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Robert F. Kennedy Jr. empfiehlt plötzlich die Masernimpfung

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In einem Fernsehauftritt sprach sich US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. kürzlich überraschend fürs Impfen aus:

Parents should get their children vaccinated for measles. A measles vaccine is effective. It stops measles in about 97 % of the cases. People should get vaccinated.

Diese Aussage nimmt Janos zum Ausgangspunkt seines neuen Videos. Denn wenn man auf RFKs Vergangenheit blickt, kommt sie doch etwas überraschend.

Genau diese früheren Aussagen setzt Janos dazu in Bezug. Dabei stellt er fest, dass RFK am aktuellen Masernausbruch in den USA durchaus nicht unschuldig ist.

Zum vermeintlichen Sinneswandel meint Janos:

Wer hätte gedacht, dass Robert Kennedy Jr. eines Tages im Fernsehinterview sagen wird, dass die Masernimpfung nicht nur effektiv ist, sondern Eltern ihre Kinder impfen sollten. Das hat ihm sichtbar wehgetan und kam nicht aus dem Herzen. […] Ich glaube es dennoch nicht. Ich bin doch nicht naiv, dass Kennedy das ernst meint. Die aktuelle Masernsituation in Amerkika muss aber so schlimm sein, dass diesen Druck sogar er nicht mehr ertragen konnte.

Janos’ Skepsis passt jedenfalls zu RFKs aktuellen Aktivitäten: Gemeinsam mit Andrew Wakefield wurde RFK als Headliner einer großen Anti-Impf-Konferenz (Children’s Health Defense) angekündigt, wie Edzard Ernst auf seinem Blog schreibt.

Kennedy empfiehlt die Masernimpfung – und seine Fans sind sauer

Aus der Videobeschreibung:

Robert F. Kennedy Jr. sagt öffentlich, Eltern sollten ihre Kinder gegen Masern impfen. Ja, wirklich.

Ausgerechnet Kennedy, der seit Jahren zu den prominentesten Kritikern von Impfungen gehört und immer wieder Zweifel an ihrer Sicherheit und ihrem Nutzen verbreitet hat.
Wie passt das zusammen? Warum empfiehlt er plötzlich die Masernimpfung – und warum sorgte genau das bei Teilen seiner eigenen Anhänger für heftige Reaktionen?
In diesem Video schauen wir uns an, was Kennedy über Masern und Impfungen über die Jahre gesagt hat, mit welchen Argumenten Impfgegner arbeiten und was passiert, wenn man irgendwann selbst gegen Behauptungen argumentieren muss, die man jahrelang mit verbreitet hat.
Und nebenbei klären wir auch, warum Vitamin A und Hühnersuppe leider doch keine besonders überzeugende Maserntherapie sind.

Zum Thema:

  • Artikel: RFKJr has now decided to investigate the alleged dangers of wireless technologies, Edzard Ernst am 21.09.2026
  • Artikel: Amid measles outbreaks, RFK Jr. teams up with Andrew Wakefield and headlines a major anti-vaccine conference, Edzard Ernst am 19.09.2026
  • Artikel: Neue Executive Order: Trump greift in die US-Impfpolitik ein, GWUP-Blog am 21.08.2026
  • Artikel: „Bullying Science Journals“: Edzard Ernst kommentiert Robert F. Kennedys neuen Vorstoß, GWUP-Blog am 25.06.2026
  • Artikel: Video: Martin Moder beantwortet die Frage „Was ist die unwissenschaftlichste Studie, die ihr je gelesen habt?“, GWUP-Blog am 20.07.2025
  • Artikel: 5-teilige Videoserie zu Robert F. Kennedy Jr., GWUP-Blog am 05.04.2025

Hinweis:

Falls ihr Ideen, Anregungen oder Empfehlungen habt bzw. selbst ein Gastkapitel für den GWUP-Blog schreiben möchtet, kontaktiert uns unter: blog@gwup.org.

Ein Kommentar

  1. Kennedys jüngste Empfehlung der Masernimpfung wirkt auf den ersten Blick wie ein bemerkenswerter Kurswechsel – tatsächlich ist sie aber ein Beispiel für ein bekanntes Kommunikationsmuster: situativ korrekte Aussagen, die nicht Ausdruck einer veränderten Haltung sind, sondern politisch erzwungene Minimalzugeständnisse.

    Kennedy hat über zwei Jahrzehnte hinweg die Sicherheit von Impfungen systematisch infrage gestellt, insbesondere durch seine Organisation *Children’s Health Defense*. Er verbreitete wiederholt widerlegte Behauptungen über angebliche Zusammenhänge zwischen Impfungen und Autismus, Allergien, Asthma, Diabetes oder SIDS. In dieser langen Geschichte findet sich bis 2026 praktisch kein Fall, in dem er die MMR‑Impfung ohne gleichzeitige Warnungen oder Zweifel unterstützt hätte.

    Die nun zitierten Sätze – „Parents should get their children vaccinated for measles… 97 % effectiveness“ – entstanden unter massivem politischen Druck durch den schwersten Masernausbruch in den USA seit Jahrzehnten. In Anhörungen und Interviews musste Kennedy sich zu einer klaren Position äußern. Die Zustimmung zur Wirksamkeit des MMR‑Impfstoffs ist daher weniger Ausdruck eines neuen Verständnisses, sondern ein rhetorisches Minimum, das ein Gesundheitsminister in einer solchen Lage kaum vermeiden kann.

    Parallel dazu bedient Kennedy weiterhin die Narrative der Anti‑Vaccine‑Szene: Auftritte vor CHD‑Aktivisten, erneute Behauptungen über „vaccine‑injured children“, die Wiederholung längst widerlegter Zusammenhänge und die Kritik an Meldesystemen für Impfnebenwirkungen. Auch die jüngste Behauptung einer angeblich neuen Studie, die eine Aufteilung der MMR‑Impfung nahelege, reiht sich ein – eine solche Studie existiert nicht.

    Kennedys Pro‑MMR‑Aussage ist daher kein Bruch mit seiner bisherigen Linie, sondern ein kommunikatives Feigenblatt in einer akuten Krise. Sein Gesamtverhalten bleibt konsistent anti‑vaccine. Die Einordnung von Janos trifft den Punkt – mit dem zusätzlichen historischen Kontext wird deutlich, dass hier kein Wandel stattgefunden hat, sondern lediglich eine taktische Anpassung an die politische Lage.

    Chronologie von Kennedys Äußerungen zur Impfung auf FactCheck.org:
    https://www.factcheck.org/2026/05/a-timeline-of-rfk-jr-s-mixed-messaging-on-the-measles-vaccine/pilot.com

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