gwup | die skeptiker

… denken kritisch seit 1987.

Die Papstweissagungen des Malachias – schon wieder

| 37 Kommentare

Soso, der nächste Papst soll also der letzte sein:

Einer Prophezeiung zufolge steht das Ende des Papsttums unmittelbar bevor – und damit auch der Untergang der Welt“,

schreibt heute zum Beispiel der Kölner Stadtanzeiger.

Konkret geht es um die sogenannten Papst-Weissagungen des heiligen Malachias.

Dieser irische Bischof soll im 12. Jahrhundert in insgesamt 112 Orakelsprüchen einen prophetischen Abriss über die Päpste vom Hochmittelalter bis ins dritte Millennium hinein gegeben haben.

Namen nennt er natürlich keine, aber jeder künftige Pontifex ist mit einem kurzen, charakterisierenden Motto bedacht worden.

Papst Nr. 110 etwa war „De labore Solis“, übersetzt „Von der Bedrängnis der Sonne“. Damit soll Johannes Paul II. gemeint gewesen sein, behaupten eilfertige Interpreten.

Denn:

Karol Wojtyla, der spätere Papst Paul II. wurde am 18. Mai 1920 geboren; an dem Tag gab es eine partielle Sonnenfinsternis.“

Der vorletzte Papst in dieser Liste ist Wojtylas Nachfolger Benedikt XVI., beschrieben als „De Gloria Olivae“, der „Ruhm des Ölbaums“.

Und genau an dieser Stelle wollen wir einmal innehalten.

Und nicht in die Zukunft blicken, sondern in die Vergangenheit.

2005, während der Papstwahl im April, beteiligte sich sogar Der Spiegel an dem Vexierspiel um die angeblichen Schauungen des Malachias.

Unter der Überschrift „Das Orakel prophezeit den nächsten Papst“ versuchte sich das Nachrichtenmagazin spaßeshalber an einer prädiktiven Auslegung der Sinnsprüche.

Der „Ruhm des Ölbaums“?

Kein Problem:

Im Bischofswappen des Mailänder Erzbischof Dionigi Tettamanzi findet sich ein Ölbaum – passt das zur Voraussage des irischen Zisterzienser-Mönchs und Erzbischofs von Armagh (1094-1148), der bereits seit dem 12. Jahrhundert zutreffend die kommenden Päpste benannt haben soll?

Schließlich räumte die Spiegel-Korrespondentin ein:

Die Entschlüsselung des Rätsels trifft je nach Auslegung auf mehrere Kandidaten zu.

Der Ölbaum könnte als Zeichen des Friedens gesehen werden. Als Kirchenoberhaupt käme demnach auch der französische Kardinal Jean-Marie Lustiger in Frage, der vom Judentum zum Katholizismus konvertierte und sich stets für die Versöhnung von Juden und Christen engagierte. Eine andere Deutung geht davon aus, dass der kommende Papst aus dem Mittelmeerraum stammen wird.

Der Erzbischof von Florenz, Ennio Antonelli, hätte nach der Weissagung Chancen – immerhin stammt er aus Umbrien, der Region der Olivenbäume.“

Wie wir heute wissen, wurde keiner der Genannten Papst – sondern Joseph Ratzinger aus Deutschland.

Aber wieso eigentlich?

Im Nachhinein ist man natürlich immer schlauer.

Auf Biegen und Brechen versuchte zum Beispiel diese Webseite, die „Prophezeiung“ der Realität anzupassen:

Es ist interessant zu wissen, dass Jesus seine Prophezeiung von der Endzeit am Fuße eines Olivenbaumes verkündet hat. Dieser Papst wird zu Beginn der Drangsale regieren, von denen Jesus sprach.

Sankt Benedict selbst prophezeite, dass vor dem Ende dieser Welt der Papst aus den Reihen seines Ordens (auch bekannt als Olivetaner) käme. Die Olivetaner hätten den Kampf gegen das Böse zu führen.
Traditionell symbolisiert der Olivenzweig den Frieden, stellt sowohl im alten als auch neuem Testament auch ein Symbol für die Juden dar.

