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Staatsmedien, Trolle, Influencer: So läuft Putins Info-Krieg

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Alles frei erfunden:

Die Dame, die in einem TikTok-Video erklärte, dass Ukrainer einen 16-Jährigen Flüchtlingshelfer erschlagen hätten, weil er Russisch sprach, hat ihre Behauptung zurückgenommen und sich für die Fake News entschuldigt.

T-Online zufolge sagt Natalie B. in einem neuen Video,

… sie sei reingelegt worden und einem Mann „aufgesessen, der die Ukrainer einfach hasst und mit dieser Story alles noch verschlimmern wollte“. Durch die Nachricht sei es ihr so schlecht gegangen, dass sie sich nicht weiter informiert habe.

Auch die zuständige Polizeibehörde twitterte schon am Sonntag, dass „keinerlei Informationen über einen solchen gewalttätigen Übergriff oder gar über einen Todesfall“ vorlägen.

Interessant bleibt indes, wo und wie sich das (mittlerweile gelöschte) Handyvideo rasend schnell verbreitete.

T-Online-Redakteur Lars Wienand konnte bereits am Sonntagnachmittag eine Gruppe namens „Donbass heute“

… sowie die russische RIA-FAN-Nachrichtenagentur als Multiplikatoren identifizieren.

Dort findet sich der angebliche „Vorfall“ auch heute noch:

Laut Frankfurter Rundschau gehört das Online-Portal RIA-FAN dem kremlnahen Großunternehmer Jewgeni Prigoschin, der als Sponsor der Söldnergruppe „Wagner“ bekannt wurde. Auch die unabhängige Moscow Times berichtete 2017, dass die Seite zum Medienkonglomerat der St. Petersburger Troll-Fabrik „Internet Research Agency“ (IRA) um Prigoschin zählt:

Jeden Tag bringen sie Dutzende von Artikeln hervor, die Putin preisen, die Ukraine als gescheiterten Nazi-Staat darstellen und die schändlichen Machenschaften der Vereinigten Staaten aufdecken,

schrieb die Moscow Times vor fünf Jahren.

Reporter der Welt machten zudem einen russischen Telegram-Kanal namens „Lasst den Kraken frei“ als Spreader der Euskirchen-Fake-News ausfindig:

Wer hinter dem Telegram-Kanal „Lasst den Kraken frei“ steckt, lässt sich nicht zweifellos bestimmen. Das Cyber Policy Center der Stanford University hat den Kanal im Jahre 2020 mit Verweis auf einen Bericht der russischen Nachrichtenseite Znak.com in Verbindung mit zwei wahren Größen des russischen Propagandaapparats gebracht.

Ebenfalls zeitnah mit dabei (nach Welt-Angaben „am Sonntagnachmittag gegen 16:55 Uhr, wenige Stunden nach dem Post des „Kraken“-Kanals) war auch der deutschsprachige Telegram-Kanal „Neues aus Russland“ der bekannten Pro-Putin-Aktivistin Alina Lipp, die unverhohlen Propaganda betreibt

… und die sich derzeit unter anderem an Arnold Schwarzenegger und seinem Video an das russische Volk abarbeitet (mehr als die Nazi-Vergangenheit seines Vaters fällt ihr allerdings nicht dazu ein):

Einen Artikel über „Putins deutsche Infokriegerin“ hatte Lars Wienand schon vergangene Woche publiziert. Darin heißt es:

Am 15. Februar, wenige Tage vor Beginn der Invasion, ist sie [Alina Lipp] im Kreis von Menschen, die Spezialisten darin sind, Misstrauen an westlichen Darstellungen zu säen. Sie ist dafür nach Moskau gereist zur Konferenz „Geopolitischer Krieg des Westens gegen Russland: Fall Ukraine“.

Ein Strategiepapier des russischen Verteidigungsministeriums zur militärischen Bedeutung eines „Informationskrieges“ ist schon seit 2011 online (eine Übersetzung ins Englische vom NATO Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence findet sich hier).

Argwohn, Misstrauen und Verunsicherung sollen geschürt werden, Fakten sollen nicht mehr vorkommen, sollen übermalt werden von den vielen Deutungen, von Wut und Empörung,

erklärt die ehemalige Deutsche Welle-Chefredakteurin Ute Schaeffler das Ziel der russischen Desinformation.

Und das sind aktuell die Methoden:

Russische Staatsmedien

Vor einem Jahr veröffentlichte die Taskforce Desinformation des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EUvsDisinfo) einen Bericht, demzufolge Deutschland wie kein anderes EU-Land von russischer Desinformation betroffen sei.

Seit dem Start Ende 2015 hat die Taskforce über 700 Fälle gesammelt, die sich gegen Deutschland richten. Im Vergleich dazu wurden zum Beispiel gegen Frankreich etwa 300 Fälle, gegen Italien 170 und Spanien 40 Fälle registriert.

Die Desinformation gegen Deutschland ist Teil einer systematischen Kampagne, die ihren Ursprung sowohl auf politischer Ebene als auch bei regierungsnahen Medien hat. Die Kampagne soll dem Bericht zufolge „Unsicherheit schaffen und Zwietracht säen“.

Die „EUvsDisinfo“-Datenbank zu Desinformationskampagnen findet sich hier.

