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Der „Horror am Djatlow-Pass“

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Welt+ kramt mal wieder den „Horror am Djatlow-Pass“ raus.

Was Neues weiß der Autor dazu eigentlich nicht zu berichten, auch nicht von den aktuellen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in der Ural-Region Swerdlowsk.

Zur Erinnerung:

Anfang des Jahres hatte Staatsanwalt Andrei Kurjakow bei einer Pressekonferenz bekanntgegeben, dass der mysteriöse Tod von neun Ski-Wanderern im nördlichen Ural am 1. oder 2. Februar 1959 neu untersucht werden soll.

Allerdings stehen dabei nur drei der je nach Zählart 75 bis 90 kursierenden Theorien im Fokus: Lawine, Wirbelsturm und ein sogenanntes Schneebrett, eine Lawine, bei der der Schnee sich quer am Hang entlang ablöst und wie ein Brett auf einmal nach unten rutscht.

Außen vor bleiben mithin Ufos, Yetis, Geheimdienste, Waffentests, Infraschall, ein Rakteneinschlag, Verbrechen etc. – offenbar sehr zur Enttäuschung auch seriöser Medien. So beklagt etwa der Stern, dass …

… die Ermittler ausgerechnet den drei unwahrscheinlichsten Theorien nachgehen […] Auch die neuerliche Untersuchung wird das Rätsel des Djatlow-Passes vermutlich nicht lösen können. 60 Jahre nach den Ereignissen.

Damals legten sich die sowjetischen Untersucher nur darauf fest, dass „höhere Gewalt“ zu dem mysteriösen Ereignis geführt habe. Die sieben jungen Männer und zwei Frauen, die im Winter 1959 versuchten, den Ural zu durchqueren, waren zwischen Februar und Mai desselben Jahres in rätselhaften Szenarien und mit zum Teil unerklärbaren Verletzungen tot aufgefunden worden.

Ganz und gar „unwahrscheinlich“ ist die Annahme eines Lawinenunglücks indes durchaus nicht. Trotz aller Ungereimtheiten im Detail vermutet auch Josh Gates von dem britischen TV-Sender Discovery am ehesten ein „weather related disaster“ hinter dem Mysterium, erklärt er in einem aktuellen Video.

Auch Hoaxilla favorisieren – im Einklang mit Brian Dunning – diese Erklärung.

In der Welt heißt es abschließend:

Wie dem auch sei. Die Ermittler fanden keine abschließende Lösung der vielen Rätsel und schlossen die Akten mit dem Ergebnis, dass „eine Kraft, welche die Gruppe nicht überwinden konnte“, ihren Untergang herbeigeführt habe. Diese salomonische Formulierung wird von Verschwörungstheoretikern bis heute dankbar aufgegriffen.

Ob Staatsanwalt Andrei Kurjakow „mit modernen Geräten“ tatsächlich Licht in das Dunkel bringen wird, bleibt abzuwarten.

Zum Weiterlesen:

  • Horror am Djatlow-Pass, Welt+ am 18. Dezember 2019
  • Hoaxilla #130 – „Unglück am Djatlow Pass“ vom 7. Juli 2013
  • Sowjet-Horror – das Grauen am Djatlow-Pass, Stern-Online am 23. November 2019
  • Djatlow-Tragödie: Diese drei Theorien werden nun untersucht – aber es sind nur drei aus 90, Stern-Online am 5. Februar 2019
  • Der mörderische russische Yeti vom Djatlow-Pass, GWUP-Blog am 6. Juni 2014
  • Unglück am Djatlow-Pass: Kommt jetzt die Wahrheit ans Licht? web.de am 20. Februar 2019

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