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Impfgegner Johann Loibner tot

| 24 Kommentare

Der bekannte Impfgegner Johann Loibner ist im Alter von 74 Jahren gestorben.

Noch vor zwei Wochen hatte sich der homöopathische Arzt beim „Spirit of Health“-Kongress in Berlin über den „Mythos ansteckende Krankheiten“ verbreitet.

Die Zeit bezeichnete Loibner und seine Frau als „die Speerspitze der Impfgegner in Österreich“. Das profil-Magazin nannte seine Äußerungen „absoluten Unsinn“.

Vor einem Jahr verlor Loibner einen Prozess gegen Dr. Krista Federspiel von den Wiener Skeptikern wegen angeblicher übler Nachrede.

Zum Weiterlesen:

  • Impfgegner verliert vor Gericht: „Es ist allgemein bekannt, dass es diese Viren gibt“, GWUP-Blog am 11. März 2017
  • Pseudomedizin: Warum dürfen Ärzte Unsinn behaupten? profil am 7. März 2015
  • Ansteckende Krankheiten sind ein Mythos und HIV sowieso: die Lunatics of Health in Berlin, GWUP-Blog am 1. März 2018
  • Impfungen: Die falsche Angst, Die Zeit am 30. April 2014
  • Johann Loibner bei Psiram

24 Kommentare

  1. Erst der Honigmann, jetzt Dr. Loibner – der Sensenmann hält derzeit reiche Ernte unter unserer Kundschaft…

    Squeak!

  2. Nein, ich werde jetzt nicht noch mal den Zauberer von Oz bemühen, das wird zu einseitig. Aber letztlich ist es ja auch egal, ob einer von denen das Zeitliche gesegnet haben sollte: Der Nachwuchs steht ja schon in den Startlöchern.

  3. Mich würde ja interessieren, woran er gestorben ist. Wenn es zufällig die saisonale Grippe oder eine Pneumokokken-Infektion gewesen sein sollte, würde dies nicht einer gewissen Ironie entbehren…

  4. Man muss es leider sagen, möglicherweise werden durch sein Ableben andere Leben gerettet. Ich meine das nicht zynisch.

  5. In der heutigen Zeit ist 74 schon ein recht „jugendliches“ Alter um zu sterben…da bin ich ja beruhigt, daß die Impfgegner auch nicht das „Ewige Leben“ gepachtet haben.
    Meine Mutter, die zuletzt in einem Pflegeheim war, ist an der Grippe verstorben, obwohl sie – wie jedes Jahr – sich impfen hat lassen, aber leider nicht mit dem 4fach-Impfstoff, der nur Privat-Patienten vorbehalten war.
    Sie war 82 und hatte sich nicht mehr von einer „Gürtelrose im Gesicht“ erholt auch hatte sie einen geschwächten Allgemeinzustand und das führte letztendlich zum Tod durch Influenza.

  6. @Ralf
    Mein Beileid.

    Allerdings nimmt die Sache mit den Grippeimpfstoffen auch schon VT-Züge an.

    Das wurde meiner Meinung nach natürlich auch etwas blöd dargestellt und liegt natürlich auch an der generell eher schlechten Zusammenarbeit der Kassen mit den Leistungserbringern.

    Der tetravalente Impfstoff war NICHT nur Kassenpatienten vorenthalten. Tatsächlich aber gab es diese Saison wieder – obwohl eigentlich nicht mehr zulässig, aber die Verträge waren vorher schon geschlossen worden und blieben daher wohl gültig – Rabattverträge über Grippeimpfstoffe, und zwar die trivalenten.

    Für den Arzt ist es damit im Rahmen des Wirtschaftlichkeitsgebots ratsam, diese auch zu verschreiben. Allerdings steht Ärzten frei, wenn sie die medizinische Notwendigkeit sehen, einen anderen Impfstoff aufzuschreiben.

    Aus dem Ärzteblatt vom 27.09.17:

    „Sehe der Arzt eine medizinische Notwendigkeit für einen tetravalenten Impfstoff, könne er allerdings auch diesen auf den Namen des Patienten auf Kosten der gesetz­lichen Kran­ken­ver­siche­rung verordnen.“

    Das Problem liegt hier, wie so oft, daran, dass Ärzte ja nun nicht so frei entscheiden können, wie das von Seiten der KK gerne dargestellt wird. Hätte ein Arzt jetzt nur den tetravalenten impfstoff aufgeschrieben, hätten die Kassen sicherlich suggestiv nachgefragt, warum er das denn getan habe.