Anfang dieses Monats charakterisierte „EUvsDisinfo“ das Auslandsfernsehprogramm RT sowie das staatliche Nachrichtenportal Sputnik (beide gehören zur russischen Staatsagentur RIA Novostials) als „die Manipulationskanäle des Kreml“:

RT und Sputnik mögen wie internationale Sender aussehen oder klingen, sind es aber nicht. Sie verfolgen ein übergeordnetes Ziel: die Kreml-Politik im Ausland durch Propaganda und Manipulation salonfähig zu machen und zu unterstützen.

RT und Sputnik zielen ebenso wie ihre Social-Media-Ableger darauf ab, zu spalten und zu polarisieren, das Demokratieverständnis zu untergraben, Fakten zu Völkerrechtsverstößen des Kremls zu verschleiern und Putins Krieg zu unterstützen.

Seit dem 2. März dürfen die Inhalte von RT und Sputnik in der EU nicht mehr verbreitet werden. In Deutschland war wegen einer fehlenden Rundfunklizenz bereits im Februar ein Sendeverbot für RT DE verhängt worden.

Kabelanbieter und die Betreiber von Satellitennetzwerken haben laut Tagesspiegel damit begonnen, das Sendeverbot umzusetzen. Auf die internationale Dotcom-Adresse des Kreml-Kanals inklusive des deutschsprachigen Angebots kann ebenfalls nicht mehr zugegriffen werden. Die Webseite von RT DE taucht zumindest hin und wieder, über alternative URLs und Accounts, im Netz auf. Dort werden auch „Alternativen und Möglichkeiten“ gepostet, „uns zu erreichen“.

Eine CeMAS-Analyse während der ersten Woche des Ukraine-Kriegs zeigte, dass RT DE vor allem für das deutsche verschwörungsideologische Milieu auf Telegram eine herausragende Rolle spielte. Mittlerweile ist auch der Telegram-Kanal von RT DE gesperrt worden:

Das verschwörungsideologische Milieu ist ein Multiplikator für die russische Staatpropaganda in Deutschland. Auch mit Sperrung der Webseiten und Kanäle werden Nachrichten von RT und Co. über dieses Milieu weiterverbreitet.

Inhaltlich verbreitete RT DE immer wieder Desinformation zum Angriffskrieg, die der Propaganda des Kremls entspricht […] Auffällig dabei: 70 Prozent der Top-10-Kanäle, die am meisten Links zu RT DE teilten, können dem verschwörungsideologischen QAnon-Submilieu zugeordnet werden.

Am 9. März verlautbarte der „Sonderausschuss des EU-Parlaments zu Einflussnahme aus dem Ausland auf alle demokratischen Prozesse in der Europäischen Union“, dass

… vielen nicht bewusst ist, wie stark sich ausländische Mächte einmischen und Informationen manipulieren – vor allem Russland und China […] Das Parlament fordert von der EU eine gemeinsame Strategie gegen ausländische Einmischung und Desinformationskampagnen.

Offizielle Regierungs-Accounts

Die meisten Social-Media-Plattformen haben den russischen Staatssender RT mittlerweile verbannt. Russland sieht darin einen „Anschlag auf die Freiheit des Wortes“ – und setzt seine Kampagnen auf denkbar einfachste Weise fort.

Und zwar mit Hilfe russischer Botschaften, Missionen und Kommissionen, die als Regierungs-Accounts eine Sonderrolle bei Twitter einnnehmen.

So findet man zum Beispiel bei der Botschaft der Russischen Föderation in Deutschland:

Und beim russischen Außenministerium:

Das Recherche-Netzwerk The Conversation hat die Twitter-Aktivitäten von 75 offiziellen russischen Regierungs-Accounts verfolgt und dabei festgestellt, dass dort „disinformation narratives“ gestreut werden („delegitimising Ukraine as a sovereign state, sowing doubt and mistruths about the Ukraine government and neo-Nazi infiltration“).

Die Regierungsaccounts verbreiten offenbar Falschinformationen. Die Anstrengungen sind damit zumindest als staatliche Desinformationskampagne einzuordnen,

kommentiert netzpolitik.org.

Trolle, Bots und Influencer

Aha:

Oder:

Das sieht zumindest stark nach Troll-Alarm aus.

Unzweifelhaft ist jedenfalls, dass die russische Troll-Fabrik „Agentur für Internet-Recherche“ (Internet Research Agency, IRA) in Sankt Petersburg, über die 2015 die New York Times und die Aussteigerin Ludmila Sawtschuk berichteten, nach wie vor existiert – mittlerweile in neuen Räumlichkeiten und noch größer, mit noch mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern,

von denen jeder am Tag zwischen 50 und 100 Kommentare produziert, die dann unter falschen Identitäten in verschiedenen Sprachen und Zeitzonen die Online-Foren und Kommentarspalten überschwemmen.

Zu spüren bekamen das letzten Monat zum Beispiel die Frankfurter Runschau und die Funke Mediengruppe:

Wo immer „Ukraine“ erwähnt wird, wiederholen meist männliche Kommentatoren, dass die Ukraine „eigenes Territorium“ Russlands sei, die Nato bei der Osterweiterung „gelogen“ habe und es zu „Folterungen“ und „Menschenrechtsverletzungen“ in der Ostukraine komme.“ Die Texte wirkten dabei oft hölzern, manche wie schlechte Übersetzungen,

schreibt der FR-Chefredakteur Thomas Kaspar. Diese Kommentare werden laut Kaspar zumeist von neu registrierten Accounts verfasst, die pro Tag 50 bis 100 Beiträge veröffentlichen.

