat und kein Fruchtwechsel.

  38. 38 anderer Michael 28. Oktober 2017 um 23:04

    Zitat vom Bayerischen Landwirtschaftsamt
    “Beim Silomaisanbau kann durch tiefes Abhäckseln der Maispflanzen eine Populationsverringerung für das kommende Jahr erreicht werden. Das Zerkleinern von Stoppeln und Stroh durch Fräse oder Scheibenegge nach der Maisernte eignet sich ebenfalls dazu, Raupen abzutöten. Erfahrungsgemäß reichen aber diese Maßnahmen allein nicht aus, um die Maiszünslerpopulation unter der Schadschwelle zu halten. Nur tiefes (25 cm), sauberes Unterpflügen der Maisstoppeln und des Maisstrohs ist eine langfristig Erfolg versprechende Bekämpfungsmethode. Dadurch werden die schlüpfenden Falter am Verlassen des Bodens gehindert. Für den Pflug ist in der Regel ein Zusatzgerät nötig, das Stroh gut in die Furche einbringt. Wird die tiefwendende Bodenbearbeitung im gesamten Befallsgebiet praktiziert, hat der Maiszünsler keine großen Entwicklungsmöglichkeiten mehr. Weitere Bekämpfungsmaßnahmen sind dann in der Regel überflüssig. Das Unterpflügen der Maisernterückstände vermindert zugleich nachhaltig das Fusarium-Toxinrisiko für die nachfolgende Frucht Weizen.”
    Zitat Ende.

    Man wird einen Acker nicht mit einer Walze bearbeiten, das führt nur zu einer unerwünschten Bodenverdichtung ( ich bin kein Landwirt und schöpfe aus einem eingeschränkten Wissensstand !).Gewalzt werden z.B.Wiesen, die nicht für eine extensive Weidewirtschaft vorgesehen sind.

    Grundsätzlich: noch vor 2 Jahren stand ich der grünen Gentechnik ablehnend gegenüber. Weniger wegen eigener Einschätzung, eher wegen der im ländlichen Raum sehr skeptischen Einstellung der Bevölkerung und der Bauernschaft, die einfach übernommen habe.
    Inzwischen nach gewisser Beschäftigung habe ich eine differenzierte Einstellung.
    Ich sehe allerdings einen großen Unterschied zwischen der Anwendung einer biotechnische Methode und dem Stellenwert, dem man dieser Methode zumisst, und dem Geschäftsgebaren einiger Unternehmen mit Monopolcharakter.

    Das letztere zu kritisieren schließt nicht aus dem ersten ganz oder teilweise zuzustimmen.

  39. 39 klauszwingenberger 29. Oktober 2017 um 14:46

    @ anderer Michael:

    Wenn man von dort zitiert, dann sollte das scxhon vollständig geschehen. Da steht unter anderem – und von allen Einschränkungen, die sich aus Deinem Zitat schon ergeben – nämlich auch folgendes:

    “Nun kann es aber aus betriebswirtschaftlichen oder pflanzenbaulichen Überlegungen heraus sinnvoll sein, auf den Pflug zu verzichten. Teilweise ist auch aus Gründen des Erosionsschutzes eine Pflugfurche nicht möglich. Auf sehr tonigen oder flachgründigen Böden scheidet eine tiefwendende Bodenbearbeitung von vornherein aus. Unter diesen Bedingungen stehen zur Schadensminderung folgende Möglichkeiten zur Verfügung (siehe Abbildung).”

    Es folgt eine Aufzählung chemischer, biologischer und gentechnischer Methoden, unter anderem auch der bt-Mais.

    Gerade Bodenerosion (Wind- und Regenerosion) ist ein viel zu wenig bekanntes Risiko. Es ist leicht, Bauern auf den archaischen Pflug zu verweisen, aber durch intensives Pflügen verdorbene Böden sind dauerhaft verloren. Böden sind kein verwittertes Gestein, sondern ein durch Kleinorganismen durch Jahrhunderte hindurch aufgebautes Substrat.

  40. 40 anderer Michael 29. Oktober 2017 um 21:50

    Ja ,das stimmt.

    Der bt Mais bei dieser Untersuchung schneidet deutlich am besten gegenüber biologischen (Trichogamma-Schlupfwespe) und chemische Methoden ab.

    1. Der heutige Pflug ist nicht archaisch

    2.Nicht durch Pflügen alleine werden Böden ( die bei uns vergleichsweise robust sind)geschädigt. Es ist eine grundsätzliche falsche Bearbeitung und landwirtschaftliche Praxis, bei der Pflügen mal einen größeren, mal einen kleineren Anteil hat und durchaus mal keinen Anteil hat.

