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Neuer Essay von Nikil Mukerji zur GWUP und Wissenschaftsfreiheit

| 64 Kommentare

Im Blog des Netzwerks Wissenschaftsfreiheit ist ein ausführlicher Gastbeitrag von Nikil Mukerji erschienen.

Aus dem Abstract:

Der vorliegende Beitrag rekonstruiert den Fall der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP), die durch woke Akteure ideologisch gekapert wurde und schließlich wieder auf eine wissenschaftsorientierte Linie zurückgeführt werden konnte. Er verfolgt dabei zwei Ziele: Erstens soll er zeigen, wie eine neue Form der Pseudowissenschaft den wissenschaftlichen Skeptizismus von innen angreift, ihn entlang einer ideologischen Agenda in einen selektiven „Agenda-Skeptizismus“ transformiert und Methoden der Cancel Culture nutzt, um ideologisch genehme Forschungsfelder vor wissenschaftlicher Kritik abzuschirmen. Zweitens arbeitet der Aufsatz die Relevanz dieser Entwicklung für die Debatte um die Wissenschaftsfreiheit heraus. Er begründet, warum Organisationen wie die GWUP funktional Teil des Wissenschaftssystems sind und Eingriffe in ihre Arbeit mittelbar dieselben Schutzgüter berühren wie Eingriffe in Hochschulen. Abschließend wird argumentiert, dass der Fall der GWUP strategische Einsichten für Organisationen wie das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit bietet, mit deren Hilfe sich Wissenschaftsfreiheit gezielter und wirksamer verteidigen lässt.

Der Essay gliedert sich in folgende Abschnitte:

  1. Einleitung
  2. GWUP-Gründungsmission: Ethos der epistemischen Rationalität (EER) und liberales Erkenntnismodell
  3. Das Problem der Pseudowissenschaft
  4. Die neue Pseudowissenschaft 2.0 und der Agenda-Skeptizismus
  5. Die kulturelle Kaperung der GWUP
  6. Selbstzensur und Kontrollverlust
  7. Versuch der Kurskorrektur
  8. Die feindliche Übernahme des GWUP-Vorstands
  9. Analyse
  10. Relevanz für die Wissenschaftsfreiheit
  11. Zusammenfassung

Zum Text.

Zum Thema:

  • Artikel: Wahrheit, Skepsis und der GWUP-Konflikt – Nikil Mukerji im Gespräch mit BiasedSkeptic, GWUP-Blog am 17.04.2025

Hinweis:

Falls ihr Ideen, Anregungen oder Empfehlungen habt bzw. selbst ein Gastkapitel für den GWUP-Blog schreiben möchtet, kontaktiert uns unter: blog@gwup.org.

64 Kommentare

  1. „Fall der … (GWUP), die durch woke Akteure ideologisch gekapert wurde“

    ist das der neue Bestseller vom hochangesehenen Wissenschaftsautoren Sebastian Fitzek?

    Ihr solltet auf jeden Fall noch eine TRIGGER-Warnung vornehmen, für sensible Leser*innen ist das zu nervenaufreibend

  2. Guter Beitrag. Sehr tragisch, dass sich so viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter der GwUP von dieser Identitäts-Ideologie haben mitreißen lassen. Vielleicht realisieren sie mit etwas Abstand, dass sie den Kerngedanken der Skeptikerbewegung verraten oder etwas netter formuliert, geopfert haben. Die GWUP ist trotz der traumatischen Erfahrung jetzt besser aufgestellt und positioniert. Wir brauchen die GwUP als Teil einer unabhängigen Zivilgesellschaft.

  3. Ich fand das Essay interessant und lehrreich und sehe es auch als Mahnung. Denn die Nikil Mukerji geschilderten Abläufe zu ideologischen Kaperung einer existierenden Struktur zeigen sich auch in aktuellen Vorgängen an anderen Stellen. Ein gutes Beispiel ist die Partei „Die Linke“, welche in den vergangenen 2 Jahren an einen Zustrom an jungen Mitgliedern erlebt hat, welche die Partei nach ideologischen (intersektionalen bzw. identitätspolitischen) Vorstellungen umzuformen gedenken. Die Parteiführung reagiert nur halbherzig und versucht zu beschwichtigen.

