Mein Studentenmädchen gegen Krebs: Neues Todesopfer der Germanischen Neuen Medizin

Um ein weiteres Opfer der Hamer’schen Medizinsekte dreht sich der Artikel

Mit leichter Muse gegen Krebs: Die tödliche Scharlatanerie der Germanischen Neuen Medizin”

im aktuellen Skeptiker (3/2015).

Im März 2015 starb der Görlitzer Unternehmensberater Hans-Ulrich L. an einem malignen Lymphom. Die Erkrankung war in einem frühen Stadium entdeckt worden und hätte gut behandelt werden können. Doch L. vertraute den Ratschlägen eines GNM-„Therapeuten“.

Und die hatten es in sich:

Krebs sei bloß ein „unverdauter seelischer Konflikt“. Wissenschaftsbasierte Therapien kämen „einer Teufelsaustreibung“ gleich. Und ein „kleines Liebeslied“ namens „Mein Studentenmädchen“ verhindere das Rezidiv eines aggressiven Tumors.

Statt wirksamer Hilfe bekam der 66-Jährige eine Tondatei mit einer „archaischen Melodie“, die Hamer selbst komponiert hat und deren „Schwingungen“ die „endgültige Heilung” bewirken könnten.

Sogar noch auf der Palliativstation des Malteser Krankenhauses St. Carolus sollte L. das operettenhafte Gesangsstück in einer Endlosschleife hören, schärfte ihm der “Dozent für GNM” ein. Erst kurz vor seinem Tod schaltete L. das “Studentenmädchen” eigenhändig aus.

Zu diesem Zeitpunkt war der Krebskranke “bis auf das Skelett abgemagert und sah aus wie ein Mann von 90 Jahren”, hielt seine Tochter J. schriftlich fest.

Im Skeptiker zeichnet J. den sieben Jahre langen Leidensweg ihres Vaters nach. Der Fall L. widerlegt zugleich die Lüge, dass „fast nur Patienten, die von der Schulmedizin austherapiert und oft aufgegeben sind“, in den Fängen der Germanischen Neuen Medizin landen, wie Hamer behauptet.

Bei der Beisetzung ihres Vaters hielt J. den Schriftzug “Dank Dir, Ryke Geerd Hamer” hoch – eine bitter-sarkastische Anspielung auf die hirngewaschene Verehrung, die GNM-Verfechter ihrem Guru Hamer entgegenbringen.

Auf der Flucht vor den Behörden hält sich GNM-Erfinder Ryke Geerd Hamer derzeit in Norwegen auf. Die Zahl seiner Anhänger in Deutschland wird auf rund 100.000 geschätzt. Psiram listet „mehr als 140 Todesfälle nach GNM-Behandlung“ auf.

Das Skeptiker-Heft kann online hier bestellt oder als epaper angefordert werden.

Update vom 6. Juli 2017: Der vollständige Artikel ist hier online.

Zum Weiterlesen:

  • Mit leichter Muse gegen Krebs: Die tödliche Scharlatanerie der Germanischen Neuen Medizin, Skeptiker 3/2015
  • Die „jüdische Verschwörung“ gegen die Zaubermelodie Mein Studentenmädchen, Psiram am 3. März 2015
  • Zynisch, schwachsinnig, tödlich: „Germanische Neue Medizin“, GWUP-Blog am 15. April 2015
  • Wenn Pseudomedizin auf Antisemitismus trifft: Germanische Neue Medizin, Astrodicticum simplex am 27. Mai 2010
  • Opfer der Germanischen Neuen Medizin bei Psiram
  • Widerlegte falsifizierbare Kernaussagen der Germanischen Neuen Medizin bei Psiram
  • Droht Ryke Geerd Hamer jetzt in Norwegen die Verhaftung? GWUP-Blog am 30. April 2015

21 Kommentare zu “Mein Studentenmädchen gegen Krebs: Neues Todesopfer der Germanischen Neuen Medizin”


  1. 1 Udo 21. September 2015 um 18:32

    Kann man nicht kommentieren. Dummheit ist doch das größte denkbare Verbrechen.

