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Politik will Therapiemethoden und Zulassung von Heilpraktikern „kritisch prüfen“

| 35 Kommentare

Tatsächlich scheint das Thema „Unheilpraktiker“ das Sommerloch zu überdauern.

Heilpraktiker in Deutschland müssen sich in Zukunft auf strengere Regeln bei der Berufszulassung einstellen“,

zitiert heute Welt-Online aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen.

hpee

Laut dem aktuellen Focus (39/2016) sei dies im neuen Pflegestärkungsgesetz „schon bald machbar“.

Immerhin scheint etwas in Bewegung zu kommen, wenn auch das Ergebnis wohl weit hinter dem Wünschenswerten zurückbleiben wird.

Zum Weiterlesen:

  • Bald höhere Anforderungen für Heilpraktiker, FAZ am 26. September 2016
  • Bald soll nicht mehr jeder Heilpraktiker werden können, Welt-Online am 26. September 2016
  • Regierung will Heilpraktiker strenger kontrollieren, Zeit-Online am 26. September 2016
  • Regeln für Heilpraktiker sollen zügig verschärft werden, Focus 39/2016
  • Karl Lauterbach kritisiert die typischen Heilpraktiker-Märchen, GWUP-Blog am 14. September 2016
  • Immer mehr Experten kritisieren die Heilpraktiker-”Ausbildung”, GWUP-Blog am 8. September 2016

35 Kommentare

  1. Gut so, vielleicht kommt ja was Brauchbares dabei heraus.

    Auf Zeit Online sprudeln die Kommentare zum Thema: Regierung will Heilpraktiker strenger kontrollieren.

  2. Wie soll man denn jemandes Können überprüfen der pendelt oder „Aura“ deutet usw. ? Oder anders gefragt. Wie soll man Spreu von Weizen Trennen, wenn man nur einen Haufen Spreu ohne Weizen vor sich liegen hat ?

  3. @ nihil jie:

    „Wie soll man Spreu von Weizen Trennen, wenn man nur einen Haufen Spreu ohne Weizen vor sich liegen hat ?“

    Wieso – das macht es doch viel einfacher.

  4. “Hart aber fair” könnte heute Abend interessant werden:

    Diagnose Gier – werden wir beim Arzt abgezockt?

    http://www1.wdr.de/daserste/hartaberfair/

    Dr. Eckhardt von Hirschhausen ist übrigens auch dabei.

    Lauterbach auch…

  5. @noch’n Flo

    Ja… für Dich und mich einfacher ;) Wir beide haben da aber eher klare Vorstellungen davon was Medizin und was Abrakadabra ist. Ich hoffe, dass die verantwortlichen in der Politik auch diesen Unterschied kennen.

  6. @Pierre Castell

    Na… das ist doch ein interessanter Tipp. Danke :D

  7. @Pierre Castell:

    < < Ob IGeL-Leistungen oder Selbstzahler-Sprechstunde – ein Arztbesuch kann teuer werden. Was davon ist erlaubt, was taugen die teuren Extras? Und wann leisten Ärzte guten und geldwerten Dienst am Patienten, wo beginnt die Geld-Schneiderei? << Zur IGeL-Debatte: https://www.gwup.org/infos/themen/66-gesundheit/1109-unklare-bachblueten-und-negative-labortests

  8. Das wird spannend, wie der Gesetzgeber es doch schaffen will, in der Spreu (zur Not feinstofflichen ;-) Weizen zu finden und diesen dann auch akkurat abzutrennen.

  9. Sollte sich Dr. Bertelsen die Sendung heute Abend anschauen, empfehle ich ihm, sich Beruhigungstabletten bereit zustellen.

    Sorry, Herr Dr. Bertelsen, aber bei Ihrer permanenten „9.- Euro-Aufregung“ musste ich das einfach mal rauslassen. Nehmen Sie es bitte mit Humor;-)

  10. Feinstofflicher Weizen… den nimmt man bei Glutenunverträglichkeit, gell?

    Ich habe ja eine Hart-aber-fair-Unverträglichkeit, daher freue ich mich auf etwaige Kritiken und Zusammenfassungen hier. :D

  11. Schnell die ARD einschalten, es läuft gerade „Gesundheits-Check“ (bis 21.00 Uhr):

    Teures Lächeln – Das Geschäft mit den Zähnen

    http://www.daserste.de/information/ratgeber-service/gesundheitscheck/sendung/gesundheits-check-folge-3-100.html

  12. Ich teile die Befürchtung von einigen hier, dass strengere Regeln für die Ausbildung und andere Prüfungskriterien eine Aufwertung der Heilpraktikerinnung bedeuten würden.

    Die könnten dann Kritikern ihr staatlich anerkanntes Diplom vor die Nase halten und ihren Mist mit noch größerer Chuzpe ihrer noch überzeugteren Klientel andrehen.