Die finnische Reporterin Jessikka Aro, deren Buch „Putin’s Trolls: On the Frontlines of Russia’s Information War Against the World“ im Juni erscheint, beklagt, es werde „zu viel geredet und zu wenig gehandelt“. Plattformen wie Facebook, Twitter und Instagram seien noch immer „die Wegbereiter und Gehilfen von Putins Informationskrieg“.

Und natürlich VK. Und natürlich Telegram mit Akteuren wie Alina Lipp,

… über die die FAZ schreibt, sie berichte aus der „Volksrepublik“ Donezk

… mit einer Einseitigkeit, wie sie sich Wladimir Putin nur wünschen kann. Sie ist zu Gast im russischen Fernsehen, verherrlicht Angriffe der russischen Armee auf die Ukraine und findet Opfer des Kriegs allein durch – angeblich – ukrainischen Beschuss.

Sogar auf der Videoplattform TikTok sind bezahlte russische Influencer unterwegs, hat Vice recherchiert.

These campaigns were launched at the beginning of the invasion and have involved a number of the highest-profile influencers on TikTok, some of whom have over a million followers.

Falsche Fakten-Checks

Über die neueste Perfidität der russischen Propaganda berichten ZAPP und der Faktenfinder von tagesschau.de:

falsche Fakten-Checks, die auf Seiten wie „War on Fakes“ verbreitet werden, und russische Propaganda unter „falscher Flagge“, das heißt: als ukrainische Blogger getarnte Trolle.

Verständlich, dass der Vorsitzende des „Sonderausschuss zu Einflussnahme aus dem Ausland auf alle demokratischen Prozesse in der Europäischen Union“, Raphaël Glucksmann, ernsthaft angefressen ist:

Zwanzig Jahre lang haben die europäischen Eliten, im Glauben an den Mythos vom „Ende der Geschichte“ und in der Überzeugung, dass sie keine Feinde mehr haben, eine rätselhafte Naivität und eine alles andere als unschuldige Leichtfertigkeit an den Tag gelegt.

Dieser Ausschuss, der eingerichtet wurde, um diese Trägheit zu beenden, hat sich dafür eingesetzt, Europa wachzurütteln, damit unsere Demokratien lernen, sich zu verteidigen.

Auch in einem „Info-Krieg“, in dem „Menschen zu Zombies gemacht werden“, wie die russische Journalistin Schanna Agalakowa gestern bei einem Auftritt in Paris bei der Organisation Reporter ohne Grenzen sagte.

Grundsätzlich hat „Desinformation viele Gesichter“ und Vorsicht ist immer geboten, merkt tagesschau.de an:

Es sind nicht nur prorussische Profile und Kanäle, die versuchen, den Verlauf des Krieges durch Propaganda und psychologische Operationen zu beeinflussen. Auch viele ukrainische Accounts verbreiten angebliche Heldengeschichten und unbelegte Meldungen über erfolgreiche Gegenoffensiven, um die Moral und Widerstandskraft in der Bevölkerung zu stärken.

Der Journalist Constantin Eckner weist im Liberal-Magazin (2/2022) darauf hin, dass „die Heldentaten der einheimischen [ukrainischen] Bevölkerung rund um die Uhr in die Welt gesendet“ werden.

Allerdings

… hat Russland seinen gesamten Angriffskrieg mit unbelegten Behauptungen und Lügen begründet, so wie der Kreml bereits seit Jahren auf gezielte Desinformation als Strategie setzt, um Putins imperialistische Politik durchzusetzen – mit allen Mitteln.

Zum Weiterlesen:

  • Alina Lipp: Der größte deutsche Pro-Putin-Propaganda-Kanal auf Telegram, volksverpetzer am 24. März 2022
  • Die Armee der Trolle, tagesschau.de am 23. März 2022
  • Mord an Russe erfunden: Tiktok-Nutzerin entschuldigt sich für „Fake-Video“ – Polizei ermittelt, t-online am 21. März 2022
  • Russia’s Infamous „Troll Factory“ Is Now Posing as a Media Empire, The Moscow Times am 24. März 2017
  • Eine Falschnachricht aus Euskirchen und ihre Spur zu Putins Vertrautem, Welt+ am 22. März 2022
  • Spur führt nach Russland: Erfundener Mord – Polizei warnt vor Fakevideo, zdf.de am 21. März 2022
  • Putins deutsche Infokriegerin, t-online am 13. März 2022
  • Virale Desinformation, taz am 21. März 2022
  • EU-Bericht: Deutschland im Fokus russischer Desinformation, eiz-niedersachsen am 9. März 2021
  • Die Manipulationskanäle des Kreml: Sieben Dinge, die Sie über RT und Sputnik wissen sollten, EUvsDisinfo am 4. März 2022
  • RT Deutsch: Russisches Sendungsbewusstsein, Zeit-Online am 1. Oktober 2021
  • Telegram-Analyse zum Ukraine-Krieg: RT DE dominant im verschwörungsideologischen Milieu, CeMAS am 18. März 2022
  • Russlands Staatsmedien: Fake News seit Jahren, Belltower News am 10. März 2022
  • Russian government accounts are using a Twitter loophole to spread disinformation, The Conversation am 15. März 2022
  • Wie Russland die Desinformationsregeln von Twitter umgeht, netzpolitik am 18. März 2022
  • How Kremlin accounts manipulate Twitter, BBC am 19. März 2022
  • Russlands Informationskrieg: Am Anfang war die Lüge, SZ+ am 16. März 2022
  • Propaganda aus Russland: Putins Trolle, Süddeutsche am 13. Juni 2014
  • Eine Frau schlich sich in eine russische Troll-Fabrik ein – und glaubt nicht mehr, dass der Kampf gegen Fake News gewonnen werden kann, business insider am 13. März 2019
  • Russlands Desinformationspolitik: Die Arbeit eines russischen Trolls, Deutschlandfunk am 3. März 2016
  • Insiderin berichtet aus der Trollfabrik des Kreml, spiegel.de am 29. Mai 2015
  • The Agency, New York Times am 2. Juni 2015
  • Russland baut seine Trollfabrik aus, t-online am 11. Januar 2018
  • Wladimir Putins Trollfabrik: Das sind Russlands Hacker, kreiszeitung am 1. März 2022
  • Informationskrieg: Wie Frankfurter Rundschau und Funke Mediengruppe jetzt mit Cyberattacken umgehen, kress am 28. Februar 2022
  • Propaganda für den Krieg: Putins Plattformprediger, FAZ am 18. März 2022
  • Die Propagandaschlacht in den russischsprachigen sozialen Netzwerken, tagesspiegel am 3. März 2022
  • Russian TikTok Influencers Are Being Paid to Spread Kremlin Propaganda, vice am 11. März 2022
  • Gegen Geld sagen sie bei TikTok Propagandatexte von Putin auf, FAZ am 15. März 2022
  • Traut euren Augen nicht! Im Krieg der Bilder ist praktisch alles möglich, rnd am 16. März 2022
  • Die Invasion der Ukraine und die sozialen Medien: Krieg der Influencer, SPON am 23. März 2022
  • Putins Waffen im Infokrieg mit dem Westen, Wiener Zeitung am 29. Mai 2021
  • Russische Star-Journalistin rechnet mit Putin-Propaganda ab – und warnt den Westen, kress.de am 23. März 2022
  • Peter Pomerantsev: Das ist keine Propaganda. DVA 2020, 304 Seiten, 22 €
  • Ute Schaeffler: Fake statt Fakt. Wie Populisten, Bots und Trolle unsere Demokratie angreifen. dtv 2018, 416 Seiten, 16,90 €

49 Kommentare

  1. „Lustig“ war auch, daß RT in Deutschland gegen die Corona-Impfung propagierte, aber in Russland Werbung dafür machte.

    https://www.tagesschau.de/faktenfinder/russland-staatssender-impfungen-101.html

  2. Eine Frage: Ist es zurzeit möglich, externe Programme zB von Exilrussen gemachte Sendeformate über Satellit nach Russland auszustrahlen.

    Vielleicht wäre das ein Weg dem Kreml-Infokrieg etwas entgegenzusetzen und der russischen Bevölkerung eine echte Alternative anzubieten.

    Gruß
    Felix

  3. Da muss man Elon(Starlink) und Putin(Agentur für Inet) fragen, ich denke das ist viel zu komplex…
    Überleg mal wieviel da zusammenspielen würde.

    Denke da ist es technisch für die meisten einfacher das üers Internet zu kriegen mit z.b. einem VPN…
    Ich denke mit Radio wäre es einfacher, aber die Sendemasten von Radioe Free Europe sind weg….
    Die wurden schon abgebaut als ich klein war und der kalte Krieg vorbei….

  4. Ich meinte eigentlich ganz einfaches Sat- Fernsehen – das müsste doch empfangbar sein und auch nicht so leicht zu kontrollieren.
    Felix

  5. @Ralf voll geimpft (mit Booster)

    Aber Sputnik V ist doch einfach genial. Da muss man es entsprechend bewerben.

    – Die Studienergebnisse sind so viel besser als die von BioNTech etc.

    – Zur Phase III-Studie wurde die russische Bevölkerung verpflichtet und sich nicht nur auf unzuverlässige Freiwillige wie im Westen verlassen.

    – Der große Zar Putin hat sich damit impfen lassen. Seitdem benötigt er keinen Schutzanzug mehr sondern nur noch 6 m Tisch.

    – Die russische Pharmaindustrie produziert so „viel“ von dem Stoff, dass sie nur noch Jahre benötigt, um die eigene Bevölkerung durch zu impfen bzw. ihre Vertragsverpflichtungen gegenüber ausländischen Kunden zu erfüllen.

    – Sputnik V enthält immer noch vermehrungsfähige Adenoviren. Wenn die überleben, dann auch der Impfling. Das ist ein Riesenvorteil gegenüber mRNA-impfstoffen, bei denen die Impflinge seit dem Herbst 2021 in Massen versterben.

    *Ironie off*

  6. @Do
    Angesichts der neuesten politischen Entwicklungen sollte man vom Ersten Kalten Krieg (1945 Kapitulation Deutschlands, beginnende Unstimmigkeiten – 1991 Auflösung der Sowjetunion) reden.

    Wir sind heute im Zweiten Kalten Krieg (Ende 2021 mit dem russischen Truppenaufmarsch bei der Ukraine und dem Angriffskrieg auf die Ukraine ab ende Februar 2022 – Jahr XXXX), auch wenn das bei vielen noch nicht angekommen ist.