Einige gehen von einer Konversation der Juden zum katholischen Glauben aus. Einige ehemalige Juden sollen hohe Ränge in der katholischen Kirche schon jetzt bekleiden?! Jetzt ist seit dem 19.04.2005 Kardinal Ratzinger zum Papst Benedict XVI. Gewählt worden.“

Oder kürzer:

Der 111. Papst, der in der Vision von Malachias Erwähnung fand, wird als “Gloria Olivae” (Herrlichkeit / Ehre der Oliven oder auch Ruhm des Olivenbaums) beschrieben. Der 111. Papst ist Benedikt XVI.
Stimmt die Prophezeitung von Malachias auch hier? Gegründet wurde der Orden der Benediktiner von einem Deutschen. Und sie haben einen Olivenbaum als Symbol.

Oder ganz anders:

Gloria olivae könnte man aber auch paraphrasieren mit: „Der Olivenbaum (das Judentum) kommt wieder zur Ehre.“

Damit sind wir wieder am Anfang dieses Beitrages, bei dem symbolischen Geschenk von Premierminister Netanjahu, der Papst Benedikt einen Olivenbaum als Symbol der blühenden Beziehungen zwischen Rom und Jerusalem schenkt.“

Unschwer zu erkennen also, dass die „Papst-Weissagungen des Malachias“ keineswegs

… sehr große Anerkennung aufgrund ihrer Treffsicherheit genießen“

und auch keine

… erstaunlich zutreffenden Ankündigungen

enthalten, sondern ähnlich dehnbar wie Nostradamus-Verse sind.

Das liegt unter anderem daran, dass diese Orakelsprüchlein weder „prophetisch“ sind noch von einem visionären Heiligen verfasst wurden und auch nicht aus dem 12. Jahrhundert stammen.

Die berühmten „Papst-Weissagungen des heiligen Malachias“ sind nichts weiter als eine politische Tendenzschrift aus dem 16. Jahrhundert, welche die Priorität hatte, das Konklave von 1590 zugunsten des Kardinals Girolamo Simoncelli zu beeinflussen, der aus Orvieto (antiker Name: Orvieto urbs vetus) stammte – weshalb dem zu wählenden Papst die Devise „Ex antiquitate urbis“ zugeschrieben wurde: Aus der alten Stadt.

Die meisten Forscher nehmen heute an, dass es sich beim Autor um Alfonso Ceccarello handelt, den Sekretär des Kardinals Simoncelli.

Allerdings, wie öfter bei solchen Machenschaften, verfehlte das Mittel den Zweck. Der neue Papst kam aus Mailand und hieß Nikolaus Sfondrato alias Gregor XIV.

Kein Wunder also, dass die ersten 75 der 112 „Malachias“-Sprachbilder, beginnend mit Coelestin II (1143-1144), recht scharfsinnig und passend erscheinen. Die letzten 37 sind indes völlig frei erfunden – und müssen daher gedeutet werden, üblicherweise retrospektiv.

So gab es zwar am Tag der Geburt von Karol Wojtyla, dem späteren Papst Johannes Paul II. („Von der Bedrängnis der Sonne“), tatsächlich eine Sonnenfinsternis. Allerdings nicht in Wadowice, sondern über Australien, der Antarktis und dem südlichen Indischen Ozean.

Alles in allem passt diese Erkenntnis nahtlos zu dem, was wir vor einigen Tagen hier geschrieben haben: In den allermeisten Fällen antworten „Prophezeiungen“ auf präzise Umstände und verfolgen ein fest umrissenes Ziel.

Was aber schrieb der mutmaßliche Fälscher Alfonso Ceccarello nun über den 112. und letzten Papst?

