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Unsinn widerlegen – ein Kinderspiel!

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Spiegel-Online berichtet heute über Kinder-Unis:

Vorlesungen für Kinder sind ein Riesenerfolg: An mehr als 200 Universitäten weltweit halten Professoren Vorträge für Schüler. Wissenschaft kann unterhaltsam sein …

Professor trifft Kind – auf diese simple Formel bringen Ulrich Janßen und Ulla Steuernagel das Phänomen Kinder-Uni, das seit acht Jahren die ernst-ehrwürdige Wissenschaftswelt mit Kinderprusten und Gejohle aufheitert …
Wissenschaft und Spaß, das passt zusammen. Die Alma Mater ist kein Elfenbeinturm, sondern ganz nah dran am Leben, Professoren sind keine Aliens in Talaren, sondern tragen Jeans und haben echt was auf dem Kasten. Von Tübingen aus ist die Idee der Kinderuniversität zu einer Bewegung geworden, die sich zuerst in Deutschland und Europa, dann in der ganzen Welt ausgebreitet hat – sogar in Kolumbien gibt es mittlerweile einen Ableger.
Über 200 Kinder-Unis in mehr als 20 Ländern haben ein Studium generale für Schüler im Programm. Inzwischen gibt es das Netzwerk eucu.net (European Children’s Universities Network), das den Erfahrungsaustausch unterstützen soll.“

Kinderuniversitäten sind immer mal wieder auch Thema bei den Science Blogs.

Astrodicticum simplex-Betreiber Dr. Florian Freistetter zum Beispiel verteidigte unlängst das Konzept gegen Kritik einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin der Uni Bremen – wohl wissend, dass auch Kinderuniversitäten nicht immun sind gegen pseudowissenschaftlichen und paramedizinischen Unfug:

So etwas mach mich wirklich fertig. Schlimm genug, dass wissenschaftliche Angebote für Kinder selten sind. Schlimm genug, dass viele Eltern ihre Kinder nicht entsprechend fördern. Aber den Kindern unter dem Deckmantel der Wissenschaftlichkeit Pseudowissenschaften beizubringen, ist mehr als nur schlimm! Das ist schon fast grob fahrlässig!
Wer wundert sich da noch, warum Pseudowissenschaften wie Homöopathie und Astrologie immer weiter verbreitet und immer fester in der Gesellschaft verankert sind? Wenn mit der Propaganda schon bei den kleinen Kindern angefangen wird, dann ist das kein Wunder.“

Da ist natürlich was dran. Und so wäre es allemal eine Anregung wert, wenn auch Kinderuniversitäten hier und da über das Übliche hinausgingen (Zitat Spiegel-Online):

In Tübingen strömten in diesem Sommersemester an acht Dienstagnachmittagen jeweils Hunderte Kinder auf den Campus, um zu erfahren, warum es Kriege gibt oder warum auch Schnecken Stress haben; in Lübeck erklärten Professoren, weshalb Bakterien krank machen, und in Rostock, warum Mädchen Röcke und Jungs Hosen tragen.“

Interessant, gewiss. Doch auch die grundlegenden Experimente der Homöopathie sind so einfach, dass sie ein neunjähriges Kind durchführen könnte – wie es etwa beim Therapeutic Touch geschehen ist. Emily Rosa hieß die Schülerin, die mit einem einfachen Versuchsaufbau die Lehren einer prominenten TT-Protagonistin ad absurdum führte.

Den daraus entstandenen Fachartikel kann man hier nachlesen, ein Video dazu gibt’s hier und im Anschluss an diesen Beitrag.

Erfahrungen mit Sommer-Camps für den skeptischen Nachwuchs haben unsere US-Kollegen vom CFI vor kurzem gesammelt. Über eine Werkwoche am sächsischen Landesgymnasium Sankt Afra in Meißen zum Thema „Esoterik und Paranormales“ hatten wir letztes Jahr schon berichtet.

Ein Kommentar

  1. Es gibt eine empfehlenswerte neue Webseite für die, die gegen Unsinn kämpfen (müssen oder wollen):

    http://metabunk.org/
    (in Englisch)

    Der Autor hat einige Erfahrung machen können mit durchaus erfolgreichen Blogs über „Chemtrails“ und „Morgellons“. Er gibt nützliche Tips zum Umgang mit „Gläubigen“ und Unentschiedenen.

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