    Beim Technologischen haben Sie aber vollkommen recht.

  7. „Russlands Macht über das deutschsprachige Verschwörungsmilieu“:

    https://www.derstandard.at/story/2000134291184/russlands-macht-ueber-das-deutschsprachige-verschwoerungsmilieu

    „Russische Propaganda – Die neue Lisa heißt Daniel“:

    https://www.belltower.news/russische-propaganda-die-neue-lisa-heisst-daniel-129365/

  8. Zitat: „Grundsätzlich gilt das beiderseitig, merkt tagesschau.de an:“

    Das ist die Äquidistanz der deutschen Qualitätsmedien. Da kommt der Diktator und Kriegsverbrecher Putin genausogut weg, wie der demokratische Präsident der Ukraine Wolodymyr Selenskyj.

  9. @Peter:

    genausogut weg

    Das kann ich zumindest dieser Passage nicht entnehmen. Aber Sie haben Recht, dass die (meine überleitende) Formulierung „Grundsätzlich gilt das beiderseitig“ der Sache nicht gerecht wird. Ich ändere es.

  10. Alina Lipp: Der größte deutsche Pro-Putin-Propaganda-Kanal auf Telegram

    https://www.volksverpetzer.de/analyse/alina-lipp/

  11. Gestern auch bei Zapp: „Putins Krieg: Fake News als Waffe“:

    https://www.youtube.com/watch?v=Rh2i2QK6QD8

  12. @Michael Stängel, ich behaupte, es ist ein heißer Krieg, und zwar nicht nur weil er gerade tobt, sondern auch weil es um einen Energie Krieg geht.
    Und meine Zusatz-„Theorie“:
    Russlands Internetagentur war für mich immer seltsam, weil die kostet ja eine Menge Geld, das muss ich ja irgendwo rein holen… und mit EU destabilisieren geht das schonmal nicht… –> aber das haben die anders perfekt geschafft:
    Nämlich mit Energie und Rohstoffexporten in ganz großem Stil, immer etwas unter dem Radar….
    Tathergang:
    – Russland – Baut eine Agentur für Internet auf
    → diese verbreitet in großem Stil Desinformationen über Energiewende →
    Warum dürfte jetzt gerade jedem klar sein, damit die Energie Exporte schön weiter laufen und sie sich dumm und dämlich verdienen…

    – Russland – finanziert AFD – AFD hetzt wie der Teufel gegen die Energiewende (mit falsch und Desinformation) – warum → Russland verdient sich unbemerkt s.o…

    – Öl Industrie bzw. Verlierer Industrien… → https://www.itcv-software.com/lobbyismus-mineraloelwirtschaft-automobilindustrie/
    Ist wirklich traurig, aber am Ende geht es einfach nur um Geld und Energie und Rohstoffe und dafür müssen jetzt wieder Menschen sterben… (wie schon in den anderen Energie Kriegen Golf/Irak auch)
    Verdammter P…lof! Verdammte Autokraten! Überhaupt, verdammte Menschen die nie genug kriegen können!

    @Felix, ich red nicht von dem Sat Fernsehen selbst, ich meine eher, wieviel Zahnräder da vorab reingreifen müssten, das ein Fernsehsender, der weltweit über Sat ausgestrahlt wird, bei der Grundidee mitspielt, ich find die Idee sehr gut, ich meine nur es ist super aufwändig zu realisieren, weil wenn sollte man dazu ansprechen… wer sollte sich dafür bereit erklären, der oder die Sender hätten ja evtl. auch Ärger zu befürchten, und auch Sendezeit kostet Geld und muss bezahlt werden….
    (Mein Vater hatte mal so einen kleinen privaten lokal TV Fernsehsender…. das war schon heftig was da reinkommen musste um überhaupt die Grundkosten zu decken, Leitungen, Equipment etc…)
    Tolle Idee, aber schwer um zu setzen.. Bürokratisch/organisatorisch…

  13. Wovor es mir jetzt schon graut, sind „Deep Fakes“, die mithilfe von KI Menschen andere Wörter in den Mund legen können, oder sogar ganze Auftritte faken können.
    Langsam bin ich für einen Reboot des Internets… abschalten und neu starten… und alles besser machen ;-)

  14. @Dr Schwurbel
    daß das ganze wahrscheinlich zu spät kommt dämmert mir auch langsam. Daß es Geld kostet ebenso – allerdings wie viel kostet der Krieg?
    Vielleicht sollten wir für die Zukunft in dem Bereich mehr machen zB Exilfernsehen für Afganistan, Iran usw….
    Felix

  15. „Seit Kriegsbeginn wird von Angriffen auf russischsprachige Menschen in Deutschland berichtet. Aber darunter mischen sich Falschmeldungen.“

    https://taz.de/Rassismus-als-Propagandawerkzeug/!5841135/

  16. Russland und die AfD. Einflussreich gegen Europa

    Die Kontakte von AfD-Politikern zu einem kremltreuen Oligarchen sind noch enger als bekannt. Dokumente, die WDR, NDR und SZ vorliegen, zeigen zudem eine enge Verzahnung der europäische Rechten mit der Propagandamaschine des Oligarchen.

    https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/russland-afd-oligarch-101.html

  17. Russlands geheime Strategie:

    Das russische Regime setzt systematisch ein Netzwerk aus Hackern, Trollen und Influencern ein, um den Westen anzugreifen.

    https://youtu.be/pQ0s5FLifAU

    deswegen denke hier so einige leer in so mancher Hinsicht.