    Andererseits hat die STIKO schon relativ früh die Empfehlung gegeben, doch tetravalente Impfstoffe einzusetzen, was man von Arztseite schon als Argument hätte bringen können.

    Da ich allerdings kein Arzt bin, kann ich dazu nicht allzuviel sagen. Als Apotheker weiß ich aber, dass die Krankenkassen keine angenehmen Geschäftspartner sind – vermutlich nicht nur für uns.

  7. @ Ralf i.V.:

    „aber leider nicht mit dem 4fach-Impfstoff, der nur Privat-Patienten vorbehalten war“

    Was ist denn das schon wieder für eine billige Polemik? Diesen Impfstoff können selbstverständlich ALLE Patienten bekommen, der Arzt muss nur wollen…

  8. @Christian Becker:

    Danke, so genau wusste ich das auch nicht.

  9. „der Arzt muss nur wollen“ (noch’n Flo)?

    Dann erkläre doch der Herr Dr. bitte schön mal, warum „der Arzt“ nicht wollen sollte, statt dem RiV „billige Polemik“ vorzuwerfen!

  10. @ Bernd Harder:

    Da sollen sich die KollegInnen in Deutschland mal nicht so anstellen – im Umgehen von Vereinbarungen mit den Kassen sind viele von denen doch sowieso inzwischen sehr erfahren. Und dieser Rabattvertrag lässt sich sogar sehr leicht umgehen.

    Nebenbei: ich benutze auch schon seit Jahren einen trivalenten Grippeimpfstoff – mit grossem Erfolg. In der laufenden Saison hatte ich gerade mal einen (!) Fall von bestätigter echter Influenza in meiner Praxis (natürlich eine nicht-geimpfte Person).

  11. @Flo
    Es wird nicht besser.
    Du unterstellst hier den Ärzten (in Deutschland), dass sie ständig irgendwelche Vereinbarungen umgehen würden und dass es sehr leicht sei, den Rabattvertrag zu umgehen.
    Den Ärzten fällt es aber offenbar nicht so leicht – dann sag doch mal, wie das geht.

    „Nebenbei: ich benutze auch schon seit Jahren einen trivalenten Grippeimpfstoff – mit grossem Erfolg. In der laufenden Saison hatte ich gerade mal einen (!) Fall von bestätigter echter Influenza in meiner Praxis (natürlich eine nicht-geimpfte Person).“

    Ernsthaft? Das von einem ausgemachten Homöopathiekritiker? Obwohl die epidemiologischen Daten dem widersprechen?

    Hattest du einen schlechten Tag?

  12. @ C. Becker:

    „Das von einem ausgemachten Homöopathiekritiker?“

    Was hat das denn damit wieder zu tun?

  13. @ Christian Becker
    Es geht ja – so unterstelle ich mal zu Gunsten der deutschen Ärzte – außerdem auch nicht darum, mit mehr oder minder halblegalen Tricks und Kniffen das Gesundheitssystem zu manipulieren. Umgekehrt kann dem deutschen Arzt auch noch nach Jahren ein Regreß ins Haus flattern, wenn er unwirtschaftlich verordnet hat. Nicht alles also, was zunächst durchzugehen scheint, muß es auch.

    Interessant hierbei ist ja, daß der Gemeinsame Bundesausschuß (G-BA), welcher in Deutschland über die Abrechenbarkeit von Leistungen durch die GKV entscheidet, demnächst über die Frage des tetravalenten Impfstoffes beraten wird, nachdem zuvor die STIKO ihre entsprechende Empfehlung abgegeben hatte (https://www.g-ba.de/institution/presse/pressemitteilungen/729/).
    So, wie ich das sehe, ein völlig korrekter Ablauf (mit einem Beratungstermin außerhalb der Grippezeit, so daß hier weniger öffentlicher Druck vorhanden ist), der uns hoffentlich zur nächsten Impfsaison den Viefachimpfstoff als reguläre Kassenleistung beschert.

    @ noch’n Flo
    Jenseits des Inhalts Deiner Aussage: Auch hier macht der Ton die Musik. Ich fand das ganze unnötig ruppig formuliert.