  2. 2 Jay 22. September 2015 um 02:40

    Den Kammerton “A”, der in dem Lied die vermeintlich heilsame Wirkung verströmen soll, ist auch einfacher zu haben:

    Das Freizeichen eines Festnetz-Telefons erklingt in Deutschland auch als Kammerton “A”.

    Ein alter Musiker-Trick um Instrumente zu stimmen. ;-)

  3. 3 Bernd Harder 24. September 2015 um 08:44

    Der Fall Hans-Ulrich L. jetzt auch bei Psiram:

    https://www.psiram.com/ge/index.php/Opfer_der_Germanischen_Neuen_Medizin#2015:_Hans-Ulrich_Leupold

    Und ein neuer Wiki-Eintrag:

    https://www.psiram.com/ge/index.php/Mein_Studentenm%C3%A4dchen

    Eine Eigendarstellung der Tochter: “Todesfalle Germanische Neue Medizin – Ein Erlebnisbericht”:

    http://www.sektenwatch.de/drupal/node/108

  4. 4 Brigitte Götz 23. Mai 2016 um 18:50

    Germanische neue Medizin: Die tödlichen Krebstherapien des verurteilten Arztes Ryke Geerd Hamer:

    http://www.watson.ch/Blogs/Sektenblog/795977556-Germanische-neue-Medizin–Die-t%C3%B6dlichen-Krebstherapien-des-verurteilten-Arztes-Ryke-Geerd-Hamer

  5. 5 RainerO 23. Mai 2016 um 20:47

    @ Brigitte Götz
    Wäre es justiziabel, wenn man Hamer einen Massenmörder nennen würde?

    “Mehrfache grob fahrlässige Tötung unter besonders erschwerten Umständen” klingt so sperrig.

  6. 6 Bernd Harder 1. September 2016 um 20:12

    Das nächste Hamer-Todesopfer:

    http://m.20min.ch/schweiz/tessin/story/19856842

  7. 7 heidrun 21. März 2017 um 19:47

    da könnte ich schreikrämpfe kriegen. ich halte viel von psychologischen faktoren und so. aber warum hat man das nicht operiert und DANN noch die psychologischen umstände angeschaut.

    ich kenn ne ganze reihe leute inzwischen, die auf strahlen- und chemo verzichtet haben. aber sie haben in der regel operiert !!!! (ich red von einigen leuten, die seit 10-15jahren gesund sind… )

    es ist zum heulen, wenn leute sich selbst beim sterben zusehen !!! :-((((

  8. 8 Evelyn 11. Juli 2017 um 21:33

    was ist mit den tausenden von Krebspofern,welche die Schulmedizin zu verantworten hat.Wer hinterfragt das uindwarum fragt hier keiner,warum es nach zig jahren Forschung und Milliarden von Forschungsgelder noch kein Mittel gegen Krebs gibt.Böse ist ,wer schlechtes dabei denkt.Sinbd deise Ärzte,da Dr.Hamer ja auch ein Arzt war,denn auch Scharlatane und Wunderheiler und Spinner ???

  9. 9 Bernd Harder 12. Juli 2017 um 18:07

    @Evelyn: Sie geben ein bezeichnendes Beispiel für die typische Argumentation von GNM-Anhängern.

    Gestatten Sie mir ein paar Korrekturen:

    – “Die Schulmedizin” hat keine Krebsopfer zu verantworten, sondern die Krankheit Krebs hat diese Opfer zu verantworten.

    – “warum es nach zig jahren Forschung und Milliarden von Forschungsgelder noch kein Mittel gegen Krebs gibt” liegt daran, dass Krebs eine überaus komplexe Erkrankung ist und zudem lediglich ein Sammelbegriff für eine Vielzahl von individuellen neuen Zellen, die sich autonom reproduzieren und sich der Wachstumskontrolle des Organismus entziehen.

    Man müsste eigentlich von “Krebsen” sprechen.

