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„Frankfurter Ring“ sagt ein MMS-Seminar ab, spinnt aber ansonsten munter weiter

| 35 Kommentare

Immerhin:

Nach dem Kontraste-Bericht „Ätzende Alternativmedizin“

und einem kritischen Artikel in der Frankfurter Neuen Presse (FNP) hat der Verein „Frankfurter Ring“ ein Seminar mit dem MMS-Promoter Ali Erhan abgesagt.

Erhan hatte sich bereits im Vorfeld der Kontraste-Sendung am vergangenen Donnerstag mit einem originellen Briefwechsel mit der ARD-Redaktion hervorgetan.

Heute schreibt die FNP:

Der Verein [Frankfurter Ring] hatte für die Veranstaltung mit dem dubiosen Referenten [Ali Erhan] zuvor auf seiner Internetseite kräftig geworben und die Vorzüge von MMS als „geniale Substanz“ bezeichnet. Angeblich könne es zahlreiche Krankheiten kurieren – von Fußpilz über Grippe bis hin zu Krebs und Autismus bei Kindern, so die Verfechter.

Zu einer weiteren Stellungnahme, warum der Verein, der seit 45 Jahren besteht, diese Veranstaltung trotz des zweifelhaften Hintergrunds kurzfristig in sein Programm aufgenommen hatte, war die Geschäftsführung gestern nicht bereit.

„Wir sind eine ehrbare Institution mit einem guten Ansehen, und das wollen wir auch behalten“, teilte die erste Vorsitzende, Brita Dahlberg, ergänzend mit.“

Was diese angeblich „ehrbare Institution“ sonst noch so im Köcher hat, offenbart die Homepage.

Heute Abend zum Beispiel tritt „der Entertainer unter den Quantenheilern“ auf.

In der Ankündigung zu Richard Bartlett und seinen „Matrix Fundamentals“ heißt es:

Wenn Ihre rational denkende linke Gehirnhälfte erkannt hat, dass nahezu die gesamten Kursinhalte auf den Prinzipien der Quantenphysik beruhen, dann kann Ihr Bewusstsein darauf verzichten, sich an die „Realität“ zu klammern.“

Anscheinend hat der „Frankfurter Ring“ schon lange jeden Bezug zur Realität verloren.

 Zum Weiterlesen:

  • Absage an „Wunderheiler“, Frankfurter Neue Presse am 28. Juni 2014
  • Selbsternannte Wunderheiler setzen Geld vor Gesundheit, Frankfurter Neue Presse am 27. Juni 2014
  • MMS heute bei „Kontraste“, GWUP-Blog am 26. Juni 2014
  • Miracle Mineral Supplement: Die chlorreichen Lügen, DocCheck News am 26. Mai 2014
  • Sibylle Berg über Chlorbleiche und skeptische Argumente, GWUP-Blog am 12. Mai 2014
  • Gefährliches „Wundermittel“ MMS: Wenn Quacksalber für giftige Chlorbleiche werben, Spiegel-Online am 4. Mai 2014
  • “Warum foltert ihr Kinder?” Die MMS-Demo in Hannover, GWUP-Blog am 28. April 2014
  • Ein “Gesundheitskongress” als Panoptikum des Grauens, GWUP-Blog am 19. April 2014
  • Vergiftungsmittel MMS, Ratgeber-News-Blog am 27. April 2014
  • The Spirit of Bullshit, Julitschka am 26. April 2014
  • Wenn es quakt wie eine Ente: Moderne Quacksalberei MMS, Pharmama am 29. April 2014
  • Die EMA approbiert ein Wunder, sagen die Wunderheiler, Psiram am 2. Mai 2014
  • Jim Humbles tödliche Geschäfte, Psiram am 6. Juni 2014
  • BfArM warnt vor der Anwendung von MMS als Arzneimittel, DAZ-Online am 2. Juni 2014
  • MMS und Jim Humble – die Fakten, gesundheit.ch
  • Hoaxilla #91 – „Bleiche als Medizin?“ vom 10. Juni 2012
  • Was hat „Quantenheilung“ mit Quantenphysik zu tun? GWUP-Blog am 3. Mai 2013
  • Quantenheilung ist maximal ein Placebo-Effekt, GWUP-Blog am 14. Dezember 2012
  • Gesund und reich durch Quantenheilung, futurezone am 23. April 2014
  • Das Ding vom Frankfurter Ring, Ratgeber-News-Blog am 28. Juni 2014
  • MMS: Chlordioxis+Chlor+Chlorit+Chlorat, Ratgeber-News-Blog am 29. Juni 2014

