Die „torkelnden Heilpraktiker“ von Handeloh: kontrovers geht auf Spurensuche

Das TV-Magazin kontrovers begibt sich heute Abend (19. April, 21 Uhr, BR Fernsehen) auf die Suche nach den Hintergründen der “torkelnden Heilpraktiker” von Handeloh.

In der niedersächsischen Ortschaft hatten sich im September 2015 fast 30 Ärzte und Heilpraktiker zu einer “Psycholysesitzung” getroffen, wobei sie sich eine schwere Amphetaminvergiftung zuzogen und notärztlich versorgt werden mussten.

br

Anhänger der Psycholytischen Therapie

… glauben an esoterische oder spirituelle Heilsvorstellungen und sind überzeugt, dass Drogen die Türöffner ins Unbewusste oder zu einer magischen, übersinnlichen Welt sind. Deshalb gehören vor allem Naturheilpraktiker, Homöopathen und esoterisch verblendete Ärzte und Therapeuten zu dieser Szene”,

schreibt der Schweizer Sektenexperte Hugo Stamm.

In der Ankündigung des BR heißt es:

Verzweifelte Patienten suchen Hilfe bei Psychotherapeuten – und landen in einer spirituellen Gemeinschaft, die Drogen wie Ecstasy und LSD als Medizin anpreisen. Im Untergrund werden die Drogen konsumiert – mit teils tödlichem Ausgang. Was steckt dahinter? Kontrovers auf Spurensuche in Europa, Deutschland und Bayern.”

video

Hier geht’s zum Video (zirka 14 Minuten).

Zum Weiterlesen:

  • Umstrittenes Verfahren Psycholyse: “Mich hätte das fast das Leben gekostet”, Süddeutsche am 11. September 2015
  • Der Drogentrip der Homöopathen, Hugo-Stamm-Blog am 12. September 2015
  • Spuren des Drogendebakels führen in die Schweiz, Basler Zeitung am 16. September 2015
  • Die „torkelnden Heilpraktiker“ von Handeloh gingen wohl bewusst auf einen Drogentrip, GWUP-Blog am 17. September 2015

15 Kommentare zu “Die „torkelnden Heilpraktiker“ von Handeloh: kontrovers geht auf Spurensuche”


  1. 1 Bernd Harder 19. April 2017 um 21:01
  2. 2 Hermann Schurz 5. Mai 2017 um 11:03

    https://www.heilpraktikerverband.de/aktuelles/aktuelle-meldungen/189-gesundheitspolitik-syrer-schaetzen-naturheilkunde-2.html

    Der Heilpraktiker-Verband hat völlig Recht, was diese Stellungnahme angeht. Typisch, dass Ihr Beitrag nur auf Heilpraktiker verweist.

  3. 3 Bernd Harder 5. Mai 2017 um 11:06

    @Hermann Schurz:

    Gibts gegen Leseschwäche auch was vom Heilpraktiker?

    << In der niedersächsischen Ortschaft hatten sich im September 2015 fast 30 Ärzte und Heilpraktiker zu einer “Psycholysesitzung” getroffen <<

  4. 4 Hermann Schurz 5. Mai 2017 um 11:14

    @ Bernd Harder:

    Ich beziehe mich auf Ihren Titel, denn dieser ist entscheidend und schafft beim Leser ausschließlich eine Assoziation mit Heilpraktikern.

    Außerdem geht meine Kritk weit darüber hinaus -> siehe Link.

  5. 5 Bernd Harder 5. Mai 2017 um 11:17

    @Hermann Schurz:

    << Ich beziehe mich auf Ihren Titel <<

    Nö, sie schreiben ausdrücklich von meinem “Beitrag”, nicht von der Überschrift.

    Ihre “Kritik” ist uns wohlbekannt und in verschiedener Form bereits x-mal geäußert worden. Macht die Sache nicht besser …

  6. 6 Hermann Schurz 5. Mai 2017 um 11:20

    @ Bernd Harder:

    Dann korrigiere ich: Der Heilpraktiker-Verband hat völlig Recht, was diese Stellungnahme angeht. Typisch, dass Ihr Beitrag IM TITEL nur auf Heilpraktiker verweist.

