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Wieder mal … alle Horoskope falsch

| 35 Kommentare

Alle paar Jahre bringt Bild den „Astro-Schock“ auf die Titelseite:

Alle Horoskope falsch?“

So auch heute. Es geht mal wieder um den „Schlangenträger“, das vermeintliche „13. Tierkreiszeichen“. Und diesmal ist es der US-Astronom Parke Kunkle, der sich mit dieser „sensationellen“ Enthüllung ein paar Schlagzeilen in der Weltpresse sichern will.

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Natürlich sind „alle Horoskope falsch“.

Aber nicht wegen des „Schlangenträgers“. Denn bekanntermaßen betrachten Astronomen die realen Sternbilder am Himmel, während Astrologen ihre Horoskope am Schreibtisch erstellen und dafür nur die Tierkreiszeichen ins Kalkül ziehen. Der Unterschied zwischen Sternbildern und „Tierkreiszeichen“ ist aber weder der Bild-Zeitung noch den meisten anderen Journalisten geläufig – und deshalb kann die Phrase vom „Astro-Schock“ immer wieder aufs Neue kursieren.

Worum es dabei genau geht, haben wir schon im Skeptiker 3/2006 beschrieben:

Zur Geburtsstunde der klassischen Astrologie in den frühen Hochkulturen orientierten sich die babylonischen Sterndeuter an der scheinbaren Sonnenbahn. Heute wissen wir, dass die Sonne gar nicht wandert, sondern in Wirklichkeit sich die Erde um die Sonne bewegt. Davon spüren wir aber nichts. Aus unserer Perspektive sieht es vielmehr so aus, als würde die Sonne um die Erde kreisen.

Diesen „Sonnenlauf“ nannten die Astrologen Ekliptik. Und sie beobachteten weiter, dass die Sonne auf ihrem scheinbaren Wanderweg am Firmament Jahr für Jahr zwölf Sternbilder passierte – also Gruppen von Sternen, die ein mehr oder weniger auffälliges Muster bilden und hauptsächlich nach Gestalten aus der Mythologie benannt sind.

Dieser Gürtel aus den zwölf Sternbildern Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann und Fische bekam die Bezeichnung „Tierkreis“. Die Sternbilder auf dem Tierkreis heißen „Tierkreissternzeichen“ oder kurz „Tierkreiszeichen“.

Und nur diesen zwölf Tierkreiszeichen, die vor etwa 2000 Jahren auf der Ekliptik lagen, schreibt die Astrologie eine astrale Bedeutung zu.

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Konkret: Astrologen unterteilen die Ekliptik in zwölf gleiche Abschnitte von genau 30 Grad, die nach den dort sichtbaren Sternbildern benannt wurden. Heute jedoch stellt sich die Situation am Himmel ganz anders dar.

Wegen der Anziehungskräfte von Sonne und Mond bewegt sich die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne nicht in einer festen Achslage, sondern taumelt sozusagen wie ein Kreisel durchs All (Bild: „weil die Erde eiert“). Der Fachausdruck dafür lautet „Präzession“. Und diese Tatsache ist äußerst bedeutsam für die Ekliptik, also den scheinbaren Sonnenlauf.

Denn als „Startpunkt“ für die alljährliche Wanderung der Sonne durch den Tierkreis bestimmten die Astrologen damals den sogenannten Frühlingspunkt – den Punkt am Himmel, wo die Sonne zum Frühlingsanfang um den 21. März zu sehen ist. Vor 2000 Jahren stand die Sonne am Frühlingsanfang vor dem Sternbild Widder. Deshalb beginnt der klassische astrologische Tierkreis mit dem Tierkreiszeichen Widder.

Da aber die Sonne gar nicht wirklich wandert, sondern die Erde, haben wir mittlerweile ganz andere „Himmelsgegenden“ vor Augen als vor 2000 Jahren. Denn eine natürliche Folge der Präzession ist, dass die Erdachse schwankt.

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Genauer gesagt: Wie ein Kinderkreisel, der langsam ausläuft, taumelt die Erdachse, sodass sich die Schrägstellung der Achse dauernd verändert, wenn auch nur sehr langsam. Im Laufe von etwa 26000 Jahren vollführt die Erde eine vollständige „Taumeldrehung“, steht also nach 26000 Jahren wieder in der gleichen Schrägstellung.

