Was tun Impfgegner gegen Masernausbrüche? Sie lesen keine Zeitungen mehr

Man hat’s aber auch schwer so als Impfgegner-Mutti. Wie soll man bloß mit den ganzen Meldungen von Masern-Ausbrüchen umgehen, derzeit etwa in Duisburg, Leipzig, Frankfurt und Limburg?

Ganz einfach: Man liest keine Zeitung mehr.

Pimpf

Das ist kein Witz, sondern die Drei-Affen-Taktik von Impfverweigerern:

Von den Ausbrüchen bekomme ich nichts mit, da wir uns nicht mit Medien beschäftigen.“

Realitätsleugnung gelingt halt am besten mit fest zugedrückten Augen – und gegen die aufkeimende Furcht (“Natürlich habe ich Angst vor Infektionen und Folgeerkrankungen”) summt man tapfer die Anything-Goes-Melodie:

Jeder soll es so machen, wie das Mutterherz es einem sagt.“

Ach wirklich?

Die passende Antwort darauf gibt heute Erzählmirnix:

Himpf

Verständlich, dass zum Beispiel in Berlin gerade wieder über eine Impfpflicht debattiert wird. Auch derStandard kommentiert unmissverständlich:

Es ist arrogant zu behaupten, Krankheiten seien sinnvoll, um den Körper zu stärken. Das, liebe Impfgegner, nennt sich Sozialdarwinismus und bedeutet, dass nur die Stärksten überleben sollen.

mimpfs

Wer das Risiko sucht, kann das gerne in anderen Bereichen ausleben, doch die Gesellschaft wegen Ignoranz, Egoismus und fehlgeleiteter Ideologie in Mitleidenschaft zu ziehen, ist grob fahrlässig.

Medizinische Errungenschaften wie Immunisierungen sind Meilensteine für die Gesamtbevölkerung, Solidarität ist hier überlebenswichtig. Ob ein Appell an die Vernunft ausreicht, um die Impfmoral zu heben, ist fraglich. Viele Gegner scheinen sich vor allem gegen rationale Argumente immunisiert zu haben.

Eine Impfpflicht mag kompromisslos wirken, doch ist sie unumgänglich.”

Einen anderen Vorschlag lesen wir im Kommentarbereich von Dinge, die Impfgegner sagen:

Impfpflicht ist eigentlich gar nicht so das Thema. Es sollte dringend Biologieunterrichtspflicht geben. Mit jährlicher verpflichtender Auffrischungsprüfung, gekoppelt an alle Sozialleistungen.”

Irgendwie nachvollziehbar, angesichts solcher kognitiver Impfgegner-Meilensteine:

dingix

Apropos Erreger: Dass es zwischen Impfungen und Autismus keinerlei Zusammenhang gibt, ist belegt (eine schöne Info-Grafik zum Thema gibt es hier).

auti

Dafür könnte möglicherweise eine Herpes-Infektion in der frühen Schwangerschaft das Risiko für Autismus erhöhen.

Also ein Virus.

Ein Virus!? Wir sind jetzt schon auf die geistigen Verrenkungen und Leugnungsreflexe der Impfgegner gespannt.

Zum Weiterlesen:

  • Kann Herpes Autismus verursachen? spektrum am 24. Februar 2017
  • Mehr Autismus durch Herpes-Infektion? scinexx am 24. Februar 2017
  • Herpes virus may be a trigger for autism, Science am 22. Februar 2017
  • Studie: Kein Autismus durch Impfungen, aber in Italien lässt sich damit gut Geld verdienen, GWUP-Blog am 22. April 2015
  • Impfgegner geben Studie in Auftrag – und sind „nicht glücklich“ mit den Ergebnissen, GWUP-Blog am 11. Oktober 2015
  • An Masern erkranktes Baby in Klinikum, Berliner Morgenpost am 16. Februar 2017
  • Impfpflichtdebatte – nicht schon wieder, macht erst mal den ÖGD fit! Gesundheits-Check am 20. Dezember 2015
  • Die Diskussion um die Masernimpfpflicht: Ein politisches Placebo? Gesundheits-Check am 3. März 2015
  • Impfpflicht – pro und contra, Gesundheits-Check am 26. Februar 2015
  • Impfen macht krumme Finger, man wird blind und es schädigt das Rückenmark, GWUP-Blog am 21. Februar 2017
  • Impfung und Herdenschutz: Nachricht einer besorgten Mutter, Die Erde ist keine Scheibe am 21. Februar 2017
  • MMR vaccine and autism – more high quality evidence that they are unrelated, The Skeptical Raptor am 21. Februar 2017
  • Vaccines cause autism debate – it only exists in the minds of vaccine deniers, The Skeptical Raptor am 20. Februar 2017

33 Kommentare zu “Was tun Impfgegner gegen Masernausbrüche? Sie lesen keine Zeitungen mehr”


  1. 1 Positron 26. Februar 2017 um 15:18

    Und natürlich sind die Flüchtlinge wieder an allem schuld…… Ursachenbekämpfung ist derzeit offenbar nicht gefragt. Immer schön auf den Sündenbock draufhauen.