Ausnahmsweise keinen Slogan, sondern eine vergleichsweise längere Passage:

In persecutione extrema S. R. Ecclesiae sedebit Petrus Romanus, qui pascet oves in multis tribulationibus, quibus transactis civitas septicollis diruetur et judex tremendus judicabit populum suum. Finis.”

Zu Deutsch:

Während der scharfen Verfolgung der Heiligen römischen Kirche wird Petrus, ein Römer, regieren. Er wird die Schafe unter vielen Bedrängnissen weiden. Dann wird die Sieben-Hügelstadt zerstört werden und der furchtbare Richter wird sein Volk richten. Ende.“

Offenkundig ist Ceccarello irgendwann einfach nichts mehr eingefallen.

Denn das ist wenig mehr als der lahme Versuch, zum Abschluss seiner „Weissagungen“ einen Mix aus biblischer Apokalypse, Nostradamus und zeitgenössischen Traktaten mit hohem Wiedererkennungswert zu kreieren.

Nichtsdesotrotz schießen die Spekulationen auch 423 Jahre später munter ins Kraut. Wer könnte wohl mit „Petrus Romanus“ gemeint sein?

Einen geborenen Römer gibt es schon einmal keinen“,

merkt die Neue Zürcher Zeitung heute an:

Aber der ghanesische Kardinal Peter Turkson trägt den richtigen Vornamen, und er rangiert tatsächlich unter den Papabili recht weit oben.“

Wir werden sehen.

Zum Weiterlesen:

37 Kommentare

  1. Hallo

    ich persönlich finde solche Weissagungen sehr interessant, vor allem wie die Menschen alles im rein interpretieren. Oh und nur weil eine Liste endet heißt es ja noch nicht, dass dann auch das Pabstum endet, ich sage nur das Ende des Maya Kalenders war ja auch kein Weltuntergang …

    Gruß Andrew

  2. noch interessanter ist aber, daß es gar keine weissagungen sind, sondern damals wie auch heute meinungsmanipulation, damals ging es um den papst heute um wahlvoraussagen.
    ja auch bei mir ging der letztjährige wandkalender zu ende nicht am 31.12.12 netterweise erst am 31.01.13 und ich war sehr beunruhigt als das datum näherkam, (zum kaufen bin ich zu geizig)zum glück habe ich dann doch noch einen für dieses jahr geschenkt bekommen.-unheil abgewendet.

  3. Wäre ja gar nicht so schlecht, wenn es endlich einmal einen „letzten Papst“ gäbe. Das muss ja nicht gleich ein Weltuntergang sein. Sondern einfach ein Papst, der den Mut hat, in einem öffentlichen, feierlichen Akt („ex cathedra“) zuzugeben, dass 2000 Jahre des Unsinns genug sind, und zugleich das Papstamt, und mit ihm die gesamten kirchlichen Institutionen auflöst. Man darf ja noch träumen … ;-)

  4. Für „unsere Freunde von der Warnungs-Front“ ist der nächste Papst der „Falsche Prophet“, der mit dem „Antichristen“ die „Show“ der Apokalypse aufführt.
    Warum ich „Show“ schrieb…Zitat aus einer Botschaft von „Enoch“, auch so ein selbsternannter „Prophet“:

    Alle Verräter sind schon in Erwartung des falschen Gottes; die Show wird bald beginnen; die Stunde der Dunkelheit ist nahe. Der Menschensohn wird neuerlich zum Tode verurteilt von Seinen eigenen Verwandten.

    Einfach köstlich…diese „Prophezeiungen“ haben immerhin einen Unterhaltungswert.
    Um zur „Warnung“ zurückzukommen…nach deren Ansicht ist Benedikt XVI. so lange der legitime Papst, bis „Petrus der Römer“ Papst wird; der nächste Papst wird von denen nicht mitgezählt, da er der „Falsche Prophet“ ist. In Garabandal, soll die Gottesmutter gesagt haben, einen Papst zählt sie nicht mit.