Was hat das nun mit den Tierkreiszeichen zu tun?

Mit der Taumeldrehung der Erdachse „wandert“ und verschiebt sich auch der Frühlingspunkt als optischer Bezugspunkt. Das heißt: Wenn wir heute zum Himmel schauen, sehen wir die Sonne zum Frühlingsanfang nicht mehr vor dem Sternbild Widder (und somit im ersten Zwölftel des astrologischen Tierkreises), sondern vorm Sternbild Fische.

Auch die übrigen Tierkreiszeichen decken sich nicht mehr mit den gleichnamigen Sternbildern, sondern liegen um etwa 30 Grad – also etwa um ein Tierkreiszeichen – verschoben.

Und nun kommt endlich das 13. Tierkreiszeichen ins Spiel: Anders als die Astrologie kennt die Astronomie keinen „Tierkreis“. Astronomen unterteilen die zwölf Sternbilder auf dem astrologischen Tierkreis nicht in die zwölf gleichen Längenabschnitte von jeweils 30 Winkelgraden eines 360-Grad-Kreises, sondern vermessen exakt die realen (ungleichen) Längenausdehnungen der Sternbilder.

Nach der Festlegung der Sternbildgrenzen durch die Internationale Astronomische Union verläuft ein Teil der imaginären astrologischen Ekliptik durch das ringförmige Sternbild „Schlangenträger“ (lat.: Ophiuchus). Die Sonne steht momentan für einige Tage im Jahr (etwa 29. November bis 18. Dezember) im Schlangenträger – und damit außerhalb der zwölf Tierkreiszeichen der klassischen Astrologie. Genau genommen ist also jemand, der zu dieser Zeit geboren wird, kein „Schütze“, sondern ein „Schlangenträger“.

OphiuchusCC

Den Astrologen indes ist das völlig egal. Da die Sonne das Sternbild „Schlangenträger“ nur knapp am Rand streift und außerdem mit zwölf leichter zu rechnen ist als mit der ungeraden Primzahl 13, spielt das 13. Tierkreiszeichen im astrologischen Weltbild keine Rolle. Oder war es vielleicht etwa so:

Ein hypothetischer Grund für diesen Ausschluss könnte der folgende sein: Auf die Frage Und was bist Du für ein Sternzeichen? wollte niemand mit Schlangenträger antworten.“

Schlicht formuliert: Die Astrologen wissen natürlich seit langem um das angebliche „13. Tierkreiszeichen“, aber …

… der Schlangenträger wird nicht zu den Sternzeichen gerechnet.“

Ganz einfach. Wie gesagt: Astrologen arbeiten nicht mit Sternbildern, sondern mit Tierkreiszeichen – einem mythologischen Konzept, das mit den realen Gegebenheiten am Sternenhimmel nichts zu tun hat. Aber immerhin hat die Geschichte etwas wunderbar Selbstentlarvendes. So zitiert Bild den Astrologen Erich Bauer:

Seit dem Mittelalter ist unser System ausgereift. Aus unserer Sicht ändert sich daran nichts.“

Herrlich.

Eine Kurzversion des Themas „Die Sonne im Schlangenträger“ gibt’s hier. Zu welchem unglaublichen Geschwurbel Astrologen bei ihren Rechtfertigungsversuchen in der Lage sind, kann man hier sehen. Und hier flippt dann einer richtig aus.

Zum Weiterlesen:

35 Kommentare

  1. Wenn man idiotisches Geschwurbel von Astrologen liest wie folgenden Beitrag, kann man wirklich nur an dem Verstand der Redaktion zweifeln, das ist schwammiges Blabla garniert mit Astrologiesprache. Garantiert sinnfrei, klingt aber schön:

    „PZ: Geben die Sterne Hinweise auf globale Ereignissen?