  2. 2 diabetiker 26. Februar 2017 um 17:01

    es sind in d für die entstehung von masern und anderen epedemiern flüchtlinge nicht nötig, da die wenn sich die gelegenheit ergibt sich impfen lassen, und die wissen weshalb.
    nein wir haben doch unsere schwurbelkünstler, waldorfschulen, und mütter die idioten mehr glauben als erfahrenen ärzten.

  3. 3 Michel 26. Februar 2017 um 20:02

    Impfungen verweigern sollte genauso verboten sein, wie seinen Kindern ein Einhorn auf die Stirn setzen.

  4. 4 Susanne Csar 27. Februar 2017 um 07:34

    Masern..Epidemien, Pandemien treten durch Fehl- und Mangelernährung,Übersäuerung..auf. Holunderblütentee wußten schon unsere kelt.Vorfahren,abends mal, gegen Rheuma, Scharlach, Masern.. Dr.Wolf D.Storl.

  5. 5 Bernd Harder 27. Februar 2017 um 08:52

    @Susanne Csar:

    Vielen Dank für diese eindrucksvolle Demonstration, dass Impfgegner und Virenleuger tatsächlich in einer Wahnwelt leben.

    https://www.psiram.com/ge/index.php/Wolf-Dieter_Storl

  6. 6 Brigitte Götz 27. Februar 2017 um 09:36

    @Susanne:

    “Masern..Epidemien, Pandemien treten durch Fehl- und Mangelernährung,Übersäuerung..auf.”

    Also herrscht deiner Meinung nach an deutschen Waldorfschulen und in Berlin-Prenzlauer Berg “Mangelernährung”?

    Und hast du mal mit Ethnologen über die Kelten gesprochen oder bloß die Bücher von deinem Waldschrat gelesen?

    Wir wissen fast nichts über die Kelten, das wenige stammt von römischen Geschichtsschreibern und Details über “keltische Kräuterkunde” etc. sind esoterische Spekulationen.

  7. 7 Martin 27. Februar 2017 um 10:13

    Zu Susanne:

    Vielleicht sollte man in den Zusammenhang auch erwähnen, dass die Kelten damals im Durchschnitt alle nur ca. 20-30 Jahre alt geworden sind.

    Und das hat wohl auch mit daran gelegen,dass sie sich nicht von ihren Druiden haben impfen lassen!!

    Wer also heute Kelte sein will,sollte bedenken, dass er mit 30 Jahren eigentlich schon in den keltischen Götterhimmel entsorgt wurden wäre… Da lobe ich mir lieber die “weißen Götter” von heute.

  8. 8 noch'n Flo 27. Februar 2017 um 10:15

    Ich hab den ollen Storls ja mal vor 9 Jahren bei einer “Kräuterwanderung” in Basel kennengelernt. Hat damals schon viel Unsinn erzählt.

    Aber der Holunderblütentee gegen Masern ist die Krönung, wenn es nicht so traurig wäre, könnte man glatt herzhaft drüber lachen.

    Und natürlich mal wieder das Buzzword “Übersäuerung”. Kommt selbstredend immer nur von Leuten, die vom Säure-Basen-Haushalt des menschlichen Körpers nicht die Bohne einer Ahnung haben und tatsächlich glauben, der mit Lackmuspapier im Urin gemessene pH-Wert würde in irgendeiner Weise mit dem Blut-pH korrelieren.

    Immerhin gut, dass die daran angelehnte sog. “Basen-Diät” nicht das kleinste Bisschen funktioniert. Hätte sie nämlich tatsächlich die versprochenen Auswirkungen, würde kein Mensch diese Diät auch nur 2 Stunden überleben.

  9. 9 noch'n Flo 27. Februar 2017 um 10:18

    @ Martin:

    “Vielleicht sollte man in den Zusammenhang auch erwähnen, dass die Kelten damals im Durchschnitt alle nur ca. 20-30 Jahre alt geworden sind.”

    Ach was, alles nur Desinformation der Mainstreammedien. In Wirklichkeit wurden die ollen Kelten allesamt mindestens 200 Jahre alt. Manche wurden so alt, dass sie sich irgendwann in Bäume verwandelt haben, die dann angebetet wurden. Und dann ist der olle Miraculix in ihnen herumgeklettert und hat die leckeren Misteln abgeschnitten und damit den Kelten ihren Krebs geheilt. Oder ihren Fusspilz. Oder ihre Angst, der Himmel könnte ihnen auf den Kopf fallen. Beim Teutates!

