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Studie: Kein Autismus durch Impfungen, aber in Italien lässt sich damit gut Geld verdienen

| 10 Kommentare

„Impfen und Autismus“ – das ist bis heute der untrennbare Impfgegner-Pleonasmus.

Fünf Jahre nach dem Berufsverbot für den Datenfälscher Andrew Wakefield hat jetzt eine große Studie erneut bestätigt, dass an den Behauptungen der Impfgegner-Ikone nichts dran ist:

Die Angst vor einem erhöhten Autismus-Risiko von Kindern durch die Masern-Mumps-Röteln-Impfung ist unbegründet. Das belegt die bisher größte Studie dazu mit gut 95.000 Kindern. Sie zeigt erneut, dass unter den als Säugling geimpften Kindern nicht mehr Autismus-Fälle auftreten als bei den nichtgeimpften.

Dies galt selbst in den Familien, in denen es bereits ältere Geschwister mit Autismus gab, wie die Forscher im Fachmagazin JAMA betonen.“

Dass diese Fakten Impfgegner überzeugen, darf indes bezweifelt werden:

STUDIE? Da habt ihr doch schon den Fehler. Das ist wissenschaftlich und damit Unsinn. Wenn dort stehen würde: „Von der Gemeinschaft der Heilpraktiker ausgependelt“ oder „Durch eine Gruppe Schamanen beschworen“ – DANN wäre es glaubwürdig“,

ironisiert eine Leserin bei Dinge, die Impfgegner sagen die vorhersehbare Reaktion der Wakefield-Fans und Co.

Aktuell läuft zum Beispiel auf der Facebook-Seite der Bundesregierung eine fußnägelkräuselnde Diskussion zum Thema „Impfen ist wichtig.“

Und natürlich dürfen dort auch die jüngsten Gerichtsurteile aus Italien nicht fehlen, wo der Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus mehrfach bestätigt worden sei.

Was es damit auf sich hat, kann man ausführlich im Impfblog nachlesen:

In Italien hat die Legende von den Impfungen die Autismus auslösen Hochkonjunktur, zumindest in gewissen wissenschaftsfernen Kreisen.

Inzwischen wittern immer mehr (vor allem Anwälte und Ärzte) ein lukratives Geschäft mit diesem und anderen gesundheitlichen Problemen, die nach einer Impfung auftreten oder erstmals auffallen.

Diese werden von gewissen Leuten einfach nur aufgrund des zeitlichen Zusammenhangs als Impfschäden deklariert.

Die Eltern werden systematisch gegen die Ärzte aufgehetzt die Impfungen empfehlen und man rät ihnen dringend, sich an einen der “auf Impfschäden spezialisierten” Rechtsanwälte zu wenden, die Hand in Hand mit – als impfskeptisch bekannten – Gutachtern zusammenarbeiten.

Nicht selten sind es die Rechtsanwälte höchstpersönlich, die zum Beispiel bei Facebook auf Kundenjagd gehen und ihre Dienste anbieten.

Es gab daher in Italien in den letzten Jahren einige Urteile, bei denen die Eltern eines autistischen Kindes vor Gericht versuchten, einen Ersatz für den angeblichen Impfschaden zu bewirken.

Bei einigen gaben die Richter den Eltern recht, bei anderen lehnten sie die Klage ab.“

Ähnliches kennen wir aus den USA, worüber wir hier und hier berichtet haben.

In der Huffington Post dagegen lesen wir den erfrischend pragmatischen Appell der Schauspielerin Kristen Bell:

Vertrauen Sie den Fakten – impfen Sie Ihre Kinder!“

Zum Weiterlesen:

  • Kein Autismus durch Masern-Impfung, Scinexx am 22. April 2015
  • Autism Occurrence by MMR Vaccine Status Among US Children With Older Siblings With and Without Autism, JAMA 2015;313(15)
  • Andrew Wakefield ist kein Opfer, sondern Täter der Anti-Impf-Bewegung, GWUP-Blog am 21. Juli 2014
  • Poor, poor pitiful Andy (Wakefield): Dissed again, this time by the Oregon Senate Committee on Health Care, Respectful Insolence am 26. Februar 2015
  • Autismus: Evans Großmutter widerspricht Jenny McCarthy, GWUP-Blog am 14. Januar 2014
  • SkepKon 2013: Pseudomedizin bei Autismus, GWUP-Blog am 18. Mai 2013
  • Vertrauen Sie den Fakten – impfen Sie Ihre Kinder! Huffington Post am 20. April 2015
  • Plötzlich unfreiwillig ungeimpft – Durch Masern zur Vernunft, diaphanoskopie am 19. April 2015
  • Impfgegner: Wenn sich Einfalt gegen das Gemeinwohl wendet, GWUP-Blog am 18. April 2015
  • Leon: Misshandelt und als Impfschaden ausgegeben, Psiram am 10. Dezember 2012
  • Italien: Wissenschaft im Gerichtssaal, impfblog am 2. Februar 2015
  • „Die Impf-Lüge“ als Video – und wieder die Autismus-Mär, GWUP-Blog am 3. Juni 2014
  • Video: Impfungen, Autismus und der Fall Hannah Poling, GWUP-Blog am 8. Juni 2014
  • Still No Association Between MMR and Autism, Science-Based Medicine am 22. April 2015

10 Kommentare

  1. Huch!
    Seit wann freut sich der GWUP-Blog denn darüber, wenn SCHAUSPIELERINNEN sich berufen fühlen, Gesundheits-Tipps zu geben?!

  2. @crazyx:

    Schon immer – solange es nicht um „Gesundheits-Tipps“ geht, sondern um ein erklärtes persönliches Gegengewicht einer (prominenten) Mutter und Impfbefürworterin zu den persönlichen Tränendrüsen-Storys der (prominenten) Impfgegner:

    https://blog.gwup.net/2013/06/16/buffy-kampft-jetzt-fur-die-keuchhusten-impfung/

    https://blog.gwup.net/2015/02/18/was-tun-gegen-impfgegner-jetzt-sind-emotionen-gefragt/

    https://blog.gwup.net/2013/11/01/medizin-wenn-c-promis-die-experten-spielen/

  3. weshalb sollte sich nicht über eine schauspielerin gefreut werden, die für die gesundheit der kinder ist ?

    schließlich gibt es in diesem bereich genügend abgedrehte, die ihre/und die anderer kinder lieber sterben lassen, als auf ihre spinnereien zu verzichten.

  4. Naja – natürlich freut man sich über JEDE Stimme, die in der allgemeinen Kakophonie des Irrsinns auch mal den richtigen Ton trifft.

    Aber man sollte impfen, weil Impfkommission, WHO, Ärzte und unzählige Studien das sagen – NICHT, weil eine Schauspielerin das sagt.
    Auch wenn sie Recht hat.

    Und wenn man (wie der GWUP-Blog) sich sonst regelmäßig (und zurecht) darüber beschwert, dass ständig Promis meinen, sich zu derlei Fragen öffentlich äußern zu müssen, dann sollte das IMHO immer gelten.

  5. @crazyx:

    < < Aber man sollte impfen, weil Impfkommission, WHO, Ärzte und unzählige Studien das sagen << Gewiss - aber ich denke, das ist hier nicht ganz das Thema. Es geht nicht um die Frage, warum man impfen sollte (und dafür braucht man i.d.T. nicht den Rat einer Schauspielerin) - sondern um die Frage, warum Impfgegner nicht impfen bzw. wie man Impfskeptiker überzeugen kann. Und da spielen Vorbilder, Emotionen, persönliche Erfahrungen etc. eine größere Rolle als Studien, Zahlen und Statistiken, wie wir hier diskutiert haben: https://blog.gwup.net/2015/02/18/was-tun-gegen-impfgegner-jetzt-sind-emotionen-gefragt/

  6. @ crazykx:

    Hier hat eine SCHAUSPIELERIN (wenn’s denn Großschreibung sein muss) etwas getan, was nicht hoch genug gewürdigt werden kann:

    Sie hat auf Laienebene die Argumente aus der Fachleutenebene richtig(!) ausgewertet und sich ein zutreffendes (!) Bild der Realität gemacht.

    Und darüber noch hinaus: sie hat sich überzeugen lassen, bis dahin falsch gelegen zu haben (!).

