gwup | die skeptiker

… denken kritisch seit 1987.

Natalie Grams bei Zeit-Online: „Die Nestbeschmutzerin“

| 38 Kommentare

Dr. Natalie Grams vom Informationsnetzwerk Homöopathie heute bei Zeit Wissen:

Grass

Ein Auszug aus dem Artikel (der gut beginnt, aber schwach beziehungsweise abrupt endet):

Es gibt Menschen, für die existiert Natalie Grams nicht. In ihren Augen ist die Ärztin eine Lüge. Geschaffen von der mächtigen Pharmaindustrie, um gegen all das zu wettern, an das diese Menschen glauben.

Andere blenden sie nicht aus. Sie schreiben ihr. Böse Briefe, in denen solche Sätze stehen: „Frau Dr. Hastenichtgesehen, von wem lassen Sie sich eigentlich das Geld in das Gesäß schieben?“

Wenn es nur wahr wäre. Das mit dem Geld. Dann hätte sie heute ein paar Sorgen weniger. Die begannen, als ihr Buch Homöopathie – neu gedacht herauskam.“

Zum Weiterlesen:

38 Kommentare

  1. Nicht nur das abrupte Ende ist ärgerlich. Auch sonst sind einige blöde Klopper drin, die erst die Endredaktion eingebaut hat. So was ärgert mich jedes Mal tierisch. :-(

  2. Total gaga:

    Homöopathen wollen sich die Namen der INH-Mitglieder notieren für den Fall dass „diese selbsternannten Informierer und Netwzerker“ mal „eine fachgerechte homöopathische Behandlung wünschen“, weil sie „doch mal schwer krank sein sollten“:

    https://www.facebook.com/globuligegengutglaeubigkeit/photos/a.1714750018814540.1073741828.1714701128819429/1726976147591927/?type=3&theater

  3. @crazyfrog:

    Aus meiner Sicht der bislang beste Beweis für den vollkommenen Realitätsverlust dieser Leute.

  4. @crazyfrog:

    Wunschdenken, einer Hilfslosigkeit entsprungen.

    Argumentativ gibt die Homöopathie nichts her, um ihre Standpunkte zu verteidigen. Also wird mit Verwünschungen und Phantasiegerichtsbarkeit gearbeitet.

    So frei nach dem Motto „Eure Bestrafung wird schon kommen, spätestens wenn ihr schwer krank seid und aus purer Verzweiflung bei einem Homophonen ladet. Er wird euch schon dann zeigen woher der Zucker für die süße Rache kommt“

  5. Wie nennt man eigentlich ein Gesäß voller Geld ? Luxushintern ? *g

  6. Mein Freund und ich diskutieren öfters mal mit seinem Vater, der ein großer HP Anhänger ist und schon auch mit der Big-Pharma-Verschwörung kokettiert (obwohl seine Tochter Medizinerin ist und er der modernen Medizin auch einiges an Lebensqualität zu verdanken hat).

    Mein Freund hat das Buch bei einem Tischgespräch erwähnt, und dass er sich überlegte es zu kaufen und zu lesen, weil er die Perspektive spannend fände.

    Was dann kam, war eine Tirade an ad-hominem Argumenten von seinem Vater – der das Buch nicht einmal gelesen hatte. Er hatte Frau Grahms wohl in irgendeiner Fernsehshow auftreten sehen und meinte das Buch sei ein „Blödsinn“ und die Frau profiliere sich nur, sinngemäß, sie sei eine dumme Kuh etc.

    Ich finde das so schrecklich, wie hasserfüllt Menschen plötzlich sein können wenn jemand ihre Meinung nicht teilt bzw. sie sich in ihrer Meinung bedroht fühlen. Ohne das Buch überhaupt gelesen zu haben so zu reagieren – man stelle sich vor ein Wissenschaftler würde so reagieren wenn ihm jemand „Bad Science“ von Bend Goldacre empfiehlt.