  10. 10 crazyfrog 27. Februar 2017 um 12:39

    Autismus entsteht anscheinend bereits im 6. Monat, also lange vor der MMR-Impfung:

    http://www.webmd.com/brain/autism/news/20120217/brain-changes-in-autism-may-appear-as-early-as-6-months#1

  11. 11 sumo 27. Februar 2017 um 15:36

    Es ist eine Unverschämtheit, die Flüchtlinge zu beschuldigen, daß diese hier Krankheiten einschleppen. Sie bringen die Krankheiten aus Regionen mit, die erstens medizinisch meist nicht so fortschrittlich sind wie die EB-Medizin hier, und zweitens kommen viele aus Gegenden, in denen Krieg herrscht, und da hat man möglicherweise andere Dinge im Kopf als den gegenwärtigen Impfstatus.

    Es besteht ein grundlegender Unterschied darin, ob man aus nicht selbst zu verantwortenden Gründen Krankheiten in sich trägt oder ob man schuld an deren Ausbreitung ist.

    Schlimmer ist es für mich, wenn solche kranken Menschen auf eine Bevölkerung trifft, die nicht ausreichend durchgeimpft ist und somit die Ausbreitung ermöglicht. Die dafür Verantwortlichen sind für mich die wahren Schuldigen.

  12. 12 Wolfgang 27. Februar 2017 um 16:15

    “Vielleicht sollte man in den Zusammenhang auch erwähnen, dass die Kelten damals im Durchschnitt alle nur ca. 20-30 Jahre alt geworden sind.”

    Ja und bei den Kelten gabs noch keine Masern. Woher sollte denn dann das Keltische Wissen um die Behandlung von Masernkommen?

    Masern sind wahrscheinlich ein Artensprung des Rinderpestvirus auf den Menschen durch Rinderhaltung. Passiert vor ca 1200 Jhr.

  13. 13 diabetiker 27. Februar 2017 um 16:53

    nur mal gefragt: weshalb werden sich gedanken gemacht über kelten masern und die behandlung dazu ?

    “alle” behauptungen was und wie die kelten krankheiten “behandelt” haben sind frei erfunden. auch ob und wie masern wann entstanden sind ist völlig wurscht!

    heute/gestern/vorgestern — waren und sind die masern da, und “heute” gibts die impfung , zum glück. daher gibts nur ein problem – die ewig gestrigen, die sind das problem nicht die impfung.

  14. 14 gnaddrig 27. Februar 2017 um 19:39

    @ Wolfgang: Das BEWEIST doch, dass es Zeitreisen gibt (schon damals gab!) und keltische Gelehrte in die Zukunft gereist sind und das Masernvirus versehentlich in ihre Zeit zurückeingeschleppt und natürlich sofort eine Behandlungsmethode entwickelt haben, die die Krankheit gleich wieder ausrotette. Durch Überlieferungsfehler ist die Anweisung an die Leuteim 12. Jh. verlorengegangen, die die Entstehung der Masern verhindert hätte…

  15. 15 Julia 3. Mai 2017 um 19:22

    selten soviel m… gelesen wie hier.

    ich studiere Medizin und bin gerade im Praktikum.
    aber jetzt heisst es wahrscheinlich, die hat keine Ahnung, weil sie noch in der Ausbildung ist.

    Impfstoffe sind nicht harmlos!

    Leute die sich damit beschäftigen statt ja und amen zu sagen werden hier in den dreck gezogen.

    für Mediziner ist natürlich der patient der bessere, der nichts hinterfragt und alles über sich ergehen lässt.
    schliesslich wissen “wir” was wir tun.
    ist das so? wissen wir das immer so genau?

    aber immer fleissig impfen gehen… wir machen den job ja auch nicht für den Weltfrieden :)

  16. 16 Bernd Harder 3. Mai 2017 um 22:02

    @Julia:

    Sie plärren einfach faktenfrei drauf los.

    Aus welchem Grund konkret sind welche Impfstoffe Ihrer Auffassung nach gefährlich und wie belegen Sie Ihre Behauptung?

    << Leute die sich damit beschäftigen statt ja und amen zu sagen werden hier in den dreck gezogen. << Nö, hier geht es um organisierte Impfgegner, die falsche Behauptungen aufstellen und sich eben gerade *nicht* mit den Fakten beschäftigen, wenn diese ihrer persönlichen Ideologie widersprechen. << für Mediziner ist natürlich der patient der bessere, der nichts hinterfragt und alles über sich ergehen lässt. << Nö, gerade das ist für Ärzte so ziemlich das Schlimmste überhaupt. Was genau lernen Sie eigentlich in Ihrem angeblichen Medizinstudium? Haben Sie schon mal den Begriff "Compliance" gehört?