  4. In dem Artikel »Agenda-Skeptizismus: Wie Cancel Culture Pseudowissenschaften vor Kritik schützt – und was das mit Wissenschaftsfreiheit zu tun hat« geht es um zwei Themenkomplexe: Erstens um die klassische Auseinandersetzung zwischen Natur- und Gesellschaftswissenschaften und zweitens um die Ideologie der Skeptikerbewegung im Sinne einer Grundlegung und Zielsetzung.

    Die GWUP sieht sich auf der Seite der Naturwissenschaften einschließlich Behaviorismus, wie die Auseinandersetzung um die ABA offenbart.

    Zum ersten Themenkomplex, der sich in letzter Zeit zu einem Streit zwischen den Wokies und der Kern-GWUP zugespitzt hat, habe ich das mir Wesentliche gesagt, indem ich mich auf Max Horkheimer berufen habe: »Argumente zählen, Wahrheiten nicht«. Der aktuelle Artikel bringt zu diesem Themenkomplex nichts grundsätzlich Neues. Ich sehe den Text als eine Beschreibung der Befindlichkeiten in der inzwischen ausgestandenen Auseinandersetzung. Diese hat nicht zu einem Kompromiss geführt. Es bleibt daher nichts, woraus man lernen könnte. Aber ich habe Verständnis für das Wundenlecken. Den Beteiligten wird es gut tun.

    Für viel interessanter halte ich den zweiten Themenkomplex, bei dem es um Bissfestes und logisch-sachlich Abhandelbares geht. Dazu habe ich den vorhergehenden Beitrag gemacht, den ich für diskussionswürdig halte: »Wie eine Denkfalle die Skeptikerbewegung verunsichert hat«

    https://substack.com/@uhps/note/p-208334276?utm_source=notes-share-action&r=6solcu

  5. Sehr schön aufgearbeitet, danke!

  6. @Thomas

    Wenn Sie für Ihre Behauptungen die erforderlichen Quellen liefern, schalte ich Ihren Beitrag gerne frei.

  7. Bei „skeptix“ habe ich das auch beobachtet – kritische Beiträge zu Genderideologie, Identitätspolitik etc. findet man da einfach nicht. Es ist, als ob es dort einfach nicht existiert. Es sind halt eher die bekannten Standardthemen (Esoterik, sog. Alternativmedizin, Astrologie etc.).

    Dabei schreiben die selbst: „Eine Demokratie funktioniert nur, wenn alle ihre eigene Meinung haben – aber nicht ihre eigene Realität.“
    Also alle Meinungen, außer die, die nicht bei skeptix genehm sind.

    Dafür wird aber ordentlich die gegenderte Form verwendet, virtue signalling at best.

  8. Die Diskussion hier war mir Anlass, noch einmal über den Begriff der Parawissenschaft nachzudenken.

    https://substack.com/@uhps/note/p-209516081?utm_source=notes-share-action&r=6solcu

  9. @Julius Senegal

    Wenn Aktivismus nahezu unwidersprochen schalten und walten kann, dann ist es kein skeptischer Verein, sondern ein politischer.

  10. @Lisa:

    Erstaunliche Realitätswahrnehmung, die GWUP aktuell als „besser aufgestellt und positioniert“ zu sehen.

    Offenkundig ist der Verein inhaltlich, thematisch und finanziell am Ende, zielsicher von Herrn Mukerji mit seinen verquasten Strategien (Influencer, Krawallthemen etc.) dort hingeführt.

    Ob das nicht vielleicht der Grund für die Spaltung der GWUP war – und nicht der Stuss, den Herr Mukerji seit zwei Jahren im permanenten Selbstrechtfertigungsmodus raushaut?

    @Julius Senegal:

    “ Es sind halt eher die bekannten Standardthemen (Esoterik, sog. Alternativmedizin, Astrologie etc.).“

    Vielleicht weil das klassischer Skeptizismus ist, der wichtiger ist denn je, anstatt jede gesellschaftliche/politische Sau durchs Dorf zu treiben, mit der man glaubt, noch ein paar Empörte als Mitglieder abschöpfen zu können?

  11. Lieber @julius

    Bei Skeptix wurde mir intern nie das Wort verboten, egal, bei welchem Thema. Und ich gehe mit vielen auseinander, politisch sowieso, aber auch was Einschätzungen zu skeptischen Themen angeht.

