Hypocrisy, Death Metal und die Neue Weltordnung

Dieser Beitrag wird schätzungsweise 0,2 Prozent unserer Leser interessieren – nichtsdestotrotz wollen wir zur Abwechslung mal einen Blick auf den extremen Rand der Populärkultur werfen:

Die schwedische Death-Metal-Band “Hypocrisy” bringt diesen Monat ihr neues Album heraus, mit dem Titel “End of Disclosure”.

Ufo- und Verschwörungsexperten horchen jetzt vermutlich auf.

Und das zu Recht, denn schon 1996 hatten die Todesmetaller mit der CD “Abducted” Themen wie Roswell und Ufo-Entführungen bearbeitet.

Auch das Video zum aktuellen Titelsong “End of Disclosure” ist gespickt mit einschlägigen Assoziationen zur “Neuen Weltordnung”:


Direktlink zum Video auf Youtube

Der Text ergeht sich in Phantastereien um einen geplanten “Mass genocide” und Passagen wie “[They] Slaughter us like animals”.

Nein, ich bin kein spießiger Volksmusik-Fan. Ich bin mit Heavy Metal aufgewachsen und kann durchaus unterscheiden, ob zum Beispiel “der Teufel” in der Rockmusik als Publicity-Gag, Symbol oder Weltanschauung herhalten muss oder mit echtem satanistischen Hintergrund verwendet wird (dazu gibt es hier vier kurze Texte).

Ich finde es auch gar nicht schlimm, wenn Death-Metal-Bands provozieren oder vielleicht sogar warnen wollen und zugleich eine eher nihilistische Haltung zu Tod, Krieg, Folter etc. einnehmen.

Ich denke nur, nach dem Wahnsinn in den 1990ern sollte man die skandinavische Szene zumindest im Auge behalten.

Und außerdem sind solche Videos prima geeignet, um zum Beispiel Schülervorträge zu “skeptischen” Themen anzuteasern.

Zum Weiterlesen:

  • Black-Metal-Trip für Touristen: Und dort links sehen Sie die Hölle, Spiegel-Online am 18. Juli 2012
  • Wie ein rechtsextremer Mörder zum Popstar wurde, Die Welt am 30. März 2010
  • In Wacken ist wieder der Teufel los, GWUP-Blog am 6. August 2010
  • Liebe Mitverschwörer …, Der Nesselsetzer am 4. März 2013

 

19 Kommentare zu “Hypocrisy, Death Metal und die Neue Weltordnung”


  1. 1 Ralf 1. März 2013 um 20:32

    Hurra, ich gehöre zu den 0,2 Prozentern ;-)…immerhin mehr als mein Promille-Spiegel… :-)

    Ich bin immer noch mit meinen 40 Jahren ein Death-Metal-Fan…In meiner Jugend war ich einige Zeit “Punk” mit all dem linken Mist, der mir aber irgendwann doch zu “dogmatisch” wurde (AntiFa und so)…eine neue Heimat fand ich im nihilistischen Death-Metal (und auch teilweise im Gothic).

    Generell bin ich auch kein Freund des skandinavischen Black Metals…Black Metal ist für mich nur “ok”, wenn er die Texte als eine Art “Horror-Film” verkauft, wie es die Ur-Väter “Venom” machten.

  2. 2 Ralf 1. März 2013 um 22:06

    Es wird Zeit für einen meiner Musik-Tipps, für die sich noch weniger als 0,2 der Leser interessieren:
    http://www.youtube.com/watch?v=UYdfsZRURF0
    das ist Nihilismus pur…god of emptiness…

  3. 3 andi 1. März 2013 um 23:09

    Danke von den 0,2% :-)

  4. 4 Markus 2. März 2013 um 09:27

    Jaja, der Peter. Auch er nimmt die Thematik wohl nicht immer ernst (siehe Video von seiner anderen Band Pain, ‘Shut your mouth’).

    Gefährlicher finde ich heutzutage eher Dave Mustain von Megadeth, der auch auf der Bühne wirres Zeug erzählt (Chemtrails, NWO, Obama-Antichrist…)

  5. 5 Bernd Harder 2. März 2013 um 10:01

    @Markus:

    << efährlicher finde ich heutzutage eher Dave Mustain von Megadeth, der auch auf der Bühne wirres Zeug erzählt (Chemtrails, NWO, Obama-Antichrist…) << Danke, höre ich mir gerne mal an.

  6. 6 Stefan 2. März 2013 um 15:58

    \m/

  7. 7 Ralf 2. März 2013 um 22:22

    @Markus
    Dave Mustaine ist ein “Wiedergeborener Christ”…
    Zitat aus dem Wikipedia-Artikel

    Mustaine unterstützte in einem Interview Rick Santorums Präsidentschaftskandidatur 2012 und äußerte sich dahingehend, dass er hoffe, Santorum werde Präsident werden. Nach Amokläufen im Sommer 2012 warf er Obama vor, die Amokläufe inszeniert zu haben, um Schusswaffen zu verbieten. Obama würde Amerika so in einen “Nazi-Staat” verwandeln.

    …das sagt schon alles über seinen Geisteszustand, der durch den exzessiven Drogenkonsum in der Vergangenheit gelitten hat…eigentlich schade…”Megadeth” hatte das Potential von “Metallica” (…ich weiß heute ist “Metallica” Schrott – ich rede von den Achtzigern ;-) ).