  5. Ist schon erstaunlich, über was sich die Menscheit Gedanken macht.
    Der Marsroboter Curiosity wird demnächst Bausteine des Lebens auf dem Mars finden und damit zeigen, dass Leben überall im Universum und rein zufällig entstanden ist. Ihr braucht Euch dann keinen Kopf mehr über den nächsten Papst zerbrechen.

  6. @Günther: Muss man nicht verstehen, oder?

  7. @Günther
    Mal ganz das „Religiöse“ beiseite gelassen, wird der neue Papst doch das Oberhaupt von 1,2 Milliarden Menschen auf der Welt sein, von denen natürlich nicht alle 100% überzeugte Katholiken sind; er hat aber dadurch auch eine politische Dimension. Ein gutes Beispiel aus der Vergangenheit war Johannes Paul II.

  8. Bin mal gespannt, wie der jetzige Papst den Limburger Fall händeln wird.

    Ob der gierige Bischof aus Limburg sich sein Luxusanwesen als Kind schon mit Ego-, pardon, Legobausteinen zusammenbaute?

    Ach, die katholische Kirche mal wieder. Dieses Mal keine sexuellen Übergriffe an Jungs. Öfter mal was Neues – der nächste Skandal kommt bestimmt. Wir müssen wohl nicht sehr lange warten…

    Übrigens: Schon vor vielen Jahren wunderte ich mich darüber, dass Papst Paul mit einer goldenen Rolex-Uhr rumlief (diese Armbanduhr kostete bereits damals vor vielen Jahren weit über 20.000 DM).

  9. @Pierre Castell
    Nun ja, ein „Ökonom“ zu sein, ist keine Voraussetzung für das Priesteramt oder Bischofamt.
    Vielleicht haben diese Menschen keinen „realen“ Bezug zum Geld, wie auch so viele andere Manager, denn das sind Bischöfe (auch).
    Papst Franziskus will eine „Kirche der Armen“, ob er das zu seinen Lebzeiten erreichen kann?
    Aber dient nicht der Prunk der Verherrlichung Gottes? – und was ist mit den ganzen Bauwerken, zb Kölner Dom, auf den „wir“ heute stolz sind – wurde er ohne das Blut erkauft?

  10. @ Ralf:

    Ob realer Bezug zum Geld oder nicht: Ein Bischof sollte Fingerspitzengefühl dafür haben, was notwendig, ein wenig besser oder aber extrem und übertrieben luxuriös ist.

    Der Kölner Dom, nun ja, …hmm, weiß nicht. Das eine dient der Allgemeinheit, das andere (wie z. B. seine 15.000 Euro Luxusbadewanne und vieles mehr) zu seinem “Privatvergnügen“.

    Wenn ich mir vorstelle (Achtung, reine Spekulation), wie er sich mit seinen Sexpartnern in der Wanne vergnügt, wird mir übel.

  11. @Pierre Castell

    …Der Kölner Dom, nun ja, …hmm, weiß nicht. Das eine dient der Allgemeinheit, das andere (wie z. B. seine 15.000 Euro Luxusbadewanne und vieles mehr) zu seinem “Privatvergnügen”.

    Nun ja, ob das die damalige Intention war, etwas zu schaffen, daß der Allgemeinheit dient und nicht dem Ego des Klerikers oder zur Ehre Gottes, das sei dahingestellt…aber der Bischof aus Limburg, hat auch etwas geschaffen, was vielleicht von nachfolgenden Generationen, als etwas, was der Allgemeinheit dient, verstanden wird…es sind ja nicht nur die Privat-Gemächer…

  12. @ Ralf

    Ja, da haben Sie auch wieder Recht, Ralf.

    Zu den Fakten kommt bei mir persönlich allerdings noch hinzu, dass mir der Mann höchst unsymphatisch ist (sorry).

    Der erscheint mir persönlich höchst unglaubwürdig.