    Die Zuckerkügelchen wären dann hochoffiziell legitimiert mit Verweis auf eine scheinbar fundierte Ausbildung.

  13. Ich machs mal kurz, denn ich schreibe sonst eh zu viel:

    Wir brauchen keine strengeren Prüfungen, wir brauchen keine „Reformen“ des Heilpraktikerwesens und seiner Ausbildung (was sollte man an Dingen, die es gar nicht gibt, auch reformieren).

    Wir brauchen überhaupt keine Heilpraktiker, denn es gibt keine „alternative“ und keine „komplementäre“ – es gibt nur die wissenschaftsbasierte Medizin.

    Man könnte allenfalls darüber nachdenken, ihnen im Rahmen streng gefasster Befugnisse und nachgewiesener Fähigkeiten so etwas wie den Status von „Gesundheitsassistenten“ zuzuweisen, wenn man sich nicht dazu durchringen kann, im Interesse einer modernen und glaubwürdigen Gesundheitspolitik tabula rasa zu machen.

  14. @ Werner: Da ist etwas dran! Schon jetzt wird versucht, auf die angeblich so schwer zu schaffende, teure und langwierige (haha) „Ausbildung“ von Heilpraktikern hinzuweisen; die Tatsache, dass eine solche „Ausbildung“ gar keine Voraussetzung zur Berufsausübung ist, wird dabei gern „vergessen“.

  15. @Pierre Castell

    Preisfrage: Welcher Patient macht es richtig? Patient A oder Patient B?

    Patient A mit Totalprothesen möchte gerne „feste Zähne“ haben. Er hat ein Sparbuch – vererben möchte er nichts, weil sich seine Verwandten in den vergangenen Jahren nicht um ihn gekümmert haben. Er lässt sich einen Kostenvoranschlag machen.

    Der Kieferchirurg veranschlagt für 12 Implantate 26400.- (12 x 2200.-)
    Der Zahntechniker veranschlagt für zwei implantatgetragene Brücken 21840.- (jeweils 14 x 780.- pro Kiefer). Nachdem der Patient sich die Implantate hat setzen lassen, kommt er mit dem Kostenvoranschlag des Zahnlabors zum Zahnarzt und lässt sich beraten, ob diese Konstruktion sinnvoll auch im Altenheim gepflegt werden kann (Kann sie nicht – aber das ist eine andere Geschichte). Der Kostenvoranschlag für die zahnärztlichen Arbeiten beträgt 4400.- (12 x Ankerkrone 14 x Brückenspanne 36 x Auswechseln eines Implantatteils, Abdrücke etc.)
    Danach fährt der Patient mit seinem Fahrrad nach Hause.

    Patient B möchte keine Implantate haben. Er möchte keine Konstruktion in seinem Munde, die aufgrund ihres hohen Pflegebedarfs im Alter eine potentielle gefährliche Infektionsquelle darstellen könnte. Er kommt mit seiner Totalprothese seit vielen Jahren gut zurecht und lässt sie sich erneuern (Zuzahlung ca. 1200.-), damit er im Falle eines Prothesenbruchs eine Reserveprothese hat.

    Was ist der richtige Weg?

    Das gilt es, journalistisch aufzuarbeiten. Ist nur ziemlich öde, weil es nur wenige interessiert, gell?

  16. Zum Fernsehbericht:

    Wer Zähne extrahiert, die erhaltungswürdig und erhaltungsfähig sind (!), der begeht schwere (weil er Instrumente benutzt) Körperverletzung.

    Solche „Kollegen“ gibt es.

  17. @ Dr. Hans-Werner Bertelsen

    Leider verstehe ich nicht, worauf Sie hinaus wollen.

  18. @Pierre Castell

    Auf den von Ihnen empfohlenen Fersehbericht. Es ist kein Problem, eine Rechnung von 50.000.- Euro zu generieren. Als Patient hat man ein Anrecht auf einen Kostenvoranschlag und man kann (und bei hohen Beträgen sollte man) sich eine zweite Meinung einholen. Z.B. bei http://www.2te-zahnarztmeinung.de

    Der zitierte Herr Hans-Uwe Köhler, der Marketing „Fortbildungen“, die mit 18 Punkten entlohnt werden, anbietet, ist mir sehr gut bekannt. Er hasst die Zahnärzte, die bei ihm landen – weil sie zu blöd sind, selber für sich zu sorgen. In einem von ihm herausgegebenen „Buch“ (Titel: „Diagnose: Erfolg“) lästert er über Zahnärzte, die ein „Seminar“ auf Mallorca gebucht haben (Kosten: mehrere tausend Euro) übelst ab. Er ist also in gewisser Hinsicht ein Berufskollege von Ihnen: ein Illusionist. Er gaukelt den Zahnärzten vor, dass er ihnen etwas Gutes tun will und stürzt Patienten und Zahnärzte ins Unglück.
    Ein echter Verräter.

