Das nächste Todesdrama in der Alternativ-Szene: Die Unheilerin

Der diesjährige Carl-Sagan-Preisträger der GWUP, Hristio Boytchev, hat heute erneut eine große Recherche über das “Heiler”-Unwesen in Deutschland veröffentlicht:

Diese Geschichte endet mit einer Geistheilerin, die eine Hochzeit verhindert. Mit einer Frau, die an Krebs stirbt. Mit einem Schweinskopf, der vor einer Tür liegt. Sie beginnt 2002 mit einer hoffnungsvollen Beziehung.”

Der Artikel ist bei correctiv und Welt+ erschienen.

Zudem gibt es heute Abend (27. November) Beiträge bei RTL Extra (22.15 Uhr) und im RTL Nachtjournal (0:00 Uhr) dazu.

Die besagte Unheilerin praktiziert übrigens immer noch.

Zum Weiterlesen:

  • Die Unheilerin, correctiv am 27. November 2017
  • Alternative Krebsbehandlung: Carl-Sagan-Preis 2017 der GWUP für Undercover-Doku/-Artikel, GWUP-Blog am 14. März 2017
  • Die Unheiler, correctiv.org am 18. Dezember 2015
  • Undercover-Doku bei ARTE: Krebs – Das Geschäft mit der Angst. Gefährliche Folgen alternativer Behandlung, GWUP-Blog am 13. Oktober 2015
  • Die Todesopfer der GNM: Hamer, wie er wirklich war, GWUP-Blog am 6. Juli 2017
  • Studie deckt auf: Mit Alternativmedizin sterben viele Krebspatienten früher als nötig, Informationsnetzwerk Homöopathie am 22. August 2017
  • Homöopathie in der Onkologie, krebs-rat-hilfe am 20. November 2017

19 Kommentare zu “Das nächste Todesdrama in der Alternativ-Szene: Die Unheilerin”


  1. 1 crazyfrog 27. November 2017 um 17:03

    “Ein Mann zahlt 300.000€ an Geistheiler für die Krebs-„Behandlung“ seiner Freundin. Sie stirbt. Die Heilerin war Vorsitzende des Heiler-Verbands und macht weiter. Wie kann das passieren? Meine vorerst letzte Geschichte für @correctiv_org”

    https://twitter.com/hristio/status/935114830276591616

  2. 2 diabetiker 27. November 2017 um 19:27

    es mag ev. böse scheinen(ist es aber nicht) wenn der mann ehrlich zu sich selbst gewesen wäre hätte er nach 10euro schluß gemacht und “nichts” mehr bezahlt. die folge wäre gewesen, seine freundin wäre bei den idioten rausgeflogen (denn denen geht es um absolut nichts anderes als um geld) und dann wäre die möglichkeit einer therapie am anfang mit wesentlich besseren chansen gewesen.

    wenn sie nicht gewollt hätte dann muß man leider sagen jeder ist für seine dummheit selbst verantwortlich.

    so jedenfalls hat er dieser mörderischen spinnerin noch das kapital zum weitermachen in den rachen geworfen. und damit genau das getan worauf die warten.

  3. 3 Pierre Castell 27. November 2017 um 22:47

    Ich habe den Beitrag soeben gesehen (RTL, Sendung “Extra”).

    SEHR GUT!

    Sobald der Beitrag in der Mediathek online ist: Unbedingt anschauen!

  4. 4 borstel 28. November 2017 um 00:36

    @ diabetiker: So einfach sehe ich es nicht, denn es geht hier um starke emotionale Bindungen (womöglich auch Abhängigkeiten) beider Partner, andererseits um sektenartige Strukturen, aus denen herauszukommen sehr schwer ist, wie im Correctivartikel eindrücklich geschildert. Der armen Frau und ganz besonders ihrem Partner gilt mein Mitgefühl.

  5. 5 diabetiker 28. November 2017 um 11:43

    hallo borstel, nein ich sehe die ganze sache überhaupt nicht einfach,
    wenn man zusehen muß wie ein geliebter mensch von einer irren über lange zeit zu tode gequält wird, und man dieser irren auch noch dafür riesen mengen geld in den rachen stopft. kann man verzweifeln.
    ich sehe diese irre sehr nahe dem verrückten massenmörder hamer.
    und sektenartig oder nicht, wenn kein geld mehr zu holen ist verlieren die ganz schnell das interesse.
    mitgefühl ok aber nach mm muß da etwas gegen diese leute unternommen werden, denn die nächsten gläubigen opfer stehen schon bereit.
    notfalls muß mal überall öffentlich gemacht werden, daß diese “heiler”
    nicht nur nicht heilen sondern betrügen.

