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Sex and the Study

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Hier im Blog haben wir schon darüber berichtet.

Und auch im aktuellen Skeptiker geht es um Daryl Bems Präkognitionsstudie im Journal of Personality and Social Psychology.

Der Psychologe Prof. Andreas Hergovich von der Universität Wien schreibt in dem Beitrag:

Bei Experiment 1 ging es um das präkognitive Ahnen erotischer Stimuli (Reize).

Die Versuchspersonen sahen am Bildschirm zwei schwarze Vorhänge abgebildet. Dazu wurde ihnen mitgeteilt, dass hinter dem einen Vorhang ein Bild wäre, hinter dem anderen nur die schwarze Wand. Manche der Bilder würden erotische Szenen darstellen. Die Aufgabe der Versuchspersonen bestand darin, auf den Vorhang zu klicken, hinter dem sie ein Bild vermuteten […]

Bem nahm an, dass die Trefferrate für erotische Bilder gegenüber der Zufallsrate erhöht wäre. Tatsächlich lag die Trefferrate bei den erotischen Bildern über alle Durchgänge bei 53,1 Prozent (der Unterschied zur Zufallstrefferrate von 50 Prozent ist signifikant), während er für nicht erotische Stimuli bei 49,8 Prozent lag. Auch der Unterschied zwischen erotischen und nicht erotischen Bildern war signifikant.“

Ohne näher auf die komplizierten Verästelungen der wissenschaftlichen Hintergründe einzugehen, kommen sowohl Blog-Autor Amardeo Sarma als auch Skeptiker-Kommentator Hergovich zu dem Schluss, dass die Evidenz von Bems Experimenten statistisch gesehen „zum Teil fragwürdig“ und „wenig überzeugend“ sei.

Für die März-Ausgabe hat sich auch Spektrum der Wissenschaft-Kolumnist Michael Springer mit der ASW-Studie beschäftigt.

Vor allem die beiden letzten Abschnitte von „Macht Sex hellseherisch?“ sind es wert, zitiert zu werden:

An solchen mehr oder weniger plausiblen Geschichten habe ich durchaus meinen Spaß. Ich hätte mir den Artikel also gerne gefallen lassen, würde Bem nicht am Ende über die Physik hinter der extrasensorischen Wahrnehmung spekulieren. Wie nicht anders zu erwarten, bemüht er dafür – die Quanten. Wozu die nicht alles herhalten müssen!

Bem zitiert Kraut und Rüben, wirft mit Begriffen wie Verschränkung, Bellscher Ungleichung und Nichtlokalität um sich, als handle es sich um Kanonenkugeln, die den Zusammenhang von Ursache und Wirkung durchlöchern.

Da der so genannte Kollaps der Wellenfunktion etwas mit dem Bewusstsein des Beobachters im Messprozess zu tun haben soll, wird die Abfolge von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft flugs zur bloßen Ansichtssache erklärt. Voilà, fertig ist sie, wenigstens in groben Umrissen, die Physik der außersinnlichen Wahrnehmung.

Und auf einmal dämmert mir auch, wie Bem auf seinen Versuchsaufbau gekommen ist. Wie ich frequentierte er früher wohl einen der inzwischen ausgestorbenen Videoshops, die für ein paar Mark oder Dollar VHS-Kassetten verliehen. Bei den meisten gab es in der Ecke einen Vorhang, hinter dem man pornografisches Material vermuten durfte – mit einer hellseherischen Trefferquote von 100 Prozent!“

Zum Weiterlesen:

  • Response to Alcocks “Back from the Future”, Skeptical Inquirer am 21. Dezember 2010
  • Response to Bem’s Comments, Skeptical Inquirer am 21. Dezember 2010
  • Why Psychologists must change the way they analyze their data: the case of Psi, “Skeptiker von der Universität Amsterdam”
  • Kann ESP wissenschaftlich sein? Geograffitico am 6. Januar 2011
  • 5 Kommentare

    1. Bei Ben Goldacre gibt’s einen Bericht über das Problem, dass alle über die positive Studie schreiben und der negative dreifache Replikationsversuch Schwierigkeiten hat, überhaupt publiziert zu werden: http://www.badscience.net/2011/04/i-foresee-that-nobody-will-do-anything-about-this-problem/

    2. Ich werde auch mal Hellseher glaub ich, also ich prognostiziere heute, dass wir noch öfter von diesem Artikel höre und lesen wgrden, er wird als Belegfür PSI in dieGeschicjtsbüchgr der PQI-Anhänger einGehen unD frohlockend voN Generation zu Generation weitergetragen werden.
      Amen

    3. Gibt es eine Software oder eine interaktive website auf der man den Versuch selbst durchführen kann? Nur zu wissenschaftlichen Zwecken, selbstverständlich ;-)

    4. @Martin: Ja, heißt „youporn“ oder so …

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