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Die Vitamine D6 und D12

| 15 Kommentare

Heute zwei Fundstücke aus der Blogosphäre:

  • „Die Unterstützung der Homöopathie und ähnlicher Therapierichtungen durch die Krankenkassen“ ist ein Dauerthema für die GWUP und andere kritische Blogs.

Im Januar hatte zum Beispiel der Ratgeber-News-Blog einen Briefwechsel zwischen einem Stammleser und der BKK VBU veröffentlicht, aus dem hervorgeht, dass die gesetzliche Krankenkasse es begrüßt, dass …

… die besonderen Therapierichtungen als Ergänzung zur Schulmedizin immer stärker nachgefragt werden“.

Jetzt hat der Blogger „Mr. MIR“ von FSMoSophica bei seiner Kasse nachgefragt, wie sie es denn mit „esoterischen, garantiert wirkungslosen Behandlungsmethoden“ halte.

Der leicht kafkaesk anmutende Dialog ist hier dokumentiert.

Wir werden auf das Thema „Facebook-Gruppe“ in den nächsten Tagen nochmal ausführlich zurückkommen.

Was die „Offenheit“, Lernfähigkeit und das Diskussionsverhalten von Esoterik-, Verschwörungs- und „Alternativ“-Fans angeht, sei indes nur mal auf dieses aktuelle Posting der Pharmama verwiesen:

  • B und D …“

Es geht um Vitamine, Schüßler-Salze, homöopathische Hochpotenzen – aber man muss es selbst gelesen haben, um es zu glauben.

Zum Weiterlesen:

  • Nachweislich wirkungslose Medikamente und Krankenkassen, FSMoSophica am 2. August 2014
  • Die Unterstützung der Homöopathie und ähnlicher Therapierichtungen durch die Krankenkassen, Skeptiker 3/2001
  • Kann mir jemand eine esoterikfreie Krankenkasse empfehlen? BlooDNAcid am 14. Dezember 2011
  • Die absurde finanzielle Ungleichbehandlung von Ärzten und Heilpraktikern, GWUP-Blog am 18. Juli 2014
  • Zum Beispiel TK: Was die Kassen so alles unterstützen, GWUP-Blog am 2. Februar 2014
  • B und D, Pharmama am 2. August 2014
  • Homöopathie zur Prophylaxe von Grippesymptomen – Rottey (1995), Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 3. August 2014

15 Kommentare

  1. Die Dummheit und Ignoranz (nicht: Unwissenheit) von Hardcore-Esoterik-/Verschwörungtheorien-/und „Alternativ“-Fans ist grenzenlos.

    Unwissenheit implizit ja noch, dass besseres Wissen zur Einsicht führen könnte.

    Wenn man es aber gar nicht besser wissen will bzw. schon die wissenschaftlichen Grundlagen dazu als „böse“ und „mechanistisch“ ablehnt, kann nur noch von Dummheit und Ignoranz bei solchen Leute gesprochen werden – die ALLES Nichtwissenschaftliche aufgrund von „Spiritualität und Intuition“ für besser, wirksamer und nebenwirkungsfrei halten.

    Da läuft jede vernünftige, noch so geduldige Argumentation in`s Leere bzw. stößt auf Granit.

    (Selbst rühmliche Aufklärungsversuche in der Apotheke darüber, dass es sich bei D6 und D12 bei Schüßler-Salzen nicht um Vitamine, sondern um homöopathische Verdünnungsstufen handelt – denn: Schüßler-Salze sind per se und sowieso immer „gut“.
    Und das ist noch ein harmloses Beispiel, denn wer diese Alternativ-Mittelchen nachfragt, hat höchstens geringfügige Befindlichkeitsstörungen oder will sich „was Gutes tun“ – und ist nicht behandlungsbedürftig krank.)

    Gefährlich bis lebensgefährlich wird es dann, wenn sich solche Leute als absolute Laien für medizinisch kompetenter halten als alle behandelnden Ärzte und sich damit auch noch durchsetzen können – indem „böse“ ärztlich verordnete, wichtige und notwendige Medikationen ERSETZT werden (sollen) durch „gute“ diverse, wechselnde Pülverchen, Öle; hochdosierte Vitaminpräparate, Nahrungsergänzungsmittel etc.

    Wenn so etwas auch noch stattfinden kann unter den Augen von Richtern, Gerichten, Ärzten und Behörden und im Rahmen von Betreuungs-Vollmachten („Gesundheitsfürsorge“), ist das m. E. sträflich und skandalös.

  2. Nachdem die Kontrastesendung über die Bezuschussung alternativer Methoden durch die Krankenkassen in der GWUP-fb-Gruppe gepostet und diskutiert wurde, haben sich ein paar Leute zusammengefunden, um mal systematisch alle Kassen zu durchforsten und die Ergebnisse dann den interessierten Lesern zur Verfügung zu stellen.