    Es ist sehr gut, dass diese Methoden vom Ersten in Zusammenarbeit mit Dr. Riedel aufgedeckt wurden.

    Der Skandal ist – ähnlich wie bei den Mumpitz-Kursen – dass es hierfür Fortbildungspunkte gibt.

  19. Nichts wird sich ändern solange Deutschland weiter nicht säkular und grüne Eso-Jünger Gesundheitsministerin werden.

  20. Als ein Mann sich wegen Spannungs­schmerzen in den Augen, geschwollenen Augen­lidern und Heuschnupfen von einem Heilpraktiker behandeln ließ, erlitt er bei einer sogenannten Moxa-Therapie eine schwerwiegende Verbrennung. Der Betroffene verklagte den Heilpraktiker auf Zahlung eines Schmerzens­gelds. Das Land­gericht Bonn gab der Klage statt.

    https://www.test.de/Schmerzensgeld-Verbrennungen-bei-Behandlung-durch-Heilpraktiker-5074220-0/

  21. Zigarren sind doch nicht so schlimm. Eine Tube Brandsalbe mit Arnika verkauft der kundige Heiler sicherlich mit dazu. Wirklich in acht nehmen sollte man sich vor Zahnarzt-Heilpraktikern – der „grünen Mamba“ im bunten Zoo der Gesundheitsanbieter. Die liefern bei Bedarf echte Verstümmelung.

  22. Zähne sind echt Scheisse. Klarer Minuspunkt für den menschlichen Körper. Wieso fallen die nicht einfach bei Bedarf aus wie Milchzähne und wachsen dann nach? Der Hai kann das doch auch (auch wenn sie anders konstruiert sind). Oder Nagetiere: Da wachsen die Schneidezähne auch nach wie Fingernägel.

  23. @Bernd Harder:
    Auweia, mir verschlägt’s gerade die Sprache! O_O

    Es ist mir immer wieder unbegreiflich, was für eine surreale Gedankenwelt in deren Köpfen herrscht und ich frage mich oft, wie die damit eigentlich so durch’s normale Alltagsleben kommen.

    Wären es Kinder, könnte man das ja noch belächeln, aber es handelt sich um erwachsene, „mündige“ Menschen (die auch noch wählen gehen dürfen…). Unfassbar!

  24. Kurze Zwischenbilanz, nix neues:

    Heilpraktiker-Ausbildung: Nur ein Reförmchen

    http://news.doccheck.com/de/148631/heilpraktiker-ausbildung-nur-ein-refoermchen/

  25. @ crazyfrog:

    „Die Bundesregierung „bedauert die Todesfälle“, hält es aber für geboten, eine „sachliche Diskussion zu führen“, heißt es im Antwortschreiben. Dazu gehöre auch, dass „es in Deutschland viele Menschen gibt, die über eine Behandlung beim Heilpraktiker Gutes berichten und sich für diesen Beruf einsetzen.““

    Anders ausgedrückt: die Politik schert sich nicht um Fakten, sondern schaut wie immer nur dem Volk aufs Maul. Wer muss noch beim Heilpraktiker sterben, damit diese sogenannten „Volksvertreter“ endlich ein Einsehen haben: ein Abgeordneter? Ein Minister? Die Kanzlerin?

  26. @noch’n Flo
    So zyninsch es jetzt auch klingt, manchmal hilft nur der ganz große Knall, damit die Leute wachgerüttelt werden. Vielleicht muss es tatsächlich einen Minister nach der Behandlung beim Heilpraktiker erwischen, damit UMFASSEND reagiert wird. Am „besten“ natürlich eine/r Landesgesundheitsminister/-in.
    (Ja, das war jetzt sehr böse und sehr gemein.)

  27. @ RPGNo1:

    Ich nehme an, Du denkst da an jemand Bestimmtes? ;)

  28. @noch’n Flo
    Ähm, hüstel, ja, ich wüsste da jemanden. Aber ich möchte mich nicht strafbar machen, noch diesen Blog irgendwie in Schwierigkeiten bringen. Daher schweige ich und werde diesbezügliche Fragen nicht beantworten. Ich hoffe auf Verständnis.

  29. @ RPGNo1:

    Schon gut. Ich denke, dass jeder, der kein riesiges Brett vorm Kopf hat, sich denken kann, wen Du meinst… ;)

  30. @ noch’n Flo:

    Du bist doch lange genug hier unterwegs – und weißt immer noch nicht, was dann passiert? – Natürlich war es dann nicht die nichtsnutzige Quackerei, sondern die mediale Hexenjagd, die FrauHerr MinisterIn den Rest gab.

    Kennen wir doch aus anderem Zusammenhang.

  31. @ klauszwingenberger:

    Jehova! Jehova!

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