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Homöopathie in der „Redezeit“ bei NDR Info

| 16 Kommentare

Heute Abend (Mittwoch, 21. November, 21 Uhr) bei NDR Info:

Mit dabei sind Dr. Norbert Aust (INH), Hinnerk Feldwisch (Medwatch) und Dr. Jens Behnke (Carstens-Stiftung).

Ab 20.30 Uhr können unter der kostenfreien Telefonnummer 08000 – 44 17 77 Fragen zum Thema Homöopathie gestellt werden.

Nach der Live-Sendung gibt es den Beitrag hier zum Nachhören.

Zum Weiterlesen:

  • Interview mit einem Homöopathen (1), Keine Ahnung von Garnix am 27. Juli 2017
  • Interview mit einem Homöopathen (2), Keine Ahnung von Garnix am 1. August 2017
  • Interview mit einem Homöopathen (3), Keine Ahnung von Garnix am 2. August 2017
  • Video: Homöopathie in der heute-show: „Es gilt der hippokratische Meineid“, GWUP-Blog am 16. November 2018
  • Interview mit Natalie Grams: „Voodoo-Verfahren brauchen wir in der heutigen Medizin nicht mehr“, coliquio am 13. November 2018
  • Homöopedia: Systematische Reviews zur Homöopathie
  • Homöopathie international: Die Reviews / die Statements / die Maßnahmen, Keine Ahnung von Garnix am 1. Juli 2018

16 Kommentare

  1. Ich bewundere ja Norbert Aust, sich das Gesabbel der ganzen „Freunde“ der Homöopathie anhören zu können ohne aus der Haut zu fahren. Ich könnte es nicht.

    Da redet man die ganze Zeit über die fehlende Evidenz, da kommt schon der nächste um die Ecke, der da ganz andere „Erahrungen“ hat.

    Ich müsste die ganze Zeit meinen Kopf auf den Tisch hauen.

  2. @ VOH:

    „Ich müsste die ganze Zeit meinen Kopf auf den Tisch hauen.“

    Ich überlege ja schon seit längerer Zeit, in das Geschäft mit besonders elastischen und doch verstärkten Tischkanten einzusteigen. Ich glaube, dafür gäbe es einen Markt…

  3. Die Carstens-Stiftung hat der Sendung einen Faktencheck gewidmet:
    https://www.naturundmedizin.de/faktencheck-zur-radiosendung-streit-um-die-homoeopathie/

    Nun wünsche ich mir eine der bewährten Analysen von Norbert Aust dazu *wink mit dem Zaunpfahl* ;-)

  4. Dann bitte auch eine Aufrüstung für Wände, das bevorzuge ich nämlich.

  5. @Ich:

    Mir würde es ja schon reichen, wenn der Herr Behnke nur ein einziges Mal z.B. den Cochrane-Stand zur Homöopathie zur Kenntnis nehmen (oder gar entkräften) würde, anstatt bei jedem öffentlichen Auftritt dieselben bezahlten Lügen zu erzählen:

    https://www.medizin-transparent.at/streitthema-homoopathie

  6. @Bernd harder

    Aber, aber, von einem Mietmaul kann man doch keine Objektivität erwarten. Herr Behnke möchte seinen gut dotierten Job bei der Carstens-Stiftung sicherlich noch länger behalten.

  7. Norbert Aust muß sich gar keine Arbeit machen: Er hat dazu nämlich erschöpfendes geschrieben (ich beziehe mich jetzt auf die Verlinkungen in Behnkes Schwurbeltext):

    Die Kleijnen-Studie hat er in seinem Buch besprochen, ebenso Lindes Metaanalyse (und mehrfach taucht eine Beurteilung der Papers in seinem Blog auf), Mathies Paper wurde mehrfach behandelt im Blog.

    Was aber typisch dem Behnkeschen „Niewoh“ entspricht (wahrscheinlich hat er sich das vom Wal(l)ach im Rahmen seiner Promotion abgesehen), ist ein fehlendes Textverständnis, wenn er einen Beitrag aus dem BMJ (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2349778/, immerhin über 20 Jährchen alt) zitiert, um zu behaupten:

    „Selbst wenn die Behauptung der fehlenden wissenschaftlichen Evidenz für die Homöopathie wahr wäre, entsprächen die hieraus abgeleiteten Forderungen ihrer Kritiker nicht den Grundideen der Evidenzbasierten Medizin. Diese sieht nämlich vor, dass neben den Daten aus klinischen Studien, erstens die Präferenz des Patienten und zweitens das Urteil des Behandlers bei der therapeutischen Entscheidungsfindung in Anschlag zu bringen sind.“

    Dooferweise steht als entscheidendende Quintessenz zum Thema (übrigens wird aus verständlichen Gründen die Homöopathie im Artikel gar nicht erwähnt):

    „External clinical evidence both invalidates previously accepted diagnostic tests and treatments and replaces them with new ones that are more powerful, more accurate, more efficacious, and safer. Good doctors use both individual clinical expertise and the best available external evidence, and neither alone is enough.

    Without clinical expertise, practice risks becoming tyrannised by evidence, for even excellent external evidence may be inapplicable to or inappropriate for an individual patient. Without current best evidence, practice risks becoming rapidly out of date, to the detriment of patients.“

    Lesen wir einen Absatz weiter, so findet sich darin der bemerkenswerte Satz: „Similarly, any external guideline must be integrated with individual clinical expertise in deciding whether and how it matches the patient’s clinical state, predicament, and preferences, and thus whether it should be applied.“

    Nichts, aber auch rein gar nichts steht dort, daß dem Patienten irgendein Schrott angeboten werden soll, nur weil der Arzt davon überzeugt ist und der Patient es wünscht.