    Ich empfehle Ihnen, einen Blick in dieses allgemeinverständliche Buch zu werfen:

    http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/krebsbuch-der-koenig-aller-krankheiten-demut-vor-dem-tumor-1.1369322

    Und sehr viele Experten empfinden die gegenwärtige Situation als unbefriedigend, z.B.:

    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/63912/Lauterbach-veroeffentlicht-Buch-Die-Krebs-Industrie

    und arbeiten an neuen Ansätzen und Verbesserungen der Krebstherapie:

    http://www.spiegel.de/spiegel/krebs-biontech-plant-individuelles-medikamente-fuer-jeden-patienten-a-1156957.html

    Diese Menschen stehen aber fest auf dem Boden der medizinischen Wissenschaft, bauen auf den vorhandenen Erkenntnissen auf und entwickeln diese immer weiter, während Hamer in einer frei schwebenden Wahn- und Phantasiewelt abseits jeder Realität lebte.

  10. 10 WolfgangM 13. Juli 2017 um 08:16

    Man darf ja auch nicht so tun, als ob in der Krebsmedizin nichts weiter geht.
    Die Überlebensraten haben sich drastisch verbessert, ebenso die Früherkennung zB bei Brustkrebs oder Prostatakrebs. Und auch die Heilungsschancen sind gestiegen. Beispielsweise bei Leukämien durch Stammzelltransplantation.

    Gegen zwei durch Viren verursachte Karzinome (Hepatitis B Virus und HPV-Viren) gibt es hochwirksame Impfstoffe, die präventiv wirksam sind.

  11. 11 noch'n Flo 13. Juli 2017 um 09:51

    @ Evelyn:

    Die Heilungsrate von Hamer betrug genau Nullkommanullnix. Die Heilungsrate der wissenschaftsbasierten Medizin liegt derzeit – je nach Tumor – bei bis zu 90%.

    Aber diese Zahlen wirst Du mir vermutlich nicht glauben, selbst wenn ich sie beweise. Wir sind ja alle nur von Big Farma und der grossen Weltverschwörung gehirngewaschen.

  12. 12 RPGNo1 13. Juli 2017 um 10:30

    @Evelyn
    Wenn du einen “pöhsen Big Pharma Vertreter” suchst: Ich arbeite bei einer!

    Unsere Firma produziert im Auftrag innovative hochwirksame Injektabilia, die zur Bekämpfung von Krebs eingestzt werden. Die Patienten sind glücklich, dass es diese Medikamente gibt, die ihnen gute Chancen auf Heilung geben.

    Aber wenn du lieber auf die hamersche Musiktherapie stehst, dann nur zu. Es werden immer wieder gerne Kandidaten für den Darwin-Award gesucht.

    PS: Wer in meinem Kommnetar Sarkasmus findet, mag ihn für sich behalten.

  13. 13 noch'n Flo 13. Juli 2017 um 10:51

    @ RPGNo1:

    Spar Dir die Mühe! Lass uns lieber heute Abend die Reichsflugscheibe zur Rückseite des Mondes nehmen und im dortigen Vergnügungspark unsere monatlichen Schecks von den freimaurerjüdischen Impf- und Chemoterroristen auf den Kopf hauen.

  14. 14 Pierre Castell 13. Juli 2017 um 12:02

    @ noch´n floh
    “Aber diese Zahlen wirst Du mir vermutlich nicht glauben…!”

    Nee, wird sie nicht. Evelyn “glaubt” nur das, was sie glauben will. Fernab von wissenschaftlichen Grundlagen und Beweisen.

    Meine Meinung:
    Zwecklos, mit Evelyn darüber zu dirskutieren. Sie wollte nur mal (wie so viele ihrer Zunft) provozieren und poltern.

    Evelyn, sollte ich mich irren: Nur los, wir freuen uns auf Argumente!

  15. 15 RPGNo1 13. Juli 2017 um 12:09

    @noch’n Flo
    Aber beim Start der Reichsflugscheiben nicht vergessen, die Chemtrail-Generatoren anzuschmeißen, um die Hirnwäsche weiter zu forcieren.
    Und während des Fluges sollten wir auf alle Fälle Fotos von der flachen Erde machen, die wir nach der Rückkehr dann unseren reptiloiden Herrschern präsentieren können.

