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Falsche Erinnerungen an Missbrauch und Aliens

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Die amerikanische Psychologin und Skeptikerin Dr. Elizabeth Loftus ist nichts weniger als eine Veteranin des „Gedächtniskrieges“.

Während ihrer Vorträge [ist sie] ausgebuht, ausgezischt, angegriffen worden“,

schreibt Elaine Showalter in „Hystorien – Hysterische Epidemien im Zeitalter der Medien“ über die streitbare Gedächtnisforscherin.

Anfang der 1990er-Jahre begann in den USA eine heftige Auseinandersetzung um „wiedergewonnene Erinnerungen“ an sexuellen, oft inzenstuösen Missbrauch.

Loftus bewies 1994 in einer Studie, dass es für einen Therapeuten relativ leicht ist, eine falsche Erinnerung zu erzeugen. Seit 1996 ist in der amerikanischen Öffentlichkeit der Begriff „False Memory Syndrom“ für dieses Phänomen bekannt:

Loftus zweifelte an der Echtheit dieser Erinnerungen und vermutete, ihre Quelle liege nicht in der Vergangenheit, sondern in den vier Wänden des Therapiezimmers.

Die Beeinflussung in der Therapie geschehe nicht bewusst, vielmehr hält es Loftus für möglich, dass der Wunsch einer Therapeutin, ihrer Klientin zu helfen, in Kombination mit einer vorgefassten Meinung über die Ursache der Störung zum Glauben an einen Missbrauch führen könne, der nie stattgefunden habe. Dass sie diese Meinung auch vor Gericht als Gutachterin der Verteidigung vertrat, verschaffte ihr in Rekordzeit eine maximale Anzahl Feinde.

Kürzlich wurde das Gerücht gestreut, Loftus missbrauche ihre eigenen Kinder: „Zum ersten Mal war ich froh, keine zu haben.“

„Das Gedächtnis ist kein Videorecorder“, heißt die Botschaft, die Loftus seit fast drei Jahrzehnten verbreitet. Und obwohl jeder schon einmal seine Schlüssel in der Tasche fand, obwohl er sicher war, sie auf die Kommode gelegt zu haben, wird sie nur widerstrebend aufgenommen.“

In einem aktuellen TED-Talk spricht Loftus über „The fiction of memory“:

Loftus hat auch den Aufsatz „The Construction of Space Alien Abduction Memories“ mitverfasst.

Zum Weiterlesen:

9 Kommentare

  1. Das ist auch das Geheimnis der „Reinkarnations-Rückführungen“.

    Unter Hypnose werden diese Erinnerungen erzeugt, die dann von den Betroffenen als „real“ empfunden werden.

    Hier muß ich sagen, daß es natürlich weitaus „realistischer“ ist von Außerirdischen entführt worden zu sein, als ein „früheres Leben“ gelebt zu haben.
    Seelenwanderung kann es wirklich nicht geben, da es ganz klar keine Seele gibt; und das mit den 21 Gramm, die angeblich beim Sterben „verlorengehen“ wurde auch nur sehr ungenau festgestellt…und letztlich ist es lustig, daß eine immaterielle Seele auf einmal doch ein (materielles) Gewicht haben soll ;-)

    Bei 21g hätte die Seele – nach Albert Einstein – eine Energiemenge von 1.88738588 × 10^15 Joule :-) Wenn es jetzt nicht so spät wäre, würde ich das noch in kWh umrechnen und dann könnte man sogar den Wert der „Seele“ beziffern, anhand des aktuellen Strompreises. :-)

  2. Seelenwanderung und somit ein mögliches füheres Leben gibt es natürlich nicht, lieber Ralf. Auch,daß die Seele 21 gr. wiegen solle ist quatsch ! Worin Du Dich aber grundlegend täuscht,ist Deine Annahme, es gäbe überhaupt keine Seele. Laß Dich überrashen und sei dann dankbar (auch darüber,daß dieser z.Z. sehr verbreitete Humbug blos Humbug ist). liebe Grüße

  3. @Birgit:

    Spendieren Sie uns ein paar Belege?

    Gegenteiligenfalls danke für die Grüße, aber das hier ist kein Forum für religiöses Geschwurbel.

  4. @Birgit

    „Worin Du Dich aber grundlegend täuscht,ist Deine Annahme, es gäbe überhaupt keine Seele. Laß Dich überrashen und sei dann dankbar“

    Wo sind Deine Belege für diese steile Behauptung?

    Bibel? Ein Märchenbuch? Im Ernst?

    Also raus mit Deinen Belegen!

  5. @ Birgit :

    Wenn es keine Seelenwanderung gibt, wie Du schon sagst :

    Wovon,zu welchem Zeitpunkt und an welchem Ort soll sich Ralf dann überraschen lassen ?

  6. @StephanCGN
    Wahrscheinlich bei meinem Nahtod-Erlebnis ;-)

    Also, es ist einfach – nach heutigem Wissenstand – gibt es keine „biologische“ Seele, dh die Neurophysiologie kann die Funktionalität des Gehirns auch ohne einer „spirituellen Seele“ erklären; natürlich gibt es hierbei noch viele offene Fragen, aber eines ist sicher: Es gibt keine Seele…

    Es gibt nur eine (metaphysische) Sichtweise: Die Seele ist die „Idee“ Gottes von dem Menschen und somit würde sie weiterleben, da Gott unsterblich ist.

    Ebenso verhält es sich auch mit einem Schöpfergott…die heutige Wissenschaft kann das Universum sehr gut ohne einem Gott erklären (man braucht keinen „Wettergott“ mehr usw), aber für den Glaubenden gibt es nur noch den Rettungsanker, daß das Universum einen Ursprung hatte.

    Es gibt aber auch die Theorie, das unser Universum nur eine „Blase“ eines Multiversum ist (das wahrscheinlich keinen Ursprung hatte)

  7. Irgendjemand Kluges sagte einmal, es sei bei den „erinnerten“ früheren Leben schon erstaunlich, dass Märchengestalten wie Prinzessinnen, Hofdamen usw. ziemlich oft vorkommen, aber die wenigsten Esoterikerinnen in einem früheren Leben beispielsweise ein dickbäuchiger Textilmaschinenbauer aus Karl-Marx-Stadt in den 1950ern waren.

    Ob es am Reinkarnierer oder am Gläubigen liegt?

  8. @Esoterikallergiker:

    Ist aus „The Big Book of Reincarnation“ und ein Zitat von Dunglas Home:

    „I have met a dozen Marie Antoinettes, six or seven Marys of Scotland, a whole host of Louises and other kings, about twenty Great Alexanders, but never a plain John Smith.“

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