    Ich glaube nicht dass das passieren würde. Jedenfalls wäre es nicht die „Norm“. Mir scheint dass die Befürworter der HP leider wirklich nur sehr begrenzt kritikfähig sind. Man kann nur hoffen dass wenigstens ein paar Menschen dieses Buch lesen und zum nachdenken angeregt werden.

    Ich werde es jedenfalls meinem Freund zum Geburtstag schenken, und vielleicht kann er ja doch auch seinen Vater mal dazu bringen es zu lesen.

  7. @nihil jie:

    „Also wird mit Verwünschungen und Phantasiegerichtsbarkeit gearbeitet.“

    = Religion.

  8. wo bitte kann man sich denn melden, damit man im notfall „wirklich nicht“ von so einem homöospinner oder ähnlichen gesundbetern „behandelt“ wird ? oder gibt es da einen kleinen ausweis?

    -bitte niemals homöopatischen schnickschnack-

  9. @diabetiker:

    So einen „Ausweis“ wollten wir tatsächlich mal entwerfen – eine der vielen Ideen, die irgendwie untergangen sind, man aber mal wieder hervorkramen sollte.

  10. Die mangelnde Kritikfähigkeit ist tatsächlich ein sehr entlarvendes Indiz.

    Es sollte den Homöopathieanhängern eigentlich zu denken geben, wenn als „argumentativer“ Ausweg nur mehr persönliche Diffamierungen und Verschwörungstheorien bleiben.

    Vielleicht ist es mit deren Überzeugung doch nicht so weit her, wenn man glaubt, so dünnhäutig reagieren zu müssen.

  11. @Dysmo

    Klare Reaktion eines Glaubensfanatikers, wie bei Sekten.

  12. @nihil jie:

    Dieselbe Argumentation verwenden doch auch Strenggläubige, wenn sie gegen Atheisten/Nichtgläubige anstänkern.

    Nach dem Motto: „Wenn ihr krank seid/im Sterben liegt, dann werdet ihr euch noch wundern, dass ihr (*hier beliebige Gottheit einsetzen*) aus eurem Lebe verbannt habt.“

    Ergo Homöopathie = Religion ;)

  13. @Natalie Grams

    Warum der Ärger? Ich finde den Artikel sehr gut. Weil er Zahlen nennt. 200.- Euro für einen Smalltalt sind der Skandal. Hochgerechnet bedeutet es bei einer vollzeitbetriebenen Homöopathie-Praxis einen Jahresumsatz von 1 Mio. Bei minimalen Kosten (Pappkarte, Kugelschreiber, Aushilfskraft). So ist es nachzuvollziehen, dass mit einer konsequenten Arbeitsweise die Schafe schon nach wenigen Jahren sehr trocken stehen. Oder wie es mir ein befreundeter Allgemeinmediziner sagte: „Reich gemacht hat mich nur die Homöopathie!“

    Dazu nette Arbeitsbedingungen: Keine Notdienste (ich arbeite gerade heute im Notdienst), keine Heimversorgung (ich fahre heute noch in ein Altenheim) und keine Gutachten, keine Regresse, keine nervigen Anwälte, keine gelangweilten Richter. Das macht es für viele so attraktiv, „über den Zaun zu klettern“.

  14. „Die Nestbeschmutzerin“:

    Meistgelesen. Meistgeteilt. Meistkommentiert:

    http://www.zeit.de/index

  15. @crazyfrog:

    Momentaufnahme von jetzt eben, sollte man dazusagen.

  16. @ Dr. Hans-Werner Bertelsen:

    „keine Gutachten, keine Regresse, keine nervigen Anwälte, keine gelangweilten Richter“

    Ja, ich habe mich auch schon mal gefragt, wie eigentlich ein alternativmedizinischer Kunstfehler aussieht und wie man ihn feststellt. Eine Antwort ist mir nicht eingefallen.

  17. @Klauszwingenberger

    200.- Euro. Das ist kein Honorar – das ist Bestechung!

