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Video: „Homöopathie – Sanfte Medizin oder Hokuspokus?“

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Jetzt schon in der Mediathek:

Homöopathie – Sanfte Medizin oder Hokuspokus?

Gesendet wird der Beitrag heute (Samstag, 15. Februar) um 21.50 Uhr bei ARTE.

Immerhin werden darin Boiron und die Deutsche Homöopathie Union als das benannt, was sie sind: „Pharma-Hersteller“.

Insgesamt ist die Doku mehr oder weniger „ausgewogen“, mit den üblichen Falschbehauptungen der Homöopathen, aber zwischendrin durchaus klaren Worten:

Es wirkt nicht!

Zum Weiterlesen:

  • Wie die Homöopathie nach Indien kam, Onkel Michael am 13. Februar 2020
  • „Was wirklich wirkt“: Interview mit Natalie Grams, GWUP-News am 13. Februar 2020
  • Darf’s a bisserl mehr sein? Die bayerische Homöopathiestudie wird teurer, Gesundheits-Check am 14. Februar 2020
  • Münchner Landtag: Kritik an Kosten für Homöopathie-Studie, idowa am 14. Februar 2020

15 Kommentare

  1. Natürlich kommt es immer auf die Augen an, mit denen man den Beitrag sieht – aber ich bewerte ihn recht positiv.

    Die kritische Tendenz von Redaktion und Moderationstext ist nicht zu überhören. Vor allem aber – um noch einmal auf den „richtigen Blick“ darauf zurückzukommen – erhalten die Vertreter der Homöopathie ausreichend Gelegenheit, sich zu demontieren, wenn nicht zu blamieren.

    Wie so manches andere Mal wird die Grenze zur Sitcom beinahe überschritten, so, wenn der Eigentümer von Gudjons seinen Zaubertrick vorführt und dabei „erklärt“.

    Insgesamt wird der in der Homöopathiekritik Bewanderte die Beiträge von Kölsch, Behnke, Frei und Co. als Live-Demonstrationen vieler Hauptkritikpunkte empfinden – zu Recht. Und der Raum, den die Kritik – auch im Detail – hier bekommt, ist schon beachtlich. Auch die Gegenüberstellung der Positionen durch einen guten Schnitt war bemerkenswert.

    Schon eindrucksvoll, wie das Lamentieren des französischen Chefs der homöopathischen Ärzte durch das coole Statement des Herrn von der Haute Autorité Santé gekontert wurde.

    Fazit: Immer noch „ausgewogen“, aber doch keine „false balance“. Ein Beitrag, der Unvoreingenommenen, aber auch Zweifelnden eine reelle Chance zum Hinterfragen der Glaubenslehre des Herrn Hahnemann gibt.

    Kritik würde ich eher an der Überbetonung der Placebo-Möglichkeiten durch den an sich sehr gut referierenden Psychologen üben. Dieser war über die Grenzen und (Un-)Möglichkeiten sowie die ethischen Implikationen von Placebo in der ärztlichen Praxis wohl nur wenig informiert.

    Das hätte etwas relativiert werden müssen, weil es zu sehr in Richtung auf eine Rechtfertigung von Homöopathie als Placebotherapie tendierte.

    Hut ab jedoch vor dem Dekan der medizinischen Fakultät Tübingen. Das sind die klaren Worte gewesen, die man von ihm auch gleich nach dem Einrichtungsbeschluss für den neuen Lehrstuhl zur Komplementärmedizin hörte.

    Hoffentlich bleibt er so konsequent.

    Ich bin ja bekanntlich nie zufrieden. Aber meine Erwartungen (Stichwort ARTE) wurden jedenfalls positiv enttäuscht. Und ich erlaube mir mal zu sagen: Natalie Grams und Norbert Aust at her best.

  2. Eine kurze Manöverkritik und Zusammenfassung:

    Der Einblick in die Welt der französischen Homöopathen und Hersteller hat mir einige neue Erkenntnisse gebracht.

    Norbert Aust und Nathalie Grams haben ruhig, souverän und sachlich argumentiert, wie ich es aus anderen Medien gewohnt war.

    Die Argumente der homöpathischen Ärze bleiben die gleichen: Ich „gratuliere“ Frau Doktor Kölsch, dass sie positive eigene Erfahrungen über Wissenschaft und Evidenz stellt, Korrelation und Kausalität verwechselt und durch ihre Privatpraxis aufgrund ihrer sicher nicht armen „Kundschaft“ ihr Auskommen hat. Ach ja, selbstverständlich fühlt auch sie sich von den Homöopathiekritikern verfolgt.

    Der Apotheker … Ein Schamane und Scharlatan.

    Ein Promidoktor, Müller-Wohlfarth, darf als Kronzeuge natürlich auch nicht fehlen.

    Behnke bleibt Behnke, wie wir ihn kennen und „lieben“. Ein Schwadroneur, der sich die Wahrheit für seinen persönlichen Vorteil zurechtbiegt.

  3. Der Schluss des Films ist ziemlich schräg und bedient ein gängiges, aber falsches Narrativ:

    Man könne von der Homöopathie Achtsamkeit lernen. Genau das kann man nicht von ihr lernen, wie der Fall mit der homöopathischen Schilddrüsenbehandlung unmittelbar vorher eindrücklich zeigt.

