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„Aus der Traum“? Gute Pillen – schlechte Pillen über die aggressive Globuli-Lobby

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Welche Ausrede haben die Homöopathen eigentlich dafür, dass auch die unabhängige und werbefreie Zeitschrift Gute Pillen – schlechte Pillen kritisch über Homöopathie berichtet?

Es dürfte ihnen zunehmend schwerer fallen, dafür eine zu finden. Denn der Mythos von der großen Pharma-Verschwörung gegen die heroischen Globuli-Altruisten vergeht gerade so schnell wie die Eiswürfel im Sommercocktail.

In der aktuellen Ausgabe (4/2019) stellt auch GPSP klar, wer die Hahnemänner und -frauen massiv unterstützt:

In Deutschland werben der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) und der Bundesverband der pharmazeutischen Industrie (BPI) regelmäßig für die Homöopathie. DerBAH erklärte etwa, die homöopathische „Potenzierung“ sei als „Kraftentfaltung“ zu verstehen, die die Homöopathie von allen anderen Heilmethoden unterscheide. Der Verband betreibt ein eigenes Internetportal, bewirbt dort die vermeintlich „natürliche“ Homöopathie – und macht, wie auch der BPI, Lobbyarbeit auf politischer Ebene.

Außerdem weiß Gute Pillen – schlechte Pillen von „deutlichen Absatzrückgängen“ homöopathischer Mittel zu berichten (wie auch Inside Health), wogegen die Anbieter wie Hevert und Co. „aggressiv“ und mit „fragwürdigen Taktiken“ vorgingen:

In Wien ist es der österreichische Pharmaverband Pharmig, in dem neben Bayer, Boehringer Ingelheim oder Pfizer auch Homöopathie-Firmen wie Dr. Peithner vertreten sind. Nachdem die Patientenbeauftragten Pilz ihre [homöopathiekritischen] Forderungen aufgestellt hatte, verschickte der Verband eine Pressemitteilung mit der Überschrift „Aufklärung und Information wichtig“.

Stimmt, aber gehört dazu nicht auch, dass Ärzte und Apotheker darauf hinweisen sollten, dass Homöopathika lediglich eine Placebowirkung haben?

Nun ja, was soll’s? Schließlich haben die Globulisten längst neue Märkte im Blick, wenn sich die Lage im deutschsprachigen Raum weiter eintrüben sollte:

Von herausragender Bedeutung für unser Exportgeschäft ist insbesondere der chinesische Markt“, heißt es im Jahresbericht von Schwabe.

Allerdings gibt es auch dort Skeptiker wie Natalie Grams, die zusätzlich zu dem GPSP-Beitrag „Aus der Traum“ interviewt wird:

Homöopathie ist wie ein schönes Märchen

Die beiden Artikel kann man für 1,50 € einzeln downloaden, das ganze Heft kostet 4,50 €.

Zum Weiterlesen:

  • Patientenanwältin Pilz fordert Verkaufsverbot für Globuli, derStandard am 28. November 2018
  • Absatz sinkt weiter: Wie Lobbyisten für die Homöopathie kämpfen, medwatch am 27. Februar 2019
  • Neu in der Homöopedia: der Chinarindenversuch, GWUP-Blog am 10. August 2019

7 Kommentare

  1. Die DHU, bekannt als Deutschlands größter Homöopathikahersteller und aus allerlei schönen Werbekampagnen, empfiehlt auf Twitter das Portal „Zentrum der Gesundheit“.

    Wir möchten dazu lediglich anmerken, dass „ZDG“ Träger des „Goldenen Bretts vorm Kopf 2016″ ist – wozu es in der Laudatio hieß:

    „Die Website zentrum-der-gesundheit.de stellt sich als neutrale und seriöse Informationsplattform dar. Tatsächlich werden dort jedoch pseudomedizinische Thesen vertreten und Verschwörungstheorien eine Plattform geboten, unauffällig gemischt unter etabliertem medizinischen Wissen und Binsenweisheiten.“

    Wir wollten das nur nicht unerwähnt lassen.

    https://www.facebook.com/Informationsnetzwerk-Hom%C3%B6opathie-INH-249989248680621/

    https://twitter.com/hfeldwisch/status/1158327085330571265

  2. Das ZdG promotet pseudomedizinische Behandlungsmethoden. Dazu passen die von der DHU hergestellten Homöopathika doch wunderbar.

    Herzlichen Glückwunsch, DHU, für die Selbstentlarvung. Ihr steht mit heruntergelassenen Hosen dar.

    https://www.psiram.com/de/index.php/Gesellschaft_f%C3%BCr_Ern%C3%A4hrungsheilkunde

  3. Ich mag die Zeitschrift Gute Pillen schlechte Pillen. Streng evidenzbasiert, gut verständlich. Wirklich sehr, sehr empfehlenswerte Zeitschrift.

  4. „Im neuen @ABDA_Berlin Report sieht man deutlich, dass Absatz von und Umsatz mit #Homöopathie zurück gehen.“:

    https://twitter.com/NatalieGrams/status/1161562226488221696

  5. Für dieses Megageschwurbel reicht EINE Bullshit-Bingokarte bei weitem nicht aus.

    https://www.openpr.de/news/1057787/Homoeopathische-Symbolapotheke-70-wichtige-Kleine-Mittel.html

  6. Holla, da braucht man ja wirklich zwei Bingokarten. Wasfürnscheiß!!!

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