35 Kommentare

  1. Ich bin gerade dabei einen umfassenden Artikel über den „Frankfurter Ring“ zu schreiben. Das ist ein dicker Brocken, sozusagen ein Kotzbrocken.

  2. @ DH
    Einen Artikel oder Kommentar?

    Wenn es sich um einen Artikel handeln sollte, wo würde der dann veröffentlicht?

  3. Ramen, selbst die MMS-Sekte lässt Ihre Kritiker vollständig zu Wort kommen. Sie haben eine unvollständige Sammlung von MMS-Kritiken in den gängigen —->Mainstreammedien.<—- Auch wenn sie in all diesen beurteilenden und verurteilenden Abhandlungen kaum zu Wort kommen. Sie stellen sich der Kritik und wären froh über eine ehrliche Auseinandersetzung zu dieser Thematik. Sie nehmen diesbezüglich JEDE Einladung zu einer solchen öffentlichen Medien-Diskussion gerne an!

    http://www.mms-seminare.de/mms-kritik

    Man sollte immer beide Seiten betrachten;)

    Ramen

  4. Ich bin gerade dabei, das zuständige Finanzamt herauszusuchen und wegen der Gemeinnützigkeit anzuspitzen. Die sind fällig!

  5. Dann schau dir erstmal die BeTiWi Akademie in Wiesbaden an, hatte ich Bei psiram gelesen.

  6. Den Laden habe ich bisher auch noch nicht gekannt, obwohl selbst Rhein-Mainer. Da gibt sich ein Verein als gemeinnützig und veranstaltet teure Seminare mit den übelsten Gestalten der Szene. Der Erhan passt ja eigentlich ins Portfolio, hat aber leider zur Zeit ein etwas „ungünstiges“ Image, das ihm die Medien an den Kragen geheftet haben.

    @DH: Es gibt nach meinen kurzen Recherchen kaum bis gar keine fundierte Kritik an dem Laden (Bernd ein ganz großes Danke, dass er das mal aufgegriffen hat!). Sonst habe ich noch einen lesenswerten Beitrag gefunden:

    http://www.kritische-ausgabe.de/artikel/das-goldene-leben

    Bitte den Link zu dem Artikel auch hier mal reinstellen, würde mich brennend interessieren.

  7. Erschreckend finde ich diese Sätze auf der Webseite des „Frankfurter Rings“:

    „Weiterbildungsprämie (Bildungsscheck)

    Das Bundesministerium fördert Weiterbildungen mit bis zu 500 Euro im Jahr. Der Frankfurter Ring ist als Weiterbildungsträger anerkannt und nimmt Qualifizierungsschecks an. … „

  8. So schrecklich ich die MMS-Szene finde und mir die Kinder leid tun … und Medizin nicht in Laienhaende gehört etc …

    Finde ich den Briefwechsel nicht originell.

    Den Wunsch nach Absicherung verstehe ich, hingegen nicht warum das nicht möglich war.

    Außerdem muss ich zugeben, dass das was der Herr da so schreibt mich als Laien verwirrt. Chlor im Wasser OK, MMS Boese. Was ist mit den erwähnten Arzneimitteln? Klar, vieles ist gelogen, manche Dinge sollten aber erklärt werden anstatt das einfach ‚originell‘ zu nennen.

    Mir ist klar, selbst wenn es Medikamente gibt mit dem selben Wirkstoff ist das was anderes, denn belegt und in kompetenten Händen.

    Ich kann es soweit einordnen denke ich, aber so etwas zu verlinken ohne Kommentar kann nach hinten los gehen. Den es wird ja noch mehr medizinische Laien geben, die hier mit lesen.