    Mit anderen Worten: da hat etwas gefruchtet, was hier bei der GWUP seit Jahr und Tag versucht wird.

    Und darüber soll man sich nicht freuen – wenn sie ihre Popularität dann auch noch für einen Appell der Vernunft nutzt?

  7. Das Urteil, das besonders oft von Impfgegnern argumentativ missbraucht wird, ist dasjenige im Fall Valentino Bocca, wo ein Gericht in Rimini auf der Basis der da bereits zurückgezogenen Wakefield-Studie – was man sich an sich ja kaum vorstellen kann – einen Zusammenhang zwischen Autismus und einer Impfung sah.

    Dieses Urteil wurde in zweiter Instanz verworfen:

    http://www.repubblica.it/salute/medicina/2015/03/01/news/autismo_i_giudici_assolvono_il_vaccino-108441541/

    http://www.skepticalraptor.com/skepticalraptorblog.php/italian-mmr-autism-decision-overturned/

  8. Hallo,

    es sollte beachtet werden, daß die FDA seit Anfang 2000 Autismus als auch MS in den Katalog der Nebenwirkungen aluminiumhaltiger Impfstoffe aufgenommen hat, die ANM nicht mit Studien arbeitet, die eine Unabhängigkeit nachweist, die einzige mir dahingehend bekannte Studie wurde von der ANM selber als zu herstellernah abgelehnt, sondern ein einzig auf Wirksamkeitstests (es werden zur Zulassung von Impfstoffen keine klinischen toxikologischen Studien erstellt, da zur Zulassung nicht erforderlich, sondern nur Studien, welche die Immunisierung nachweisen, entsprechend enthalten auch die Placebos mindestens soviel Aluminium wie das Serum selber)beruhendes Zulassungsverfahren durchgeführt.

    Es gibt durchaus AL-haltige Präparate, die Autismus als Nebenwirkung ausweisen, dabei allerdings auf die „schwache Datenbasis“ verweisend, die sich aber aus dem Zulassungsverfahren selber ergibt, da keine klinischen Doppelblindprobenstudien durchgeführt werden und Placebogruppen wird mindestens die gleiche Menge Aluminium gespritzt.

    AL-haltige Impfungen haben nichts mit MMR zu tun (die MMR-Impfung enthält gerade kein Al). Da nun aber das aktuelle (und in Berufung gehende) Urteil aus Italien sich auf ein quecksilber- uns aluminiumhaltiges Serum bezieht, läßt sich auch kein Bezug zu Wakefield herstellen, alleine die Argumentation mit Wakefield ist als Demagogie zu erachten. Das Hauptargument in der Verhandlung war übrigens, daß über die Testergebnisse der GSK abzuleiten sei, daß sie um das Autismus-Risiko bei INFANRIX Hexa bei Beantragung der Zulassung wußten.

    Okay, ich bin auch nicht für eine Verteufelung von Impfungen, aber hier sollte man m.E. mit etwas weniger Polemik und Demagogie arbeiten, denn es geht um Menschen, besonders um Kinder. Kinder unter 5 Jahren haben nur eine unvollständig bestehende Blut-Hirn-Schranke, alle Studien zu Al-haltigen Impfstoffen wurden an Erwachsenen durchgeführt und es ist nachgewiesen, daß intramuskulär gespritztes Aluminium sich zuim größten Teil im Gehirn ablagert. Hinzu kommt, daß Aluminium als hochwirksames Neurotoxin gilt.

  9. @ Pollux:

    „Es gibt durchaus AL-haltige Präparate, die Autismus als Nebenwirkung ausweisen“

    Kannst Du dazu mal bitte ein paar Beispiele nennen? Ich habe gerade mal neugierdehalber bei den in meiner Praxis vorrätigen Impfstoffen nachgeschaut, da sind auch ein paar mit AL-Verbindungen dabei, aber bei keinem einzigen davon findet sich ein Hinweis auf Autismus als UAW.

    Übrigens auch nicht bei dem von Dir genannten Infanrix (welches ausserdem auch kein Quecksilber enthält): https://compendium.ch/mpro/mnr/9428/html/de

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