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Natalie Grams in Mainz: „Alternativmedizin – wirklich eine Alternative?“

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Am 14. November (Mittwoch) ist Dr. Natalie Grams in Mainz zu Gast:

Homöopathie, Bachblüten, TCM und Osteopathie – die Angebote der Pseudomedizin sind mittlerweile fest verankert in der Gesellschaft und haben es teilweise bis an Universitäten geschafft. Mit den suggestiven Etiketten „ganzheitlich“ und „natürlich“ haben sie erreicht, dass die Bedeutung von tatsächlicher Wirksamkeit eines Verfahrens hinter einem guten Gefühl zurücktritt.

Dass dies mitunter zu einer kompletten Ablehnung der modernen Medizin führt und mit Impfgegnerschaft und Virenleugnung verbunden sein kann, ist dramatisch und manchmal lebensbedrohlich.

Skeptiker versuchen durch ihre Aufklärungsarbeit – auch im Internet – hier ein Gegengewicht zu setzen. Doch was haben sie erreicht? Ist es möglich, gefühlten Wahrheiten mit Fakten zu begegnen? Ist es möglich, die Bedeutung von Wissenschaft und Evidenz zu vermitteln?

Natalie Grams zeigt in ihrem Vortrag das Dilemma der aktuellen Situation, zeigt aber auch Lösungsmöglichkeiten – ,,für unser aller Gesundheit.“

Zum Weiterlesen:

  • Tübingen bekommt umstrittenen Lehrstuhl für alternative Heilverfahren, Süddeutsche am 28. Oktober 2018
  • Interview mit Gesundheitsminister Jens Spahn? Keine Sprechstunde, MedWatch am 30. Oktober 2018
  • Ex-Homöopathin über Globuli: „Es war mein Lebenstraum“, taz am 8. April 2016
  • Grams‘ Sprechstunde: Hilfe, man will uns vergiften! spektrum am 19. Oktober 2018
  • Natalie Grams: Gesundheit! Ein Buch nicht ohne Nebenwirkungen. Springer, Heidelberg 2017, 338 Seiten, 19,99 Euro
  • Was von prominenten Befürwortern der Homöopathie zu halten ist, Onkel Michaels kleine Welt am 31. Oktober 2018

15 Kommentare

  1. Leider ist es auch ein Dilemma unserer Evolution.
    Archaische Hirnregionen haben eine höhere Priorität. Angst kann zb unseren Verstand lähmen und löst Programme aus, die aus einer Zeit stammen, da wir noch mehr um unser Überleben täglich kämpfen mußten – in akuter Notlage vertraut der Mensch eher seinen Emotionen.
    Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, daß Populisten Ängste schüren oder erzeugen, die den Verstand blockieren oder zu vermindern suchen. Dann ist man eher in der Lage „gefühlte Wahrheiten“ zu generieren.
    Im Falle der Alternativmedizin versucht man den Menschen in einer falschen Geborgenheit zu wiegen…wenn ein Gefühl suggeriert wird, alles sei gut, wieso sollte man dann noch seinen Verstand einschalten? – Nein, in diesem Fall ist er sogar hinderlich (evolutionär gesehen: Der Verstand braucht viel Energie…wieso sollte man ihn gebrauchen, wenn alles in Ordnung ist?)

  2. Schön, ich bin dabei!

    Mal schauen, ob ich noch Kolleginnen dafür begeistern kann.

    Bis Mittwoch.

    Ohne J

  3. „Am 06. 07.2018 fand ebenfalls auf akademischem Boden eine solche Veranstaltung durch das Institut für Bioethik an der Universität Münster statt, hier jedoch war eine Gegendarstellung des erfahrenen Arztes Andreas Holling zugelassen. Frau Dr. Grams fiel auf akademischem Boden vernichtend unter.“
    http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2018/11/11/adhs-epidemie-bei-der-homoeopathielobby/

    Die Hahmann-Gesellschaft scheint unter massiven Wahrnehmungsstörungen zu leiden.

  4. Frage an Natalie Grams: Sind Sie denn auf dem Boden untergefallen? Bzw. Wie ist es dort gelaufen?

  5. @borstel:

    Die üblichen Lebenslügen der Globuli-Fans, an denen sich auch das PR-Genie seit Wochen aufgeilt (sorry, man kann es nicht anders nennen).

    Erstens wissen wir alle aus leidvoller Erfahrung, dass ein Schwätzer in fünf Minuten mehr Unsinn erzählt, als man als Skeptiker in zwei Stunden richtigstellen kann.

    Das war wohl die Realität der Münsteraner Veranstaltung.

