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Homöopathie: Auch in der SPD regt sich Widerstand gegen die Kostenerstattung

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Die Berliner Jusos machen es der grünen Jugend nach – mit einem Antrag auf Abschaffung der Kostenerstattung für Homöopathika an den Landesparteitag am 26. Oktober.

Durch die Kostenerstattung der gesetzlichen Krankenkassen und die Apothekenpflicht für Homöopathie wird suggeriert, es handle sich um ein medizinisches Präparat mit Heilungspotenzial. Dies ist irreführend und eine Täuschung von Verbraucher*innen, an der die Gesetzgebung mitwirkt.

Darüber hinaus entsteht den Mitgliedern gesetzlicher Krankenkassen als beitragszahlende Solidargemeinschaft durch Homoöopathie ein nicht zu rechtfertigender finanzieller Schaden. Dieser wiegt umso schwerer, als dass er dazu beitragen kann, dass medizinische Therapien und Verfahren, deren Wirksamkeit erwiesen wurde, nicht in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen werden.

Gestern setzte sich der Juso-Bundesvorsitzende Kevin Kühnert via Twitter mit dem Parteigenossen Christian Lange (Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz) auseinander, der sich bei einem Weleda-Firmenbesuch in Schwäbisch Gmünd für Homöopathie in der Patientenversorgung ausgesprochen hatte.

Die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung hat derweil ein aktuelles INH-Positionspapier

Warum Homöopathie keine Leistung der solidarisch finanzierten Krankenkassen sein sollte

publiziert.

Und was machen die Homöopathen? Reichen beim Presserat sinnfreie Beschwerden gegen kritische Berichte ein.

Zum Weiterlesen:

  • Jetzt im Wortlaut: Antrag „gegen die Bevorteilung der Homöopathie“ für den Grünen- Bundesparteitag, GWUP-Blog am 5. September 2019
  • Die Homöopathie-Lobby souffliert grüne Delegiertenanträge, Gesundheits-Check am 5. Oktober 2019
  • Beschwerde beim Presserat über Werner Bartens: Homöopathie ist gefährlich, Gesundheits-Check am 4. Oktober 2019
  • Tödlich! Keine Ahnung von Garnix am 6. Oktober 2019
  • Die Humanisten unterstützen den offenen Brief des INH, diehumanisten am 4. Oktober 2019
  • 20 Millionen Euro für Homöopathie: Deutschland fördert den Schwindel weiter, derStandard am 3. Oktober 2019
  • Besuch bei Homöopathie-Hersteller wird zum Bumerang für SPD-Staatssekretär, handelsblatt am 9. Oktober 2019
  • Frankreich: Zweifel an Globuli – Krankenkassen erstatten bald keine Homöopathie-Mittel mehr, Deutschlandfunk am 9. Oktober 2019

9 Kommentare

  1. Es ist schon unglaublich, wie schwer es ist, die Erstattung, einer offensichtlichen Pseudomedizin wie die Homöopathie, aus den solidarisch finanzierten Krankenkassen herauszunehmen. Was für eine Verschwendung von Zeit und Geld

  2. 1) Auch das Handelsblatt berichtet über den misslungenen Besuch des SPD-Staatssekretärs.

    https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/gesundheit-besuch-bei-homoeopathie-hersteller-wird-zum-bumerang-fuer-spd-staatssekretaer/25098506.html?ticket=ST-32019188-pEt7JdU6Kzrw7ow5B0Mj-ap2

    2) Was hat es denn mit diesem Triumphgeschrei der Homöopathieanhänger auf sich?

    https://www.presseportal.de/pm/120120/4397550

  3. @RPGNo1:

    2) Es wird dazu eine Stellungnahme geben – obwohl eigentlich längst alles dazu gesagt ist:

    https://netzwerk-homoeopathie.info/unendliche-geschichten-noch-einmal-zum-homoeopathie-review-des-nhmrc/

  4. @Bernd Harder

    Danke für die Gedächtnisauffrischung. Dann ist also Herrn Bendigs Pressemitteilung die x-te Wiederaufwärmung des gleichen uralten Breis. Die Homöopathenfestplatte hat dringend eine komplette Neuformatierung nötig.

  5. #RPGNo1: Ich weiß gar nicht, was die Homöopathie-Sektierer da erzählen. Auf der NHMRC-Website findet sich immer noch diese klare Aussage: Finger weg von Homöopathie!

    „Based on the assessment of the evidence of effectiveness of homeopathy, NHMRC concludes that there are no health conditions for which there is reliable evidence that homeopathy is effective.
    Homeopathy should not be used to treat health conditions that are chronic, serious, or could become serious. People who choose homeopathy may put their health at risk if they reject or delay treatments for which there is good evidence for safety and effectiveness. …“

  6. @Th. Koch:

    Genau – der übliche Homöopathen-Bullshit.

  7. Vom SPD Widerstand verspreche ich mir nicht viel. Den hat es auch beim Beschneidungsgesetz gegeben.
    Letztlich wird man es wie die Krankenkassen halten. Es wird umgesetzt, was die wenigsten Wählerstimmen/Versicherten kostet.

  8. @Th. Koch, Bernd Harder

    Ich habe mir die NHMRC-Website nicht angeschaut, aber ich vermute sehr stark, dass die Homöopathenlobby Cherry Picking betreibt. Irgendetwas werden sie entdeckt und umgedeutet haben, was sie zu ihrer unglaubwürdigen Aussage bringt. Abwarten und Tee trinken, vielleicht findet sich ja noch eine Lösung.

  9. Stiftung Gurutest über Jens Spahn und seine „läppischen“ 20 Millionen für Homöopathie

    https://www.derstandard.de/story/2000109081620/20-millionen-euro-fuer-homoeopathie-deutschland-foerdert-den-schwindel-weiter

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