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Geschichten aus dem Gewölbe: Das FBI-Ufo-Memo

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Vor ziemlich genau zwei Jahren hat das FBI sein berüchtigtes „Kellergewölbe“ mit geheimen Akten geöffnet:

Die Webseite „The Vault“ ist eine Art elektronischer Lesesaal mit mehr als 2000 eingescannten Dokumenten, die sich um Marilyn Monroe oder den Zodiac-Killer ebenso ranken wie um „unerklärte Phänomene“.

Diese „Unexplained Phenomenon“ sind zum Beispiel das „Roswell Ufo“ oder „Animal Mutilation“ oder „Extra -Sensory Perception“.

Ganz oben auf der Liste findet sich das Stichwort „Guy Hottel“.

Und genau darüber gerieten schon im April 2011 die Boulevard-Medien in Verzückung.

Besonders spannend sind für viele sicher die FBI-Akten über „Unerklärliche Phänomene“,

schrieb Bild-Online:

Und die Frage: Sind SIE wirklich schon unter uns?

Auch Agent Guy Hottel war den Aliens auf der Spur. Er verfasste im März 1950 den Bericht über fliegende Untertassen im Bundesstaat New Mexico. Luftwaffen-Ermittler hatten dort drei Ufos entdeckt. Plus Mannschaft.“

Dem wollte das Schweizer Online-Magazin seite3.ch nicht nachstehen:

Bei den neu veröffentlichten UFO-Akten handelt es sich um ein Memo des FBI-Agenten Guy Hottel, das er am 22. März 1950 dem FBI-Direktor schrieb.

Darin steht, dass die US Air Force in New Mexico drei UFOs geborgen hätten. Die Untertassen hätten einen Durchmesser von 50 Fuss. Drinnen befanden sich drei menschliche Körper in feinen metallischen Anzügen; die Ausserirdischen seien etwa ein Meter gross.

Als Grund für den Absturz gab Hottel an, dass wohl die militärischen Radareinrichtungen in der Region Störungen in den Untertassen verursacht haben.“

Heute, zwei Jahre später, ist das „Hottel-Memo“ die meistgesuchte Ufo-Akte der amerikanischen Bundespolizei, mit fast zwei Millionen Aufrufen.

Aus diesem Grund hat das FBI nun den Kommentar „UFOs or No? The Guy Hottel Memo“ publiziert.

Eine deutsche Übersetzung gibt es bei grenzwissenschaft-aktuell.

Darin heißt es unter anderem:

Drittens, wie schon zuvor an anderer Stelle bemerkt, war das FBI nur gelegentlich mit der Untersuchung von Berichten über UFOs und Außerirdische befasst.

Einige Jahre nach dem Roswell-Vorfall hatte Direktor Hoover einige Agenten – auf Anfrage der Air Force – damit beauftragt, jegliche UFO-Sichtungen zu verifizieren. Diese Praktik endete jedoch im Juli 1950, vier Monate nach dem das Hottel-Memo erstellt wurde. Dieser Umstand legt nahe, dass unser Außenstelle Washington nicht viel von dieser Fliegenden-Untertassen-Geschichte hielt und diese deshalb auch nicht weiter verfolgte.

Abschließend sei bemerkt, dass das Hottel-Memo nicht die Existenz von UFOs beweist. Es handelt sich einfach nur um eine Behauptung aus zweiter oder sogar dritter Hand, die nie untersucht wurde. Einige Menschen glauben, dass das Memo sogar nur einen Schwindel aufgreift, der zur damaligen Zeit kursiert sein soll.

Allerdings gibt es in den FBI-Akten auch wiederum keine Informationen, die diese Theorie bestätigen.“

In den FBI-Akten vielleicht nicht.

Dafür aber bei den deutschen Ufo-Skeptikern vom CENAP, die sich bereits seit Jahrzehnten mit den „geheimen“ Ufo-Akten des FBI beschäftigen.

Letztendlich handelte es sich bei dem „Ufo-Absturz“, den der FBI-Agent Guy Hottel pflichtgemäß reportierte, um den Hoax eines Betrüger-Duos, welcher ein Journalist der Zeitschrift Variety aufgriff und weiter verbreitete.

Ausführlich kann man die ganze Story auch hier nachlesen.

Auch wenn der fiktive Agent Fox Mulder in „Akte X“ meint, dass „die Wahrheit irgendwo da draußen ist“, ist es eindeutig, dass das FBI bei der Aufarbeitung von tausenden Kriminalfällen wöchentlich mit Kuriositäten zu hat – jedoch nicht in der Art, wie von Regisseur Chris Carter dargestellt„,

weiß der deutsche FBI-Experte und Sachbuchautor Frank B. Metzner:

Das FBI befragte aufgrund seines gesetzlich zugewiesenen Aufgabenbereiches Zeugen von angeblichen Ufo-Entführungen und überprüfte mit modernster Technik Indizien (z. B. Bigfoot-Fotos) auf ihre Aussagekraft. Jedoch existiert keine geheime Abteilung, die auf solche Fälle spezialisiert ist.“

Ganz unglücklich über den Ruch des Außergewöhnlichen sei man jedoch wiederum auch nicht:

Hohe Führungspersönlichkeiten des FBI geben zu, dass der Hype um geheime Akten dem Bureau als Sekundärgewinn Charisma, Mitarbeitermotivation und eine große Bewerberzahl bescherte.“

Zum Weiterlesen:

  • Guy Hottel Document – UFO Proof? skepticblog am 11. April 2011
  • Tales from the Vault: A Second Look at Special Agent Guy Hottel, A.D. am 12. April 2011
  • Geheime Ufo-Akten in der Bild-Zeitung, GWUP-Blog am 7. April 2011
  • Wie findet man Aliens? Mit Spektroskopie! Astrodicticum simplex am 4. April 2013

 

 

 

 

 

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