  6. 6 gnaddrig 28. November 2017 um 12:09

    @ borstel: Stimmt. Außerdem ist da die Vorgeschichte der Frau, deren Mutter und Schwester trotz medizinischer Behandlung an Krebs gestorben sind. Dass das nicht unbedingt vertrauensfördernd wirkt, leuchtet mir schon ein. Dass das Ausweichen auf die Unheilerin keine sinnvolle Alternative ist, hätte man vielleicht sehen können, aber da traue ich mir von außen kein Urteil zu. So oder so tragisch!

  7. 7 borstel 28. November 2017 um 12:40
  8. 8 Pierre Castell 28. November 2017 um 14:08

    @ diabetiker
    “wenn sie nicht gewollt hätte, dann muß man leider sagen, jeder ist für seine Dummheit selbst verantwortlich!”

    Bin da der gleichen Meinung wie “Borstel”.

    Diabetiker, ich meine, hier “urteilen” Sie ein wenig zu oberflächlich.

  9. 9 Bernd Harder 28. November 2017 um 20:23

    @borstel:

    Der 9-Minuten-Beitrag im Extra-Magazin ist ebenfalls online:

    https://www.rtl.de/cms/news/extra.html

  10. 10 borstel 28. November 2017 um 22:44

    Danke für den Link, ein sehr guter Film!

    Geistige Heiler, ganz toll! Sogar ein Heilpraktiker hat mehr Fachwissen (immerhin mußte er für eine Amtsprüfung lernen). Aber ein Arzt, der sich als Heiler betätigt und wider alle gesicherte medizinische Erkenntnis gefährliche Behauptungen verbreitet, der ist der schlimmste von allen! Und natürlich hat der feine Herr auch eine Website: https://donotlink.it/ME7b

    Es juckt mich in den Fingern, ihn der Ärztekammer Nordrhein anzuzeigen, aber da ich befürchte, daß ein bloßer Ausschnitt aus der Sendung kein ausreichendes Beweisstück ist, und auch niemand ernstlichen Schaden erlitten hat, wird dies zwecklos sein.

  11. 11 Martin 29. November 2017 um 12:07

    Ich frage mich immer,was in den Köpfen solcher Geistheiler und anderer esoterischer Heiler vorgeht, die Schwerkranke so bewusst in den Tod schicken und sie dabei auch noch finanziell über den Tisch ziehen.Wenn mir das mal jemand näher erklären kann. Mir fehlt die Phantasie für die Erklärung solcher Aasgeiermentalitäten…

  12. 12 Dipl. Phil Chris Sperl 29. November 2017 um 13:10

    Auf einem wichtigen Verband der Heilpraktiker war ein Artikel einer Heilerin zu lesen, in dem zu lesen war: „60% der Krebspatienten, die in meine Praxis kommen, sind falsch diagnostiziert.“ Auf mein Betreiben hin wurde der Text entfernt. Man kann auch im Kleinen ein wenig wirken.

  13. 13 diabetiker 29. November 2017 um 18:26

    da ich hier keine ot diskussion lostreten möchte: bitte ich nur die beiden, borstel u. p. castel, mal selbst für sich zu überdenken was sie in dieser situation gemacht hätten (gewalttaten die gegen gesetz verstoßen ausgenommen)

    a. weiterbezahlt(300 000€) mit der gewissheit ein qualvolles ende und die verursacher zu finanzieren.

    b. dies nicht zu tun, mit allen konsequenzen. aber mit der geringen chance die/den partner zu retten. (vor allem rechtzeitig). nur zur info andere möglichkeiten gibt es auf legalem weg nicht.

    -übrigens meine mutter starb an krebs, ich weiß also wovon ich schreibe- bitte nicht antworten, da solche diskussionen viel zu sehr ins persönliche gehen.