    Witschel: Bereits im Februar könnte es durch Jupiter im Quadrat zu Pluto auf der politischen Bühne wieder einmal zu Machtgerangel, moralischen Verfehlungen, Skandalen und Korruption kommen. Bis zum Frühjahr stehen Jupiter, der Wachstum symbolisiert, und Saturn, der Rückzug bedeutet, noch in Opposition. Diese Konstellation spiegelt unser Wirtschaftsgeschehen wider. Es wird also noch eine Weile dauern bis klar ist, welcher Trend sich nun letztendlich durchsetzen wird. Die Wirtschaftskrise kam übrigens unter Pluto im Steinbock – und da ist für das Jahr 2012 durch den Spannungsaspekt Pluto/Uranus ein nächster markanter Punkt angezeigt.“

    http://www.pz-news.de/Home/Nachrichten/Pforzheim/arid,243261_puid,1_pageid,17.html

  2. Laut Wikipedia gibt es schon lange eine Minderheit von Astrologen, die sich an den dreizehn realen Sternbildern des Tierkreises orientieren: http://en.wikipedia.org/wiki/Sidereal_astrology . Vielleicht sind unsere Horoskope also wirklich falsch, und BILD hat recht !

  3. @Ralf:

    << Laut Wikipedia gibt es schon lange eine Minderheit von Astrologen, die sich an den dreizehn realen Sternbildern des Tierkreises orientieren. <<

    Nun ja, Spinner gibt's überall …

  4. Immerhin sehen die 13-Sternbilder-Astrologen den Grundwiderspruch, wie die Marxisten sagen, der normalen Sternendeuterei: Einerseits operiert sie mit abstrakten Gebilden, den Tierkreiszeichen, andererseits mit den halbwegs korrekten Positionen der realen Planeten. Wobei ich den astrologischen Status des Zwergplaneten Pluto mal aus dem Spiel lasse. (Liebe Astrologen, wie seht Ihr denn die Sache ?)

  5. „Mit der Taumdrehung der Erdachse […] “ -> „Mit der Taumeldrehung der Erdachse […]“

  6. In dem BILD-Artikel wird das Taumeln (Präzession) der Erdachse mit dem »Eiern« (Nutation) verwechselt. Das sogenannte Eiern liegt innerhalb einer Dimension von wenigen Bogensekunden und ist für die (mit freiem Auge) sichtbare Stellung der Tierkreiszeichen vollkommen irrelevant.

  7. Ist jetzt langsam mal gut ? Was für einen Schwachsinn man zur Kenntnis nehmen muss, ist ja der Hammer. Ein ganzer Industriezweig geht den Bach runter. Wie lange richten sich Leute noch nach in Schriftform verpackten Dummfug und lassen sich davon auch noch beeinflussen. Die Ausnutzung von Leichtgläubigen muss doch auch mal ein Ende haben. Die wohl einfachste Art Geld zu machen (auf Kosten anderer) hat jetzt hoffentlich ein ENDE. Geht mal richtig Arbeiten !

  8. Die gregorianische Kalenderreform müsste ja auch einen Einfluss auf die Sichtbarkeit von Sternzeichen gehabt haben – hat diese den Effekt verstärkt, oder abgemildert?

  9. „Heute wissen wir, dass die Sonne gar nicht wandert, …“.

    Oha! Und ob die wandert. Das heliozentrische Weltbild stimmt auch schon längere Zeit nicht mehr. Selbst das Zentrum unserer Galaxie, um das die Sonne „kreist“, ist in Bewegung.

    Ansonsten ein sehr unterhaltsamer Artikel. Danke!

    C.

  10. Stefan, hast Du den Artikel nicht gelesen? Der astrologische Tierkreis beginnt am Frühlingspunkt mit 0 Grad Widder und dann geht es zwölf mal dreißig Grad im Kreis, bis man ein Jahr später wieder bei 0 Grad Widder ankommt. Man betrachtet die Planeten (auch die Sonne ist aus dieser Sicht ein Planet, weil sie im Tierkreis wandelt) in diesem abstrakten Kreis.

    Dann versucht man herauszufinden, ob Konstellationen in der Soziosphäre Konstellationen im Tierkreis entsprechen, ohne dass je behauptet worden wäre, es gäbe einen Kausalzusammenhang. Die ganze Esoterik ist erst in der Neuzeit hinzugekommen, denn die Esoterik ist erkenntnistheoretisch ein Abklatsch der Wissenschaft. Ebenso der Irrwitz, die Planeten würden uns durch Strahlung beeinflussen. Dass dies nicht stimmen kann, sieht man doch schon an den Komponenten der Horoskoperstellung. Denn wie soll Venus uns im Wassermann anders bestrahlen als im Stier.