  7. 7 Bernd Harder 5. Mai 2017 um 11:24

    @Hermann Schurz:

    Und wie schön wäre es erst, wenn “der Heilpraktiker-Verband” sich mal um eine vernünftige Ausbildung und um sinnvolle gesetzliche Grundlagen für sein Metier kümmern würde, statt Pressemitteilungen herauszugeben, wenn es gekracht hat.

  8. 8 noch'n Flo 5. Mai 2017 um 11:51

    @ Bernd Harder:

    Ich muss da Herrn Schurz aber durchaus zustimmen. Bei dem Drogenexperiment in Handeloh waren auch Ärzte mit dabei, nicht nur Heilpraktiker. Und ebensowenig, wie wir das Homöopathie-Problem allein auf die Heilpraktiker abwälzen dürfen (wir erinnern uns: immerhin 7’000 Ärzte in Deutschland arbeiten (auch) homöopathisch), so sollten wir uns hüten, den Vorfall von Handeloh zu einem reinen Heilpraktikerproblem zu machen.

    Zugegeben: die beteiligten Ärzte waren mit Sicherheit ziemlich verpeilte Deppen. Aber das war ich auch mal – ich habe selber jahrelang zur Psychonauten- und Psycholyse-Szene gehört. (Für das in Handeloh verwendete “2C-E” galt ich sogar lange als einer der weltweit führenden Experten – noch heute bekomme ich mehrmals im Jahr Anfragen zum Thema per eMail.) Und allein von daher bin ich schon mal gaaanz vorsichtig bei der Pauschalisierung solcher Ereignisse.

  9. 9 Bernd Harder 5. Mai 2017 um 11:54

    @noch’n Flo:

    << Bei dem Drogenexperiment in Handeloh waren auch Ärzte mit dabei <<

    Das steht doch auch so drin.

  10. 10 noch'n Flo 5. Mai 2017 um 12:17

    @ Bernd Harder:

    “Das steht doch auch so drin.”

    Aber eben nicht in der Überschrift. Und damit ist die Aussage von Herrn Schurz

    “Ich beziehe mich auf Ihren Titel, denn dieser ist entscheidend und schafft beim Leser ausschließlich eine Assoziation mit Heilpraktikern.”

    nicht ganz aus der Luft gegriffen.

  11. 11 Bernd Harder 5. Mai 2017 um 12:21

    @noch’n Flo:

    Nenn mich exzentrisch, aber ich finde es ziemlich normal, dass in einer Überschrift in aller Regel deutlich weniger steht, als im folgenden Text.

  12. 12 Hermann Schurz 5. Mai 2017 um 13:31

    @ alle:

    Ich meine, irgendwo gelesen zu haben, dass auch Psychologen bzw. Psychotherapeuten mit von der Partie waren…

    Außerdem noch eine Anregung zur Diskussion: Wie sieht es eigentlich mit der Eigenverantwortung aus? Wer an so was teilnimmt, trägt eine Mitschuld.

  13. 13 noch'n Flo 5. Mai 2017 um 16:06

    @ Bernd Harder:

    “ich finde es ziemlich normal, dass in einer Überschrift in aller Regel deutlich weniger steht, als im folgenden Text”

    Das ist ja auch kaum zu vermeiden. Aber es ist eben nicht ausgewogen und den Betroffenen gegenüber unfair.

    Mal ein anderes Beispiel: nehmen wir an, es gäbe einen Bestechungsskandal im deutschen Fussball, in den Spieler vom – sagen wir mal – FC Bayern, dem HSV und Eintracht Frankfurt verwickelt wären. Wenn dann in einer Zeitungs-Überschrift stünde: “Die Bayern haben betrogen”, und erst im Artikeltext die Beteiligung der anderen Vereine erwähnt würde, dürfte sich die entsprechende Zeitung meiner Ansicht nach nicht wundern, wenn sie vom Presserat dafür abgemahnt würde. Das hat schon etwas von BILD-Niveau.

