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Bento: Warum immer mehr Krankenkassen Globuli zahlen, obwohl sie nichts bringen

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Bento (ein Web-Angebot der Spiegel-Gruppe für Leser zwischen 18 und 30 Jahren) erklärt heute in vier Punkten, „warum immer mehr Krankenkassen Globuli zahlen, obwohl sie nichts bringen“:

  1. Es geht um Wettbewerb unter den Krankenkassen.
  2. Es geht um neue, jüngere Mitglieder.
  3. Es geht um Geld – mit fragwürdigen Argumenten.
  4. Viele Politiker kritisieren Homöopathie nicht mehr.

Fazit:

Obwohl Homöopathie keine nachweisbare Wirkung hat, wird sie von immer mehr Krankenkassen bezahlt. Dabei geht es weniger um neue Behandlungsmöglichkeiten als um neue Mitglieder. Kritiker sagen, dass den Patienten mit mehr Aufmerksamkeit durch Ärzte besser geholfen wäre.“

Den Kopf-auf-Tischplatte-Award der vergangenen Woche gewinnt übrigens die AOK Plus:

Man könnte aber auch die Barmer hernehmen:

Oder die Siemens BKK:

Es ist einfach unfassbar.

Zum Weiterlesen:

  • Warum immer mehr Krankenkassen Globuli zahlen, obwohl sie nichts bringen, bento.de am 27. April 2018
  • Globukalypse: Kassenaufsicht kritisiert Homöopathie-Erstattung, GWUP-Blog am 10. April 2018
  • Offener Brief an die Siemens BKK zu deren Veröffentlichung „Hintergrundinformation Homöopathie“, INH am 8. Januar 2018
  • Homöopathie und Krankenkassen: Dr. Christian Lübbers im Welt-Interview, INH am 7. Dezember 2017
  • Five Reasons Homeopathy Is Worse Than Placebo, Debunking Denialism am 23. April 2018
  • Video: „Homöopathie – Ende eines Heilsversprechens?“ bei meinbrandenburg.tv, GWUP-Blog am 26. April 2018

13 Kommentare

  1. BKK-VBU: Wieder eine Krankenkasse, die damit wirbt, das Geld ihrer Versicherten für Hokuspokus zu verschwenden.

    https://twitter.com/ra_schwartmann/status/989867224558112768

  2. Wenn die BKK eines Pharmaunternehmens Kügelchen bezahlen täte, wäre das eine Spitzenleistung an Absurdität.

  3. @ uwe hauptschüler:

    „Wenn die BKK eines Pharmaunternehmens Kügelchen bezahlen täte, wäre das eine Spitzenleistung an Absurdität.“

    Also die „pronova BKK“, Betriebskrankenkasse u.a. des „Bayer“-Konzerns (der ja auch pharmazeutisch tätig ist) tut es:
    https://www.pronovabkk.de/homoeopathische-behandlung

  4. Die pronova BKK ist bundesweit für alle Interessierten
    geöffnet. Über 670.000 Kundinnen und Kunden

    Bayer Mitarbeiter dürften nur noch eine starke Minderheit darstellen.

  5. @ uwe hauptschüler:

    Ja, aber gibt es denn überhaupt noch Kassen allein für eine Pharmafirma?

  6. Die Homöopathie-Fraktion rüstet ersichtlich auf. Da aber das Waffenarsenal leer ist, greift man zu Knüppeln, Dreschflegeln und Marktschreiermethoden…

  7. Man muss auch in den Blick nehmen, was diese – betriebswirtschaftliche – Handlungsweise der Kassen begünstigt, wenn nicht auslöst:

    Zum einen hat die Gesundheitspolitik zugelassen, dass der ursprünglich – in der Ära Ulla Schmidt initiierte – Rationalisierungswettbewerb in einen „Leistungswettbewerb“ ausgeartet ist, nachdem die Rationalisierungspotenziale (siehe Schrumpfung der Gesamtzahl der Kassen seitdem) ausgeschöpft waren (GKV-Versorgungsstrukturgesetz von 2011/12).

    Die Folgen dieser Ausartung werden massiv zusätzlich befeuert durch das System des Gesundheitsfonds, eines „Solidartopfes“, der im Wesentlichen auf der Größe (= Mitgliederzahl) der Kassen beruht und hier einen massiven Fehlanreiz dafür setzt, dass die Kassen auf Hahnemann komm raus Mitgliederwerbung betreiben (müssen).

    Berlin, schaut mal auf die Zusammenhänge!

  8. Ich weiss, dass es kein Beweis ist, nur meine Persoenliche Erfahrung […]

  9. @Milan Smrž:

    Wissen Sie was – ich mache Ihnen einen Vorschlag:

    Sie setzen sich (nachweislich) dafür ein, dass die Homöopathie-Kritiker bei DHU und „Mach auch Du mit“ entsperrt werden – dann diskutieren wir hier gerne ausführlich Ihren und andere „Erfahrungs“-Berichte.

    Ok?

  10. Ein guter Freund meiner Schwester hat seine Halsentzündung wochenlang mit Glaubuli behandelt (auf Rat seines Heilpraktikers). Ergebnis: zwei künstliche Herzklappen mit Anfang 40. Die ursprünglichen wurden von den Streptokokken zerfressen.

    Ist aber auch nur eine „persönliche Erfahrung“.

  11. @Uwe Hauptschüler

    Es gibt nur noch 32 ( von knapp 700 vor 1996) sogenannte geschlossene Betriebskrankenkassen, die also nur Mitarbeitern und deren Angehörigen offenstehen.

    Alle anderen, die sich BKK [irgendwas] nennen, stehen allen Versicherungspflichtigen offen.

    Von denen scheinen mir die einzigen irgendwie pharmabezogenen die Aesculap BKK und die B.Braun Melsungen BKK zu sein.

    Damit dürften einige BKKs, die zu nicht homöopathischen Pharmabetrieben gehören, auch homöopathische und sonstige Quacksalberleistungen übernehmen.

  12. Pingback: Homöopathie – Unwirksames wirksam reden (funktioniert nicht) - tongues of destruction

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