  14. @ borstel:

    Okay, da hast Du recht. Mich regt es halt immer wieder auf, wenn die deutschen Kollegen immer die Schuld für alles mögliche der sog. „Zweiklassenmedizin“ aus GKV und PKV in die Schuhe schieben. Dabei könnten sie problemlos bei sich selber anfangen und gesetzlich und privat Versicherte gleich behandeln. Wenn das nur genügend Kollegen tun würden, würde sich das System (zumindest teilweise) von selbst heilen.

    Aber leider ist es wirklich so, dass Ärzte immer als erstes auf die Wahrung ihrer Pfründe erpicht sind, Kollegialität sucht man oft vergebens. Ist hier in der Schweiz aber leider auch nicht anders.

    Und so kommt es dann, dass Politiker auf die Idee kommen, durch die Einrichtung von Callcentern (die als erstes vor allem Geld kosten) neue Behandlungstermine herbeizaubern zu können. Auch wenn der Patient dafür mal eben nach Alpha Centauri reisen muss, ist doch nur um die Ecke. Da sieht man mal, wohin magisches Denken in der Medizin führt.

  15. @Flo
    „Nebenbei: ich benutze auch schon seit Jahren einen trivalenten Grippeimpfstoff – mit grossem Erfolg. In der laufenden Saison hatte ich gerade mal einen (!) Fall von bestätigter echter Influenza in meiner Praxis (natürlich eine nicht-geimpfte Person).“

    Typische Argumentation der Kugellutscher – Anekdoten sind keine Belege. Daher war ich überrascht, dass sowas von einem Homöopathiekritiker als Argument benutzt wird.

  16. @ C. Becker:

    Ach, das meintest Du – war mir nicht so wirklich klar geworden. Okay, es ist eine Anekdote. Mir ging es auch mehr darum klarzustellen, dass es immer noch besser ist, möglichst viele Patienten zu impfen, auch wenn der Impfstoff vielleicht nicht immer der beste ist (obwohl der Hersteller des von mir verwendeten Impfserums seit Jahren ein sehr glückliches Händchen bei der Auswahl der Virusstämme hat). Was nutzt der beste Impfstoff, wenn man ihn nicht an den Mann bringt?

    Gut, von den Kügelchen-Fans habe ich mich ja im Laufe der Zeit überwiegend getrennt, das macht das Argumentieren sicherlich etwas einfacher.

    Richtig schlimm finde ich die Situation in manchen Altenheimen hier in der Region, da sind die Impfquoten für Grippe beim Personal teilweise extrem niedrig. Oft gehörtes Argument: „Die Bewohner können sich ja selber impfen lassen, da müssen wir das nicht noch machen.“

  17. Naja, vielleicht denkt sich das Personal auch, wenn sie sich ’ne Grippe einfangen könnten sie krank machen.
    Na gut, können sie auch. Viele Leute unterschätzen aber so eine richtige Grippe.

    Natürlich hast du recht, dass eine Impfung mit einem suboptimalen Impfstoff natürlich immer noch besser ist als gar keine – es fliegt ja nicht nur ein Stamm durch die Gegend.

  18. Wir wissen doch alle das dies nicht der normale Sensenmann war!!
    Seid doch aufmerksamer!!

  19. @S:

    Herzlichen Dank für Ihren „Kommentar“.

    Man muss es immer mal wieder mit eigenen Augen lesen, um zu glauben, dass es wirklich Leute wie Sie gibt.

  20. @ Bernd Harder: Den Kommentar von „S“ könnte man allerdings auch ironisch verstehen.

    Außerdem, was heißt schon der „normale“ Sensenmann? Womöglich war es ja ein intersexueller Sensentransvestit im Ganzkörperkondom – und wir waren halt nicht aufmerksam genug, dies zu würdigen.

  21. @borstel:

    Ich denke nicht …

  22. Natürlich war das nicht der normale Sensenmann, ein Impfgegner wird natürlich standardmässig von einer impfprävenablen Krankheit dahingerafft. Wo bliebe sonst die Ironie?

  23. @ Bernd Harder: Okayokay…
    @ noch’n Flo: Gutes Argument!
    @ „S“: Unter Verweis auf noch’n Flos makellose Beweisführung: Du hattest recht, und wir entschuldigen uns bei Dir!!

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