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„Barcodegate“ in allen Medien

| 21 Kommentare

Eben bei ProSieben: das Lammsbräu-Barcodegate (hier geht’s zum Video).

p7

Die ARD sucht fieberhaft nach einem Sendeplatz für einen „Brennpunkt“ und auch CNN-Reporter befinden sich bereits auf dem Weg nach Deutschland.

Klare Worte heute von der Münchner tz:

Reaktionen bekommt jetzt auch Lammsbräu ab – und nicht zu knapp. Denn die angeblich schädliche Wirkung des Barcodes auf die Qualität der Produkte ist – anders als behauptet – nicht nur „nicht hinreichend belegt“, sondern schlichtweg Unsinn.

„Als Antenne kann nur etwas wirken, das elektrischen Strom leitet“, erklärte bereits damals Florian Aigner, Quantenphysiker und Mitglied der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP). „Wenn ich einen Barcode auf Papier oder eine Plastikverpackung drucke, dann leitet das nicht.“

Dementsprechend harsch fällt das Urteil vieler Kommentatoren auf Facebook aus: „Also reines Marketing, um die Esoteriker in der Zielgruppe für ihre Produkte zu ködern? Dass Sie der fortschreitenden Verblödung der Leute damit zuarbeiten, ist Ihnen klar?“, schreibt der Fragesteller Sascha A. zurück.“

Von Beginn an kann man das Ganze bei Wissenschaft & Skeptizismus verfolgen.

Zum Weiterlesen:

  • Entstörtes Weißbier: Barcode- Durchstreicher, der nächste, GWUP-Blog am 23. Juni 2016
  • Gefährlicher Barcode? derStandard am 12. Juni 2013
  • Strich und die Erklärung sorgen für Shitstorm gegen Lammsbräu, tz am 30. Juni 2016
  • Was ein Kunde auf dem Barcode seiner Bierflasche entdeckte, sorgt im Netz für einen Wutrausch, Huffington Post am 29. Juni 2016

21 Kommentare

  1. Wie wär’s, wenn man mal das Mindesthaltbarkeitsdatum durchstreicht :-)
    Ich esse öfters noch Produkte, bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum deutlich überschritten ist…und lebe immer noch…

  2. Ein Sturm im Bierglas? :)

    Jedenfalls berichten ein Reihe weiterer Onlinemedien über den Esoterikstrich, wie eine einfache Google-Suche ergeben hat.

  3. Ich habe vor ein paar Tagen eins mit Querstrich getrunken. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass es nicht anders wirkt als ohne Querstrich. Daher glaube ich nicht an die Studien, die Lammsbräu anführt.

  4. Ich finde diese ganze Situation etwas absurd. Nicht nur die Tatsache der „Barcodeentstörung“ an sich (ich hab das schon Anfang der 2000er Jahre im Bioladen erlebt, dass Kunden die Verkäuferin bat, sie möge doch bitte den Barcode durchstreichen) sondern auch die Reaktion darauf.
    Klar, ist „Entstörung“ ausgemachter Unsinn. Ich glaube allerdings nicht, dass harsche Reaktionen wie „das treibt die Verdummung der Leute voran“ tatsächlich sinnvoll sind. Wer an entstörte Barcodes glaubt, hat vorher schon an ganz andere Sachen geglaubt und mit Dummheit hat das in der Regel wenig zu tun. Und ich finde die Barcodes nicht seltsamer, als die Tatsache, dass z.B. bei demeter nach anthroposophischen Methoden angebaut wird. Da ist auch viel Glaube an wissenschaftlich unsinnige Dinge dabei.

    Die Tatsache, dass Lammsbräu eine offensichtlich von der Marketingabteilung geschriebene Erklärung á la „kann schon sein dass das Unsinn ist, aber wir machen halt was die Kunden glücklich macht und werden hier jetzt keine Debatte drüber führen“ abgibt, ist ja nun in einem kapitalistischen System nicht grade verwunderlich. Möglich, dass bei Lammsbräu Menschen arbeiten, die an diesen Unsinn glauben. Genauso möglich, dass es einfach eine Marktetingsache ist. Im Prinzip kann sich Lammsbräu aussuchen: Macht man esoterikaffine Kunden glücklich oder die anderen? Wäre ich Marketingchefin bei Lammsbräu wäre vielleicht ausschlaggebend: Welche Kunden machen mehr Umsatz, sind treuer etc. Das macht die „Entstörung“ nicht weniger unsinnig, aber Marktmechanismen hier auszublenden, finde ich zu kurz gedacht. Diese Art von Esoterik existiert nicht im luftleeren Raum.