  8. 8 Andreas 3. März 2013 um 12:15

    <– Und noch einer der 0,2%er

  9. 9 L. 3. März 2013 um 19:07

    Ist ja süß, kommerzmetaller unter sich…

  10. 10 Ralf 3. März 2013 um 19:15

    @L
    Ist schon richtig…ich für meinen Teil, bin ein “Nile-Fan” und zwar schon damals, als diese noch relativ unbekannt waren und noch keinen kommerziellen Erfolg hatten.
    Außerdem habe ich keine CD von “Hypocrisy”.
    Meine Favoriten sind: Nile, Dying Fetus, Necrophagist, Misery Index…ich glaube nicht, daß man diese zu sehr zum Kommerz zählen kann…dieser Vorwurf trifft mich doch schwer ;-)

  11. 11 L. 3. März 2013 um 21:00

    @Ralf

    Leider schon, alles kommerz, vor allem der Miseren index…
    Reicht schon, dass die bei ekelhaften Labels sind…

  12. 12 maxlrainer 3. März 2013 um 21:38

    Da schau her, bei Musik outen sich Skeptiker als Fans, die ihr Bekenntnis verteidigen zu müssen glauben, mit Heimat und Nestwärme und allem Drumunddran. Da hättet Ihr auch gefühlslinke Punks bleiben können, das Ressentiment (“dogmatisch”) gegen politische Bewußtheit (und sei´s nur den Antifaschismus) paßt hier wie dort.

    Gruß aus der dogmatischen Ecke,
    Max

  13. 13 Ralf 3. März 2013 um 22:48

    @L.
    Relapse Records sind ein anständiges Label für “extreme Randmusik” und wenn Bands erfolgreicher werden verlassen sie dieses Label…leider auch Nile und auch Misery Index…ich weiß Nuclar Blast ist nicht so toll…aber so ist es nun einmal…wenn ein gewisser Erfolg kommt, dann kann ein kleines Label nicht mehr die Unterstützung bieten und auch das Geld spielt eine Rolle…
    es gibt natürlich eine Menge an “Underground Grind”, aber diese Bands bewegen sich meist nur im “Einheitdgegrunze” und wenn eine davon es schafft eine größere Hörerschaft zu erreichen, dann werden sie auch das Label wechseln.

  14. 14 Ralf 3. März 2013 um 23:15

    …und dann gibt es da noch das Versprechen von 2000 ;-)
    http://www.metal-hammer.de/das-archiv/article220155/hypocrisy-schluss-mit-kommerz.html

  15. 15 Cornelius 4. März 2013 um 10:30

    “Leider schon, alles kommerz, vor allem der Miseren index…
    Reicht schon, dass die bei ekelhaften Labels sind…”

    ach ja, die guten alten “Alles außer Garagenbands mit Klospülung-Sound aus Eigenproduktion auf ihren maximal in 50er-Auflage und immer nur als Demo rausgebrachten Tapes”-Trve-Metal-Verteidiger :-D immer wieder amüsant.

    Dann nenn doch mal eine Band, die nicht “kommerziell” ist, die also kein Interesse daran hat, daß jemand ihre Musik kauft und die es scheiße finden würde, von ihrer Musik leben zu können. (Hinweis: daß niemand ihre Musik kaufen will oder im Traum auf die Idee käme, dafür Geld auszugeben, sollte nicht der Hauptgrund für die Behauptung sein, eben daran auch gar kein Interesse zu haben ;-)

    Ich mag Hypocrisy, sie spielen ordentliche Musik und das neue Album soll wieder mehr back to the roots sein, ist doch fein. Die Texte ignoriere ich, wenn es um UFOs, Alien-Entführungen, Satansbeschwörungen, Darmrausschneiden, Leichenschänden etc. und solange es nicht in Richtung NS und dergleichen geht und daß der Tägtgren jetzt nicht so ganz rund läuft, ist auch nichts neues.
    Viel (!) schlimmer finde ich das, was ich da von Mustaine erfahren habe. Ich überlege gerade echt, meine alten Megadeth-Alben wegzuschmeißen…

  16. 16 Ralf 11. März 2013 um 00:37

    Apropos skandinavischer Black-Metal…hier eine norwegische Black-Metal-Band aus Finnland :-)
    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=XOibIxl3dLo

  17. 17 Ralf 16. März 2013 um 05:26

    @maxlrainer
    Erst jetzt lese ich das…”gefühlslinke Punks”…tolle Wortschöpfung und auch richtig…ich war nur “gefühlslink” damals, für mich war “punksein” saufen, ki…äh kaffeetrinken und (Klebstoff) schnüffeln…und dann natürlich “Anarchie” (wobei ich nicht so recht wußte, was das war)…aber die “militärische Struktur” der “roten SA (Antifa)” war doch des Guten zu viel…(das zur dogmatischen Ecke)…da war mir doch der Nihilismus und der daraus resultierende Fatalismus lieber, denn der ist ehrlich und kommt der Wirklichkeit am nächsten…

  18. 18 Ralf 16. Juli 2013 um 20:56

    Ja, Neonazis würden gerne den Metal für sich vereinnahmen, aber das schaffen sie nicht (bis auf Ausnahmen, das will ich nicht bestreiten)…aber der Metal ist traditionell eher “links-orientiert”; oder “unpolitisch”.
    Aber die Gefahr ist gegeben, man siehe den Trend zum “Viking-Metal”, hier ist “Amon Amarth” ein gutes Beispiel – ich will nicht behaupten, daß diese Musik “rechtsorientiert” ist; aber sie kann in der “rechten Szene” Anklang finden.
    Ein Musik-Tipp…;-)
    http://www.youtube.com/watch?v=ZPRt6Tt6RyM
    (Amon Amarth ist die einzige “Slow-Death-Metal-Band” die zu meinen Favoriten zählt; ansonsten schätze ich, wenn ordentlich geknüppelt wird)

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