  13. @Pierre Castell
    Das ist aber auch nicht die Schuld des Limburgers Bischofs – vielleicht sollte die katholische Kirche ihre Personalpolitik überdenken…
    Mal sehen, was passiert, wobei dem Bischof nicht wirklich etwas schlimmes passieren kann – außer, daß er die Räume nicht bewohnen darf, aber das wird seinen Nachfolger freuen ;-)

  14. @ Ralf
    „…wobei dem Bischof nicht wirklich etwas Schlimmes passieren kann ..!“

    Naja, es ist doch schon Schlimmes passiert. Sein Ruf, seine Glaubwürdigkeit und sein Schuldgefühle (sofern er welche besitzt) – all das dürfte ihn stark belasten.

    Strafrechtlich wird ihm wohl nichts passieren, mag sein.

    Aber ich könnte nicht mehr „erhobenen Hauptes“ über die Straße gehen, ich würde nach den ganzen Medienberichten vor Scham im Boden versinken.

  15. Habe ich es doch geahnt!!!
    (siehe mein letzter Kommentar von gestern, 21.18 Uhr).

    Soeben erfuhr ich von einem Freund, dass der Fahrer vom Bischof ein ehemaliger Escort (neudeutsches Wort für Stricher/Callboy) ist. Und er widerum hat die Info von einem absolut glaubwürdigen Kircheninsider.

  16. @Pierre Castell
    Nun, er wird wohl nicht mehr in der Öffentlichkeit als Bischof auftreten, sondern will ein Lehramt…
    Nun ja, ich kann jetzt die Vielen verstehen, die aus der kath. Kirche austreten und sobald „Medjugorje“, in irgend einer Weise anerkannt wird, bin ich auch raus…das habe ich auch schon meiner Mutter „gebeichtet“, die natürlich „aus allen Wolken“ fallen würde, wenn ich aus der Kirche austreten würde, aber sobald „Medjugorje“ eine Anerkennung – in welcher Form auch immer – erfährt, bin ich raus.
    Einen offensichtlichen Betrug, für den es so viele Beweise gibt, kann auch die kath. Kirche nicht für rechtens erklären…dabei mache ich nicht mit !!!

  17. Ein kleiner Nachtrag:
    Natürlich war ich in meinen fast 42 Lenzen nicht immer fromm, aber nach meiner Drogen-Jugend, fand ich eine gewisse Heimat im Glauben…ich weiß noch, daß einer meiner damaligen „Freunde“ ganz erstaunt war, daß ich an Gott glaube, der ein überzeugter Atheist war (und wahrscheinlich noch ist)…er kannte mich aus meiner „satanischen“ Zeit…;-)
    Natürlich war ich kein „Wiedererweckter“, sondern glaubte „locker“, d.h. ich ging nicht zu jeder Sonntagsmesse, aber ich glaubte schon an den Katholizismus…
    mittlerweile kann ich mich auch nicht mehr verstehen…es hat etwa ein Jahr gedauert, bis ich erkannt habe, das Glauben nur „Glauben“ ist…aber, dank Medjugorje und „die Warnung“ und andere „Privatoffenbarungen“ und auch von „Offenbarungen“ die Heiligen zugeschrieben werden, sind mir die Schuppen von den Augen gefallen.

  18. @ Ralf
    „Einen offensichtlichen Betrug, für den es so viele Beweise gibt, kann auch die kath. Kirche nicht für rechtens erklären…dabei mache ich nicht mit !!!“

    Bravo Ralf, genau meine Meinung.

  19. Was gerade in der ARD bei Günther Jauch die Kirchenvertreter wieder so von sich geben und was ich alles über das Vermögen der Kirche erfahre, macht mich wütend.

    Und immer wieder diese Heuchelei und schleimige Art der Kirchenvertreter – widerlich!

  20. @Pierre Cstell:
    Das ist in der Tat widerlich.
    Nicht weil die etwas tun, was nicht auch x-beliebige Politiker täten
    Nein, sondern weil sich diese Pfaffen anmaßen, sich moralisch über einen 0815-Bürger zu erheben.
    Wenn man solch eine Verschwendung als „nur menschlich“ entschuldigt, woher kommt dann die Legitimierung dieser „nur“ Menschen in Ethik-Komissionen und -Räten mitzureden?