    Bei GWUP wurde ich, ohne die Möglichkeit der Gegenrede, aus dem interenen Forum geblockt, nachdem ich darauf hingewiesen hatte, was Imp öffentlich zum Thema Holocaustleugnung gesagt hat. Und meine Faktenaussage, nachprüfbar im Netz zu finden, wurde dann auch noch als „Meinung“ gekennzeichnet. So als wäre „1+1=2“ eben eine Meinung.

    Niemand mag das mehr hören, dass es so war. Es ändert aber nichts daran, dass es stimmt. Wahrheit wird nicht weniger wahr, weil man sie verschweigt.

  12. Ein guter Beitrag, der das selbst Erlebte noch mal schön zusammenfasst, ergänzt und analysiert. Und das Spannende: Beim Lesen wurde mir klar, dass genau das Gleiche auch mit der CDU passiert ist. Auch die CDU wurde von den woken Günthers und Wüsts unterwandert. Leider hat man hier die Abwehrschlacht noch nicht gewonnen.

    @ Heribert Lemberger:
    Ihren Verschwörungsmythos nehme ich amüsiert zur Kenntnis. Als Kassenprüfer der GWUP würde mich aber doch sehr Ihr Insiderwissen zum offenkundigen finanziellen Ende der GWUP sehr interessieren.

  13. Mein Versuch, die Diskussion auf einen sachlichen Kern zu konzentrieren, ist offensichtlich gescheitert. Leider obsiegt die Kriegsrhetorik: Unterwanderung, Verschwörungstheorien, Abwehrschlacht, Kaperung.

    Was soll denn dabei herauskommen? Diese Schlachten sind doch bereits geschlagen und haben zur Abspaltung der Skeptix geführt, was eine Weiterentwicklung der GWUP aus meiner Sicht nicht gefördert hat. Die GWUP hätte die inneren Konflikten befrieden und daraus lernen können. Ein ähnlicher Konflikt mit dem IGPP war ein ebensolcher Krampf. Auch daraus hätte man eine Menge lernen können, ohne die Ansichten des Walter von Lucadou übernehmen zu müssen.

    Mark Benecke zeigt, dass das grundsätzlich möglich gewesen wäre (skeptiker 3/2017, S. 147 – 153). Ich finde es höchst bedauerlich, dass Leute wie Marc Benecke die GWUP verlassen haben.

    https://home.benecke.com/publications/mark-benecke-trifft-eberhard-bauer-in-freiburg-igpppicture

  14. Lieber Timm,

    ich finde deinen ansatz gut, und versuche deswegen hier und jetzt (!) nicht in „Kriegsrhetorik“ zu gehen. Ich merke allerdings, und das wird in der GWUP oft falsch eingeschätzt, dass Skeptix nicht (nur) eine Abspaltung ist. Viele Leute in Skeptix wissen entweder gar nicht um die GWUP, oder hatten sich schon länger gegen eine Mitgliedschaft in der GWUP ausgesprochen.

    Deswegen ist auch mein klarer Eindruck, dass die GWUP für Skeptix nicht so wichtig ist wie Skeptix für die GWUP – weil es eben schlicht viele gibt, die keinerlei Berührungspunkte zur GWUP haben.

    Ich bin gespannt, wohin das langfristig führen wird. Ich möchte das ber dann jetzt hier nicht ausführen, weil es wieder zu Knfliktkommunikation führen würde.

  15. @Timm Grams

    Diese Schlachten sind doch bereits geschlagen und haben zur Abspaltung der Skeptix geführt, was eine Weiterentwicklung der GWUP aus meiner Sicht nicht gefördert hat.

    Wenn die Schlachten alle geschlagen sein sollen, dann wundere ich mich doch, warum eine Reihe von Skeptix-Mitgliedern bzw. Unterstützer von Skeptix sich regelmäßig an der GWUP und ihren Mitgliedern in den sozialen Medien abarbeiten anstatt ihren eigene Weg zu gehen.Die abrechnung erfolgt auf eine sehr gehässige und missgünstige Art und Weise. Auf gut deutsch gesagt: Diesen Leuten geht es gewaltig auf den Keks, dass die GWUP nicht untergegangen ist, wie sie 2024 des öfteren prophezeit haben, sondern im Gegenteil sogar besser als vorher da steht.

    Die GWUP hätte die inneren Konflikten befrieden und daraus lernen können.