    Zweitens scheint das eine, gelinde gesagt, recht einseitige Sichtweise/Bewertung der Auftritte zu sein:

    „Herr Holling allerdings konnte auf keine der Fragen aus dem Publikum zur Studienlage, die er vorgetragen hatte, auch nur näherungsweise kompetent antworten. Er hat schlicht keine Ahnung, obwohl dies Thema seines Vortrags war.“

    https://twitter.com/HahnemannDE/status/1015972740690599936

  6. @ Bernd Harder – q.e.d.

  7. @RPGNo1:

    „Frau Dr. Grams fiel auf akademischem Boden vernichtend unter.“

    Auch das ist eine typische, seit Wochen immer wiederkehrende Becker-Formulierung.

    Anscheinend hat das PR-Genie diesen Schwachsinns-Schrieb aufgesetzt.

  8. Was ist „unterfallen“ überhaupt für ein Verb? Und selbst mit „r“ vor dem „unter“ bekommt der Satz nicht viel mehr Sinn.

  9. @Borstel:

    „Ach ja, es gibt noch eine Variante der “Podiumsdiskussion mit Homöopathen”: Das vollendete Taubenschach. So erlebt im Sommer dieses Jahres in Münster, bei zwei hintereinander gehaltenen Vorträgen zur Homöopathie mit Ansätzen zu einer Diskussion. Der Homöopath präsentierte unfassbares, tausendmal erklärtes und widerlegtes Zeug und trumpfte stets dann besonders auf, wenn er Autoritätsargumente präsentierte. Nach dem Ende der Veranstaltung sonnte sich die homöopathische Truppe (auch hier die große Mehrzahl der Zuhörer) ersichtlich im Gefühl des Erfolgs – ohne auch nur im Ansatz zu realisieren, dass sie eine Lehrstunde der Selbstdemontage hinter sich hatten. Wochenlang verbreitete man die frohe Botschaft vom “Sieg in Münster” danach noch in den sozialen Medien.“

    http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2018/11/11/adhs-epidemie-bei-der-homoeopathielobby/#comment-79843

  10. @ Bernd Harder: Danke, unzweideutig das ganze. Ehrlich gesagt, hätte mich es auch sehr gewundert, wenn sie untergefallen wäre (das neue Kultverb, ich will es im Duden sehen – wenn runterfallen und untergehen im Lotterbett der Sprachschöpfung perverse Sauereien miteinander veranstalten…).

  11. Wenn die Zuckerlobby so weiter macht, falle ich unter.

  12. @ borstel:

    „perverse Sauereien“

    Wo? Wie?? Wer???

  13. @ JK: Aufgrund von Unterzuckerung oder wegen eines hyperglykämischen Komas?

    @ noch’n Flo: Na, womöglich bin ich mit meiner Überlegung, was Verben zwischen Buchdeckeln so treiben können, doch über das Ziel hinausgeschossen.

  14. @ borstel:

    „was Verben zwischen Buchdeckeln so treiben“

    Bilder! Raus! Aus! Meinem! Kopf!!!

  15. Ein Hinweis:

    https://static.onleihe.de/content/dpv/20181221/national_geographic_2018_12_21/vnational_geographic_2018_12_21.pdf

    In der National Geographic, Ausgabe 01/2019, S.68-89, ist ein Artikel über TCM.

    Neben einigen klugen Anmerkungen, dass die in alten chinesischen Büchern beschriebenen pflanzlichen und tierischen Heilmittel verstärkt untersucht werden, um sie so für die moderne Medizin nutzbar zu machen und womöglich zu synthetisieren, steht auch sehr viel Unsinn im Artikel. Der Autor, Peter Gwin, schafft es z.B. nicht einmal zu erklären, dass es DIE TCM nicht gegeben hat, sondern dass es ein Konglomerat aus unterschiedlichen volkskundlichen Heilmethoden ist, denen unter Mao ein Korsett gegeben wurde.

    Noch schlimmer ist, dass der Autor eine kritische Auseinandersetzung mit der TCM zumeist fehlen lässt. Dass TCM eine 2. Säule des chinesichen Gesundheitssystem ist, sieht er eher wohlwollend.

    In derselben Ausgabe der NG gibt es Interview mit dem Chefarzt der Abteilung für Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus in Berlin, Andreas Michalsen, welches online zur Verfügung steht.

    Auch dieses Interview weist einige Klopfer auf:
    Unkommentiert wird der Begriff „Schulmedizin“ verwendet

    Der Chefarzt lässt Homöopathen an seine Patienten heran, „weil Beobachtungsstudien […] trotz des fehlenden Nachweises einer spezifischen Wirksamkeit […] gewisse Effekte zeigen.

    Und auf Norbert Schmacke ist Herr Michalsen auch schlecht zu sprechen, weil dieser durch Lehrstühle für Komplementärmedizin die „akademische Welt […] auf der Rutschbahn der Esoterik“ sieht.

    https://www.nationalgeographic.de/wissenschaft/2018/12/der-moderne-lebensstil-hat-sich-weit-von-unserer-genetik-entfernt

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