    Dass der Tierkreis etwas mit den sichtbaren Sternzeichen zu tun hätte, kommt von den vielen beschränkten Astronomen, denen entgangen ist, dass die Tierkreiszeichen alle gleichgroß sind, die Sternzeichen aber nicht.

  11. @Beweg Dich:

    Wir danken zurück!

  12. Hallo zusammen,

    dann laßt doch endlich den Menschen ihren Glauben. Es ist offensichtlich das, was sie brauchen.

  13. Juchuh, mein erster Eintrag… Diese abstruse Geschichte Deutschlands größtem Tabloidmachwerks möchte ich ausgesprochen gerne kommentieren. 1994 machte die „Bild“ mit einem ähnlichen Artikel auf. Im Gegensatz zum aktuellen Astro-Unsinn befürworteten damals die Horoskop-Ersteller eine Aufnahme eines 13. Sternzeichen und schlugen damals die Bezeichnung „Nikolander“ vor.

  14. @Alexandra: „Glauben“ kann jeder, was er will – Astrologen haben aber die blöde Angewohnheit, Tatsachenbehauptungen (etwa statistischer Art) aufzustellen, die allesamt falsch sind.

  15. @Jan: Prima, danke für die Ergänzung.

  16. Vielleicht sollten alle im entsprechenden Zeitraum geborenen sich lauthals beschweren, dass man ihr „wahres“ Sternzeichen so unterdrückt!
    Was ich gelesen habe, ist eine der Deutungen, woher der „Schlangenträger“ kommt, dass er mit Äskulap, dem mythischen Heiler identisch sein soll. Da lässt sich doch bestimmt was draus machen:
    „Der unter dem Sternzeichen ‚Schlangenträger‘ geborene Mensch hat einen ausgeprägten Sozialsinn und ein Talent, anderen Menschen Schmerzen zu nehmen und Krankheiten zu heilen und sollte daher Arzt werden…“

    Oder so. ;-)

  17. Bitte macht Euch nicht so viele Gedanken um die armen Astrologen. Was von Horoskopen zu halten ist, sieht man schon daraus, daß eine der Aufgaben meiner Schwester als Praktikantin bei einer bekannten Frauenzeitschrift es war… die Horoskope zu schreiben.

  18. Und was soll das Fazit nun sein? Würden die Astrologen nur den Schlangenträger berücksichtigen, würden die Horoskope stimmen? Die Horoskope stimmen schon, aber leider gelten sie nur für die Epoche der alten Babylonier? Oder doch: Unabhängig von der Anzahl und jeweiligen Länge der so genannten Tierkreiszeichen ist ein direkter Einfluss der Sterne auf das menschliche Leben nicht nachweisbar. Wem es trotzdem hilft, morgens das Horoskop zu lesen, um sich besser für den Tag gerüstet zu fühlen, bitte, ein jeder Jeck ist anders.

  19. @o aus h: Ich habe das Fazit so verstanden:

    a) Astrologie schert sich einen Feuchten um die realen Gegebenheiten am Himmel. Das ist insofern bedeutsam, weil viele Astro-Gläubige denken, dass Astrologie eine Art „Wissenschaft“ ist, die ganz doll die Sterne und deren Einflüsse auf uns Menschen beobachtet. Das tut sie aber mitnichten.

    b) Astrologie ist eine reine Symbollehre, die am Schreibtisch entstanden und völlig willkürlich ist, da sie keinerlei Verwurzelung in tatsächlichen Gegebenheiten hat. „Symbole“ kann aber jeder deuten, wie er gerade lustig ist, deshalb taugt Astrologie auch als „Lebenshilfe“ überhaupt nix.