    Der Leidensdruck war (zumindest bei mir) einfach zu groß geworden. Wir haben eine kleine fb-Gruppe gegründet und sind jetzt dabei, die Daten zusammenzutragen.

    Was mir auffällt ist, dass die KK-Mitarbeiter, die die E-Mails beantworten oder die man am Telefon hat, nicht über Medizin und Wirksamkeitsnachweise Bescheid wissen. Das sind einfach Vertriebler, die ihr Produkt verkaufen müssen.

    Eigentlich müsste man an den Gesetzgeber ran, der den Krankenkassen erlaubt, die besonderen Therapierichtungen zu bezahlen.
    Es ist eine horrende Verschwendung von Versichertengeldern, die da befördert wird.

    Ich habe bisher nur zwei Krankenkassen (von 131) gefunden, die keinerlei Quacksalberei bezahlen. Alle anderen haben was im Angebot.

    Wenn wir soweit fertig sind, werden wir die Ergebnisse zur Verfügung stellen, dann kann sich jeder der mag eine neue Krankenkasse suchen.

    @Bernd: Magst du vielleicht noch die Kontrastesendung verlinken?

  3. @Sylvia:

    < < Magst du vielleicht noch die Kontrastesendung verlinken? << Ist doch schon bei "Zum Weiterlesen": https://blog.gwup.net/2014/07/18/die-absurde-finanzielle-ungleichbehandlung-von-arzten-und-heilpraktikern/

  4. @ Sylvia:

    Eine tolle und notwendige Initiative, die sich da zusammengefunden hat.

    Danke für Eure Mühe; ich bin schon gespannt auf die Ergebnisse.

    Was – wie häufig – wem (in GKV/PKV, als IGeL oder Zuschuss) – in welcher Höhe bezahlt wird; was überhaupt besonders nachgefragt wird etc.

    Es wundert mich nicht, dass mittlerweile fast alle KK Quacksalbereien im Angebot haben; „der Kunde wünscht zunehmend Alternatives“, was auch immer sich so schimpft.

    Ebenso, dass KK-Mitarbeiter einfach Vetriebler sind, die ihre (Gesundheits-)Produkte verkaufen müssen wie jedes andere auch – ohne (medizinisches) Fachwissen und/oder Produktkenntnisse (wie Wirksamkeitsnachweise) haben zu müssen.

    Es ist ein Versicherungsgeschäft mit Konkurrenzdruck und Kundenfang.

  5. @Bernd:
    Ist doch schon bei „Zum Weiterlesen“:
    Hab ich nicht gesehen, danke!

  6. @Beobachter:
    Die PKV stehen nicht auf unserer Agenda, die sind ja von vornherein schon an keinen Leistungskatalog gebunden und durften schon immer machen was sie wollten.

    Auch die IGEL-Leistungen lassen wir außen vor, wir konzentrieren uns wirklich nur auf die sog. Alternativbehandlungen, wie Homöopathie, Anthroposophie, TCM, Ayurveda, Alternative Krebsbehandlung usw.

  7. @ Beobachter
    „Die Dummheit und Ignoranz (nicht: Unwissenheit) von Hardcore-Esoterik-/Verschwörungtheorien-/und “Alternativ”-Fans ist grenzenlos.“

    Leider muss ich feststellen, dass dies in ALLEN Bereichen des Alltags auch so ist, ich erlebe es mehrmals täglich.

    Ich könnte unzählige Beispiele nennen…

    Dummheit und Ignoranz von Mitmenschen geht mir mittlerweile sehr auf die Nerven!

  8. @ Sylvia
    “ Es ist eine horrende Verschwendung von Versichertengeldern, die da befördert wird.“

    Es ist ja eigentlich noch viel widerlicher, das Wort „Verschwendung“ impliziert ja, das man einen Ueberschuss zum Fenster hinaus wirft, tatsaechlich fehlt ja aber das Geld dafuer an anderer Stelle. Und wenn das hier stimmt

    “ Für den Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe schätzt der Anästhesist, Palliativmediziner und Schmerztherapeut die jährlichen Kosten für Akupunktur auf zirka 45 Millionen Euro – während für die Palliativmedizin rund 16 Millionen Euro im Jahr zur Verfügung stünden.“ aus https://blog.gwup.net/2013/05/21/skepkon-2013-die-akupunktur-skeptisch-betrachtet/

    gibt es jetzt schon in einigen Bereichen des Gesundheitssystems ein geradezu perverses Missverhaeltnis hinsichtlich der Kosten Medizin versus Mumpitz.

    PS: inkludiert ihr auch die Osteopathie in eure Listung und wo erfahren wir von der fb-Gruppe, auf deren Ergebnisse ich mich einerseits freue (aber auch ein wenig davor grusele)?

  9. Ja, das ist das Schlimmste daran:

    Das für unwirksamen Humbug verschleuderte Geld fehlt an anderen Stellen, wo es dringend benötigt wird.

