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Die DNA der Anthroposophie: „Wissenschaftsfeindlich und verschwörungsgläubig“

| 3 Kommentare

MedWatch hat den AnthroBlogger Oliver Rautenberg interviewt:

Ein Auszug:

MedWatch: Sie berichten gerade viel über Anthroposophen, die sich kritisch zu Corona-Schutzmaßnahmen äußern. Ist das typisch, auch dass sie bei Querdenker-Demonstrationen mitrennen?

Rautenberg: Es ist absolut naheliegend. Die Querdenker-Szene hat ja ganz viele verschiedene Gruppierungen. Darunter die wirklich besorgten Menschen, die einfach unsicher sind aufgrund der Schwierigkeiten, die wegen der Pandemie auf sie zukommen. Es sind aber auch Verschwörungsideologen dabei, die grundsätzlich Verschwörungen anhängen. Es sind Esoteriker dabei. Und natürlich auch Rechtsextreme.

Ich glaube, dass sie alle so eine ideologische Klammer eint: Sie sind alle im Kern wissenschaftsfeindlich und verschwörungsgläubig. Und das ist ein Kernelement der Anthroposophie, die für mich selber ein Verschwörungsmythos ist.

Die Anthroposophie ist so eng verwoben mit Alternativmedizin, mit Impf-Skepsis, mit einem Glauben an den Zusammenhang von allem mit allem, einer Weltordnung, hinter die man schauen kann, wenn man weiß, wer da die Strippen zieht. Das sind alles Punkte aus der DNA der Anthroposophie. Und genau die Punkte treffen wir jetzt auch wieder bei den Querdenker-Demos.

Deswegen ist es naheliegend, dass ein antiwissenschaftlicher oder verschwörungsnaher Glaube auch dazu führt, dass man sich gegen die Corona-Maßnahmen positioniert.

MedWatch: Mit derartigen Aussagen machen Sie sich nicht nur Freunde.

Rautenberg: Nein, absolut nicht. Ich polarisiere vielleicht auch mehr, als andere das machen würden. Es gibt durchaus Leute, die schreiben, sie würden mich gerne irgendwo am Baum hängen sehen. Manche glauben, ich wäre von einem Dämon geschickt, um ihren Glauben zu testen, oder sie vermuten, ich würde von irgendeiner Lobby bezahlt, um Esoterik schlecht zu machen.

Wenn jemand fragt, warum ich die Anthroposophie „so sehr hasse“, antworte ich mit Douglas Adams: „Nur weil ein Garten schön ist, muss man nicht daran glauben, dass Feen darin hausen.“ Ich hasse auch Feen nicht.

Zum Weiterlesen:

  • Interview mit Oliver Rautenberg „Die Anthroposophie ist ein Verschwörungsmythos“, medwatch am 30. November 2020
  • Corona-Schutz eingefordert: Waldorfschule Müllheim setzt Schüler unter Druck, anthroposophie-blog am 24. November 2020
  • Maskengegner erforschen Masken-Gefahren, anthroposophie-blog am 23. November 2020
  • „Von Demeter bis Waldorfschule: Eine kritische Betrachtung der Anthroposophie“ jetzt online, GWUP-Blog am 28. November 2020
  • Streeck-Studie: Die ungezählten Todesfälle aus Gangelt, medwatch am 26. November 2020
  • Das große Masken-FAQ, medwatch am 13. November 2020
  • Esoteriker an der Querfront: Gegen Staat, Presse und Wissenschaft, anthroposophie-blog am 18. Juni 2020

3 Kommentare

  1. Soweit ich weiß, stammt das Beispiel mit den Feen im Garten nicht von Douglas Adams, sondern von Richard Dawkins.

  2. @Thomas Köller

    Ne, das Zitat ist tatsächlich von Douglas Adams.

    https://beruhmte-zitate.de/autoren/douglas-adams/?q=1440953&page=2

    Dawkins und Adams waren aber gut befreundet, wie Dawkins des Öfteren in Interviews und seinen Büchern betont hat. Das besagte Adams-Zitat könnte aus „Der Gotteswahn“ sein.

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