  18. Die Demobilisierungs-Strategien von Putin: Das will die Troll-Armee

    https://www.volksverpetzer.de/kommentar/demobilisierungs-strategien/

  19. Stellt sich die Frage, ob man die russische Botschaft in Deutschland nicht besser schließen und die Leute ausweisen sollte:

    All das bestätigt unwiderlegbar, dass es sich bei den Foto- und Videoaufnahmen aus Butscha um eine weitere Inszenierung des Kiewer Regimes für westliche Medien handelt, so wie es auch mit der Geburtsklinik in #Mariupol und in anderen Städten der Fall war.

    https://twitter.com/RusBotschaft/status/1510656409356181508

  20. @Bernd Harder

    Die Lügengeschichte wurde vielfach widerlegt, und trotzdem versuchen es die offiziellen russischen Organe immer wieder.

    https://www.spiegel.de/ausland/krieg-in-der-ukraine-der-kampf-um-die-wahrheit-von-butscha-a-67ecaaca-5bb0-44b8-be00-3a89e7ffd29fhttps://www.volksverpetzer.de/ukraine/bucha-leichen/

    Denn bei einigen Zeitgenossen bleibt genug haften, wie man bei einem Blick in die Kommentarspalten der Medien oder bekannter Blogs erkennt. Diese Trolle verteidigen weiterhin mit aller Macht das „unschuldige“ Russland oder ihren Helden Putin bzw. dessen System.

    https://scienceblogs.de/mathlog/2022/04/03/shafarewitsch-bei-tichys-einblick/#comment-269744

  21. Ich denke auch, die russische Botschaft kann man getrost schließen.

    Im Verhältnis zu Russland gibt es nichts mehr, worauf man aufbauen könnte, und das wird wohl auf Jahre hinaus so bleiben.

    Russland verhält sich nicht anders als das Deutschen Reich unter Hitler.

  22. @ RPGNo1
    „Die Lügengeschichte wurde vielfach widerlegt, und trotzdem versuchen es die offiziellen russischen Organe immer wieder.“

    Eine typische Eigenschaft von Verbrechern, die in der Regel all ihre Taten bestreiten und – wenn es die Situation bietet – Opfer zu Tätern machen wollen!

  23. „Ich stelle ja bloß Fragen! Woher willst du wissen, dass die offizielle Version, die alle Medien bringen, wirklich richtig ist?“
    Das wirkt auf den ersten Blick erwachsen und reflektiert. Ist aber leider oft gefährlicher Unsinn. Von Corona bis zur Ukraine. Ein Thread.

    https://twitter.com/florianaigner/status/1510983893486346256

    https://www.mimikama.at/bloss-fragen/

  24. Der folgende Tweet ist ganz starker Tobak von Sergej Sumlenny, Leiter der Heinrich-Böll-Stiftung in Kiew von 2015-2021. Ich musste ob der Schlussfolgerungen mehrmals hart schlucken.

    – Russia planned to easy-take Kyiv within 3 days, following by capitulation of Ukraine;
    – Russian army units were followed by thousands of riot police;
    – Russian army purchased 45,000 body bags and brought mobile crematories;
    – I am sure they planned mass executions for Ukraine.

    https://twitter.com/sumlenny/status/1510168073831165956

  25. Die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadzor droht Wikipedia mit einer Geldstrafe von bis zu 4 Millionen Rubel (ca. 45.000 Euro), wenn sie Informationen über die russische Invasion in der Ukraine, die von der Darstellung des Kremls abweichen, nicht lösche.

    https://www.mimikama.at/wikipedia-zensur-russland/

  26. Als Vorbild scheint jetzt Nordkorea zu dienen.

  27. Das übliche Procedere: Nichts zugeben, alles abstreiten, sofort zum Gegenangriff übergehen:

    https://www.tagesschau.de/faktenfinder/butscha-russland-kriegsverbrechen-101.html

    Ehemalige Geheimagenten können vermutlich gar nicht anders, aber allmählich wird die Nummer langweilig.

  28. https://www.welt.de/politik/ausland/plus238001553/Ukraine-Krieg-Die-widerspruechliche-Strategie-russischer-Propaganda.html

    Schon jetzt kursieren in den russischen Medien mindestens zwei Propaganda-Deutungen: Die Morde gingen aufs Konto der Ukrainer. Oder aber: Es sei nur vorgetäuscht, die Toten seien Schauspieler.

    Wie man die russische Regierung kennt, dürfte die Zahl der Propaganda-Beiträge in den nächsten Wochen zunehmen. So jedenfalls ging Russland in den vergangenen Jahren stets vor, wenn es für spektakuläre Menschenrechtsverletzungen die Verantwortung trug.

    Das war die mediale Strategie des Kremls 2014 beim MH17-Abschuss über der Ukraine, beim Tiergarten-Mord in Berlin, bei der Vergiftung des Ex-Agenten Sergej Skripal in Großbritannien und beim Giftanschlag auf den Oppositionellen Alexej Nawalny in Russland.