  17. 17 noch'n Flo 4. Mai 2017 um 03:59

    @ Julia:

    “ich studiere Medizin und bin gerade im Praktikum.”

    Lass mich raten – Pflegepraktikum im 1. Semester?

    “Leute die sich damit beschäftigen statt ja und amen zu sagen werden hier in den dreck gezogen.”

    Ich beschäftige mich seit Jahrzehnten ständig damit. Sollte ich als Hausarzt ja wohl auch. Und leider kann ich Deiner Impfgegnerrhetorik so überhaupgt nicht folgen, gescheigedenn zustimmen.

    “für Mediziner ist natürlich der patient der bessere, der nichts hinterfragt und alles über sich ergehen lässt.”

    Wie kommst Du denn auf den Dummfug? Der beste Patient ist selbstverständlich der gut informierte – der ist nämlich viel complianter.

    “schliesslich wissen “wir” was wir tun.”

    Warum das ‘wir’ in Anführungsstrichen?
    Und ja: wir Ärzte sollten tatsächlich wissen, was wir tun. Ich weiss es auch in den allermeisten Fällen. Und wenn ich es mal nicht mehr weiss, kann ich problemlos einen fachärztlichen Kollegen hinzuziehen.

    “ist das so? wissen wir das immer so genau?”

    So gut wie möglich. Wenn Du tatsächlich Medizinstudentin bist, solltest Du sehr wohl wissen, dass es absolute Aussagen in der Medizin nicht gibt.

    “aber immer fleissig impfen gehen… wir machen den job ja auch nicht für den Weltfrieden”

    Nö, wir Ärzte sind keine reinen Altruisten, wir müssen ja schliesslich auch von etwas leben.

    Aber so, wie Du daher kommst, musst Du entweder noch eine Menge über unseren Beruf lernen (und als erstes mal ganz schnell, wie man sich vernünftige Informationen besorgt – da gibt es sicherlich ein entsprechendes Kursangebot in Eurer Uni-Bibliothek, einfach mal ans schwarze Brett gucken), oder bist überhaupt keine Medizinstudentin und willst Dich hier nur wichtig machen.

    Bei diesem Testat bist Du jenfalls mit Pauken und Trompeten durchgefallen.

  18. 18 Ursula 4. Mai 2017 um 06:57

    @ Julia
    Sie studieren Medizin?

    Viel gelernt haben sie bis jetzt offensichtlich nicht. Von Belegen wie in der Wissenschaft üblich, haben sie auch noch nichts gehört.
    Ehrlich gesagt schimpfen sie einfach mal so drauf los, wie jeder x-beliebige Troll auf Facebook.

    Falls sie tatsächlich Medizin studieren, haben sie sich hiermit bereits für den Beruf einer Ärztin disqualifiziert.

    Ich möchte jedenfalls nur eine Ärztin konsultieren, die auf den Boden von Fakten und aktuellen Erkenntnissen handelt.

    Diese Ärzte habe ich zum Glück, und Antibiotika bekomme ich bei Schnupfen sicher nicht verschrieben, übrigens noch nie. Allerdings hat mir ein Antibiotikum mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bereits das Leben gerettet.

    Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der die Folgen von damals noch nicht vorhandenen Impfungen noch deutlich sichtbar waren. Menschen mit schweren bzw. schwersten Behinderungen aufgrund von Polio. Mein Mann, der wegen Mumps auf einem Ohr vollkommen taub ist.

    Meine Großmütter, die mir von ihren Ängsten um die Kinder berichtet haben, weil sie mitbekommen haben, wie viele Kinder an den sogenannten Kinderkrankheiten gestorben sind. Die langen Nächte, die an den Betten der Kinder voller Angst und Panik verbracht wurden. Das war in den 1930er bis 1940er Jahren. Beide Eltern haben die Kriegszeit am Land verbracht, mit ausgezeichneter Ernährungslage und Hygiene war auch kein Problem.

    Um mal gleich eines der beliebtesten “Argument” der Impfgegner zu entkräften.

  19. 19 noch'n Flo 4. Mai 2017 um 09:23

    @ Ursula:

    “Sie studieren Medizin?”

    Ja, solche Leute findet man – vor allem in den unteren Semestern – durchaus auch mal im Medizinstudium. Meine Frau hatte eine Kommilitonin, die im 1. Semester in der Chemie-Vorlesung aufgestanden ist und allen Ernstes gesagt hat, sie wolle den ganzen gefährlichen Chemie-Kram gar nicht lernen und wann sie denn endlich mal etwas über ‘natürliche’ Therapien wie z.B. Bachblüten lernen würde.

