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Homöopathie in der „Zeit“: Wissenschaft erfordert Konsequenz

| 10 Kommentare

Die Zeit (Nr. 44/2019) …

… schließt sich der Forderung der grünen Jugend an:

Der Artikel von Jan Schweitzer ist seit heute kostenpflichtig auch bei Zeit+ verfügbar. Darin heißt es:

Menschen verlassen sich auf der einen Seite ganz selbstverständlich auf die Errungenschaften der Naturwissenschaften: Sie nutzen den Strom, der aus der Steckdose kommt, und das Wasser aus dem Hahn; sie nehmen ein Antibiotikum, wenn sie eine Lungenentzündung haben; sie verlassen sich auf die statischen Berechnungen von Architekten und Ingenieuren, wenn sie ein Gebäude betreten oder über eine Brücke fahren; es ist für sie ganz klar, dass sie bestimmte Eigenschaften an ihre Kinder vererben.

Auf der anderen Seite aber wollen sie nichts von wissenschaftlicher Evidenz wissen: Sie verteufeln die Impfung und damit eine der größten medizinischen Errungenschaften überhaupt; sie haben Angst vor Elektrosmog und Handystrahlung; sie richten ihre Wohnung nach Feng-Shui-Kriterien ein; sie studieren Horoskope, richten ihr Leben danach aus. Und sie feiern die Homöopathie als eine sanfte, ganzheitliche Heilmethode. Dabei ist die erwiesene Wirkungslosigkeit der Methode fast schon Allgemeingut – genauso wie ihre andere ganz große Schwäche: Sie ist wissenschaftlich nicht plausibel […]

Um es klarzustellen: Wer sich mit der Homöopathie wohlfühlt, soll sie gern als eine Form von Wellness nutzen. Mehr darf sie aber nicht sein, vor allem darf sie keinesfalls echte Medizin ersetzen und damit Therapien verhindern, die tatsächlich einen Nutzen haben.

Wissenschaft erfordert Konsequenz. Man kann sich nicht einfach bei ihr bedienen, wenn es einem gerade passt. Wenn man das berücksichtigt, ist sie eine gute Basis für viele Entscheidungen. Gerade dann, wenn es so eindeutig ist.

Zum Weiterlesen:

  • Forschung: Süße Versuchung, Zeit+ am 28. Oktober 2019
  • Die 10:23-Aktion der GWUP: Nichts drin, nichts dran, hpd am 28. Oktober 2019
  • The Times view on calls to revoke accreditation of homeopathic practitioners: Bad Medicine, Times am 28. Oktober 2019
  • Homöopathie als Kassenleistung: Trostmedizin für schlechte Tage, taz am 28. Oktober 2019

10 Kommentare

  1. @Susanne Aust:

    Nur ein paar Stunden, jetzt wieder Paywall.

  2. Also meinetwegen sollen Kassen das ruhig als Placebo Therapie abrechnen, wenn es einem Patienten subjektiv hilft steht dem doch aus therapeutischer Sicht nichts entgegen.

  3. Health bosses‘ ’serious concerns‘ over homeopathy

    https://www.bbc.com/news/health-50207231

  4. P.S. der Kommentarbereich auf der Seite „explodiert“ gerade…wird bestimmt bald gesperrt :-)

  5. Das Schlimme ist, dass geschätzt 90% der Kommentare die Heilpraktiker ob ihres Wissens und ihrer Heilkraft geradewegs in den Himmel loben und die böse Panoramaredaktion darauf hinweisen, dass sie sich der Pharma- oder auch Ärztelobby unterwirft.

    Entweder haben die Heilpraktiker einen enormen Rückhalt in der Bevölkerung oder es schreiben fast ausschließlich Heilpraktiker die Kommentare.

    Und den Bericht von Panorama fand ich durchaus korrekt recherchiert.

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