  18. @crazyfrog:

    Auch hier die allerfeinsten Kommentare:

    http://derstandard.at/2000036329292/Warum-Homoeopathie-ueberholt-ist

  19. Apropos Kommentare:

    < < Der Bericht bei ZEIT ONLINE hat für einen Kommentarrekord gesorgt. Nun ist er auch auf Facebook und darf sehr gerne kommentiert werden. << https://www.facebook.com/zeitonline/posts/10154221812904429

  20. @klauszwingenberger

    Es gibt keine alternativmedizinischen Kunstfehler, weil keine Standards definiert sind und Richter ausschließlich nach Gutachtenlage vorgehen. Wo aber keine Standards definiert sind, kann es auch keine Gutachten geben.

    Gerade diese Besonderheit macht das Geschäftsmodell für die Zuckerzunft so reizvoll.

    Die Bezahlung ist skandalös überhöht, auch weil Krankenkassen Umsatz generieren wollen, schließlich nimmt man sich ungeniert 8 % Verwaltungskosten aus dem Pott – da kann der Pott nicht groß genug sein.

    Verglichen mit der ärztlichen Vergütung einer Beratung kann es keinen Zweifel geben: Angemessen wäre ein Zehntel des Betrages, der momentan gezahlt wird. Würde dieser angemessene Betrag gezahlt, dann wäre es vorbei mit dem ach so tollen Geschäftsmodell. Seit Jahren fordere ich daher eine „Intensivberatung“ mit angemessener Bezahlung.

    Dann bräuchten die chronisch Kranken nicht zu den Scharlatanen laufen, um Gehör zu finden.

  21. @crazyfrog

    „300 Kommentare in 3 Stunden:“

    Jetzt sind inzwischen schon über 800 *g Naja… ich mische da jetzt auch ein wenig mit. Ich konnte einfach manche Kommentare nicht so unkommentiert stehen lassen ;)

  22. @Bernd Harder

    Ich weiß. Im Moment möchte ich aber noch davon absehen mir ein Facebook Profil an zu legen. Ich mag Facebook nicht so besonders als Internetplattform. Deren Firmenpolitik gefällt mir persönlich nicht.

    Das ist natürlich ein Nachteil wenn gerade da der Bär seine Lachse fängt, aber was soll’s. Mal sehen… vielleicht kann ich in Zukunft meine Aversion gegenüber Facebook überwinden. Vielleicht geht es mit Meditation oder Hypnose ;)

  23. @ nihil jie

    Genau meine Gedanken. Für mich ist das schlimm, was Zuckerberg macht. Ungehemmt, ungeachtet jeder Moral.

    Wie ich mal vor längerer Zeit irgendwo las, hat er schon zu seiner Schulzeit Daten von Mitschülern missbraucht und zu Geld gemacht.

    Facebook? Nein, danke!

  24. Schliesse mich an – FB darf gerne ohne mich stattfinden. Es hat auch bislang noch niemand geschafft, mir nachvollziehbar zu erklären, was ich da sollte.

  25. @noch’n Flo:

    Diesselbe Diskussion können wir über Talkshows und die Bild-Zeitung führen.

    Der Grund ist stets derselbe – für mich jedenfalls:

    um der „Pro“-Fraktion nicht allein das Feld zu überlassen.

    Man kann seinen persönlichen Daten-Input ja auf das absolute Minimum beschränken, ohne Privatfotos und sonstige Angaben (ja, ich weiß durchaus, dass auch dann noch Nutzerdaten und „Fußabdrücke“ von Facebook abgegriffen werden).

  26. @klauszwingenberger
    Die Heilpraktikerei ist Laienbeschäftigung (Medizin möchte ich das nicht nennen). Denen kommt man dank ihres Laienstatus schlecht bei. Dazu die oben vom Dr. genannten Sachen. Dieser Sonderstatus gehört abgeschafft, statt zementiert.