    Der Chemie-Prof war erstmal so verdattert, dass ihm auf die Schnelle keine Antwort einfiel, dafür gröhlte der ganze Hörsaal lautstark – und die Fragestellerin hatte damit ihren Spitznamen “Bachblüte” ein für alle Mal weg.

    Sie ist dann übrigens später 3x durchs Physikum gerasselt und war damit aus dem Studium raus. Puh, nochmal Glück gehabt.

  20. 20 noch'n Flo 4. Mai 2017 um 10:36

    Hinter der Behauptung

    “für Mediziner ist natürlich der patient der bessere, der nichts hinterfragt und alles über sich ergehen lässt.”

    steckt ja auch noch ein ganz gemeiner Denkfehler der IG.

    Da stellt der IG beim Arzt ein paar Fragen zur Impfung, bekommt aber nicht die erhofften Antworten, sondern die Wahrheit vorgesetzt, die er aber für Farma-Propaganda hält. Also versucht er, den Arzt von seinen kruden VTen zu überzeugen – worauf der Arzt ntürlich nicht eingeht, sondern weiter Überzeugungsarbeit pro Impfen zu leisten versucht.

    Der IG wird immer dreister in seinen Falschbehauptungen, bis dem Arzt (völlig nachvollziehbar) der Kragen platzt und er sich weigert, an die Diskussion mit dem IG weiter seine kostbare Zeit zu verschwenden.

    Und für den IG sieht es in seiner Wahnwahrnehmung dann so aus, als wolle der Arzt nicht, dass man ihm (unangenehme) Fragen stellt.

    Den eigenen Denkfehler bemerkt da kein einziger IG.

  21. 21 Andrea 6. Mai 2017 um 15:28

    ich hätte eine frage, da hier auch Ärzte posten.

    warum warnen manche Kinderärzte vor Impfungen und manche nicht?

    also nur mal um die ganze Sache zu verstehen.

    alle haben Medizin studiert, aber die einen sind Befürworter die anderen raten ab.oder raten erst zu bestimmten zeiten (alter) mit den impfen zu beginnen.

    wie kommt so etwas?

    ich wohne in Herdecke und hier im Krankenhaus kann man sich von dem prof. vorträge contra impfen anhören.
    genauso stellt sich mir die frage, warum einige Ärzte auch homöopathisch arbeiten, obwohl es wirkungslos sein soll?

    der Arzt kann seine Patienten doch nicht mit nutzlosen Medikamenten oder Methoden behandeln,wenn diese keine Wirkung haben.
    spricht das nicht gegen seinen beruf?

  22. 22 Natalie Grams 6. Mai 2017 um 17:30

    Eine gute Frage – und eine berechtigte.

    Ich kann leider nur für mich antworten. Bin auch Ärztin, hab normal studiert und bin doch erstmal Homöopathin geworden und war auch Verfechterin der sogenannten “individuellen Impfentscheidung”.

    Beides vor allem deshalb, weil ich mich nach meiner “Intuition” gerichtet habe – was man etwas schräg, als “Bauchgefühl der Medizin” verstehen könnte. Kommt mir heute schrecklich vor, aber so mag es auch anderen Kollegen gehen. Wir Ärzte sind nicht streng wissenschaftlich ausgebildet, vieles ist Überlieferung, Erfahrung und “macht man halt so”.

    Die evidenzbasierten Medizin hat sicher erst in den 90er Jahren etabliert, als anderseits die Pluralität in der Medizin noch sehr hochgehalten wurde. Das sind jetzt wohl leider noch die Früchte dieser Toleranz.

    Man glaubte, allen Strömungen (und Heilverfahren) einen Platz einräumen zu müssen, vielleicht auch, weil der Mensch als “weicher Forschungsgegenstand” nicht so leicht einzuordnen war/ist. Zum Glück müssen wir das weniger und weniger glauben.

  23. 23 Joseph Kuhn 6. Mai 2017 um 17:36

    @ Andrea:

    Was ist so verwunderlich daran, dass Ärzte manchmal auch seltsame Dinge tun? Das gibt es in allen Berufen.

    Wer ist denn der Professor in Herdecke, der in Vorträgen vom Impfen abrät?

  24. 24 noch'n Flo 6. Mai 2017 um 18:41

    @ Andrea:

    In Witten-Herdecke befindet sich Deutschlands einzige “Universität”, an der man die sog. “Anthroposophische Medizin” studieren kann. Diese hat mit der echten Medizin recht wenig zu tun – und lehnt Impfungen ab, weil damit in die gottgewollte Ordnung eingegriffen würde.

    Ein anderes Problem ist, dass nur ein geringer Prozentsatz der Ärzte gut in Mathe und Statistik ist – obwohl beides Pflichtfächer im Medizinstudium sind (aber man kann sich durch die entsprechenden Testate meist recht problemlos durchmogeln).

