MMS: Verätzte Gewebefetzen sind keine Autismus-Würmer

Gerade bei der Facebook-Gruppe “Wissenschaft und Skeptizismus” gefunden:

Warum Facebook-Medizinmänner ihre Kinder mit Chlorbleiche-Einläufen vergiften”

Der Artikel (erschienen beim Online-Magazin Motherboard) beschreibt ebenso ausführlich wie ungeschminkt den MMS-Wahn:

MMS ist keine harmlose Naturheilung, sondern leider nur allzu häufig Körperverletzung an Schutzbefohlenen […]

Und so stochern auf Facebook und Youtube tausende Eltern gemeinsam im Kot ihrer autistischen Kinder herum, die sie täglich mit Chlorbleiche-Einläufen traktieren. Was sie finden, erklären sie zu toten Würmern, die angeblich autistische Symptome auslösen.

In Wirklichkeit sind es verätzte Gewebefetzen aus den Därmen ihres Nachwuchses.

Und wenn die Kinder nach der „Behandlung“ weinerlicher werden? Dann war die Dosierung zu schwach, und die Eltern versichern sich gegenseitig, dass mehr Einläufe wohl das Beste für die Gesundheit wären.”

Auch in Australien warnen mittlerweile die Gesundheitsbehörden vor dem ätzenden Zeug.

Zum Weiterlesen:

  • Warum Facebook-Medizinmänner ihre Kinder mit Chlorbleiche-Einläufen vergiften, motherboard am 14. November 2014
  • “Miracle cure” exposed as bleach, Herald Sun am 26. Dezember 2014
  • Kritisches Video zu MMS und Neues von den Behörden, GWUP-Blog am 6. August 2014
  • Gefährliche “Alternativmedizin” MMS: Wenn Eltern ihre Kinder vergiften, Astrodicticum simplex am 7. August 2014
  • Populäre Fragen und Aussagen von MMS-Befürwortern und meine unpopulären Antworten, Indub.Io am 9. August 2014

12 Kommentare zu “MMS: Verätzte Gewebefetzen sind keine Autismus-Würmer”


  1. 1 Habra 3. Januar 2015 um 14:16

    Ich warte nur noch auf die bösen Kommentare diverser MMS-Jünger, die diesen Sch**ß, als Alternative zu richtigen Medikamenten sehen und der bösen Pharmaindustrie unterstellen, uns erst das Geld aus der Tasche zu ziehen und uns dann umzubringen.

    Zwischenzeitlich warnt selbst das Landwirtschaftsministerium vor MMS:
    http://www.bvl.bund.de/DE/05_Tierarzneimittel/05_Fachmeldungen/2014/2014_12_12_Fa_Miracle_Supplement.html

    Es ist schon pervers, einem Typen wie Humble nachzufolgen, der von Medizin wahrscheinlich noch weniger Ahnung hat als der Durchschnittsbürger und Unsummen dadurch ergaunert (ich muss leider sagen “ergaunern”, ein anderer Begriff fällt mir für diese Vorgehensweise nicht ein), dass er ominöse Kurse und überteuerte Bücher vermarktet, und das noch unter dem “Schutz” seiner selbsternannten Kirche, um steuerliche Vorteile in den USA zu genießen.

    Mir kann es egal sein, wenn sich erwachsene Menschen freiwillig mit MMS vollpumpen, ja es ist mir auch egal, wenn die Krankenversicherung für die Spätfolgen aufkommen muss (es gibt ja noch andere schädliche Dinge: Drogenmissbrauch, Rauchen, Alkohol, “ungesundes” Essen, Risikosport etc.), aber wer Kinder damit “behandelt”, gehört wegen Kindesmisshandlung bestraft.

  2. 2 Bernd Harder 3. Januar 2015 um 16:02

    @Habra:

    < < Ich warte nur noch auf die bösen Kommentare diverser MMS-Jünger, die diesen Sch**ß, als Alternative zu richtigen Medikamenten sehen und der bösen Pharmaindustrie unterstellen, uns erst das Geld aus der Tasche zu ziehen und uns dann umzubringen. << Die hatten wir längst, z.B.: https://blog.gwup.net/2014/04/19/ein-gesundheitskongress-als-panoptikum-des-grauens/#comment-37265

  3. 3 Pierre Castell 3. Januar 2015 um 17:05

    @ Habra
    “… es ist mir auch egal, wenn die Krankenversicherung für die Spätfolgen aufkommen muss!”

    Mir nicht.
    Erhöht unnötig die Beiträge.

  4. 4 Tom 4. Januar 2015 um 13:22

    Geht mal gar nicht.

    Abgesehen davon, dass manche Kinder vielleicht falsch diagnostiziert wurden, sollte man vor jeglicher Behandlung erstmal eine Ursache finden,die man dann behandeln kann. Chronische Vergiftung, chronische Infektionen, etc…

    Und dann behandeln mit Wirkstoffen und Therapien, die was bringen und nicht mit purem Gift.

    Sicherlich ist unser Gesundheitswesen nicht das beste auf der Welt, es verkommt immer mehr zur Pharmaindustrie. Pfefferminzöl hat dieselbe Wirksamkeit wie Aspirin bei Kopfschmerzen. Diclofenac wirkt nur bei jedem 5. Mensch und die Werbung suggeriert doch was anderes.

    Ich selbst habe eine schwere Borreliose so gut wie überstanden, Antibiotika wirkten nicht und so gab es jede Menge Phytotherapie, Ernährungsumstellung, etc… Und leider wurde mir auch hier und da MMS ’empfohlen’. Ging auch ohne. Und den Effekt, den MMS u.a. bei Würmern haben soll, bekommt man auch mit Salz und Vitamin C hochdosiert hin.

    Voraussetzung ist aber eine Diagnose.

  5. 5 Bernd Harder 4. Januar 2015 um 13:27

    @Tom:

    << Pfefferminzöl hat dieselbe Wirksamkeit wie Aspirin bei Kopfschmerzen. << Es gibt mehr als 200 Kopfschmerzarten und ganz sicher nicht bei jeder einzelnen davon hat Pfefferminzöl diesselbe Wirkung wie ein Medikament - eine saubere Diagnose vorausgesetzt, da stimme ich Ihnen natürlich zu.

  6. 6 Clemens Maier 4. Januar 2015 um 15:07

    Frapierend ist ja immer wieder der breit klaffende Unterschied zwischen den immensen Bedenken gegenüber evidenzbasierter Medizin (statt angemessenenem wachen Blick) der blinden Gläubigkeit gegenüber Scharlatanerie bzw. der Bereitschaft gegebenenfalls sogar über Todesfolgen hinwegzusehen.

  7. 7 gnaddrig 5. Januar 2015 um 13:55

    @ trixi: Noch ein aussichtsreicher Kandidat für den Kampf gegen Ebola (“The cult recommends MMS to treat diseases including cancer, HIV/AIDS, asthma and autism, and even suggested it could treat Ebola.”)

  8. 8 Petra 5. Januar 2015 um 19:17

    @Tom
    “Sicherlich ist unser Gesundheitswesen nicht das beste auf der Welt,…”

    Da frag mal Menschen, die wirklich viel in der Welt herumgekommen sind – doch, unser Gesundheits- und Sozialsystem ist das beste der Welt. Nirgends sonst auf dem Globus gibt es eine solche Versorgung und Sicherheit.

    Muss einfach mal gesagt werden.

  9. 9 crazyfrog 28. April 2016 um 19:37

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