    Nicht nur in der Palliativmedizin, sondern auch in der Kranken- und Altenpflege, bei der Versorgung chronisch Kranker/Bettlägeriger, bei den ambulanten Pflegediensten, in der häuslichen Pflege.

    Es ist bekannt, dass der MDK sich seit vielen Jahren sehr restriktiv bei der Bewilligung von Pflegestufen verhält, auch bei der Bewilligung von notwendigen Hilfsmitteln wie z. B. Pflegebetten etc.

    Die Ergebnisse werden sicherlich „gruselig“ sein, aber dann kann man zumindest mit Daten/Fakten belegen, wie übel es tatsächlich aussieht bzw. wie groß die Diskrepanz ist zwischen vernachlässigten medizinischen Notwendigkeiten und überflüssigem, unwirksamem Mumpitz.

    Bitte die Ergebnisse nicht nur bei fb veröffentlichen, sondern auch hier – für alle, die mit Absicht weder bei fb noch bei Twitter sind.

  10. @ Sylia,
    schaut mal bitte in eurer fb-group und seit so nett und hämmert den ganzen krankenkassenmüll in die anbieterübersicht der fepa-feldstudie bei vikas.de. das system läuft jetzt sicher, benötigt aber noch eine schwarminitiative. ggf. kannst auch suport per telefon bekommen.

  11. @rectus:Ja die Osteopathie inkludieren wir auch. Osteopathie ist m.M. nach sowas wie Massage mit völlig überzogenem pseudowissenschaftlichen Geschwurbel als Überbau.

    Es tut den Patienten wahrscheinlich gut, sich mal eine Stunde streicheln zu lassen. Dass das eine KK nicht zahlen sollte, ist klar.

    Eine gute Physiotherapie würde sicher besser sein. Aber ich muss feststellen, dass keine KK mehr ohne mindestens ein Angebot aus dem Alternativbereich auskommt. Und da kommen die KKn, die nur Osteopathie anbieten in meinen Augen immer noch besser weg als die Homöopathieanbieter, weil das ja nun gar nichts bringt.

    Eine Topkasse gibt es nicht, wir müssen gucken, wie wir die Ergebnisse gewichten werden.

    Auf jeden Fall werdet ihr hier informiert, wenn wir soweit sind.

  12. Ich habe auch bei meiner Kasse mal nachgehakt. Erst mit ner Sachbearbeiterin telefoniert … die mich dann verzweifelt an ihren Chef verwiesen hat. Der hat mich mit so ziemlich den gleichen Argumenten wie die im verlinkten Blog bequatscht.

    Auf meinen Wunsch, ob meine Hausärztin nicht auch 2 Stunden Anamnese bezahlt bekommen könnte, wenn sie nicht Homöopathie draufschreibt, ist er leider nicht eingegangen.

    Ebenso bekomme ich nicht einfach so 60 Euro überwiesen, die ich dann für Kopfschmerztabletten o.Ä. ausgeben könnte, die sonst für Bachblüten und Co. reserviert sind.

    Wir sind so verblieben … wenn ich mal was außer der Regel brauche, kann die Kasse ja vllt. großzügig sein und mir entgegen kommen, ich solle mich dann mal an ihn wenden. Ich bin gespannt.

    Es ärgert mich maßlos, dass KK auf diese Weise eine Parallel-Struktur befördern. Denn dass Patienten oft einfach mal jemanden brauchen, der ihnen zuhört, sich Zeit nimmt und sie ernst nimmt, das ist doch klar.

    Aber warum darf das meine Hausärztin nicht machen? Es ist zum Heulen.

  13. @Yvonne, recht hast du. Und je mehr Leute bei ihren Kassen nachhaken, desto besser.

    Aber letztendlich müsste man wohl an den Gestzgeber ran.

    Wie das gehen soll, weiß ich allerdings auch nicht

  14. @ Yvonne:

    Kann/soll man jetzt bei seiner KK feilschen, „wenn man mal was außer der Regel braucht“ ?!
    Hängt eine Entscheidung darüber dann vom Gutdünken des Chefs der zuständigen örtlichen KK-Zweigstelle ab ?! Ob dem Stimme, Gesicht und Auftreten gefällt ?
    Also überhaupt keine allgemeinverbindlichen/-gültigen Regeln mehr für alle Versicherten ?

    Nix gegen persönliches Nachhaken:
    Aber das kann`s nun wohl auch nicht sein – da können wir auch gleich bei den KK den Sommerschlussverkauf mit Runterhandeln direkt bei der Verkäuferin einführen …
    Und wenn man dann noch wen kennt, der den örtlichen KK-Filial-Chef kennt …

  15. Jedem Homöopathen, sei die Luft der Achttausender empfohlen, die ist so „verdünnt“, die ist wirklich gesund…also „Glück auf!“ Brüder…;-)

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