    Diese KollegInnen sind dann leider sehr anfällig für pseudomedizinische “Argumente” und werden dann schnell zu Verfechtern “alternativmedzinischer Verfahren” wie Homöopathie, Osteopathie, TCM usw. Oder werden Impfgegner bzw. -Kritiker.

    Ich kenne leider hier in der Gegend sehr viele Kollegen, die z.B. nichts vom offiziellen Impfschema des BAG halten, oder die meinen, es sei gesünder und besser für die Kinder, diMasern durchzumachen, anstatt zu impfe.

    Furchtbar, aber man kann ihnen leider juristisch nicht beikommen. Argumentativ sowieso nicht, da diese Kollegen im Regelfall ihre eigene Meinung und ihre eigenen Erfahrungen weit über alle wissenschaftlichen Erkenntnisse stellen. Und Studien sind ja sowieso alle von Big Farma gefälscht, gelle?

  25. 25 noch'n Flo 6. Mai 2017 um 18:46

    @ Andrea:

    Ach ja, und Ärzte sind mitnichten eine intellektuelle Elite, nur weil sie Medizin studiert haben, ganz im Gegenteil. Da sind vom ersten Semester an auch ein paar recht dämliche Exemplare mit am Start. Und selbstverliebte. Und kritikunfähige. Und dominante.

    Und leider ändert sich das im Studium meistens nicht wesentlich.

  26. 26 Andrea 6. Mai 2017 um 18:52

    vielen dank für die antworten.

    aber es ist doch so, dass mittlerweile sehr viele Ärzte alternative Medizin mit in ihre Behandlungen einfliessen lassen.

    mein Arzt verabreicht immer erst pflanzlichen oder homöopatische Präparate bevor er etwas anderes verschreibt.

    meine Ärztin davor hat mir bei jeder Bronchitis ein Antibiotikum verschrieben.(dabei hatte ich immer sehr starke Probleme mit dem Darm und mit pilzinfektionen)

    seit ich (seit 5 Jahren) einen anderen Hausarzt habe, habe ich noch kein Antibiotikum bekommen.

    und ich bin immer wieder genesen :)(ohne diese Probleme)
    wie kommt es zu solchen unterschieden?

    und was ist besser?

    @Joseph
    puh, es ist schon 6 Jahre her, als ich mir den Vortrag angehört habe.
    ich möchte nichts falsches schreiben, aber ich glaube es war der prof. der Kinderklinik.
    er hatte auch das buch “impfen pro und contra” und “lob der Krankheit” empfohlen.

  27. 27 RainerO 6. Mai 2017 um 20:33

    @ Andrea
    Wenn das alles stimmt, was du hier schreibst, solltest du den Arzt wechseln.

    Leider scheine ich aber wohl inzwischen so paranoid zu sein, dass in mir der Verdacht keimt, die naiven Fragen für versteckte Pseudomedizinpropaganda zu halten. Das ist mir alles zu klischeehaft konstruiert.

    Früher die Antibiotika-um-sich-werfende Schulärztin (natürlich mit bösen, bösen Nebenwirkungen), jetzt der erst mal “sanft” Behandelnde (natürlich mit durchschlagendem Erfolg).

    Ich traue dieser Story nicht.

  28. 28 noch'n Flo 7. Mai 2017 um 06:55

    @ Andrea:

    “mein Arzt verabreicht immer erst pflanzlichen oder homöopatische Präparate bevor er etwas anderes verschreibt.”

    Homöopathie ist nicht pflanzlich! Da sind vielmehr so ‘leckere’ Sachen wie Arsen, Quecksilber, Plutonium oder Hundekot drin.

    Die Pflanzenheilkunde nennt man “Phytotherapie”, und die hat absolut nichts mit Homöopathie zu tun, wird aber von den meisten Menschen damit verwechselt. Phytoherapie ist sehr gut erforscht und auch sehr wirksam. Die Homöopathie ist zwar auch sehr gut erforscht, aber absolut unwirksam (über den Placeboeffekt hinaus).

    “meine Ärztin davor hat mir bei jeder Bronchitis ein Antibiotikum verschrieben”

    Hat sie denn vorher eine Blutuntersuchung auf Entzündungswerte gemacht? Falls ja, und falls diese Werte erhöht waren, war die AB-Gabe berechtigt.

    Aber in Deutschland hat kaum noch ein Arzt ein eigenes Praxislabor (so wie z.B. hier in der Schweiz), daher müssen die Blutproben erstmal in ein Grosslabor geschickt werden. Bis man da ein Ergebnis hat, können schon mal 2-3 Tage vergehen, übers Wochenende noch mehr.