    3. Die Alternativen sind pfluglose Einsaat mit und ohne Bodenbearbeitung (Direktsaat), desweiteren Mulchsaat.Dabei muss man wissen, dass sich ein höherer Herbizideinsatz ergibt.

    4. Die Bodenverdichtung ist ein weiteres Problem und die gibt es bei allen Arten der Einsaat.

    5. Der bt Mais ist zur Eindämmung des Maiszünslers grundsätzlich nicht notwendig. Großräumiger Einsatz des Pfluges, wo möglich,ansonsten Fruchtfolge.

    6. Die ganz andere Frage ist , inwieweit diese theoretischen Konzepte in den Alltag, speziell den wirtschaftlichen passen.Fruchtwechsel, so wie ich ihn kenne, ist nicht so Standard , wie ich dachte. Mais ist aus diversen Gründen im Vormarsch, die Anbauflächen ist erheblich gestiegen,für Tierfutter und Biogas. Maissilage hat ihre Vorteile. ( auch gesundheitliche für den Landwirt- Stichwort Farmerlunge).Desweiteren bei die Bekämpfungsmaßnahmen müssten überregional abgestimmt stattfinden und alle an einem Strick ziehen.Das klappt noch nicht mal bei nur zwei Beteiligten , wie der Alltag überall lehrt.
    Letztlich gehe ich davon aus , dass auch du kein aktiver Landwirt bist und wir beide den bäuerlichen Alltag trotz einiger Detailkenntnise kaum beurteilen können.

    7.Bodenerosion in Deutschland ist mir als Problem mindestens seit 20 Jahren bekannt.

    8 . Nun wiederhole ich mich :
    “Ich sehe allerdings einen großen Unterschied zwischen der Anwendung einer biotechnische Methode und dem Stellenwert, dem man dieser Methode zumisst, und dem Geschäftsgebaren einiger Unternehmen mit Monopolcharakter.
    Das letztere zu kritisieren schließt nicht aus dem ersten ganz oder teilweise zuzustimmen.”

    Es ist auffällig, wie groß der Widerstand ist, falls eine Aktivität der Gentechnikunternehmen in der Kritik steht. Ich stelle immer fest, die Formeln : ” Gentechnik und Monsanto immer gut oder Gentechnik und Monsanto immer schlecht” können wohl nicht stimmen.Der Grat, eine wissenschaftliche Methode vor ungerechtfertigten Angriffen in Schutz zu nehmen, und sich wie ein Anhänger dieser Unternehmen zu benehmen , ist schmal.
    Wie wäre es , den Einsatz der Gentechnik in gesellschaftlicher Übereinstimmung zu realisieren.(Und nicht isoliert nach den durchaus legitimen wirtschaftlichen Interessen einiger Unternehmen)-Ich gebe zu, das ist leicht daher gesagt.

  41. 41 anderer Michael 29. Oktober 2017 um 23:15

    Um besser zu verdeutlichen, was ich meine. Ein Link zur Greenpeace
    http://www.presseportal.de/pm/6343/602662

    Es geht dabei darum, wie sich Monsanto benOmen hat. Ich weiß, Greenpeace ist hier nicht sonderlich beliebt. Es gibt kaum seriöse Pressemeldungen dazu. Im Detail : Monsanto bediente sich an der Arbeit indischer Bauern.

    Ich stimme Josh zu, auch als kritisch denkender Mensch ( er sprach von Skeptiker)kann man einzelnen Aspekten ablehnend gegenüberstehen.

    P.S. Was ist der Unterschied zwischen einem “Skeptiker” und einem skeptisch denkenden Menschen?

  42. 42 noch'n Flo 30. Oktober 2017 um 08:25

    @ aM:

    “Ich weiß, Greenpeace ist hier nicht sonderlich beliebt.”

    Und weisst Du auch, warum?

  43. 43 anderer Michael 30. Oktober 2017 um 10:32

    NF
    Ganz ehrlich: ich erahne es.
    Ich war vor 30 Jahren förderndes Mitglied bei Greenpeace, weil ich damals als Hobby/Urlaubstaucher mich sehr für die Meere interessiert habe. Nach ein paar Jahren bin ich ausgetreten, weil manche Aktivität mir komisch vorkam.
    Z.B. die Geschichte um den Fang von Minkwalen vor der norwegischen Küste und die sehr einseitige Propaganda gegen Norwegen ( Norwegen hatte zu dieser Zeit schon versucht, den Beifang zu reduzieren, in der EU noch kein besonderes Thema).

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