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Wie wird man eigentlich zum Verschwörungsgläubigen?

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Immerhin ein positiver Effekt des großen Medieninteresses am Thema Verschwörungstheorien: Verschiedene ehemalige „Gläubige“ outen sich und erklären, wie sie in diese Mythenwelt hineingeraten sind.

Dazu gehört im weitere Sinne dieser FAZ-Artikel über einen „erfolgreichen Unternehmer“, der „plötzlich abdriftet“:

Allerdings bleibt es hier beim vagen „Abdriften“, ohne Rückkehr in die Realität.

Dazu gehören zwei anonyme Informanten bei Report Mainz:

Dazu gehört dieser Twitter-Thread:

Und dazu gehört dieser Beitrag, der heute in dem „geek & gamer fanscene blog“ The Man with the Hat erschienen ist:

Ich war mal ein Verschwörungsgläubiger – und bin es heute nicht mehr

Nur, weil etwas mit meiner Überzeugung übereinstimmt, muss es nicht wahr sein. Und da sehe ich das Problem bei Verschwörungserzählungen: Sie dienen vielen Menschen als eine Ersatzreligion.

Wie Menschen glauben wollen, dass Gott die Erde in 7 Tage erschaffen hat, wollen Verschwörungsgläubige einfach daran glauben, dass die Verschwörung so stattgefunden hat. Denn Glaube ist einfacher zu verstehen und zu vermitteln, als Wahrheit und Wissenschaft.

Ein ausführliches Gespräch mit einem Verschwörungsaussteiger namens „Manfred Köhler“ findet sich zudem in dem Buch

Verschwörungstheorien –  eine Frage der Perspektive

Außerdem gibt es natürlich die Interviews mit Stephanie Wittschier und ihr Buch

Die Welt der Verschwörungsideologien – Die Erlebnisse einer Aussteigerin

Zum Weiterlesen:

  • Ich war mal ein Verschwörungsgläubiger – und bin es heute nicht mehr, The Man with the Hat am 3. Juni 2020
  • Mein Freund, der Verschwörungstheoretiker, Psiram am 14. Februar 2018
  • Wie man zum Verschwörungstheoretiker wird und zurück, Plazeboalarm am 13. Mai 2020
  • Mein Onkel, die Verschwörungstheorien-Schleuder, derStandard am 3. Mai 2020
  • Michael Butter im Interview: Das steckt wirklich hinter den Corona-Verschwörungstheorien, stern.de am 3. Juni 2020
  • Erfahrungen einer Aussteigerin: Verschwörungstheorien, Chemtrails und Morddrohungen, GWUP-Blog am 17. März 2016

6 Kommentare

  1. Oh Gott, ich bin echt erstaunt was mein Blogeintrag für Wellen geschlagen hat. So viel Aufmerksamkeit aus Deutschland ist mein Blog gar nicht gewöhnt :p

  2. Auch Jan Oude-Aost hatte sich in einem Vortrag auf der Skepkon 2015 mit genau diesem Thema befasst:

    https://www.youtube.com/watch?v=XXEfvbl-7Uw

    Für Eilige: Ab Minute 10:40 hat er ein gelungenes Beispiel, wie ein Ingenieur(!) aufgrund einer diffusen Symptomatik in den Chemtrailglauben abrutscht. Zum Ende hin beschreibt er dann, wie der Mann mithilfe der Homöopathie (was es in Wirklichkeit war? Video gucken!) von seinen Beschwerden befreit wird und dabei gleich einem zweiten irrationalen Glaubenssystem anheimfällt. So einer wird schwer ins Diesseitige zurückzuholen sein.

  3. @2xhinschauen:

    Ab Minute 10:40 hat er ein gelungenes Beispiel, wie ein Ingenieur(!) aufgrund einer diffusen Symptomatik in den Chemtrailglauben abrutscht.

    Der Fall wird auch in meinem Buch nacherzählt.

  4. Das gab es schon im Spätmittelalter/frühe Neuzeit^^
    Da gab es z.B. sogenannte Flugschriften. Es wurde von der Sichtung fliegender Schweine oder anderer merkwürdiger Phänomene berichtet, die alle als Zeichen für eine anstehende Apokalypse gedeutet wurden.

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