gwup | die skeptiker

… denken kritisch seit 1987.

„Vermisstenhellseher“: Wie die Betrüger ticken

| 7 Kommentare

Heute im Rhein-Main Extra Tipp:

Die Kriminalpsychologin Lydia Benecke über „Vermisstenhellseher“.

Erfrischend die unverblümte Titulierung der Zunft als „Betrüger“ in der Mottozeile.

Für Lydia Benecke sind Hellseher ein Ärgernis. Seit Jahren beschäftigt sie sich mit der Materie, hat Betrüger entlarvt und ist Mitglied der Gesellschaft zur wissenschaftliche Untersuchung von Parawissenschaften mit Sitz in Roßdorf.

„Es gibt bisher nicht einen einzigen dokumentierten Fall, in dem ein Hellseher seine Befähigung beweisen konnte“, sagt Benecke.

„Mögliche Treffer basieren quasi immer auf logischem Menschenverstand und einer ausführlichen Recherche von Kartenmaterial der Gegend“, sagt die Psychologin.“

Zum Weiterlesen:

  • „Vermisstenhellseher“: Ein Nach-SkepKon-Facebook-Posting von Lydia Benecke, GWUP-Blog am 10. Mai 2016
  • Evelyn Störzner: Die angebliche „Vermisstenhellseherin“ und der Tod des kleinen Elias, GWUP-Blog am 4. November 2015
  • Wenn “Hellseher” vermisste Kinder finden wollen, GWUP-Blog am 5. August 2015
  • Die Vermisstenhellseherin wütet gegen die Skeptiker – und präsentiert „Beweise“, GWUP-Blog am 7. August 2015
  • Immer mehr „Beweise“ von der Vermisstenhellseherin – und der Dritte Weltkrieg, GWUP-Blog am 8. August 2015
  • Evelyn Störzner: Ein weiterer Fall der „Vermisstenhellseherin“ – und Gegenbeispiele zur Warnung, GWUP-Blog am 10. August 2015
  • Klar darf man einen Hellseher “Scharlatan” nennen, GWUP-Blog am 14. August 2015
  • Unfassbar: „Hellseher“ posten brutale Gewaltphantasien über vermisste Kinder, GWUP-Blog am 5. September 2015
  • Wenn Hellseher bei der Suche nach Vermissten helfen wollen, Rhein Main Extra Tipp am 28. Oktober 2017

7 Kommentare

  1. Ein paar wenigen Verblendeten spreche ich den guten willen nicht ab, aber im Durchschnitt sind es, wie Frau Benecke in ihrer Bewertung festhält, Aasgeier, die sich am Leid der Anghörigen fettfressen.

  2. @ bostel
    „…spreche ich den guten Willen nicht ab…!“

    Wie bitte?
    Diese Betrüger verlangen Geld, oft viel Geld. Dafür erwarten Menschen die versprochene Gegenleistung.

    Was hat das mit „gutem Willen“ zu tun?

    Betrügerische Waschmaschinen-Reparaturfirmen, die ihre Möchtegerntechniker zu alten, gutgläubigen Menschen ins Haus schicken, aber dann feststellen, dass sie die Reparaturen aufgrund mangelnder Sachkenntnisse nicht zustanden bringen, aber dennoch abkassieren, weil sie den alten Damen irgendwelche Märchen erzählen, haben vielleicht irgendwo (an letzter Stelle) auch den „guten Willen“, die Waschmaschine in Ordnung zu bringen. Ihnen fehlt es aber an notwendigem Sachverstand und Ausbildung.

    Bei Hellsehern gibt es aber keine Ausbildung, weil das Thema Hellsehen eben kompletter vorsätzlicher Betrug und Humbug ist.

  3. Dennoch würde ich vermeiden juristische Begriffe als Laie zu nutzen.
    Betrüger ist man nämlich dann nicht, wenn man seine Fähigkeiten wirklich glaubt.

    Ich erinnere an den Fall Grander und Erich Eder
    http://www.zeit.de/2012/19/A-Skeptiker

    http://www.rechtswoerterbuch.de/recht/b/betrug/

    Es wird hier niemand als Person benannt, aber ich möchte nur noch mal darauf hinweisen, dass der Begriff Betrug oder Betrüger juristisch heikel ist.

    Ansonsten klar. Ein Skandal, dass hier mit der Angst und Hoffnung eine Lösung zum Einsatz kommt, die nachweislich noch nie etwas gebracht hat und Zeit und Geld verschwendet.

  4. @ skeptikus

    Danke, ich bin mir dessen bewusst.

    Aber ich trage mein Herz auf der Zunge. Es ist ja auch nur MEINE Meinung.

    Wenn mein Kommentar für den Blog ein Problem wäre, dann hätte man ihn – so denke ich – nicht veröffentlicht.

    Soll mich doch einer der Betrüger – pardon, Abzocker – verklagen. Einer solchen Klage würde ich gelassen entgegen schauen!

  5. Zu Skeptikus:
    „Betrüger ist man nämlich dann nicht,wenn man an seine Fähigkeiten glaubt…“

    Für mich wäre diese Form der Rechtssprechung ein Freibrief für alle Scharlatane, um den Tatbestand des Betruges gekonnt zu umgehen.Demnach bräuchte man als Alibi nur „wirklich zu glauben“, was man vorlügen und heucheln kann, um die Menschen dann juristisch sauber verarschen zu können.

    Außerdem kann jeder Paranoide mit Wahnvorstellungen der sich als Heilbringender berufen fühlt,hiermit nicht zur Verantwortung gezogen werden, da er an seine (kranken)Fähigkeiten ganz fest glaubt.

    Diese Betrüger wollen uns keine schrottreifen Autos verkaufen, sondern ihren geistigen Schrott.

    Dafür sind sie in Sachen Rechtssprechung,Menschenkenntnis,Marketing und Manipulation weit professioneller und geschäftstüchtiger als viele Autohändler und Juristen…

  6. @ Martin:

    Außerdem kann jeder Paranoide mit Wahnvorstellungen der sich als Heilbringender berufen fühlt,hiermit nicht zur Verantwortung gezogen werden, da er an seine (kranken)Fähigkeiten ganz fest glaubt.

    Stimmt schon. Aber wenn er seinem Publikum nachweislich schadet, kann man seine Tätigkeit als Heiler unterbinden. Ob er dafür dann in irgendeiner Form zur Rechenschaft gezogen wird, finde ich da zweitrangig (und ja, ich bin mir bewusst, wie unbefriedigend das für Opfer bzw. ggf. deren Hinterbliebene ist), Hauptsache er kann nicht mehr als Quacksalber tätig sein.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.