    @ Hermann Schurz:

    “Außerdem noch eine Anregung zur Diskussion: Wie sieht es eigentlich mit der Eigenverantwortung aus? Wer an so was teilnimmt, trägt eine Mitschuld.”

    An seinem eigenen Leid: ja. An dem der anderen bzw. der Gesamtsituation: eher nein. Aber man hätte sich sicherlich vorher besser informieren können/sollen, a) was da eingenommen wird und in welcher Dosierung, b) was für Wirkungen bei dieser Substanz in dieser Dosierung zu erwarten sind und c) wieviele nüchterne Begleitpersonen das “Experiment” überwachen und wie kompetent die in sowas sind.

    Als ich seinerzeit in dieser Szene unterwegs war, galt die Faustregel: nie mehr als 12 Probanden, bei unerfahrenen Probanden oder neuen Substanzen mindestens 1 Betreuer pro 2 Probanden, bei erfahrenen Probanden ein Betreuer pro 3 Probanden. Plus ein Gesamtleiter bei mehr als 4 bzw. 6 Probanden, der die anderen Helfer koordiniert. Bei Einhaltung dieses Schlüssels ist meines Wissens nach auch nie etwas schiefgegangen. Ach ja, und selbstverständlich ist vorher eine genaue medizinische und psychologische Anamnese aller Probanden zu erheben und sind Basisparameter wie Blutdruck, Puls und Körpertemperatur regelmässig während der gesamten Dauer des Experiments zu überwachen. Bei bestimmten Substanzen auch der Blutzucker.

  14. 14 Bernd Harder 5. Mai 2017 um 16:13

    @noch’n Flo:

    < < Wenn dann in einer Zeitungs-Überschrift stünde: “Die Bayern haben betrogen”, und erst im Artikeltext die Beteiligung der anderen Vereine erwähnt würde, dürfte sich die entsprechende Zeitung meiner Ansicht nach nicht wundern, wenn sie vom Presserat dafür abgemahnt würde. Das hat schon etwas von BILD-Niveau. <<

    Sorry wenn ich das für leicht unzutreffend halte.

    Wenn es tatsächlich in einem Text um *Bayern, HSV und Eintracht Frankfurt" ginge, würde natürlich der berühmte FC Bayern in der Headline hervorgehoben und nicht die Abstiegskandidaten aus Hamburg und Frankfurt.

    Und dass "die torkelnden Heilpraktiker" in Anführungszeichen stehen, weil es sich dabei um ein Zitat aus der Abendzeitung handelt, könnte man u.U. für diese seltsame Diskussion auch noch berücksichtigen ...

    http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.missglueckter-selbstversuch-29-torkelnde-heilpraktiker-homoeopathen-im-drogenrausch.376494f8-e20d-4c3e-99fe-96d694996a14.html

    http://blog.gwup.net/2015/09/05/endlich-weltberuhmt-deutsche-homoopathen-und-heilpraktiker-prufen-2c-e/

  15. 15 noch'n Flo 5. Mai 2017 um 16:48

    @ Bernd Harder:

    “würde natürlich der berühmte FC Bayern in der Headline hervorgehoben und nicht die Abstiegskandidaten aus Hamburg und Frankfurt”

    Ws dann aber dem ach-so-geliebtem Anspruch auf “journalistische Ausgewogenheit” widersprechen würde. Auch Abstiegskandidaten haben ein Recht auf Schlagzeilen! ;)

    (Nebenbei: die Eintracht ist in der laufenden Saison mitnichten ein Abstiegskandidat – die sind sogar noch einigermassen gut im Rennen um die Qualifikation für die Europa League. *korinthenkack*)

    “Und dass “die torkelnden Heilpraktiker” in Anführungszeichen stehen, weil es sich dabei um ein Zitat aus der Abendzeitung handelt, könnte man u.U. für diese seltsame Diskussion auch noch berücksichtigen …”

    Okay, das hatte ich nicht mehr auf dem Schirm. Ich ziehe hiermit meinen Einspruch zurück, Euer Ehren!


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