  21. Bei allem muß man sagen, die Legitimation für den Klerus, ergibt sich aus der Existenz Gottes (unterstellen wir ihm jetzt einmal, er sei katholisch ;-).

    wenn es keinen Gott gibt, dann haben diese Männer keinerlei Legitimation, da werden mir auch die Gläubigen zustimmen…so eine ähnliche Aussage wurde auch von Norbert Blüm in der letzten “Jauch-Sendung” oder „Anne Will“ getätigt…seiner Meinung nach wäre die Kirche verpflichtet, die Existenz Gottes zu “beweisen” (weil man ihm dadurch helfen würde, soweit ich das verstanden habe)

    soweit mir bekannt ist, fordern das die Skeptiker schon immer, daß übernatürliche Phänomene bewiesen werden müßen und nicht das Gegenteil – sprich: die Beweislast liegt bei den Gläubigen und nicht bei den Atheisten…denn der Atheismus ist “normal” und der Glauben ist außergewöhnlich…Primaten zb “glauben” nicht an Gott, wobei wir das nicht so genau wissen, aber mit Sicherheit erkennen sie seine Gesetze (im Sinne der 10 Gebote) nicht an – aber sehr wohl ein “Naturrecht”…

    P.S. ein Gläubiger würde jetzt antworten, das “Naturreicht” sei von Gott…wenn man ihn jetzt fragen würde: “Was ist richtig, das Naturrecht oder die 10 Gebote?” dann würde er vielleicht antworten, das Naturrecht sei die untergeordnete Wahrheit, die 10 Gebote seien die Gesetze, die Gott für den vernunftbegabten Menschen gegeben hat.

    Jetzt bin ich selbst etwas verwirrt ;-)

  22. @ Ralf
    #
    Sehr interessante Ansichten, die Sie da geschrieben haben.
    Die dürften so manche in die Luft gehen lassen;-)

  23. Keiner kann behaupten, so ein Aberglaube könne ihn nicht treffen, selbst gebildete Menschen fallen auf Schwindler und Anlagebetrüger rein.

    Deswegen ist es keine Überraschung, wenn solche Voraussagungen einen gewissen Einfluss auf das Leben der Menschen ausüben. Diese Aussagen zu entkräften, ist mehr ein Kampf gegen Windmühlen.

    Kaum einen, der von der Richtigkeit überzeugt ist, werden rationale Argumente überzeugen

  24. Wenn ich so etwas lese, bereue ich jeden einzelnen Euro, den ich für die Kirchensteuer abdrücke:

    http://www.express.de/duesseldorf/immobilienbesitz-fuer-220-millionen-euro-muss-der-kirche-das-alles-gehoeren-,2858,24752728.html

  25. Und der aktuelle Papst hat sich mit seiner Entscheidung bezgl. des Limburgers Bischofs bei mir als unglaubwürdig erwiesen!

  26. @Pierre Castell:

    < < Die Entscheidung des Papstes ist wie ein Vexierbild: Jeder kann darin das Seine erkennen. << http://www.sueddeutsche.de/panorama/skandal-um-tebartz-van-elst-ein-bischof-im-off-1.1801735

  27. Heute standen vor der „City-Galerie“ in Aschaffenburg auch wieder „Christen“…nein, es waren keine „Zeugen Jehovas“, die stehen nämlich immer da…bloß heute habe ich sie nicht gesehen, merkwürdig…

    nun ja, einer von denen wollte mir ein Flugblatt in die Hand drücken, doch ich lehnte dankend ab und sagte ich wäre „Atheist“ („brutal“ ausgedrückt – ich bin kein „lupenreiner“ Atheist, außerdem waren das bestimmt „Freikirchler“)

    Warum ich das hier eigentlich ‚reinsetze, ist die Tatsache, daß die Antwort des (jungen) Mannes, die allseits bekannte Phrase war: „Das liegt daran, daß sie sich noch nicht damit beschäftigt habe“, worauf ich mich umdrehte und erwiderte: „Doch! Ich habe sogar schon die Bibel ganz gelesen“…dann wollte er mir wieder den Zettel in die Hand drücken…

    ich ging aber weiter und rief ihm nach, er solle lieber etwas wissenschaftliches lesen…nun ja, mein „Schlusssatz“ war auch nicht so ganz gelungen.