  20. @Martina: Genau, Astrologie ist ein durch und durch dogmatisches System von sturer Deutungsmanie – und zwar sehr viel enger, unflexibler und voreingenommener als jeder Wissenschaftler es je sein könnte. Gell, liebe Esos, das hört man nicht gern …

  21. Die Wissenschaft des 21. Jht , insbesondere deren eifrige Hüter , wie z.B. Bernd Harder sind die Inquisition unserer Zeit . Alles , was nicht messbar ist wird verteufelt . Was treibt eigentlich Menschen dazu sich einem solch reduktionistischen Weltbild zu verschreiben ? Es tut manchmal gradezu physisch weh zu beobachten wie fanatisch und somit „unwissenschaftlich“ da vorgegangen wird . Es ist schwer ohne Feindbild leben zu müssen . Da wird man zusehr auf sich selbst geworfen . Natürlich gibt es in der Esoszene Scharlatane , vielleicht sogar viele . In den sog. Wissenschaften aber auch . Alle paar Jahre werden vermeintlich sichere wissenschaftliche Erkenntnisse durch neuere Erkenntnisse „überholt“ . Wieviele Studien sind gefälscht oder werden passend gemacht ? Wieso überprüft kaum einer das angeblich so sichere Wissen der Wissenschaft ? Antwort : Weil da das ganz große Geld regiert ! Diese Leute haben die Medienmacht alles lächerlich zu machen , was nicht Ihrem allzu begrenztem Weltbild entspricht . Zum Glück haben am Ende weder die Wissenschaftler , noch die alternativen Kräfte das Sagen . Die WIRKLICHKEIT setzt sich IMMER durch . Kann aber dauern …. Zuviele Blockierer , die einer ganzheitlichen Weltsicht mit Ihrem doch beengtem Fanatismus aufhalten wollen .

    TIPP : überprüfen Sie mal die ach so nüchterne Berichterstattung des SPIEGELS der letzten 20 Jahre über „wissenschaftlichen Fortschritt“ in der Medizin . Z.B. bzgl. Krebstherapien oder neuerer Medikamente . Sie werden feststellen , dass kaum mal 10 % davon irgendwelche besondere medizinische Relevanz erhält . Einzig allein die Großkräfte der Pharma- und Industrielobby bestimmen dort , was wissenschaftlich so bedeutsam ist . Da ist manchmal sogar die „Trefferquote“ der sog. esoterischen Scharlante zutreffender . Der „blinde“ Fleck des SPIEGELS , der gern den Finger in die Wunde anderer legt , doch zu einer kritischen Selbstreflexion nicht in der Lage ist .

  22. @Die Wissenschaft des 21. Jahrhunderts: Danke, zuviel der Ehre!

    Geht es Ihnen jetzt wieder besser, wo sich hier endlich einmal so richtig auskotzen und Ihrem Frust freien Lauf lassen konnten? Das freut mich. Und dann antwortet Ihnen sogar noch jemand! Vermutlich werden in anderen Blogs Ihre „Kommentare“ einfach gelöscht. Und wenn Sie sich nicht in jedem Satz selbst wiedersprechen würden, wäre es sogar möglich, Ihren seltsamen Gedankengängen irgendwie zu folgen. So allerdings fällt mir das nicht ganz leicht.

    << Alle paar Jahre werden vermeintlich sichere wissenschaftliche Erkenntnisse durch neuere Erkenntnisse "überholt" . <<

    Äh – ja, und? Was wollen Sie damit sagen?

    Das ist unter anderem das entscheidende Qualitätsmerkmal von Wissenschaft, während Homöopathie, Astrologie und Co. stur und dogmatisch an "uraltem" und längst in jedem Detail überholtem/widerlegtem "Wissen" festhalten und sich damit der Lächerlichkeit preisgeben.

    Wäre es Ihnen lieber, Sie würden bei einer schweren Erkrankung mit Aderlass "behandelt"werden? Oder mit wirkungslosen Homöopathika, denen ein vor-wissenschaftlicher Arzt vor mehr als 200 Jahren ohne Kenntnis von Krankheitsursachen und physikalischen Gesetzmäßigkeiten eine magische Wirkung über "geistartige Kräfte" zugeschrieben hat?

    Zum Glück haben Medizin und Wissenschaft sich seitdem weiterentwickelt und solcherlei „Erkenntnisse“ verworfen und durch neue ersetzt, sodass wir heute wissen, dass das alles nicht stimmt, und auf moderne und wirksame Verfahren zurückgreifen können, die u.a. auch Ihnen und Ihrer Familie zugute kommen.