    Für MH17 war mal ein ukrainisches Flugzeug verantwortlich, mal eine ukrainische Buk-Luftabwehrrakete, mal handelte es sich um eine komplette Inszenierung mit Leichen aus einem anderen Flugzeugabsturz.

    Für Russlands Propaganda ist jeder Unsinn gut genug, wenn er von der eigenen Verantwortung für Gräueltaten ablenkt. In einer Talkshow des Staatsfernsehens behauptete ein Moderator, Butscha sei bewusst zum Ort einer „westlichen Inszenierung“ auserkoren worden, weil der Name wie das englische „butcher“ also „Schlächter“ klinge. So hatte US-Präsident Joe Biden erst kürzlich den Kremlchef Wladimir Putin genannt.

    Umfragen zu den nun publik gewordenen Kriegsverbrechen gibt es nicht, aus Erhebungen staatlicher Institute zur „militärischen Sonderoperation“, wie der Krieg gegen die Ukraine in Russland genannt wird, geht hervor, dass die Mehrheit der Bevölkerung diese unterstützt. Meinungsumfragen sollten man in einer Diktatur unter Kriegszensur aber nicht zu große Bedeutung beimessen.

    Dennoch: Wer öffentlich „Buße und Wiedergeburt“ für Russland fordert, dürfte klar in der Minderheit sein. Landesweit werden Antikriegsaktionen mit Gewalt aufgelöst, jede öffentliche Äußerung gegen den Krieg kann schwere juristische Folgen haben. Die Webseiten aller wichtigen kritischen Medien sind blockiert.

    Den meisten Russen bleibt nur das Hintergrundrauschen der Propaganda. Jede Gruppe kann sich ihre „alternativen Fakten“ selbst aussuchen. Es ist für jeden etwas dabei: für den Putin-Hardliner, den patriotischen Zweifler, der lieber seiner Regierung vertraut als der Ukraine und dem Westen. Selbst Putin-Kritiker könnten für diese Propaganda empfänglich sein. Die wenigsten Russen dürften bereitwillig akzeptieren, dass die Armee ihres Landes für Kriegsverbrechen verantwortlich ist.

    Russland wäre allerdings nicht Russland, würde man nicht jede Verantwortung für bereits dokumentierte Kriegsverbrechen abstreiten, ohne gleichzeitig neue anzudrohen. In einem Autorenstück auf der Website der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Nowosti wird unverblümt die Vernichtung der ukrainischen Eliten und die „Denazifizierung“ der breiten Masse der Bevölkerung gefordert.

    Es solle kein Unterschied gemacht werden zwischen der ukrainischen Armee und Freiwilligen der sogenannten Territorialverteidigung. Das ukrainische Volk bestünde nun mal aus „passiven Nazisten“. Putins engster Mitstreiter, Ex-Präsident Dmitri Medwedjew, erklärt wie zuvor der Kreml-Chef die ukrainische Identität für ausgedacht, sie basiere auf Lügen. Im staatstreuen Sender „Zargrad“ erklärt ein Priester den Pazifismus für „gefährlicher als Krieg“.

    Mit solchen Beiträgen fährt Russlands Propaganda zweigleisig. Einerseits will der Kreml die Bevölkerung auf neue Enthüllungen russischer Kriegsverbrechen vorbereiten – um die Verantwortung dafür sofort zu leugnen. Andererseits verfolgt die zunehmende mediale Entmenschlichung von Ukrainern das Ziel, russische Kriegsverbrechen zu relativieren und für alternativlos zu erklären. Es ist eine widersprüchliche Strategie, die bei vielen Russen trotzdem aufgehen dürfte.

    Dazu auch:

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/mediale-gleichschaltung-in-russland-morden-fuer-putin-luegen-fuer-putin-a-29d60316-282b-4545-b4c6-642c32f92399

    Wie kann es sein, dass so viele Russen zu glauben scheinen, was der Kreml über den Krieg zusammenlügt? Die Antwort verrät der Blick auf mehr als 20 finstere Jahre russischer Geschichte.

  29. Schlimmste Aussichten (falls die Mutmaßungen so eintreffen werden):

    „Putin will die Ukraine langsam erdrücken“

    https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_91967644/russlands-kriegstaktik-so-will-putin-die-ukraine-langsam-erdruecken.html

  30. @Otto

    Ich stelle dem Artikel von T-Online eine optimistischere Einschätzung entgegen.

    Why Russia is losing this war?

    First I’ll discuss why Russia *is* losing. Then I’ll give my version of how it could happen. The key to understanding lies in the Soviet/Russian military doctrine. It gives context for current events and helps to predict further Russian actions

    https://threadreaderapp.com/thread/1511528319656755205.html

  31. Man liest halt jeden Tag was anderes.

    Jetzt soll ein Umsturz doch wieder wahrscheinlich sein:

    https://www.welt.de/politik/ausland/article238035657/Krieg-in-der-Ukraine-Spekulationen-ueber-Umsturzplaene-gegen-Putin.html

    Und die russische Armee gar nicht in der Lage, die Ukraine „aufzurollen“:

    https://www.welt.de/politik/ausland/plus238033865/Tod-Verwundung-Desertation-Jetzt-gehen-Russland-langsam-die-Soldaten-aus.html

    Laut Nato-Schätzungen aus der vergangenen Woche hat Russland bis zu 40.000 Soldaten durch Tod, Verwundung, Gefangennahme oder Desertation verloren. Und die, die übrig sind, lassen sich nicht so einfach zu neuen Kampfeinheiten zusammensetzen.