    Das ‚Rattengift‘ Marcumar ist ist auch ein Thema, das gerne in Gesprächen bei Laien hoch kommt

  9. @Bernd Wachsmann:

    << Den Wunsch nach Absicherung verstehe ich, hingegen nicht warum das nicht möglich war. << Das Ding ist, dass man *so* mit Medien nicht umgehen kann. Das mag man verstehen oder nicht, aber jeder Hasenverein weiß das oder sollte es wissen. Die GWUP weiß auch nie, was z.B. ein Boulevard-Reporter aus ihren Aussagen macht - dann muss man das Ganze halt ablehnen und nicht mit kindischen "Absicherungen" ankommen. Dieser "Kontrollzwang" ist typisch für solche Leute, die im Grunde wissen, was für einen Mist sie anbieten, und die gerne jede Werbung mitnehmen, aber jede kritische Frage "kontrollieren" wollen. Das läuft halt nicht.

  10. @Mr. Mir:

    Das nennt man wohl „Salami-Taktik“:

    Das zugeben, was ohnehin längst bekannt und überall einsehbar ist – und zum Rest weiter schweigen bzw. neue Interviewanfragen dazu ablehnen.

  11. @ Tachy

    Was für Methoden…

  12. So, jetzt bekomme ich auch den Newsletter vom Frankfurter Ring:) Das is mir gleich was ins Auge geschossen:

    Water – Die geheime Macht des Wassers
    http://kinolichtart.de/filme/1/222

    und das auch noch:
    Heilen mit MMS?
    MMS ist eine geniale Substanz, die das Immunsystem aktiviert, intelligent macht und zuverlässig Krankheitserreger vernichtet – über das aber eine Vielzahl von Fehlinformationen kursiert.

    Ramen, Freunde:)

  13. @ Bernd Harder:

    Sagen wir mal so:
    Der Hasenverein möchte ja evtl. unbedingt in die Medien, dann spielt er natürlich mit.
    Außerdem, je „wichtiger“ der Interviewte, umso mehr Entgegenkommen von den Medien.
    Gut, mitfilmen dürfte selten sein (da für „Wichtige“ unnötig), aber das der Interviewte bestimmt, was gesendet wird und was nicht, ist für Politiker und Promis z.B. ja eher normal als Ausnahmen.

    Ich habe oft genug erlebt, was Medien aus der Wirklichkeit machen, ich würde z.B. auch vielen Menschen empfehlen, lieber auf Interview zu verzichten als z.B. von Brontal 21 verunglimpft zu werden.

    >Die GWUP weiß auch nie, was z.B. ein Boulevard-Reporter aus ihren Aussagen macht – dann muss man das Ganze halt ablehnen und nicht mit kindischen “Absicherungen” ankommen.<

    Mann "muss" eben nicht, wenn man nicht selbst gerne in den Medien sein will.

    Der MMS-Mensch lehnt nicht ab, stellt Forderungen, so sehr ich seine Tätigkeit ablehne, man kann das "kindische Absicherung" nennen oder eben "nicht einfach auf alles eingehen was das Gegenüber will".
    Ist für mich kein Kontrollzwang, sondern gerechtfertigtes Interesse.

    Wäre er kein MMS-Typ, sondern Obama, würde das niemand als "kindisch" bezeichnen (wie gesagt, Obama hat es nicht nötig)

    Aber gut, ist Nebenthema und unwichtig.
    Ich vermute, da es von ihm kommt und die GWUP nie so "dreist" wäre Forderungen zu stellen, muss er wohl angegriffen werden dafür

  14. @Bernd:

    < < Wäre er kein MMS-Typ, sondern Obama, würde das niemand als "kindisch" bezeichnen (wie gesagt, Obama hat es nicht nötig) << Aber selbstverständlich würde ich das. Ich bin selber Zeitschriftenredakteur und habe in großen Verlagshäusern gearbeitet und auch mit "Stars" zu tun gehabt (echte und solche, die sich dafür halten) - da habe ich das alles etwas anders kennengelernt, als Sie es hier darstellen. Wir haben sogar mal ein Helmut-Kohl-Exklusiv-Interview (zu dessen "Glanzzeiten") genau aus diesem Grund gekillt, weil die gewünschten "Korrekturen" über jedes annehmbare Maß hinausgingen. Und *das* ist die Regel, die ich kenne und erlebt habe. Haben Sie mal US-Journalisten bei Präsidenteninterviews gesehen? Wenn ja, würden Sie so etwas sicher nicht schreiben. Medienarbeit ist ein Geben und Nehmen, beide brauchen einander und profitieren wechselseitig. Das hat Herr E. anscheinend nicht verstanden, denn er will nur nehmen und profitieren. << Ich vermute, da es von ihm kommt und die GWUP nie so "dreist" wäre Forderungen zu stellen, muss er wohl angegriffen werden dafür << Keine Ahnung, was Sie damit sagen wollen? Meine Formulierung "originell" betrachten Sie als "Angriff"? Ernsthaft? << nicht einfach auf alles eingehen was das Gegenüber will. << Also entschuldigen Sie mal - was genau wollte denn "das Gegenüber"? Dass Herr E. im Mondschein nackt auf der Straße tanzt und sich mit Chlorbleiche einschmiert? Dass er vor laufender Kamera in brasilianischen Slums MMS an arme Kinder verteilt? Dass er ein volles Geständnis als krimineller "Wunderheiler" ablegt? Nein - es ging um ein simples Interview, mehr nicht. Und zufällig bin ich auch noch Pressesprecher der GWUP und kann Ihnen aus erster Hand sagen: Nein, die GWUP stellt keine "Forderungen" bei Medienkontakten - und nicht deswegen, weil wir um jeden Preis in die Zeitung wollen, warum denn auch, was haben wir denn davon? Sie glauben doch nicht, dass wir wegen eines Zeitungsartikels irgendwo auch nur ein Mitglied mehr bekommen? Nein, das hat einfach etwas mit Selbstbewusstsein zu tun - und mit der Tatsache, dass wir zu dem stehen können, was wir sagen. Entweder lassen wir uns auf das Spiel ein (was wir lange und oft intern diskutiert haben) oder wir sagen gleich ab - aber wir bestehen weder darauf, Interviews mitzufilmen, zu korrigieren, freizugeben, Talkshow-Konstellationen vorzugeben oder sonst irgendein Firlefanz. Ich habe - weder als Redakteur noch als Pressesprecher - jemals einen Journalisten getroffen, der uns bewusst und vorsätzlich schaden oder missverstehen wollte. Klar können Fehler passieren, wie überall sonst auch, warum sollen die Medien da eine Ausnahme sein? Ja, und manchmal - in sehr seltenen Fällen - fallen wir mit dieser Medienstrategie auf die Nase, so what? Dann stellen wir es halt in unseren eigenen Medien richtig, z.B.: https://blog.gwup.net/2013/11/17/warum-wunschelrutengehen-keine-wissenschaft-ist/

  15. Ich habe heute den „Kontraste“-Beitrag jemandem unbedarftem vorgespielt und der wurde als „reißerisch“ empfunden.

  16. @Xarry:

    Und was will uns das jetzt sagen? Welche Fakten waren/sind falsch dargestellt o.ä.?

  17. Die Fakten sind dramatisch. Wie soll man sie anders darstellen als „reißerisch“?

  18. Das spielt keine Rolle. Aber mit derartig gestalteten Berichten erweist man der Sache „Wahrheitsfindung über MMS“ einen Bärendienst.

  19. @Xarry:

    Welche „Wahrheit“ über MMS hoffen Sie denn zu finden?

  20. @Bernd Harder:

    Was genau soll die Frage „Welche “Wahrheit” über MMS hoffen Sie denn zu finden?“ bezwecken?

  21. „Ich habe heute den “Kontraste”-Beitrag jemandem unbedarftem vorgespielt und der wurde als “reißerisch” empfunden.“

    So so.

  22. Interessant, dass auf die inhaltlich wichtigere Kritik von mir nicht eingegangen wurde

    Aber klar, Herr Harder muss seinen Berufsstand verteidigen :-)

  23. »Ich habe heute den “Kontraste”-Beitrag jemandem unbedarftem vorgespielt und der wurde als “reißerisch” empfunden.«

    Ungedarft … aha.