    *Das* zu begrüßen und als Methode zu verteidigen, nennen Sie also "Inquisition"? Überlegen Sie eigentlich auch manchmal, bevor Sie irgendwas hinschreiben? Ich kann gerne versuchen, Ihnen etwas zu helfen:

    Die Inquisition hat Dinge blind verurteilt und aus ideologischen Gründen zurückgewiesen, und wenn man ihr z.B. ein Fernrohr in die Hand gegeben hat, um mit eigenen Augen zu sehen, dass die Erde um die Sonne kreist, dann hat sie sich geweigert, hindurchzuschauen.

    Und das ist der entscheidende Unterschied, den Sie nicht verstehen.

    Wir lehnen bestimmte Dinge ab, weil diese sich nach hundert- und tausendfacher Überprüfung immer und immer wieder als falsch, unzutreffend oder unwirksam herausgestellt haben – und trotzdem aber weiterhin von Homöopathen, Astrologen und Co. propagiert und kommerziell angeboten werden (ja, auch die verlangen Geld dafür, was sagen Sie nun …?)

    Noch einmal: Das nennen Sie ernsthaft "Inquisition" und "Reduktionismus"? Sie verwenden Begriffe, ohne deren Bedeutung zu kennen,

    << Wieso überprüft kaum einer das angeblich so sichere Wissen der Wissenschaft ? <<

    Merkwürdig, gerade eben haben Sie noch selbst gesagt, dass das Wissen der Wissenschaft sich ständig ändert, überprüft und angepasst wird. Damit haben Sie sich die Antwort schon selbst gegeben: Die inhärente Methodik der Wissenschaft sorgt fortwährend selbst dafür, dass Erkenntnisse in Frage gestellt, überprüft und ggf. neu gefasst werden.

    Wäre das – wie Sie nun plötzlich behaupten – nicht so, hätten wir heute immer noch Telegrafenstationen statt Handys, Bachblüten statt Antibiotika u.ä.

    << Diese Leute haben die Medienmacht alles lächerlich zu machen , was nicht Ihrem allzu begrenztem Weltbild entspricht . <<

    In diesem einen Satz ist so viel Unsinn verpackt, dass es Stunden dauern würde, das alles zu entzerren und richtig zu stellen, also lassen wir mal lieber.

    <<Die WIRKLICHKEIT setzt sich IMMER durch . <<

    Genau, und deshalb sind wir Skeptiker auch so erfolgreich, weil wir uns nach der Wirklichkeit richten, nach Fakten und belegbaren Tatsachen, nicht nach Wunschdenken und Illusionen, und deshalb…

    <<Kann aber dauern …. Zuviele Blockierer , die einer ganzheitlichen Weltsicht mit Ihrem doch beengtem Fanatismus aufhalten wollen .<<

    werden Leute wie Sie, die "ganzheitliche Weltsicht" sagen, damit in Wirklichkeit aber Unsinn und Pseudowissenschaftlichkeit und völlige Beliebigkeit und "Anything Goes" meinen, sich auch glücklicherweise nie durchsetzen.

    << Sie werden feststellen , dass kaum mal 10 % davon irgendwelche besondere medizinische Relevanz erhält <<

    Und? Stellen wir also deshalb jede medizinische Forschung ein, weil das alles sehr schwierig ist und nur wenig davon irgendwann mal medizinische Relevanz erhält – und weil nicht zuletzt Pharmafirmen damit Geld verdienen? Toller Vorschlag, die Krebskranken, Chroniker, HIV-Infizierten etc. werden Ihnen solche hirnverbrannten Äußerungen gewiss "danken".

    Sollen Ihrer Meinung nach also die Pharmaunternehmen jede Forschung an neuen Krebsmedikamenten bleiben lassen, weil doch "nur" zehn Prozent davon am Ende verwertbar sind? Vielleicht geht es dabei aber genau um die zehn Prozent an Krebsarten, an denen Sie vielleicht mal selber erkranken? Würden Sie dann immer noch so daher schwadronieren?

    <<Der "blinde" Fleck des SPIEGELS , der gern den Finger in die Wunde anderer legt , doch zu einer kritischen Selbstreflexion nicht in der Lage ist .<<

    Mit Selbstreflexion ist es aber bei Ihnen auch nicht so wirklich weit her, oder?

