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Die „Yeti-Genomstudie“ ist da

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Der Humangenetiker Bryan Sykes von der Universität Oxford hat heute seine lange angekündigte „Yeti-Studie“ publiziert:

Genetic analysis of hair samples attributed to yeti, bigfoot and other anomalous primates“

Im Wesentlichen bestätigt das Paper in den „Proceedings B“ der britischen Royal Society unseren Blogpost vom Oktober.

Eine Sensation im engeren kryptozoologischen Sinne gibt es nicht zu vermelden – sofern man die Entdeckung eines aufrecht gehenden Hominiden mit einer über das Tierreich herausragenden Intelligenz erwartet hatte.

Von den 30 „Yeti“-Haarproben, die Sykes und sein Forscherteam unter die Lupe nahmen, konnten 28 genetisch eindeutig ganz normalen Tieren wie Bären, Pferd, Kuh, Waschbär, Wolf oder Hirsch zugeordnet werden.

Nur zwei Analysate lieferten zumindest überraschende Erkenntnisse, nämlich Hinweise auf einen „Rätsel-Bären“ im Himalaya:

Nach Ansicht der Forscher kommen drei Erklärungen in Betracht:

Es könnte im Himalaya eine ganz neue Bärenart geben, die genetisch dem urzeitlichen Eisbären ähnelt, oder es lebt dort eine bisher unbekannte bräunlich gefärbte Variante des Eisbären.

Möglich wäre aber auch, dass es sich um Hybriden aus Braunbären und Eisbären handelt.

Solche Kreuzungen hat man in den letzten Jahren auch schon in Alaska entdeckt, allerdings passt deren genetisches Profil nicht zu den beiden Haarproben aus dem Himalaya, wie die Wissenschaftler berichten. Wahrscheinlicher wäre es daher, dass die Rätselbären aus Ladakh und Bhutan von Hybriden abstammen, die schon kurz nach der Aufspaltung von Braun- und Eisbären entstanden.

„Wenn solche Bären tatsächlich im Himalaya weit verbreitet sind, dann könnten sie die biologische Grundlage der Yeti-Legende sein“, konstatieren Sykes und seine Kollegen“,

schreibt das Online-Portal von bild der wissenschaft.

Sykes betont in den Proceedings, dass das Ergebnis seiner Analysen die Existenz von Yeti und Co. („anomalous primates“) nicht ausschließe.

Kryptozoologen müssten allerdings stärker daran arbeiten, überzeugende Beweise vorzulegen – „and now have the means to do so“.

Zum Weiterlesen:

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