“Muskeltest” beim Zahnarzt

Die Süddeutsche greift heute den Welt-Artikel vom Juni auf:

Geködert werden die Patienten mit dubiosen Testmethoden wie der “Applied Kinesiology”, die sich ebenfalls im Fortbildungskatalog einiger Zahnärztekammern findet.

In der Regel drückt der Arzt dabei gegen den ausgestreckten Arm des Patienten, während er ihm eine angeblich problematische Substanz zeigt oder in den Mund legt. Das kann ein Zahnfüllungsmaterial sein, aber auch ein Nahrungsmittel; was immer als “Stressor” definiert wird. Eine Änderung der Muskelspannung soll dann eine Unverträglichkeit des Füllmaterials oder andere Zahnprobleme signalisieren.

Studien haben – wenig überraschend – gezeigt: Die Methode ist wissenschaftlich unhaltbar. Dennoch verfängt sie bei einem Teil der Patienten. Sie unterziehen sich unnötigen, im schlimmsten Fall schädlichen Behandlungen.”

Wie dieser “Muskeltest” funktioniert und wie leicht er manipulierbar ist, darüber haben wir erst kürzlich bei Wissenschaft & Skeptizismus diskutiert.

Zum Weiterlesen:

  • Wenn der Zahnarzt Esoterik anbietet, Süddeutsche am 2. August 2017
  • Wenn nach der „Störfeld-Messung“ alle Backenzähne fehlen, Welt-Online am 6. Juni 2017
  • So nehmen Zahnärzte mit Hokuspokus Patienten aus, Welt-Online am 8. Juni 2017
  • “Ganzheitliche” Zahnheilkunde: Heeeereinspaziert! Kritisch gedacht am 28. August 2012
  • Ganzheitliche Medizin: Wenn Zähne fremdgehen, Süddeutsche am 15. Mai 2012
  • “Zahnherd” bei Psiram
  • “Alternativmedizinische Zahnheilkunde” bei Psiram
  • “Meridiansystem der Zähne” bei Psiram
  • Die Attraktivität “ganzheitlicher” Zahnmedizin, Skeptiker 2 und 3/2013 (PDF)

5 Kommentare zu ““Muskeltest” beim Zahnarzt”


  1. 1 Gast 2. August 2017 um 20:44

    Wenn ich Applied Kinesiology mal in Google eingebe, bekomme ich überhaupt keine Kritik, nicht mal Psiram hat einen Artikel, da wundert mich es mich nicht. Wie soll sich ein Patient da informieren. Esoteriker haben heute leichtes Spiel, es gibt einfach keine Kritiker, die können machen was die wollen.

  2. 2 Bernd Harder 2. August 2017 um 22:17
  3. 3 Gast 3. August 2017 um 05:06

    @Bernd Harder

    Nein,ich lese da nichts von Applied Kinesiology und Google findet auch keinen Psiram Beitrag wenn ich Applied Kinesiology eingebe.

  4. 4 Bernd Harder 3. August 2017 um 09:27

    @Gast:

    Ich schon:

    “Kinesiologie (auch “angewandte Kinesiologie”, “applied kinesiology”, “Muskelwiderstandstestung”, “Muskelwiderstandstest”, “Psychokinesiologischer Muskeltest” oder “Muskelrelaxationstest” unter Vermeidung des Begriffs “Kinesiologie”) ist eine esoterisch inspirierte, pseudomedizinische Diagnosetechnik …”

    Warum sollte Psiram in Deutschland die amerikanische Bezeichnung “applied kinesiology” als Hauptbegriff verwenden?

  5. 5 Martin 3. August 2017 um 11:43

    Zu Gast:
    “Esoteriker haben heute ein leichtes Spiel..”

    Stimme ich voll zu!!! Esoteriker ist ein erfolgreiches Geschäftsmodell in diesem Land.

    Kleines ABC um Esoteriker: zu werden: Zuerst betreibe man Marktforschung.Ca.50 % der Bevölkerung glauben daran.Dann lese man einschlägige “FachLiteratur” und beginne mit der zielgerichteten Werbung bzw.der eigenen Internentpräsenz.

    Da man unter den tausenden Esos keine graue Maus sein will und auch Kohle machen will,lege man sich unbedingt Charisma zu und verweise auf Wunderheilungen,die man vollbracht hat.Medienkontakte sind immer gut.

    (Vielleicht kennt man auch noch irgendeinen Pressefuzzi der süchtig nach Sensationsstorys ist).Gut ist immer Quantenheilung,Globuli oder Auraheilung, da die eh kein Mensch versteht.(Die Leute sollten nicht unbedingt verstehen, sie sollten glauben- an sie).

    So schafft man sich mystische Aura und Autorität.

    (Der Deutsche liebt seine Autoritäten über alles)Nun brauchen sie nur noch zu Hause sitzen und auf die Anrufe der Menschen warten, die von ihnen geheilt werden möchten…Solange sie das Finanzamt nicht prellen, haben sie vom Staat freie Hand und offenbar jegliche Unterstützung…
    -Satire aus –

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