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Video: Missbrauchsopfer mit Homöopathie und Schamanismus behandeln als „göttliches Projekt“

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Der geplante Auftritt bei unserem „Skeptical“ im Mai in Augsburg musste leider krankheitsbedingt ausfallen.

Heute Abend war der damals angekündige „Aussteiger aus einem Gesundheitshaus: Mit Homöopathie gegen Krebs und Depressionen“ bei Frontal 21 zu Gast:

Im ländlichen Brandenburg werden Schwerstkranke homöopathisch behandelt. In einem nahe gelegenen Kinderheim führt die Leiterin des Gesundheitshauses schamanische Rituale bei zum Teil schwersttraumatisierten Kindern durch. Frontal21 über das sogenannte göttliche Projekt.

Der Beitrag fokussiert auf das Kinderheim, wo Missbrauchsopfer „homöopathisch“ und „schamanistisch“ behandelt werden.

O-Ton (Gedächtnisprotokoll, nachgesprochen):

Wir haben ganz schwere Fälle: misshandelte Kinder, sexuelle Gewalt. Aber wir haben durchgesetzt, dass die keine Medikamente kriegen, sondern Homöopathie.

Die persönliche Geschichte des ehemaligen Bewohners und seine Erlebnisse bei dem „Projekt“, das von einer Gruppe von Heilpraktikern betrieben wird, gibt’s im neuen Skeptiker, der nächste Woche erscheint.

Hier und hier (Youtube) geht’s zum Video (zirka elf Minuten), hier zum Skript.

Zum Weiterlesen:

  • Das göttliche Projekt, frontal21 am 3. Dezember 2019

6 Kommentare

  1. Die Chefin des Hauses wollte sich zu den Vorwürfen vor der Kamera nicht äußern. Schriftlich wurde dem ZDF mitgeteilt: „Wir sehen keine Veranlassung, unser pädagogisches und therapeutisches Konzept in die Öffentlichkeit zu tragen , geschweige denn Stellung zu beziehen oder irgendetwas zu verteidigen.“

    https://www.pressreader.com/germany/maerkische-allgemeine/20191207/281797105868785

  2. Und noch aktueller:

    „Neue Entwicklung im Fall des Kinderheims Regenbogenhaus. Der Zeuge, der gegenüber @Frontal21 über Kindeswohlgefährdung gesprochen hat [und dessen Geschichte im aktuellen „Skeptiker“ erzählt wird], erstattete nun Anzeige ua gegen die Heimleitung.“

    https://www.zdf.de/politik/frontal-21/kinderheim-regenbogenhaus-zeuge-erstattet-anzeige-100.html

  3. Einige Fakten:

    1) Von der Landtagsabgeordneten Kathrin Dannenberg (Die Linke) wäre zu erwarten gewesen, dass sie als Mitglied im Landtagsausschuss für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg (ABJS) ihre Möglichkeiten nutzt, um den Finger in der Wunde zu belassen.

    Wenn, wie mehrfach glaubhaft berichtet wird, auch von ihr selbst, Bürger an sie als Landtagsabgeordnete herantraten, um wichtige Hinweise zu geben, und sie die Bürger einfach zur Staatsanwaltschaft schickt, anstatt im Rahmen ihres Landtagsmandats Sacharbeit zu leisten, dann kommen generelle Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit auf.

    Reflexartige Sprüche können die betroffenen Kinder und Jugendlichen in den Einrichtungen in Kriele nicht gebrauchen. Wohl aber Landtagsabgeordnete, die sich in der 7’en Legislaturperiode ernsthaft und tiefgründig mit den permanenten Problemen mit der Heimaufsicht und der Kinder- und Jugendhilfe auf Landesebene, insbesondere in stationären Einrichtungen, befassen und Hilfen annimmt.

    2) Mit Stand 17.08.2020 arbeitet in der Heimaufsicht des MBJS noch immer die kommissarische Sachgebietsleiterin Elke Wagner, die für die Haasenburg-Skandale verantwortlich war. Somit ist ein Neuanfang nach 2013 nicht möglich.

    https://mbjs.brandenburg.de/media_fast/6288/organigramm-deutsch.pdf

    3) Die Ministerin Britta Ernst (SPD) kündigte in der 2’en öffentlichen Sitzung des ABJS am 09.01.2020 an, Ende März 2020 den Abschlussbericht zur Prüfung der Kinderheime Regenbogenhaus sowie Villa Knolle Bolle vorzulegen. Jetzt haben wir Ende August 2020, und noch immer liegt kein Bericht vor. Kein Landtagsabgeordneter moniert diesen unhaltbaren Zustand.

    4) Zum Sachverhalt gibt es drei Reportagen von Frontal 21, mindestens eine soll am 19.12.2020 gelöscht werden. Gibt es hier einen Zusammenhang, und man wartet seitens des MBJS und des ABJS ab, bis die Öffentlichkeit vergisst?! Die Reportagen sollten zeitlich unbefristet im Internet verfügbar sein! Youtube und weitere niederschwellige Möglichkeiten sollten genutzt werden.

    5) Die Rolle der Ausschussvorsitzenden des ABJS, Kristy Augustin (CDU), muss ernsthaft hinterfragt werden. Die Landtagsabgeordnete stellte am 28.03.2019 eine „Kleine Anfrage Nr. 4478, DS 6-10975“. Unabhängig der teils seltsamen Fragen, ist damit klar belegt, dass ihr schon zu diesem Zeitpunkt – also neun Monate vorher – Vorkomnisse bekannt waren, aber bis zum Dezember 2019 verschwiegen wurden.

    https://www.parlamentsdokumentation.brandenburg.de/starweb/LBB/ELVIS/parladoku/w6/drs/ab_11400/11413.pdf

    6) Es wurden mindestens zwei Strafanzeigen aufgegeben (ehemaliger Betreuer und MBJS). Über die Gesamtanzahl der Strafanträge/Strafanzeigen sowie den Ausgang der Ermittlungsverfahren schweigt man sich kollektiv aus.

    7) Das Jugendamt HVL steht seit Jahren in der öffentlichen Kritik; eine Revision wäre dringend erforderlich. Wo bleiben die Forderungen der Kreistagsabgeordneten, die im Jugendhilfeausschuss und Jugendhilfeunterausschuss tätig sind?

    8) Der Kinder- und Jugendhilfeträger weigert sich die pädagogische Konzeption, die Grundlage der Betriebserlaubnis, zugänglich zu machen. Wer von den Sorgeberechtigten und Schutzbefohlenen haben diese Konzeption im Rahmen der Inobhutnahme u.a. gemäß §§ 1, 5 und 36 SGB VIII durch das einweisende Jugendamt und den Kinder- und Jugendhilfeträger vor der Einweisung zum stillen Lesen und zu Entscheidungsfindungen vorgelegt bekommen? Die Vermutung liegt nahe: niemand, und das wäre rechtswidrig. Transparenz in der Kinder- und Jugendhilfe sieht anders aus.

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