    Es ist aber interessant, wie immer wieder die Phrase: „Sie haben sich nicht, oder noch nicht genug damit beschäftigt, sonst würden Sie verstehen.“ von den „Überzeugten“ kommt.
    Also, ich für meinen Teil kann wirklich behaupten, daß ich mich mit dem Glauben und dem Okkulten – so weit es halt in meinen Möglichkeiten liegt – ausführlich auseinandergesetzt habe.

    Ich war Kommunionkind und Meßdiener…in meiner Pubertät: Punk bzw Metaler und Okkultist; also, ich weiß wovon ich rede ;-)

  28. @ Bernd Harder

    In der Sendung RTL-Aktuell (Nachrichtensendung) konnten die Zuschauer per Telefon abstimmen.

    90,6 % der Anrufer waren dagegen, dass der Limburger Bischof demnächst wieder in sein Amt zurückkehrt.

  29. @Pierre Castell:

    Ich denke nicht, dass er das tun wird.

    Vermutlich ist das Ganze eine „sanfte“ Amtsenthebung.

  30. Nun, eigentlich war ich blöd, da ich das Flugblatt nicht mittgenommen habe…
    ich hatte gedacht, ich hätte mir die Internet-Adresse gemerkt („christentumislamvergleich.de“)…auch auf dem Flugblatt war die Überschrift: „Deutschland, wohin gehst Du“, oder so ähnlich…
    eigentlich wäre das, aus „skeptischer“ Sicht nützlich gewesen, da das „Christentum“ teilweise von „Rechten“ benutzt wird…
    Weiß jemand mehr?

  31. …und noch etwas, als ich am anderen Ende der „City Galerie“ wieder hinausging, verteilte die Polizei Flugblätter…mir wurde aber keines angeboten, nur einem älteren Pärchen…ich glaube aber nicht, daß das etwas mit dem anderen zu tun hat…die Erklärung, die ich mir zurechtbastelte, war diese, daß es sich um eine Warnung vor dem „Enkel-Trick“ handelt, der leider in unserer Gegend einige Opfer hatte…

  32. @Pierre Castell
    Man muß aber auch etwas Nachsicht haben, mit dem Limburger Bischof…ich glaube, daß das „System“ daran schuld ist und nicht der Mensch Tebartz van elst…er befand sich inhärent in dem System „Kirche“; vielleicht war er sich wirklich nicht bewußt, was er damit anrichtet, vielleicht war er wirklich so naiv, dafür spricht einiges…unglaublich, aber wahr: Ein Bischof des 21. Jahrhunderts weiß nicht, das der „Feudalismus“ aus der Zeit der „Fürstbischöfe“ stammt.

  33. @ Ralf

    Ihre Nachsicht in Ehren.
    Dennoch sehe ich das leider ganz anders…

    Ich meine, ein erwachsener Mensch in diesem Amt darf dann eben nicht naiv sein. Wie auch immer – ob naiv oder nicht – er hat dem Ansehen der Kirche enorm geschadet.

    Wie ich gestern aus irgendeiner Fernsehsendung erfuhr, gab es bundesweit noch nie so viele Kirchenaustritte wie in den letzten Tagen.

    Ich kenne einige Menschen, die ehrenamtlich für die Kirche tätig sind und ihre ganze Freizeit opfern. Was muss trauriges in ihren Köpfen vorgehen, wenn sie dann erfahren, dass von anderer Seite das Geld verjubelt wird?

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.