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Japan-Katastrophe: Irre Allmachtsphantasien von Homöopathen

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Was hat die GWUP eigentlich gegen Homöopathie?

Diese Frage haben wir unlängst zum Beispiel in unserem vierteiligen Interview mit Dr. Werner Hessel beantwortet – in aller gebotenen Sachlichkeit.

Manchmal aber machen einen die Gedankengänge und Aktivitäten unserer Huschi-Fuschi-Freunde einfach nur wütend.

  • Etwa wenn eine Homöopathin ihre geistlosen Mittelchen zur „Ersten Hilfe bei Ertrinken“ propagiert.
  • Oder ein hoher Verbandsfunktionär der Potenz-Protze die Notaufnahme von Kliniken in eine Art Schamanenzelt verwandeln will.

Hier wird überdeutlich, dass Homöopathie in der Tat „kein sinnloser Glaubenskrieg“ ist, wie Prof. Ulrich Berger vom GWUP-Wissenschaftsrat schreibt.

Sondern das „Feinstoff“-Verfahren ist realiter gefährlich. Und zwar für Leib und Leben derjenigen, die den wirren Allmachtsphantasien verantwortungsloser Homöopathen zum Opfer fallen.

Wer das für übertrieben hält, dem sei das Web-Portal „What’s the harm in homeopathy?“ empfohlen:

Here are 437 people who were harmed by someone not thinking critically.“

Mühelos getoppt werden die beiden oben genannten Negativ-Beispiele derzeit von einem Heilpraktiker, der von den „wichtigsten homöopathischen Behandlungsmittel bei akuter Strahlenbelastung“ halluziniert.

Kleiner Auszug aus dem Repititorium des Irrsinns:

Strontium carbonicum: Verspannungen. Könnte aus der Haut fahren oder fühlt sich unter einer Spannung, die ihn zerreißt. Gerade Menschen mit akuter Strahlenbelastung haben diese Grundspannung im Organismus. Depression verbunden mit Reizbarkeit. Unwillkürliches Hochfahren. Ist wütend auf sich, das er die Situation nicht eher durchschaut hat.“

Da könnte man nun wahrlich aus der Haut fahren – und sich unter anderem fragen, was die ach so seriösen Homöopathenverbände und -organisiationen gegen solchen menschenverachtenden Aberwitz zu tun gedenken?

Und sollten den einen oder anderen Anhänger der Homöopathie nun doch mal Zweifel an der Sinnhaftigkeit solcher Behauptungen ergreifen: Hier finden sich zwölf Argumente gegen die Homöopathie, die das Verfahren als das bloßstellen, was es ist – nämlich „eine Kette von Unplausibilitäten“.

8 Kommentare

  1. Wenn man streng der homöopathischen Devise „Gleiches mit Gleichem behandeln“ folgte, so müsste man eigentlich eine Atombombe über Fukuschima aberwerfen. ;-)

  2. oder die betroffenen ein bissl röntgen…

  3. Früher hielt ich die Carstens für seriös, sagt bitte dass das alles, was diese Homöopathen von sich geben und empfehlen, mit dem Hinweis, dass diese Empfehlungen keinen Arzt eretzen, nicht wirklich sein kann.

    Die Dummheit des Menschen ist offenbar tatsächlich grenzenlos, hat Einstein schon festgestell.

  4. Na moment, die muss ja erstmal Ordentlich verdünnt werden :)
    Das Rezept sollte einfach sein:
    Schön Plutonium verwässern und dann einen wissenschaftlich klingenden lateinischen Namen dranheften.
    Gibt bestimmt genug Einfaltspinsel, die das Zeug kaufen würden.

  5. Ich finde es immer fürchterlich, wenn Leute so über Homöopathie schreiben, aber eigentlich gar keine Ahnung haben und sich aber so wichtig machen müssen.
    Heut zu Tage findet man so viel im Internet, wo zum größten Teil Leute die einfach keine Ahnung haben über dieses Thema schreiben müssen.

    Meiner Meinung nach ist Homöopathie sehr gut. Der Körper wird dabei angeregt sich mit seinen Selbstheilungsprozessen selbst zu heilen und wird nicht von der Allopathischen Medizin unterdrückt. Dadurch, dass wir Menschen immer mehr die Allopathische Meikation bevorzugen, schwechen wir unseren Körper immer mehr oder machen ihn sogar resistent. Heute sind wir ja auch schon so weit, das wir bei der kleinsten Störung (Krankheit) uns mit Medikamenten vollpumpen und dadurch unser Immunsystem sehr schwächen.

    Auf der einen Seite ist die Allopathische Medizin in Notfällen evtl. sicherer, weil sich heutzutage einfach mehr Menschen damit auskennen, als mit der Homöopathie.

    Hoffe, das kann vielen weiterhelfen oder sogar die Augen öffnen!!!

  6. @Florian:

    < < Ich finde es immer fürchterlich, wenn Leute so über Homöopathie schreiben, aber eigentlich gar keine Ahnung haben. << Wir auch, denn das würde erklären, warum so viele Leute an diesen Unsinn glauben. Wir Skeptker haben dagegen ziemlich viel Ahnung davon: https://blog.gwup.net/2011/02/01/was-hat-die-gwup-gegen-homoopathie/

    https://blog.gwup.net/2012/12/23/die-homoopathie-luge-ein-interview-teil-2/

    http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/blog/

  7. Ausgerechnet die bejammern das „Vollpumpen“, die nichts als Einwerfen lehren.

    Egal, womit man zum Homöopathen kommt – die Antwort, die man dort erhält, lautet stets: wirf was ein!

    Es gibt keinen Zweig des Gesundheitswesens, der mehr zur Förderung einer Einwerfmentalität tut, als die Homöopathie.

    Kein Wunder: sie definiert sich ja ausschließlich durch eine (abgefahrene) Methode des Einwerfens. Mehr hat sie nicht drauf. Nix Chirurgie, nix Psychiatrie, nix Infektiologie…

    Und das nennen die dann „ganzheitlich“.

    Und, Florian, in unendlich vielen Kommentarschlachten hat sich immer wieder gezeigt, dass die Kritiker über HP sehr viel präziser unterrichtet sind, als die Befürworter. Oder könntest Du mir, ohne viel Rumgegoogle spontan sagen, welches Miasma für Nierensteine verantwortlich ist?

    Das mit dem „keine Ahnung“ reiche ich gerne zurück. Die „Ahnung“, die Du da beschwörst, ist aus einseitigen Quellen angelesenes, unreflektiertes Zeug aus einer Zeit, in der man keine Vorstellungen hatte, wie ein Organismus funktioniert.

    HP ist eigentlich das Musterbeispiel für eine „Schul“-Medizin: orientiert an unveränderlichen Lehrsätzen einer „Schule“, unempfindlich gegenüber besserer Erkenntnis, mit dem kleinsten denkbaren Tellerrand, jenseits dessen die große böse Welt lauert.

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