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„Ohrale“ Globuli ziehen Kreise und Krebsexperten empfehlen das INH als Informationsquelle

| 9 Kommentare

Sogar die Schweizer Tageszeitung Blick berichtet über die „ohrale Globuli-Gabe“.

Blick

Im Müncher Merkur erklärt Dr. Christian Lübbers kurz und eingängig die grundsätzliche Kritik der Skeptiker an der Homöopathie:

Merkur: Trotzdem setzen viele Menschen auf die Homöopathie.

Lübbers: Der homöopathische Ansatz ist ein überhaupt nicht nachvollziehbares Gedankenkonstrukt. Viele Eltern geben ihrem Kind beispielsweise Arnica-Globuli, wenn es sich gestoßen hat. Früher hat man gepustet – die Wirkung ist die gleiche.“

 Sie sprechen der Homöopathie jegliche Wirkung ab?

Das ist abschließend untersucht, da braucht es auch keine weiteren Studien mehr. Es gibt keine einzige Indikation, in der Globuli hilft – außer vielleicht bei Unterzucker. Das Schlimme ist aber, dass sich daraus ein Riesenmarkt gebildet hat. Ärzte, Hersteller und Heilpraktiker verdienen Geld damit, indem sie Patienten Zuckerkügelchen geben. Dabei helfen dem Patienten schon Aufmerksamkeit und wenn man seine Beschwerden ernst nimmt […]“

merk

Viele Probleme. Wie sieht Ihre Lösung aus?

Homöopathie wirkt nicht. Krankenkassen sollten Dinge bezahlen, deren Wirkung nachgewiesen ist. Es ist toll, dass Ärzte und Heilpraktiker gemeinsam dem Patienten helfen. Nur gab es auf dem Weg dahin eine Fehlentwicklung. Es ist sicher falsch, jedem Antibiotika zu verschreiben – aber es ist auch falsch, wenn jeder Globuli nimmt.“

Und noch eine erfreuliche News: Das Deutsche Krebsforschungszentrum empfiehlt das INH als Quelle für „Anregungen, wie Ärzte, aber auch Apotheker und andere Fachleute Fragen zur Homöopathie begegnen können“.

DKFZ

Zum Weiterlesen:

  • „Ohrale“ Globuli-Gabe amüsiert das Netz – ist aber nicht unbedingt zum Lachen, GWUP-Blog am 11. Januar 2017
  • Fall erneuert Diskussion um Homöopathie, Merkur am 11. Januar 2017

9 Kommentare

  1. „… Das Deutsche Krebsforschungszentrum empfiehlt das INH als Quelle…“

    Da gratuliere ich doch zu diesem verdientem Erfolg!
    Ich halte das INH für sehr wichtig und hoffe, es wird nach und nach an Reichweite gewinnen.

  2. Schließe mich „ich“ an…

    Nachdem ich erleben mußte, daß Trump Präsident wird, darf ich vielleicht noch erleben, daß die Homöopathie als das entlarvt wird, was sie ist…ein kleiner positiver Lichtblick in „postfaktischen Zeiten“.

  3. Hallo Gwup’s

    habe gerade die „Passauer Neue Presse gelesen und dort wird auf Seite 3 GANZSEITIG einer „Kuh-Homöopathin“ gehuldigt die auch für die Berchtesgadener Land Molkerei tätig ist. Der Chef dieser Molkerei wird auch noch interviewt und wirbt natürlich mit der Homöopathie und dass dadurch auch die Milch teurer wird, weil mehr wert durch Verzicht auf Antibiotika und doch auch Kosten für Globuli (oder so ähnlich)…..(na ja anscheinend nehmen sie wohl wirklich weniger Antibiotika)könntet ihr das mal aufgreifen? Das ist ja trotzdem mit Vollgas ins Mittelalter

    Danke

    mfg

    Guido Huber

  4. hier noch ein link man muss aber Abonnent sein um das online zu lesen:

    http://www.pnp.de/suche//?detail=1&such=Hom%C3%B6opathie

  5. @Guido Huber:

    < < na ja anscheinend nehmen sie wohl wirklich weniger Antibiotika)könntet ihr das mal aufgreifen? << Gewiss: https://blog.gwup.net/2016/11/10/globuli-konnen-antibiotika-im-kuhstall-ersetzen-nonsens/

  6. Danke für die Reaktionen..
    @Bernd Harder:

    das mit dem aufgreifen bezog ich tatsächlich auf den Fakt dass hier eine DIN A3 Seite der Passauer Neuen Presse voll ist mit Aberglauben der den Leuten als Wahrheit verkauft wird. Man schämt sich fast zu der Spezies Mensch zu gehören…aber wie ich immer sage: Ich bin hier definitiv auf einem Strafplaneten!

    Danke für eure Arbeit.. ihr seid eins der Lichter am Ende des Tunnels..

  7. “… Das Deutsche Krebsforschungszentrum empfiehlt das INH als Quelle…”

    Oho, das kann man ja beinahe als Ritterschlag ansehen. Ich grauliere dem INH.

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