    Da geben viele übervorsichtige Ärzte lieber einmal zu viel AB, als einmal zu wenig, nur um nichts zu riskieren und sofort mit der Therapie beginnen zu können. Bei manchen bakteriellen Infektionen zählt schliesslich jeder Tag.

    “seit ich (seit 5 Jahren) einen anderen Hausarzt habe, habe ich noch kein Antibiotikum bekommen.

    und ich bin immer wieder genesen”

    Selbst wenn es bakterielle Infektionen waren (z.B. Lungenentzündung), so genesen auch viele Patienten ohne AB wieder. Bevor es AB gab, starb etwa jeder 10. Patient an einer Lungenentzündung, d.h. 9 von 10 überlebten. Nur leider gibt es da ein Problem: niemand kann im voraus sagen, wer der 10. Patient sein wird.

    Das sieht man den Menschen nämlich nicht an – und auch im Labor kann man es nicht erkennen (es sei denn, es ist schon fast zu spät). Und deshalb gibt man allen Patienten bei einer nachgewiesenen Lungenentzündung AB, um 10% von ihnen das Leben zu retten.

    “und was ist besser?”

    Wenn man zeitnah keine Laborresultate bekommen kann (d.h. noch am selben Tag) sind vorsorgliche AB-Gaben (bei entsprechender Symptomatik) tatsächlich besser.

    “ich glaube es war der prof. der Kinderklinik”

    Wenn er tatsächlich Professor in Herdecke war, dann war er mit absoluter Sicherheit ein Anhänger der “Anthroposophischen Medizin” und damit Impfgegner aus ideologischen Gründen. Hier kannst Du mal etwas über die “Anthroposophische Medizin” lesen: https://www.psiram.com/de/index.php/Anthroposophische_Medizin

    Das Buch “Lob der Krankheit” stammt von Bert Ehgartner, einem Journalisten und bekannten Impfgegner: https://www.psiram.com/de/index.php/Bert_Ehgartner Es ist übrigens im Bastei Verlag erschienen, der normalerweise für Billg-Romane bekannt ist, aber sicherlich nicht für seriöse Fachbücher.

    Das Buch “Impfen Pro und Contra” stammt zwar von einem Arzt, Martin Hirte, aber diese ist auch bekannter Impfgegner und verdient mit seinen Bücher und Vorträgen sehr grosse Summen in der Impfgegner-Szene. Seine Masche ist besonders perfide, weil er den Eltern vorgaukelt, selber die Entscheidung übers Impfen zu treffen, sie mit seinem Buch aber dermassen raffiniert und subtil manipuliert, dass sich jeder am Ende gegen das Impfen entscheidet. Das ist Gehirnwäsche durch Lesen. Noch mehr zu ihm: https://www.psiram.com/de/index.php/Martin_Hirte

    Für sein o.g. Buch hat er übrigens nicht mal einen Verlag gefunden, musste es im Eigenverlag herausbringen. Das ist für ein angebliches “Sachbuch” so ziemlich das Peinlichste, was möglich ist.

    Ich weiss, Impfgegner können sehr überzeugend und seriös daherkommen. Aber sie sind es nicht. Impfgegnertum ist eine sektenartige Ideologie, die sich gegen jede Kritik von aussen immunisert hat. Nicht wenigen Leuten aus dieser Gruppe kann und muss man wohl ernsthafte Wahnvorstellungen unterstellen.

  29. 29 Andrea 7. Mai 2017 um 18:37

    @ rainero

    “Leider scheine ich aber wohl inzwischen so paranoid zu sein, dass in mir der Verdacht keimt, die naiven Fragen für versteckte Pseudomedizinpropaganda zu halten. Das ist mir alles zu klischeehaft konstruiert.”

    da scheinst du dich sehr gut eingeschätzt zu haben, denn ich schildere hier nur meine Erfahrungen.

    “Früher die Antibiotika-um-sich-werfende Schulärztin (natürlich mit bösen, bösen Nebenwirkungen), jetzt der erst mal “sanft” Behandelnde (natürlich mit durchschlagendem Erfolg).
    Ich traue dieser Story nicht.”

    sorry, das ist keine “story”, sondern genau das was ich erlebt habe.
    es wurde nie ein Bluttest gemacht!

    ich dachte, hier werden solche Themen ernst und sachlich besprochen,aber viele hier sind wohl genauso eingefahren in ihrer Meinung wie die andere (kritisierte) Seite.

    ich bin weder radikaler impfgegner noch befürwortet.
    mich interessiert was andere zu den Themen sagen und was sie erlebt haben.

    ich frage mich nur, wem kann man etwas glauben?
    den Ärzten ja anscheinend nicht.