    Setzen Jens, Sechs! Zurück auf die Schulbank und die längst redlich verdiente Ehrenrunde drehen!!

  8. @ Ich:

    Herrn Behnke schreibt in seinem „Faktencheck“:

    „Es diskutierten Dr. Norbert Aust, Betreiber eines Anti-Homöopathie-Blogs, Hinnerk Feldwisch-Drentrup, Redakteur beim von der „Skeptikerbewegung“ finanzierten Portal http://www.medwatch.de, und Dr. Jens Behnke, Referent für Homöopathie in Forschung und Lehre bei der Carstens-Stiftung.“

    Dass es ihm um persönliche Herabsetzung und nicht um Argumente geht, ist hier schon unübersehbar, er kann wohl nicht anders.

    Sein folgender „Faktencheck“ stützt sich

    – erstens auf eine abstruse Fehlinterpretation der EBM, indem er aus der EBM-Forderung zur Berücksichtigung von Patientenpräferenzen in der Behandlung (was übrigens nicht heißt: Patientenpräferenzen einfach zu befolgen) eine Forderung zur Finanzierung der Homöopathie durch die Krankenkassen macht (Gedankenexperiment: ersetze Homöopathie durch Freibier)

    – und zweitens auf die Metaanalyse von Mathie et al. 2014, die völlig unkritisch und zudem ohne das vorsichtige Fazit der Autoren (!) ins Feld geführt wird.

    Siehe dazu http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=2299 und http://www.homöopedia.eu/index.php/Artikel:Systematische_Reviews_zur_Hom%C3%B6opathie_-_Mathie_(2014).

    Wie gesagt: Er kann wohl nicht anders. Was er exemplarisch vorführt, ist das Manifestwerden eines Interessenkonflikts in seiner Sicht der Dinge.

  9. Na, da sage ich doch danke für Eure Hinweise.

  10. @ J. Kuhn:

    „Gedankenexperiment: ersetze Homöopathie durch Freibier“

    Weizen oder Pils?

  11. @ noch’n Flo: Geht ja beides – lieber Bier, als Delir!

    Vielleicht noch eine Ergänzung zu den Behnkeschen Verrenkungen aus ethischer und juristischer Sicht: Wie Joseph Kuhn („…was übrigens nicht heißt: Patientenpräferenzen einfach zu befolgen…“) schon festgestellt hat, ist das mit der Behandlung so eine Sache: Es muß halt nicht nur der Patientenwille vorhanden sein, sondern auch die ärztlich gestellte Indikation.

    Beide Säulen zusammen ergeben erst ein tragfähiges Gerüst für eine Behandlung. Wenn der Wille des Patienten nicht vorhanden ist, dann darf ich ihn selbst dann nicht behandeln, wenn ich es für dringend notwendig halte (den Spezialfall des psychisch Kranken mit Fremd- oder Selbstgefährdung lasse ich mal außen vor).

    Wenn es aber gar keine Notwendigkeit für einen Eingriff gibt, dann darf ich den Patienten selbst dann nicht behandeln, wenn es sein unbedingter Wunsch ist. Behandele ich ihn dennoch wider besseres ärztliches Wissen, dann mache ich mich strafbar.

    Also: Wenn Herr Behnke, dem dieser Grundsatz nicht bewußt zu sein scheint, so argumentiert, wie er es gerade tut, dann öffnet er (aus Dummheit oder mit Absicht) die Büchse der Pandora für jedweden unnötigen, resourcenverbrauchenden und womöglich gefährlichen Eingriff!

  12. Mal ein paar Fragen Frage in die Runde: Behnke hat bei Wallach promoviert.

    1) Worüber hat er denn genau promoviert? In welchem Fach? Ich habe einen nichtssagenden Hinweis über „Homöopathie und Wissenschaftstheorie“ gefunden.
    http://2016.homoeopathie-kongress.de/bremen2016-kongressprogramm/2016.homoeopathie-kongress.de/2016.homoeopathie-kongress.de/jens-behnke-vita.html

    2) Welchen Doktor hat er denn gemacht?

  13. @RPGNo1:
    http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=2894 – da habe ich in der Kommentarspalte meinen Senf dazugegeben – er ist Kommunikationswissenschaftler und Philosoph, hat einen Dr. phil gemacht (Quelle 8 im Beitrag ist seine Diss) – die Ironie liegt auf der Hand…

  14. @borstel

    Danke schön.

    Hm, okay. Kommunikationswissenschaftler scheint grundsätzlich zu Behnkes Job zu passen, obwohl das Verbreiten von fehlerhaften Informationen und Fakten bzw. offensichtlichen Lügen sowie das Ignorieren von jeglichen Kommunikationstandards eher zu einem Propagandisten passt.

    Philosophie passt auch ganz gut, da Behnke über Homöopathie tatsächlich nur philososphiert, denn jegliche naturwissenschaftliche Grundlage zu diesem Thema ist nicht vorhanden. Obwohl die Bezeichnung Stammtischphilosoph bei seinem Geschwafel sicherlich gerechtfertigter ist.

    Da ist es wohl nur logisch, dass Behnke seinen Doktor beim Märchenonkel Walach aus Hogwarts an der Oder gemacht hat, denn dessen Standards sind sehr niedrig, wenn ich z.B. an die Masterarbeit zum Kozyrev-Spiegel denke.

  15. @ borstel:

    Ich denke mal, dass es 100% der Patienten präferieren würden, wenn ihnen die Kasse ihre Brille bezahlen würde.

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