    Was will man machen? Sich ablösende Darmschleimhaut von Kindern der unbedarften Eltern ist halt nicht schön.

  24. @Bernd:

    Was genau waren denn die „Inhalte“ Ihrer Kritik?

    Auf medizinische Fachfragen gehe ich nicht ein, ansonsten haben Sie Journalistenschelte betrieben, auf die man nicht inhaltlich antworten kann, da eine rein persönliche Sichtweise vorgetragen wird.

    Ich habe versucht, Ihnen zu erläutern, warum Medien sich auf solche Spielchen von Herrn E. grundsätzlich nicht einlassen – verstehen Sie es oder lassen Sie es bleiben, wo ist das Problem?

    Außerdem haben Sie mir ausdrücklich eine Erläuterung, was ich mit „originell“ meine, abverlangt, oder?

  25. Reißerisch ist ja nur das Uteil über die Form des Beitrags. Was war denn das Resultat in der Bewertung von MMS? Etwa der Umkehrschluss: Wenn das Thema so reißerisch angegangen wird, kann MMS ja nur ein wirksames Präparat sein…?

  26. @Bernd Harder:
    ich kann Ihren Standpunkt was das Interviewen betrifft nicht nachvollziehen.

    Allerdings muss man dabei vielleicht mal wegabstrahieren vom konkreten Fall, denn inhaltlich bin ich bei MMS ja bei Ihnen und will das nicht vermischen.

    Minderheiten, egal ob politische, gesellschaftliche oder wissenschaftliche riskieren beim Umgang mit Medien stets mehr, als Mehrheiten oder Autoritäten. Sie stellen nämlich den Gegenpol zum Konsens dar und sind somit anfällig für jede Form von Kampagnenjournalismus. Und sowas gibt es. Das gilt für das Thema Computerspiele und der Einfluss auf Gewaltbereitschaft jugendlicher, für die Piratenpartei und sicher lassen sich noch andere Beispiel finden.

    Daher habe ich grundsätzlich Verständnis dafür, dass solche Kreise sich gern auch eine Absicherung geben lassen würden – z.B. ungeschnittenes Material zu zentralen Aussagen. Dann dürfen sie sich freilich nicht wundern, wenn die Interviewende Seite da nicht mitspielt, aber eine reine Zusicherung journalistischer Qualitätsstandards würde mir auch nicht bei jeder Anfrage reichen (mal abgesehen davon, dass mich nie einer für irgendwas anfragen wird…).

    Gerade auch nicht bei Enthüllungs- und Investigativformaten. Auch nicht bei den ÖR.

    Fakt ist: Wenn bei solchen Interviews mal etwas nicht ganz koscher rüberkommt, dann hat man als Interviewter den Salat. Selbst wenn man Recht hat und Recht bekommt und Gegendarstellungen erwirkt, wird der einmal gesetzte Eindruck nicht ganz wegzuwischen sein. Und damit ist der Interviewte – im Fall des Falles – im Nachteil.

    Wie sieht es denn generell mit einer Authorisierung aus? Wird diese bei jedem Interviewten vorgenommen?

    Zurück zum konkreten Fall:

    Zudem muss man sagen, dass es eigentlich herzlich egal ist, ob so ein MMS-Fritze interviewt wird oder nicht. Auf der verlinkten Website sieht man ja, dass die selbst ganz gut sind sich selbst zu demaskieren.

  27. @knorke:

    < < ich kann Ihren Standpunkt was das Interviewen betrifft nicht nachvollziehen. << Das muss man ja auch nicht, aber ich kenne eben beide Seiten des Schreibtisches und kann nur sagen: So isses halt. Ob man das gut oder schlecht findet, bedauert oder nicht, auf die Medien schimpft oder sie gerne benutzt, ändert daran nichts. Wir haben hier ein wenig die Tendenz, uns öfter in Grundsatzdiskussionen zu verlieren, wo es nur um simplen Pragmatismus geht und "Meinungen" eigentlich ohne Belang sind. << Und sowas gibt es. << Und? Was ist jetzt die Konsequenz daraus für die "Minderheiten"? Kindische "Forderungen" wie der Herr E. stellen und damit ganz aus dem öffentlichen Diskurs rausfliegen? Oder ein paar Grundregeln im Umgang mit Medien lernen? Das muss halt jeder für sich entscheiden. Die Haltung der GWUP habe ich skizziert - und wir sind auch eine "Minderheit" (die "Miesmacher") gegenüber den Medienlieblingen auf der Obskurantenseite. Wir haben uns auch zehnmal überlegen müssen, ob wir bei Stern TV den Gegenpart zu Uri Geller übernehmen, der sich jeden Auftritt vertraglich genau absichern lässt und gegen den man kaum eine Chance hat. Wir machen es aber trotzdem, und nicht ganz unerfolgreich, deshalb kann ich meinerseits das Gejammer des Herrn E. nicht nachvollziehen. << Wie sieht es denn generell mit einer Authorisierung aus? Wird diese bei jedem Interviewten vorgenommen? << "Generell" kann man nicht sagen, es gibt ja keine rechtliche Verpflichtung, und die Medien handhaben das unterschiedlich. Die meisten Print-Journalisten bieten es zumindest an, und zwar jedem Interviewparter (ob "prominent" oder nicht), auch der GWUP. Ich persönlich mache aber nie Gebrauch davon, weil ich das für eine Unsitte halte. In den USA schüttelt man darüber nur den Kopf: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/autorisierung-von-interviews-das-will-ich-so-in-keinem-fall-gedruckt-sehen-1665162.html

  28. @Pierre Castell:

    …Ädaquate Methoden, die denen gebühren.

  29. Herr Harder, kleiner Tipp.

    > Wir haben hier ein wenig die Tendenz, uns öfter in Grundsatzdiskussionen zu verlieren, wo es nur um simplen Pragmatismus geht und „Meinungen“ eigentlich
    ohne Belang sind. Aber gut, ist Nebenthema und unwichtig. <

  30. Steht jetzt auf der Seite vom Frankfurter Ring:

    „Aufgrund von aktuellen Berichten von Medien und Gesundheitsbehörden, mit Informationen, die uns vorher nicht bekannt waren, findet diese Veranstaltung nicht statt.“

    http://www.frankfurter-ring.de/index.php?id=6&kid=10464

    So, und was sind das für Informationen?

    Will der Vorstand vom Frankfurter Ring denn nicht seine Klientel darüber aufklären und sich für den Mist entschuldigen?

    Will dieser merkwürdige Verein denn nicht zugeben, dass er da extrem in Klo gegriffen hatte?

    Ali Erhan ist immer noch als Referent aufgeführt. Was soll der denn noch bringen?

    Ein homöopathischen Domestos oder so was?

  31. Im Oktober ist die Heilerin Nina Dul bei Frankfurter Ring:

    http://www.frankfurter-ring.de/index.php?id=6&kid=10439

    In dem auf der Seite eingebunden Film bei YouTube wird gezeigt, wie sie Leute an ihrer Aura packt und bewegt. Da ich einen Artikel über diese Damen für den RatgeberNewBlog schreiben will, wüsste ich gerne, wie dieser Trick funktioniert. Weiß hier vielleicht jemand darüber mehr?

    Besten Dank im Voraus
    DH

  32. Das Ganze findet sinnigerweise auch noch im „Haus der Jugend“ statt !

    Wie die Dame sich und ihre Masche verkauft – ich hab mir das Video nicht angetan; vielleicht kann Pierre Castell hier weiterhelfen, als Kenner der Trick-Branche …

  33. @ Beobachter
    Das „Haus der Jugend“ kriegt das noch aufs Brot geschmiert. Da finden ja regelmäßig dubiose Veranstaltungen des Frankfurter Rings statt.

    Auch mit diesem Paradiesvogel:

    http://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2014/08/14/chuck-spezzano-triviale-spruche-und-schmierige-witze/

    Aber dafür braucht man erst einen anständigen Artikel, der die Fakten präsentiert. Das Werbefilmchen über die Magentamama sollte man sich ruhig mal angucken. Es wurde der Dame kostenlos von RBB produziert.

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