    Man kann (und sollte vielleicht sogar) darüber diskutieren, wie viel Verantwortung Unternehmen haben was die wissenschaftlich „saubere“ Vermarktung ihrer Produkte angeht. Man kann auch soweit gehen und sagen das fällt in den Kampf gegen unseriöse Marketingmethoden (wobei ich persönlich diese Sache eher als einen Nebenschauplatz ansehe). Aber es wird so kommen: In einer Woche redet keiner mehr drüber und mehr als ein Sturm im Bierglas war es halt nicht. Schade eigentlich.

    Und vor allem sollte diese Debatte nicht so shitstormmäßig erfolgen. Ich sehe im Glauben an die Notwendigkeit dieser „Entstörung“ nicht grundsätzlich andere Mechanismen am Werk als an den Glauben am Freitag nur Fisch zu essen oder kein Schweinefleisch zu verzehren. Essen ist nun mal eine emotionale Sache, die unter einem Berg von Glaubensansichten begraben ist. Und die sind in den wenigsten Fällen wissenschaftlich haltbar. Die Frage ist, welcher Unsinn ist potentiell gefährlich und welcher kann unter „leben und leben lassen“ fallen.

    (Und wer jetzt damit kommt, dass dann ja alle anderen Debatten, sagen wir Homöopathie in der Medizin oder GNM auch weniger hart geführt werden müssten, darf sich hier: https://yourlogicalfallacyis.com/ seinen logischen Fehlschluss selbst raussuchen.)

    P.S. Ich finde Lammsbräu macht so ziemlich das beste Pils in Deutschland (wenn auch mit dem dämlichsten Namen ever) und werde es auch weiterhin gelegentlich trinken. Barcode hin oder her. Genauso wie ich mitunter Bioprodukte kaufe, die biologisch-dynamisch angebaut wurden.

  5. @ J. Kuhn:

    „Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass es nicht anders wirkt als ohne Querstrich.“

    Das glaubst auch nur Du! Weil die Transformation inzwischen bei Dir begonnen hat!! Jetzt gehörst Du ganz IHNEN!!! Muahahahahaaaaah!!!!!

  6. Es ist erstaunlich, wie groß der Shitstorm bei Lammsbräu ist, und wie wenig bei anderen Herstellern los ist, die es ganz genauso verdient hätten […]

  7. Alexy:

    Gab es bereits, z.B.

    http://www.zeit.de/2014/19/quengelzone-barcode-entstoerung

    http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/barcode-bedenken-das-kreuz-mit-den-strichen-12133019.html

    http://www.rp-online.de/leben/ratgeber/verbraucher/barcodes-gefaehrlich-oder-nicht-aid-1.3702273

    Ansonsten ist mir nicht ganz klar, was Sie mit dem Rest Ihres „Kommentars“ zum Ausdruck bringen wollen?

    Oder geht es Ihnen primär darum, so viele Links zu Rabenhorst-Produkten wie möglich unterzubringen?

    Lassen wir mal sein, ja?

  8. @ Turtle: Ganz so shitstormig müsste es wirklich nicht zugehen, das finde ich auch. Und das „Entstören“ von Barcodes ist an sich wirklich nicht so bedeutsam.

    Was mich daran stört ist, dass solche Sachen eben doch zur Verdummung beitragen. Je mehr esoterischer Unsinn in der „normalen“ Öffentlichkeit getrieben wird, je allgegenwärtiger solche abergläubischen Praktiken im Alltag werden, desto mehr Durchschlagskraft entwickelt diese Denkart.

    Je mehr seriöse Firmen solchen Unsinn öffentlichkeitswirksam mitmachen, desto legitimer wirkt dieser Unsinn und desto eher geraten Leute in den Sog solcher Denkschulen.

    Der Mechanismus dürfte ungefähr so laufen: Wenn Homöopathika von Ärzten verschrieben und von Apotheken verkauft werden, doch was dran sein muss. Wenn (mutmaßlich knallhart betriebswirtschaftlich agierende) Firmen Barcodes auf ihren Produkten „entstören“ wird schon was dran sein.

    Wenn Bäcker, Cafés oder Restaurants teure Grandermaschinen installieren und für ihre Produkte nur belebtes Wasser verarbeiten, kann das kaum ohne Grund passieren, irgendwas wird dran sein.

