Science-Slam-Finale 2013 und eine Fake-Wundermaschine

Und da wir gerade bei den Jahresrückblicken sind:

Der Physiker Reinhard Remfort hat am 6. Dezember in Münster das Science-Slam-Finale 2013 gewonnen:

Für diese Veranstaltungsreihe engagiert sich besonders GWUP-Vorstandsmitglied Dr. Julia Offe.

Die komplette Final-Show (zirka 2,5 Stunden) mit allen Kandidaten gibt’s hier in der WDR-Mediathek zu sehen.

Ein anderer vorgeblicher “Science Slam” in diesem Jahr verlief indes nicht ganz so harmonisch.

Der Mineralölkonzern Shell hatte das populäre Format schlichtweg gekapert und für firmeneigene PR instrumentalisiert. Am 11. Dezember sollten einige Jung-Akademiker in Berlin ihre Ideen für einen

… noch verantwortungsvolleren Umgang mit Erdöl“

öffentlichkeitswirksam präsentieren.

Dieser “Shell Science Slam” war jedoch eine reine Imagekampagne für das Unternehmen, was Kritiker „Greenwashing“ nennen:

Ein Unternehmen, das schmutzige Dinge tut, gibt sich mit ökologisch korrekten Schaufensterprojekten ein sympathischeres Image.”

Einer der Slammer baute auf der Bühne im Tempodrom eine “Wundermaschine” auf, die irgendwie das Kohlendioxid aus Autoabgasen in harmlose Kohlensäure für Mineralwasser umwandelt. Oder so.

Statt dessen verspritzte die Apparatur bei der Vorführung 60 Liter einer schwarzen, ölartigen Flüssigkeit:

Der angebliche Nachwuchswissenschaftler entpuppte sich als Umweltaktivist von Peng! Collective und seine Aktion als “Slam Shell!”:

In Nigeria gelangen täglich rund 350.000 Liter Erdöl in die Erde, die Lebensgrundlage der Menschen dort wird zerstört. Shell schmiert Warlords und korrupte Regierungen, um dort weiter Öl fördern zu können Das Unternehmen ist der weltweit größte Produzent von klimaschädlichem CO2 und toxischen Stoffen. Währenddessen versucht das Unternehmen in Europa mit Kampagnen wie dem “Eco Marathon” von ihren massiven sozialökonomischen Schäden abzulenken.”

Sogar die Premium Times Nigera berichtete über die Berliner Aktion.

Aber zurück zu den echten Science Slams: Weiter geht’s am 21. Januar 2014 in Münster.

Zum Weiterlesen:

  • Der Öl-Konzern wollte Werbung – und bekam ein Desaster, Tagesspiegel am 14. Dezember 2013
  • Schmutzfontäne gegen Shell, Spiegel-Online am 12. Dezember 2013
  • Shell geht baden, taz am 12. Dezember 2013
  • Shell’s Berlin ‘Science Slam’ Event Reportedly Disrupted By Anti-Drilling Activists, Huffington Post am 14. Dezember 2013

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