    Kurzum: Russland hat nach den heftigen Verlusten in den vergangenen Wochen ein Problem damit, genug Soldaten für eine große Offensive in der Ostukraine auf die Beine zu stellen. Zumindest, wenn Präsident Wladimir Putin keine Generalmobilmachung anordnet. Das würde jedoch die zentrale Propagandalüge der vergangenen Wochen entlarven, schließlich ist es inzwischen mit langen Haftstrafen belegt, wenn es russische Bürger oder Journalisten wagen, den russischen Krieg in der Ukraine einen Krieg zu nennen, und nicht eine „Spezialoperation“ als die der Kreml ihn verkauft.

    Eine Generalmobilmachung, die die Verlängerung der Wehrdienstzeit ermöglichen würde so wie die Aktivierung von Reservisten, käme dem Eingeständnis gleich, dass es sich in der Ukraine eben doch um einen echten Krieg handelt. Putin hat sich also selbst politisch in eine Ecke manövriert, die es ihm unmöglich macht, die Truppenstärke zu mobilisieren, die Russland laut Aussage westlicher Militärexperten eigentlich bräuchte, um weite Teile der Ostukraine einzunehmen.

  32. @ Bernd Harder

    Ach, ich bin mir ziemlich sicher, dass Putin, wenn nötig, einen „Grund“ (er)finden wird, warum ihm die Ukraine (z.B. durch vermeintliche Angriffe auf russisches Territorium) einen „echten Krieg“ aufzwingt, obwohl er das ja gar nicht wollte.

    Im Zurechtbiegen von Tatsachen und Indoktrinieren der eigenen Bevölkerung ist er leider sehr erfolgreich.

  33. Ich habe gelesen, dass ein sehr wichtiger Termin für Putin der Tag des Sieges (9. Mai) sein soll. Dieser Tag und die damit verbundene Parade wurde ja unter Putins Regierung mit allem Pomp und Protz wiederbelebt und in den letzten Jahren immer stärker propagandistisch überhöht.

    Man denke nur an die Präsentation des neuen „Superpanzers“ T-14 Armata (*), der bei der Parade 2015 vorgestellt wurde und die Aufregung, die die Präsentation unter westlichen Beobachtern hervor rief.

    Wenn bis zum 09.05 kein entscheidender Erfolg (was auch immer „entscheidend“ heißen soll) im Krieg sichtbar ist, könnte es unangenehm für Putin werden.

    (*) Von dem Teil existieren bisher nur ca. 20 Stück, die in der Armee immer noch getestet werden. Eine generelle Einführung ist immer wieder verschoben worden.

    Disclaimer: Ja, ich weiß, das ist sehr viel hätte, wäre, könnte.

  34. Nette Satire auf den russischen „Nationalstolz“:

    https://twitter.com/nikowall_/status/1511675577773834243

    Sorry, aber ich habe in den späten 1980ern, frühen 1990ern Politologie studiert, und schon damals war eigentlich wissenschaftlicher Konsens, dass Russland (damals „Sowjetunion“) in allen Bereichen ein Entwicklungsland ist, außer in der militärischen Rüstung.

  35. Hier werden neben der medialen Gleichschaltung nochmal die Sprengstoffanschläge auf Wohnhäuser in Russland 1999 thematisiert:

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/mediale-gleichschaltung-in-russland-morden-fuer-putin-luegen-fuer-putin-a-29d60316-282b-4545-b4c6-642c32f92399

    In Anlehnung an das Interview mit Andreas Erdmüller im aktuellen Skeptiker würde ich das als erkenntnistheoretisch respektable Verschwörungstheorie bezeichnen.

    Komisch, dass sie bislang so stiefmütterlich behandelt wird.

  36. @Martina:

    Zumindest der Ausweich-Link, den ich oben mal genannt hatte, ist nicht mehr erreichbar.

    Die Webseite aber nach wie vor, den Livestream – schätze ich – finde ich in weniger als fünf Minuten.

  37. „Auch in Familien führt der Ukraine-Krieg zu Streit. Ein Ukrainer zeigt, wie man mit Einfühlsamkeit antworten kann.“

    https://www.profil.at/gesellschaft/brodnig-papa-glaub-mir/401964527

  38. „Wie Putin uns manipuliert –Tyrannei erklärt | Gert Scobel“:

    https://www.youtube.com/watch?v=7P0rZthdHrM

  39. „Timothy Snyder erklärt die russische Propaganda in 10 Minuten“:

    https://www.youtube.com/watch?v=a6RgARKEU8k

  40. „Der digitale Kampf um die Ukraine: Eine neue Ära von Zensur und Informationskriegern“:

    https://1e9.community/t/der-digitale-kampf-um-die-ukraine-eine-neue-aera-von-zensur-und-informationskriegern/17056

  41. Hybride-Kriegsführung nennt man das wohl.

    Aber auch etwas kontraproduktiv sind die „Phantasien“ eines Anonymous-Kollektivs, die am Anfang durch DDoS-Angriffe einige russische Websites lahmgelegt hatten, aber das geht halt auch nicht für lange Zeit und ist eigentlich nur, wie eine lästige Fliege für den Kreml.

    Manches ist gut gemeint, aber auch eine „Wichtigtuerei“ einiger (meist jugendlicher) Hacker.

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