  27. @Pierre Castell

    Naja, Facebook ist mir eine Spur zu Gierig, könnte man sagen. Das Unternehmen Facebook hat, für meinen Geschmack, zu viel Interesse an Daten meines Lebens die sie praktisch nichts angehen. Ich möchte von keinem Unternehmen in Relationen zu irgendwelchen Marken oder politischen Gruppen usw. gestellt werden. Ich möchte keine gezielte Werbung die genau auf mich zugeschnitten ist, ich möchte gar keine Werbung. genau so wenig möchte ich darüber informiert werden, ob sich „meine Freunde“ auch dafür oder hierfür interessieren. Wenn ich Menschen Freunde nenne, dann wissen sie in der Regel wofür ich mich interessiere aber auch ich weiß wofür sie sich interessieren. Es gibt noch weiter gründe warum ich das Portal nicht mag.

    Ich weiß, dass ich mich damit selbst von einem gewissen Informationsfluss abschneide, aber das ist gerade nicht so tragisch. Zumal man alles was öffentlich ist mitlesen. Nur kommentieren kann ich das eben nicht. Aber das ist zu verschmerzen.

  28. „Die Diskussion verlagert sich zu Facebook:“

    Mann o Mann, ist das eine Schlacht!

    Hochachtung vor allen INH-Diskutanten!

  29. @crazyfrog:

    Am lustigsten fand ich ja den Herrn DZVhÄ-Marketingchef, der mal ebenso kurz wie hilflos den Kopf reingestreckt hat.

  30. Warum macht Zeit-Online diese Diskussion zweimal auf?

    Auch hier:

    https://www.facebook.com/zeitonline/posts/10154214994479429

  31. @crazyfrog:

    Das wüsste ich auch gern …

  32. @ nihil jie

    Was mich noch mehr als den Datenmissbrauch von Facebook abhält, ist die fehlende Sorgfaltspflicht und die Umgehung von geltendem Recht (in Deutschland) und Anstand.

    Facebook verweigert immer wieder die Löschung von schlimmsten Kommentaren und Kundgebungen. Da werden Sachen gepostet und Menschen fertiggemacht, dass einem die Haare hochgehen. Und Facebook verweigert die Löschung. Erst wenn der (öffentliche) Druck stark genug ist, wird evtl. gelöscht.

    @ Bernd Harder
    Ich weiß, Facebook ist hier nicht das Thema. Deshalb werde ich mir weitere Äußerungen zu FB verkneifen;-)

  33. @Pierre Castell:

    << Facebook verweigert immer wieder die Löschung von schlimmsten Kommentaren << Das ist leider richtig.

  34. @Bernd:

    „Das wüsste ich auch gern …“

    Wegen des großen Erfolges?

  35. Habe mir jetzt auch mal den einen oder anderen Diskussions-Strang bei FB zu Gemüte geführt – ist schon schlimm, wie konsequent manche HP-Jünger das mit dem gezielten Weghören verinnerlicht haben. Und immer und immer wieder kommen dieselben abgedroschenen Phrasen.

    Übrigens: da ja immer gerne von den HPlern behauptet wird, die Schweizer seien so viel schlauer, weil dort ja HP mittlerweile Bestandteil der Grundversicherung sei:

    1. Das war keine wissenschaftliche Entscheidung, sondern Ergebnis einer Volksabstimmung im Jahre 2009, welche massiv von den alternativmedizinischen Interessenverbänden beeinflusst wurde. (In derselben Abstimmung wurde dieses Privileg auch Akupunktur, Chiropraxis, Osteopathie, Anthroposophischer Medizin und TCM zugestanden.)

    2. Die Schweizer Regierung hat auf Druck derselben Interessenverbände 2014 den eigentlich bis Ende 2015 geforderten Wirksamkeitsnachweis zugunsten des aus Deutschland bestens bekannten „Binnenkonsens“ erlassen.

    Also alles rein politische Entscheidungen, ohne jede wissenschaftliche Beweiskraft.

  36. @Natalie Grams:

    Könntest du vielleicht kurz beschreiben, was weggelassen/verändert wurde? Leider kommt fast immer bei Interviews am Ende nicht das raus, was man tatsächlich gesagt hat. :-(

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.