  16. 16 Sinapis 13. Juli 2017 um 19:30

    Wer hinterfragt das uindwarum fragt hier keiner,warum es nach zig jahren Forschung und Milliarden von Forschungsgelder noch kein Mittel gegen Krebs gibt

    Fragen?

  17. 17 noch'n Flo 14. Juli 2017 um 12:16

    @ Sinapis:

    Schöner Link. Er wäre aber noch schöner, wenn da keine Bezahlschranke wäre.

  18. 18 Sinapis 15. Juli 2017 um 19:48
  19. 19 Bernd Harder 17. Juli 2017 um 14:17

    Liebe Hamer-Verehrer und GNM-Anhänger,

    bitte sparen Sie sich Ihre geballte “Kommentar”-Flut, mit der Sie versuchen, die Hamer’sche Scharlatanerie gegen verstorbene Patienten in der evidenzbasierten Onkologie aufzurechnen.

    Ihre Argumentation ist schlichtweg falsch und zeugt von vollständigem Unverständnis medizinischer Zusammenhänge.

    Zudem sind Ihre Anmerkungen hier im Kommentarbereich bereits x-mal erschöpfend beantwortet worden, der Einfachheit halber kopiere ich einige der entsprechenden Kommentare noch einmal ein:

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    – “Die Schulmedizin” hat keine Krebsopfer zu verantworten, sondern die Krankheit Krebs hat diese Opfer zu verantworten.

    – “warum es nach zig jahren Forschung und Milliarden von Forschungsgelder noch kein Mittel gegen Krebs gibt” liegt daran, dass Krebs eine überaus komplexe Erkrankung ist und zudem lediglich ein Sammelbegriff für eine Vielzahl von individuellen neuen Zellen, die sich autonom reproduzieren und sich der Wachstumskontrolle des Organismus entziehen.

    Man müsste eigentlich von “Krebsen” sprechen.

    Ich empfehle Ihnen, einen Blick in dieses allgemeinverständliche Buch zu werfen:

    http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/krebsbuch-der-koenig-aller-krankheiten-demut-vor-dem-tumor-1.1369322

    Und sehr viele Experten empfinden die gegenwärtige Situation als unbefriedigend, z.B.:

    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/63912/Lauterbach-veroeffentlicht-Buch-Die-Krebs-Industrie

    und arbeiten an neuen Ansätzen und Verbesserungen der Krebstherapie:

    http://www.spiegel.de/spiegel/krebs-biontech-plant-individuelles-medikamente-fuer-jeden-patienten-a-1156957.html

    Diese Menschen stehen aber fest auf dem Boden der medizinischen Wissenschaft, bauen auf den vorhandenen Erkenntnissen auf und entwickeln diese immer weiter, während Hamer in einer frei schwebenden Wahn- und Phantasiewelt abseits jeder Realität lebte.

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    Die Heilungsrate von Hamer betrug genau Nullkommanullnix. Die Heilungsrate der wissenschaftsbasierten Medizin liegt derzeit – je nach Tumor – bei bis zu 90%.

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    Man darf ja auch nicht so tun, als ob in der Krebsmedizin nichts weiter geht.

    Die Überlebensraten haben sich drastisch verbessert, ebenso die Früherkennung zB bei Brustkrebs oder Prostatakrebs. Und auch die Heilungsschancen sind gestiegen.

    Beispielsweise bei Leukämien durch Stammzelltransplantation.

  20. 20 noch'n Flo 17. Juli 2017 um 17:17

    @ Bernd Harder:

    Och so ein paar Highlights des unwissenschaftlichen Irrsinns würde ich aber auch gerne mal lesen, so als gepflegte Feierabendunterhaltung. Insbesondere Kommentare mit Drohungen (Prozesse, Körperverletzung, Mord) kommen immer gut.

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