    Der Heilpraktiker war das Gegenteil von „achtsam“.

    Richtig ist, dass man von der Homöopathie lernen kann, was gute Hausärzte schon immer wussten: Zeit, Zuhören und gutes Zureden sind wichtig für die Behandlung. Aber wenn eine Behandlung nicht gut verläuft, wollen viele Homöopathen nicht mehr zuhören oder hinsehen.

    Wenn etwas nicht in ihr ideologisches Weltbild passt, wird es verdrängt. Das ist eben keine Achtsamkeit, egal wie viel Zeit sie sich nehmen und wie scheinbar einfühlsam sie auf einen Patienten eingehen – solange der mitmacht.

  4. Kommentar vom INH:

    Wir möchten euch diesen Film ans Herz legen – wir haben ihn schon gesehen. Er ist sehr bemerkenswert und dürfte auch so manchen Unentschlossenen – schaut er genau zu – zum Nachdenken anregen. Redaktion und Moderation sind deutlich kritisch orientiert und die homöopathische Seite bekommt genug Gelegenheit zur „Selbstdarstellung“ – in einer Weise, in der unsere Follower etliche unserer oft wiederholten Kritikpunkte sozusagen authentisch wiederfinden werden.

    Natürlich machen wir uns nicht die Illusion, dass Homöopathie-Anhänger jetzt plötzlich ins Grübeln geraten. Aber schaut selbst – es lohnt sich!

  5. Norbert Aust verdient das Prädikat pädagogisch wertvoll: Das Hochhalten der beiden Punkt-Bilder zum Wasserlinsen-Experiment von Frei beantwortet die Frage nach nennenswerten Effekten besser als jede Statistik.

    Aufschlussreich fand ich auch den Vergleich der deutschen und englischen Publikation zur ADHS-Studie. Da könnte doch auch mal der eine oder andere Homöopath nachdenklich werden.

  6. Der Beitrag des SWR war etwas deutlicher, aber vielleicht bringt ARTE mit diesem Beitrag ja auch Menschen zum Nachdenken.

    Meine zwei wichtigsten Fragen wurden leider auch in diesen beiden Sendungen nicht an Homöopathen gestellt:

    Warum gibt es weltweit keine reproduierbare placebokontrollierte Arzneimittelprüfung?

    Wie können Homöopathen Krankheiten behandeln, die zu Beginn gar keine Symptome haben, von deren Existenz sie erst durch die ärztliche Diagnose erfahren (z.B. Krebs)?

  7. sorry, Frei gehört natürlich zur ADHS-Studie, nicht zu den Wasserlinsen.

  8. Bin ziemlich zufrieden, da waren nur wenige Aufreger dabei wie die junge Mutter, die ihrem Sohn vor laufender Kamera beibringt, wie %@#$ richtige Medikamente sind und eigentlich die gesamte richtige Medizin.

    Was stört, ist wie in praktisch jeder anderen Doku die Gegenüberstellung von Einzelfällen und Statistik. Ohne Human Interest würde das wohl keiner interessant finden und dann alle wegzappen, weil zu verkopft. Leider wiegt beim Publikum jedes Gramm Einzelschicksal ein Kilogramm Wissenschaft auf.

    Und das „wer heilt, hat recht“ hätten sie auch korrigieren müssen.

    Aber seisdrum, 90% gut ist ja auch mal was. Zur Entspannung empfehle ich einen Blick auf den Aktienkurs von Boiron seit (Zufall!!) 2016.

  9. „Zur Entspannung empfehle ich einen Blick auf den Aktienkurs von Boiron seit (Zufall!!) 2016.“

    Nach einem Höhepunkt im Herbst 2016 und einem weiteren in Mai/Juni 2017 ist der Kurs immer weiter zurückgegangen. Das trifft ganz gut mit der Diskussion in Frankreich um die Streichung der Homöopathie-Erstattung zusammen.

    Die Aktionäre fürchten um ihr Geld und ziehen es ab. Deshalb auch die Proteste der Firma und ihrer Mitarbeiter insbesondere in 2019, als die Entscheidung der Nichterstattung offiziell wurden. Es geht um Jobs und Geld und nicht um vermeindliche Versorgungslücken der Bevölkerung mit „Medikamenten.“

  10. Pingback: Die Frankfurter Rundschau auf homöopathischem Argumentationsniveau – Gesundheits-Check

  11. „Hans-Jürgen Linke schreibt als Autor für das Feuilleton der FR.“

    https://www.fr.de/autoren/9779/

    Ok, dem Herren Feuilletonisten möchte ich folgende Botschaft übermitteln: „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten.“

  12. Bei der FR scheint man ja zumindest gewusst zu haben, was für Müll man da veröffentlicht, sonst hätte man nicht aus Angst vor Gegenrede gleich von Anfang an die Kommentare dicht gemacht. Peinlich.

  13. @noch’n Flo:

    Facebook ist noch offen, allerdings wird das meiste Kritische gelöscht.

    https://www.facebook.com/FrankfurterRundschau/posts/4075696192455883

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