  23. hier noch ein Blogbeitrag mit nützlichen Links zu Astrologiekritik. Auf Englisch
    http://blog.pascallisch.net/?p=739

  24. Mal ganz davon abgesehen, dass die „Sternbilder“ auch nur Sterne sind, die aus unserem Blinkwinkel „nahe beieinander“ zu stehen scheinen, in Wahrheit aber beliebig weit voneinander entfernt sind und schon aus diesem Grund rein gar nichts mit irgendwas auf der Erde zu tun haben können.

  25. Huch, die einzige Seite im Netz, auf der der (angeblich 1994 von der BLöD-Zeitung vorgeschlagene) Name „Nikolander“ für den Ophiuchus erwähnt wird. Von Niko~ wie Nikolaus, und als Alternative zu Disneyland?! Oder abgeleitet von der Nikolandergasse/-Schule, wo der „rasende Reporter“ Egon Erwin Kisch (1885-1948) zur Schule ging?

    Die Assoziationskette Schlangenträger–Asklepios-Stab–Medizin finde ich schön. „Ophiuchus“ ist auch ganz prima geeignet für die Sprachtherapie. 30x hintereinander, so schnell wie möglich!

  26. wem dem BILD horoskop vertraut, der ist verloren. legendär auch immer das geburtstags horoskop.

  27. Ich frage mich, was die Astrologen eigentlich zum zehnten (Klein-)Planeten (hinter Pluto) sagen, welcher sogar noch größer als Pluto ist:
    http://de.wikipedia.org/wiki/%28136199%29_Eris

    Auch dieser Umstand macht doch sämtliche Horoskope (v.a. bis 2006) zunichte. Und: Wird Eris denn seit 2006 bei der Horoskoperstellung berücksichtigt oder wird hier wieder geschwurbelt „Das geht nicht, weil…“ / „Es wird nur das alte Sonnensystem (9 Planeten bis 2006) berücksichtigt und damit basta!!“ ?

    Hat hier jemand vl. einen Link für mich parat, bei dem Astrologen hierzu ein Statement abgeben? (Ja, ich könnte selber googeln, finde aber dann womöglich die leckersten Rosinen nicht, die andere hier vl. schon fanden… *g*)

    Gruß,
    Sebastian

  28. Achja, nicht zu vergessen all die anderen Transneptunischen Objekte, wie z.B. Sedna:
    http://de.wikipedia.org/wiki/%2890377%29_Sedna

    ;)

  29. Guter Artikel, ich bin jedoch der Meinung, dass „völlig willkürlich“ zur Astrologie nicht ganz passend ist. Natürlich sind die Tageshoroskope in den meisten Zeitungen weit fern von der Realität. Mit ein bisschen Recherchieren findet man sicherlich einige gute Quellen, wo die Texte von Astrologen bereitet werden und nicht von der Sekretärin des Redakteurs.

    Wenn man sich ein gutes persönliches Horoskop bei einem Spezialisten erstellen lässt, ändert sich meistens die Meinung und die negative Einstellung gegen Astorlogie.

  30. @Franz Radl:

    Vielen Dank für Ihre Anmerkungen, aber aus unserer Sicht gibt es keinen Unterschied zwischen einem Zeitungshoroskop (egal von wem verfasst, ob Redakteur oder Astrologe) und einem „individuellen“ Horoskop vom „Profi“-Astrologen.

    Beide unterscheiden sich zwar im Grad der Kompliziertheit und vom Zeitaufwand her – das sagt aber nichts darüber aus, ob das zugrunde gelegte Wissen seriös ist.

    Da keine einzige Grundannahme der Astrologie irgendeine Verankerung in der Realität hat, kann es so etwas wie „seriöse“ Astrologie gar nicht geben, egal wie viel gerechnet wird und wie viele individuelle Aspekte mit einbezogen werden.

    Dass Kunden mit ihrem Horoskop durchaus „zufrieden“ sind, ist auch kein Kriterium *pro* Astrologie, sondern sagt lediglich etwas über die psychologischen Mechanismen dahinter aus:

    https://blog.gwup.net/2013/05/04/mein-horoskop-stimmt-immer-ja-und/

    https://blog.gwup.net/2011/01/03/seriose-und-unseriose-astrologie/

  31. @ Franz Radl
    „Natürlich sind die Tageshoroskope in den meisten Zeitungen weit fern von der Realität.“

    Falsch!

    Richtig ist, dass die Tageshoroskope in ALLEN Zeitungen fern von der Realität sind!

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