  14. 14 noch'n Flo 29. November 2017 um 19:13

    @ diabetiker:

    “bitte nicht antworten”

    Zu kommentieren, aber den anderen eine Antwort darauf verbieten zu wollen, ist aber reichlich dreist.

  15. 15 Pierre Castell 29. November 2017 um 20:02

    @ noch´n flo
    Flo, genau dasselbe dachte ich mir auch – danke dass Sie es hier ausgesprochen haben!

    Mittlerweile wundere ich mich über nichts mehr…

  16. 16 diabetiker 29. November 2017 um 21:03

    bitte dichtet mir nichts an , ich hatte nur darum gebeten selbst für sich über die zwei einzigen möglichkeiten nachzudenken mehr nicht.
    daher könnt ihr schreiben was ihr wollt, dagegen ist doch garnichts gesagt worden, nur laßt mich bitte da raus.

  17. 17 Pierre Castell 29. November 2017 um 21:13

    @ Diabetiker

    Was soll das Geschwafel?

  18. 18 borstel 29. November 2017 um 22:08

    @ diabetiker: ?? Wasch mir den Pelz, aber mach’ mich nicht naß? Wenn Sie hier eine Meinung posten, dann müssen Sie auch mit Antworten leben, auch mit persönlichen. Es steht Ihnen natürlich frei, sich im Verlauf nicht mehr an der Diskussion zu beteiligen.

    Ich meine schlicht, daß eine solch rationale und kaltblütige Vorgehensweise, wie von Ihnen vorgeschlagen, wohl nicht allzu viele Menschen in dieser Lage durchziehen werden. Einen geliebten Menschen gewissermaßen im Stich lassen, indem man die Zahlungen einstellt und dadurch den Bruch mit ihm riskiert? Womöglich auf die Gefahr hin, daß dieser Mensch dann ganz alleine mit seiner Krankheit ist?

    Wie hier schon einige es mitbekommen haben, ist meine Wut über Scharlatane leicht zu entfachen. Und in einer anderen Diskussion hatte noch’n Flo mich gefragt, ob ich mich über die Dummheit meiner Patienten ärgere. Ja, das kommt vor, wenn auch nicht oft. Aber diejenigen, die auf die vermeintlichen Wunderheiler hereinfallen, haben mein Mitgefühl.

    Ich habe beruflich täglich mit Krebskranken zu tun (und auch im Verwandtenkreis sind Krebsfälle vorgekommen, was jetzt statistisch betrachtet nichts besonderes ist) und habe immerhin einen Fall lebhaft im Gedächtnis, bei dem Alternativmediziner eine katastrophale Rolle gespielt haben (ich hatte davon schon einmal berichtet). Als ich diesen Patienten, der kurze Zeit später verstarb, sah, mit ihm sprach, seine Arztbriefe durchlas, da war ich entsetzt, da habe ich den Kopf darob geschüttelt, wie es nur soweit kommen konnte. Und ich habe mich gefragt, wie eine deratige Realitätsverleugnung gepaart mit vollkommen unsinniger Angst vor der Schulmedizin überhaupt möglich sein konnte. Nicht nur bei diesem Patienten, sondern auch bei seiner Familie.

    Aber es steht mir nicht zu, über diesen Menschen den Stab zu brechen. Es steht mir nicht zu, besserwisserisch des Weges zu kommen, denn ich, ich bin nur ein Außenstehender, ich kann die Tragödie in ihrer Gänze doch kaum erfassen. Kurz: Es steht mir nicht zu, hier zu urteilen. Und wer weiß, was ich in meiner ganzen Schlauheit, Studiertheit und Abgeklärtheit bereit bin, an Blödsinn mitzutragen, wenn mich ein lieber Mensch drum bittet?

    @ diabetiker, ich verstehe, daß Sie vom Zorn auf üble Geschäftemacher getrieben sind, und wenn Sie so handeln würden, wie Sie es beschrieben haben, dann ist das sicherlich in seiner Konsequenz durchaus ehrenwert. Aber für mich (und hier wird es wieder persönlich, darauf lasse ich mich ein, ob Sie es wollen oder nicht) erscheint der beschriebene Fall nicht einfach schwarz oder weiß, sondern in vielen Grauschattierungen.

  19. 19 crazyfrog 3. Dezember 2017 um 21:05

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