Krebs: Gefährliche Online-Lügen

Heute bei Stern-Online:

Gefährliche Lügen”

Es geht um die Falschbehauptungen von Virenleugnern, Impfgegnern und Krebs-Scharlatanen:

Verschwörungstheorien sind keine harmlosen Spinnereien. Vor allem in der Medizin haben sie kombiniert mit gefälschten Fakten dramatische Folgen [...]

Besonders beim Thema Krebs wird das ausgenutzt. Unter den zehn am meisten geteilten Artikeln zu der Krankheit finden sich mehrere Geschichten über Mittel, die angeblich Krebs heilen.

Eine australische Beere (“Wahnsinn. Diese Beeren töten Krebs. Und das schon nach Minuten!”), Knoblauch (“Studien zeigen, Knoblauch hilft gegen 14 Arten von Krebs”) und Cannabis (“Canabis-Öl heilt Dreijährigen von Krebs, nachdem ihm Ärzte 48 Stunden zu Leben gaben”).

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Die Verfasser führen ihre Leser bewusst in die Irre, indem sie Fakten mit Falschem vermischen, Informationen verschweigen und falsche Schlüsse ziehen [...]

Wahr ist, dass all die vermeintlichen Wunderstoffe im Labor schon Krebszellen getötet haben. “Das mag sich nach einem Durchbruch anhören”, sagt Jutta Hübner, Professorin für Integrative Onkologie. “Tatsächlich aber bekommt man das theoretisch mit fast allem hin. Das ist eine Frage der Dosis.”

Was eine Substanz wirklich leistet und ob sie für Menschen geeignet ist, zeige sich erst in weiteren Untersuchungen. Der Wirkstoff aus der Beere wird nun immerhin in einer frühen klinischen Phase an Menschen getestet – trotzdem ist auch hier der Ausgang ungewiss.

“Solche Artikel spielen mit der Hoffnung von schwer kranken Menschen”, sagt Bernd Kerschner, Redaktionsleiter von medizin-transparent.at, einem Projekt von Cochrane Österreich. Zusammen mit seinen Kollegen hat er schon viele Fake News und Halbwahrheiten entzaubert.

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So gibt es bislang weder überzeugende Daten dafür, dass Cannabis gegen Krebs hilft, noch grüner Tee, Kurkuma, Bienengift, die Frucht des Tropenbaums Graviola oder Ingwer. Die Forscher finden auch keinen Grund anzunehmen, dass Petroleum Krebspatienten helfen könnte oder Fieber.”

Um angebliche Wundermittel gegen Krebs und krebshemmende Diäten geht es auch bei Wissenschaft & Blödsinn, Zeit-Online und Skeptical Raptor.

Und noch einmal der Hinweis: Im Anschluss an unserer “Skeptical” am 29. April in Berlin werden die beiden Journalisten Claudia Ruby und Hristio Boytchev mit dem Carl-Sagan-Preis der GWUP ausgezeichnet, und zwar für ihre Doku “Krebs – Das Geschäft mit der Angst. Gefährliche Folgen alternativer Behandlung”.

Zum Weiterlesen:

  • Wie falsche Gesundheitsinfos auf Facebook und Co gestreut werden, Stern-Online am 10. April 2017
  • Kann Essen mich heilen? Zeit-Online am 7. April 2017
  • Das ganze Leben ist krebserregend, futurezone am 4. April 2017
  • Cancer and random mutations – your blueberry kale shake won’t help, Skeptical Raptor am 6. April 2017
  • Die Ursache von Krebs ist vor allem – Pech, Süddeutsche am 24. März 2017
  • Wie stark hängt Krebs vom Zufall ab? Spiegel-Online am 24. März 2017
  • Krebs-Scharlatane: Wenn Patienten den Tumor ärgern, GWUP-Blog am 8. Juli 2014
  • Zehn Gründe, warum es keine “Krebs-Verschwörung” gibt, GWUP-Blog am 8. Juli 2015
  • Alternative Krebsbehandlung: Carl-Sagan-Preis 2017 der GWUP für Undercover-Doku/-Artikel, GWUP-Blog am 14. März 2017

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