gwup | die skeptiker

… denken kritisch seit 1987.

Chemischer Schnee tötet uns!

| 4 Kommentare

Dass Chemtrail-Fans in natürliche Himmels- und Wetterphänomene seltsame Dinge hinein interpretieren, ist allseits bekannt.

Allerdings sieht es dort oben im Moment eher grau in grau aus – also muss zumindest übergangsweise was anderes her, worauf man seinen Wahn lenken kann.

Bis zum Winterende dürfte wohl der „Fake Snow“ bei den Chemmies hoch im Kurs stehen.

Dahinter verbirgt sich „Chemischer Schnee“, und den erkennt man daran, dass im Internet ganz viele Videos aufgetaucht sind, in denen …

… gezeigt wird, dass der Schnee selbst bei starker Erhitzung nur sehr zögerlich schmilzt und am Ende fast kein Wasser übrig bleibt.“

Und das kann nur etwas mit dem Element Barium zu tun haben, mit dem der Schnee beziehungsweise das Regenwasser irgendwie vergiftet worden ist, phantasiert GeoEngineering Watch munter vor sich hin.

Metabunk oder auch Phil Plait von Bad Astronomy haben sich dieses Märchen vorgenommen:

Plait erklärt, dass das „Fake-Snow“-Gerücht unmittelbar nach dem Schneechaos in Atlanta vergangene Woche aufgekommen sei.

Kurz zusammengefasst:

  1. Der Schneeball in den Videos schmilzt ganz normal – das heißt, er besteht erstens aus ziemlich viel Luft und zweitens wird das bisschen Schmelzwasser vom verbleibenden Schnee aufgesaugt und verwandelt ihn in Matsch.
  2. Dass der Schnee schwarz wird, wenn man ein Feuerzeug drunter hält, liegt nicht am „brennenden Barium“, sondern daran, dass die Flamme Ruß absondert.
  3. Auch der angebliche „Gestank nach Plastik“ kommt wohl vom Feuerzeuggas/von Verbrennungsrückständen oder entsteht, wenn das heiße Feuerzeug einen Handschuh ansengt.

Plaits Fazit:

Like most ridiculous conspiracy theories, this one will die off, but another will soon take its place.“

Zum Weiterlesen:

  • Atlanta Storm Was a Government Conspiracy? Snow Way! slate.com am 3. Februar 2014
  • Debunked: Fake Snow, Burning Snow, Metabunk.org
  • Why „Fake“ Snow „Doesn’t Melt“ — Because It’s Real, Popular Science am 4. Februar 2014
  • Unglaubliches Phänomen: Ein skeptisches Chemtrail-Buch, GWUP-Blog am 30. Mai 2013

4 Kommentare

  1. … nicht zu vergessen, dass das typische Einwegfeuerzeug überhaupt nicht dafür gebaut ist, länger als fünf Sekunden am Stück zu brennen.

  2. Natürlich ist Schnee Chemie, HAZWEIO!

  3. Also, das einzige, was dieses Video doch wohl „beweist“, ist dass Phil Plait einer von „denen“ ist. Also ist die Verschwörung doch real. Verdammt.

    (Sorry, couldn’t resist…)

  4. Anmerkung: es gibt so etwas wie „brennendes Eis“ oder „brennenden Schnee“ tatsächlich, sogar in der Natur. Es handelt sich hierbei um sogenannte Gashydrate oder Clathrate (http://de.wikipedia.org/wiki/Clathrate). Sehr häufig am Meeresgrund zu finden ist beispielsweise Methanhydrat. Dies ist letztlich kristallines Wasser, wobei die Gitterstruktur aus kleinen „Käfigen“ besteht, die jeweils in der Mitte ein Methan-Molekül einschließen.

    Methanhydrat wird u.a. als Energiequelle diskutiert, während weiterhin Möglichkeiten erforscht werden, das gespeicherte Methan durch CO2 zu ersetzen, also quasi zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Energiegewinnung und (verhältnismäßig) sichere CO2-Speicherung in Clathraten.

    Der Knackpunkt bei Hydrat-Strukturen sollte aber nicht verschwiegen werden: sie sind unter Normalbedingungen nicht stabil. Es braucht normalerweise entweder großen Druck oder niedrige Temperaturen. Daher gibt es zwar beeindruckende Videos von brennenden Eisstückchen (http://www.youtube.com/watch?v=U46XOoU0DrM), aber diese sind nur unter recht großem Aufwand im Labor zu machen.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.