    “Ein anderes Problem ist, dass nur ein geringer Prozentsatz der Ärzte gut in Mathe und Statistik ist – obwohl beides Pflichtfächer im Medizinstudium sind (aber man kann sich durch die entsprechenden Testate meist recht problemlos durchmogeln).”

    das heisst also im Klartext, dass die meisten Ärzte unfähig sind?

  30. 30 Andrea 7. Mai 2017 um 18:47

    @rainero

    und das was ich geschrieben sind meine Erfahrungen mit der Hausärztin.
    genau so wurde ich jahrelang behandelt und genau mit den Nebenwirkungen hatte ich zu kämpfen.
    vielleicht hast du als mann die Probleme nicht, aber glaub mir, angenehm ist es wirklich nicht, wenn man nach so einer Antibiotika kur ne Woche einen Pilz im Intimbereich und durchfall hat.
    aber vielleicht stelle ich mich da auch einfach nur an.

    meine jetziger Hausarzt macht genau das was oben beschrieben wurde,nämlich einen Bluttest.

    “Wenn man zeitnah keine Laborresultate bekommen kann (d.h. noch am selben Tag) sind vorsorgliche AB-Gaben (bei entsprechender Symptomatik) tatsächlich besser.”

    das glaube ich auch, aber soviel Erfahrung traue ich einem Arzt schon zu, das er beim abhören eine Lungenentzündung von einer Bronchitis unterscheiden kann.
    und nicht direkt ins blaue Antibiotika verabreicht.
    dann nehme ich gern erstmal die pflanzliche Variante.

  31. 31 Clemens M. 7. Mai 2017 um 18:58

    @Andrea
    Es gibt wie in allen Berufe gute und schlechte Ärzte.

    Dem begegnet man, wenn man nicht gerade auf dem flachsten Lande wohnt, wo es keine Auswahl gibt, damit, dass man nicht zum erstbesten geht um die Ecke, sondern wählt und gegebenenfalls wechselt.

    Nachdem meine Zahnärztin in den wohlverdienten Ruhestand gegangen ist, habe ich auch eine Weile gebracht um adäquaten Ersatz zu finden. Es hat aucn eine Weile gedauert, bis ich einen Arzt gefunden habe bei dem ich mich mit einer chronischen Erkrankung gut aufgehoben fühle. So isses nun mal.

    Ärzte sind nicht allwissend, auch Menschen und nicht wenige – gerade Allgemeinmediziner bessern ihren Umsatz auch mit Angeboten auf, die nicht evidenzbasiert sind (Homöopathie, Akupunktur, allerlei andere sogenannte alternative Anwendungen).

    Manche glauben dran, andere machen es, weil der Kunde es halt wünscht und es Geld bringt. Nur mit Kassenpatienten trägt sich eine Praxis wohl nicht.

  32. 32 RainerO 7. Mai 2017 um 20:03

    @ Andrea
    Gut, dann gehe ich vorerst davon aus, dass die Geschichte stimmt und ich bitte für mein Misstrauen um Entschuldigung.

    Ganz unbegründet war es nicht, weil einfach zu viele Honks genau mit solchen Storys hier aufschlagen. Einen Arzt, der bei einer Bronchitis Homöopathie verschreibt, würde ich trotzdem nicht mehr besuchen wollen. Das ist grob fahrlässig.

    Dass Candida albicans unangenehm ist, ist mir durchaus bewusst. Meine Frau ist Apothekerin und leider ab und zu auch Betroffene.

    Ärzte sind auch nicht unfähig, weil sie nicht gut in Statistik sind. Wie kommst du auf diesen Dampfer? Das Problem eines Defizits in diesem Bereich ist, dass man dann u.U. eine Studie nicht richtig bewerten kann und schon mal leichter auf Manipulationen hereinfällt.

    Das ist zwar unerfreulich, wenn der Arzt dann einer gefälschten Studie à la Wakefield auf den Leim geht, eine Lungenentzündung sollte er dann aber trotzdem noch diagnostizieren können.

  33. 33 noch'n Flo 8. Mai 2017 um 06:19

    @ Andrea:

    “das heisst also im Klartext, dass die meisten Ärzte unfähig sind?”

    Nein, aber wer Statistik nicht kann, läuft eher Gefahr, sich von manipulierten Studien täuschen zu lassen. Aber es gibt ja auch noch Guidelines, an die man sich halten kann, die von den jeweiligen Fahcgesellschaften erstellt werden. Da braucht man dann auch kein Mathehengst zu sein, um dennoch gut und evidenzbasiert behandeln zu können.

    Das Problem sind diejenigen Ärzte, die keine Ahnung von Mathe und Statistik haben UND gleichzeitig ein dermassen aufgeblasenes Ego, dass sie ihre eigene Erfahrung und Meinung viel zu hochwertig einschätzen.

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