    Wenn Firmen Foyers, Lichthöfe oder Ladengeschäfte (für viel Geld!) nach Feng-Shui einrichten, kann das doch nicht unbegründet sein?

    Ehe man sich versieht, hat man dann esoterischen und abergläubischen Schnickschnack wohin man auch schaut, und das bleibt sicher nicht ohne Einfluss. Deshalb finde ich es richtig, solchen Umtrieben entschieden entgegenzutreten, auch wenn praktisch jeder konkrete Einzelfall für sich betrachtet nicht so wichtig ist.

    Das Mosaik besteht eben aus vielen, vielen unwichtigen Einzelteilchen. Und da kommt die Verantwortung der Firmen ins Spiel – die sollten nicht an diesem esoterischen Mosaik mitbauen.

  9. @Bernd Harder

    Ich kann nun ja leider selbst nicht mehr sehen was ich geschrieben habe, daher ist es schwierig, mich darauf zu beziehen.

    Wenn Sie meinen Text löschen konnten, sahen Sie sicher auch meine Emailadresse und könnten sich direkt an mich wenden, um meine Absichten zu klären.

    Vielleicht habe ich mich ungünstig angestellt, aber ich stehe auf der richtigen Seite. Die Links zu den Rabenhorst-Webseiten sollten meine Aussagen leicht nachvollziehbar belegen, und die Links zu deren Facebook-Präsenzen sollten dazu dienen, dass Facebook-Nutzer leicht dorthin gelangen, um dort gegen den Strich zu protestieren bzw. vorhandene Kommentare ggf. zu liken.

    Ich habe allerdings gesehen, dass viele Kommentare nach kurzer Zeit wieder verschwanden, Rabenhorst ist also wohl am Löschen, was ich ziemlich übel finde.

    Natürlich kenne ich die vorhandenen Rabenhorst-Artikel, aber sie sind ja leider wirkungslos verpufft. Den ganz aktuellen Shitstorm könnte man also durchaus nutzen, um weitere Hersteller umzustimmen.

    Dass der Shitstorm so ist wie er ist, finde ich auch nicht gut, man sollte sachlich argumentieren und versuchen, sie umzustimmen, anstatt sich seitenweise lustig zu machen.

    Andererseits ist die Medienpräsenz vielleicht nur deshalb so groß, und das ist wiederum gut.

    Wie man an Voelkel sieht, bewegt sich was, also helft mit, auch alle anderen Hersteller zu erreichen.

    Entsprechende sachliche Kommentare auf den Seiten von Rabenh*rst, R*tbäckchen und 3pauly würde ICH gut finden.

    Herr Harder, ich würde mich freuen, wenn Sie meine ursprüngliche Nachricht teilweise wiederherstellen, die Links können Sie ja entfernen oder Suchmaschinen-verschleiern.

  10. @Alexy:

    Vielen Dank für die Erläuterung.

    << wenn Sie meine ursprüngliche Nachricht teilweise wiederherstellen << Das, was ich an "Nachricht" erkennen konnte, ist erhalten geblieben. Beim Rest hatte ich ehrlich den Eindruck, der Kommentar sei ein Fake von der Rabenhorst-Pressestelle. << Die Links zu den Rabenhorst-Webseiten sollten meine Aussagen leicht nachvollziehbar belegen, und die Links zu deren Facebook-Präsenzen sollten dazu dienen, dass Facebook-Nutzer leicht dorthin gelangen << Das verstehe ich, aber dann würde ich Sie bitten (und genau das war eben nicht der Fall), gezielt auf entsprechende Diskussionen oder Anknüpfungspunkte zu verlinken, in die man einsteigen kann, nicht aber auf ganz allgemeine Web- und Produktpräsenzen von << Rabenh*rst, R*tbäckchen und 3pauly <<

  11. @Bernd Harder:
    > ehrlich den Eindruck, der Kommentar sei ein Fake von der Rabenhorst-Pressestelle
    Das ist mir ehrlich schleierhaft. Eine Verschwörung?

    Direkte Links auf die peinlichen Rabenhorst-Kommentare hätten jetzt auch nix mehr gebracht, es ist nämlich alles gelöscht.

