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Wakefield, „Vaxxed 2“ und der Happy Retraction Day

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Heute ist übrigens „Happy Retraction Day“:

Vor zehn Jahren gab The Lancet bekannt, den berüchtigten Wakefield-Artikel von 1998 über Autismus durch Impfungen vollständig aus der Publikationsliste zu streichen.

Wieso ist das erwähnenswert?

  • Impfgegner touren derzeit mit „Vaxxed 2“ durch Deutschland und versuchen, dieses neuerliche Machwerk in Kinos unterzubringen:

Eine Rezension kann man zum Beispiel im Guardian lesen:

Release of Vaxxed sequel prompts fears dangerous propaganda will spread again

  • Aufklärung wirkt:
  • Impfgegner berufen sich trotzdem noch immer auf den Wakefield-Schwindel, zum Beispiel heute eine Autorin in der Anthroposophen-Postille „Erziehungskunst“.

Seriöse Infos zu Wakefield und „Vaxxed“ auch über den „Happy Retraction Day“ hinaus gibt es hier:

  • Warum sich Andrew Wakefield das Goldene Brett mehr als verdient hat, Onkel Michael am 16. November 2017
  • Lügengeschichten, Susannchens kleine Impfkunde am 22. August 2018
  • Widerlegt, Susannchens kleine Impfkunde am 15. Oktober 2019
  • Forscher widerlegen These von Zusammenhang zwischen Impfung und Autismus, Spiegel-Online am 5. März 2019
  • „Keine seriöse Dokumentation“: Kritik an „Vaxxed“ hält an, GWUP-Blog am 15. Mai 2017
  • Vaxxed: Offener Brief an Kinofans und-betreiber, Der Goldene Aluhut am 12. Mai 2017
  • Noch ein paar nichtalternative Fakten zu „Vaxxed“, Keine Ahnung von Garnix am 7. April 2017
  • Vaxxed“ im Kino, Fakefield und sein angeblicher Whistleblower, GWUP-Blog am 4. April 2017
  • Kinder- und Jugendärzte nehmen Stellung zu „Vaxxed“, GWUP-Blog am 27. April 2017

9 Kommentare

  1. Der erwähnte Artikel in der „Erziehungskunst“ ist absolut unerträglich und ein Fall für die zuständige Ärztekammer Baden-Württemberg.

    Es heißt in der dortigen Berufsordnung, § 2 (3): „Eine gewissenhafte Ausübung des Berufs erfordert insbesondere die notwendige fachliche Qualifikation und die Beachtung des anerkannten Standes der medizinischen Erkenntnisse.“

    Der Beitrag der Ärztin Dr. Daphné von Boch spottet in jeder Hinsicht dem anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse. Immerhin gibt es auf der Seite der „Erziehungskunst“ inzwischen einen kritischen Kommentar aus dem Waldorfmilieu selbst.

    Man muss dazu wissen, dass die „Erziehungskunst“ ein Produkt des Bundes der Freien Waldorfschulen e.V. ist, also in Anthroposophenkreisen kein Außenseiterblättchen, hier geht es um Mainstream-Denke dieser Leute.

  2. @Joseph Kuhn

    die anthroposophischen, medizinischen „Erkenntnisse“ werden nicht nur in deutschen Waldorfschulen angewandt, sondern auch noch weltweit verbreitet – aus dem Artikel der „Erziehungskunst“, „Bund der Freien Waldorfschulen“:

    „Zur Autorin: Dr. Daphné von Boch ist anthroposophische Ärztin und bildet Ärzte in anthroposophischer Medizin aus, insbesondere in der Ukraine, in Russland, Bulgarien, Thailand, Taiwan und Malaysia.“

  3. Die Impfgegner attackieren ihre Kritiker, dass sie käuflich seien, auf den Lohnlisten von „Big Pharma“ ständen. Aber sie haben keinerlei Probleme genug Geld zusammenzubekommen, um ein Propagandamachwerk wie Vaxxed 2 zu finanzieren. Wer ist also hier von wem gekauft?

  4. @ Bernd Harder @ Joseph Kuhn

    Im Artikel „Masern zwischen Mut und Meinung“ der „Erziehungskunst“ von 2015 schildert, Zitat GWUP, „eine Mutter dreier Kinder ausführlich die »bewusste« Entscheidung, ihre Tochter Maya an Masern erkranken zu lassen“. Der Text ist „schlimm“, aber man könnte ihn als „persönliche Meinungsäusserung eines medizinischen Laien“ rechtfertigen.

    Ganz anders der hier diskutierte, aktuelle Artikel der Erziehungskunst „Der Kampf um die Impfungen“: die Autorin Daphné von Boch ist Medizinerin, und „bildet Ärzte in anthroposophischer Medizin aus“.

    Das hat einen „offiziellen Charakter“. Wäre das nicht eine Nachfrage – der GWUP – beim „Bund der Freien Waldorfschulen“ wert?

    Der „Pressekontakt“ des „Bundes der Freien Waldorfschulen“: https://www.waldorfschule.de/presse/pressekontakt/

  5. @Christoph Lück:

    Danke, wir sind dran.

  6. Pingback: Das Wissenschaftsverständnis der Bezirksärztekammer Südbaden – Gesundheits-Check

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