    Hier ein Link zu einem Produktfoto, auf dem man den Barcode schön erkennen kann:
    https://www.3paulyshop.de/documents/image/47/47608/3P-36182-Knabber-Dinos-web.jpg

    Auf der Webseite von 3pauly kann man sich selbst überzeugen, dass sie es scheinbar mit wissenschaftlichen Studien sehr ernst nehmen und z.B. auf Zöliakie-Patienten u.a. ausgerichtet sind. Diese Patienten brauchen echte Wissenschaft und nicht so einen Unsinn.
    http://www.3pauly.de/wissenswertes/studien/

    Die Facebook-Seiten kann jeder selbst finden und einen Kommentar abgeben.

  12. @Alexy:

    << Das ist mir ehrlich schleierhaft. << Gut, dann antworte ich mal genauso ehrlich: Was genau ist daran schleierhaft, wenn ich einen Kommentar nahezu ohne Inhalt bekomme, dafür aber mit einer Vielzahl von Links zu Firmen und Produkten? Ich klicke so einen Link an und lande z.B. auf der Produktseite von Rotbäckchen. Schöne Fotos, nette Sprüche - aber was soll ich dort? Ich nehme an, Sie erwarten, dass "wir" (also alle Leser und Kommentatoren hier) dann dort auf die Suche nach den Barcodes, nach Kontaktmöglichkeiten, nach Anknüpfungspunkten für eine Diskussion o.ä. gehen. Seien Sie mir bitte nicht böse oder enttäuscht, ich finde Ihr Engagement ja gut und aller Ehren und Unterstützung wert - aber ganz ehrlich: So funktioniert das nicht. Das klappt - vielleicht, manchmal - bei Facebook, aber wir sind hier in einem anderen Medium. Und auch Medien und Unternehmen funktionieren so nicht, dass man quasi im Kielwasser einer zufällig erfolgreich gewordenen Aktion andernorts zum selben Thema sofort und unmittelbar noch eins draufsetzen und denselben Effekt erzielen kann, im Gegenteil. Können wir gerne mal persönlich erörtern, wenn Sie mögen.

  13. Leute, ich hab ein riesiges Problem, das mir schon wochenlang schlaflose Nächte bereitet: wie entstört man eigentlich einen QR-Code???

    Funktioniert Durchstreichen hier auch? Oder kann man es mit Heilsteinen tun? Hilft Besprechen? Kann man die schädliche Energie vielleicht in irgendwelches Genfood ableiten, das ohnehin schon tödlich giftig ist?

    Bitte um Hilfe!

  14. Hm, man müsste ausprobieren, ob man jede Zeile oder Spalte einzeln entstören muss und ob zeilenweise oder spaltenweise Entstörung besser funktioniert.

    Da QR-Codes zweidimensional sind, könnte es auch sein, dass in beiden Richtungen entstört werden muss. Vielleicht reicht ein Strich in jeder Richtung, das wäre einfacher als zeilen-/spaltenweise Entstörung.

    Wieder einmal: Da besteht noch viel Forschungsbedarf…

  15. Der QR-Code, der absichtlich wie Bildrauschen aussieht, wurde doch extra dafür geschaffen, neutral gegenüber Strahlen (guten wie schlechten) zu sein.

    Es sind keine parallelen Linien mehr da, die die Energie einfangen und bündeln könnten. Daher gehen die Strahlen einfach unbeeinflusst hindurch, und wenn das Produkt selber auch keine parallelen Strukturen aufweist, passiert gar nichts damit.

    Die Strahlen treten unverrichteter Dinge wieder aus. Das ist schonmal ein großer Erfolg, aber nun arbeitet man daran, einen Code zu schaffen, der zwar weiterhin die schlechten Strahlen ignoriert, dafür aber die guten einfängt, verstärkt und auf das Produkt überträgt. Erste Tests haben ergeben, dass dafür vermutlich nur 3D-Codes in Frage kommen, deren Herstellung leider teurer ist.

    Also wird es wahrscheinlich wieder mal nichts.

  16. Im Internet gibt es eine copy&paste-Sequenz auf vielen Seiten, in der auf einen „amerikanischen Forscher P.A. Lindenmann“ verwiesen wird. Eine Originalquelle konnte ich nicht finden, den „Forscher“ auch nicht. Ob seine Existenz feinstofflicher Natur ist?

  17. @ crazyfrog:

    Geniale Reaktion… „aus Sicherheitsgründen“… ROFL!

  18. Den Knaller hab ich gestern gesehen. Ein Bier, vorne mit Einstein und hinten mit entstörtem Barcode. So nah liegen Genie und Wahnsinn auseinander. Das Bier heißt Steinie² und ist von der Brauerei Kesselring.
    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/33/Steinie%5E2_Original.jpg

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