    Nikil Mukerji u.a. haben mehrfach (!) dargelegt, woran die friedliche Einigung innerhalb der GWUP gescheitert ist. Der neue Vorstand um André Sebastiani hat daraufhin reagiert und neue Regeln erstellt. Frieden um des lieben Friedes willen ist ein Konzept, welches nur scheitern kann. Die Ukraine kann ein SEHR lautes Lied davon singne.

  16. @Heribert Lemberger

    Die GWUP betreibt klassischen Skeptizismus. Sie schließt nämlich KEIN Thema aus, nur weil es gesellschaftlich oder politisch opportun erscheint, sondern unterwirft allem einem sketischen Blick. Skeptix hingegen betreibt partikulären Skeptizismus, weil Themen ausgeklammert werden.

  17. @RPGNo1

    Weisst du, Menschen, die aus dem Dunkeln der Anonymität heraus versuchen, einen Konflikt am Laufen zu halten, sind mir immer suspekt. Hat was von einem Russen-Bot. Insbesondere auch mit der repetitiven Sprache, die immer und immer wieder diesselben Phrasen nutzt.

    Wieso ist es dir so wichtig, immer wieder den Konflikt zu forcieren?
    Und wieso tust du das aus der Anonymität heraus?

  18. Danke Sebastian, der Zuspruch tut gut.

  19. Wenn die Schlachten alle geschlagen sein sollen, dann wundere ich mich doch, warum eine Reihe von Skeptix-Mitgliedern bzw. Unterstützer von Skeptix sich regelmäßig an der GWUP und ihren Mitgliedern in den sozialen Medien abarbeiten anstatt ihren eigene Weg zu gehen.Die abrechnung erfolgt auf eine sehr gehässige und missgünstige Art und Weise.

    Ich wüßte gerne, wo das geschieht. Soweit ich es als bisher stille Leserin mitbekommen habe, holt Mukerji laufend seinen Teddy raus und will allen zeigen, wo die bösen Wokies ihm wehgetan haben. Aber anscheinend interessiert es außer Mukerji und den seinen niemanden, was Mukerji wohl immer mehr verärgert. Kann man machen nix, wenn das gekränkte Schneeflöckchen mit dem Aufmerksamkeitsentzug nicht klarkommt.

    [Schulterzuckendes Meme einfügen]

  20. Liebe Lousia,

    wen meinst du mit deinem ersten Absatz? Mein Vorschlag wäre, dass wir alle stärker beim Namen nennen, und nicht im Ungefähren verbleiben. Ich habe das mitunter selbst nicht gut gemacht; das war falsch. Mich würde also interessieren, wen du da meinst, und was die Person wann über wen gesagt hat?

    Solltest du mich meinen, dann ist es so, dass ich mich meinem Selbstverständnis nach als GWUPler über die GWUP äußer. Ich bin nicht zufrieden, mit dem Kurs den Andre fährt, Nikil hat für mich schon lange etwas verschwörungstheoretisches, was sich mit deiner Teddy-Analogie trifft. Ich möchte, dass die GWUP sich wieder den Themen zuwendet, die ich mit Skeptizismus verbinde, und deswegen sage ich das immer und immer wieder, auch in Ermangelung der Möglichkeit das intern tun zu dürfen.

    Aber vermutlich geht es gar nicht um mich. Oder? Aber um wen dann?

    Freue mich auf dein Feedback

  21. @Louisa

    Oh, gerade erst gesehen, dass der erste Absatz ein Zitat war :D
    Damit richtet sich meine Frage an Mr. Anonymous-Mut ;)

  22. @Laura:

    „Sehr schön aufgearbeitet, danke!“

    ???

    Herr Mukerji verletzt durchgehend die Normen, die er selbst aufstellt.

    Sein Aufsatz postuliert das “Ethos der epistemischen Rationalität” (Trennung von Person und Idee, wohlwollende Interpretation, Dogmenverbot etc.) als Maßstab – wendet ihn aber auf die Gegenseite kaum an.

    Unablässig werden Gegner als “Putschisten”, “Cancel-Mob”, “woke Minderheit” etc. bezeichnet; die eigene Seite erscheint durchweg rational und aufrichtig, die andere fast durchweg unredlich. Das ist genau das moralisierende Freund-Feind-Schema, das der Text der Gegenseite vorwirft.

    Der Zentralbegriff “woke”/“Agenda-Skeptizismus” bleibt unscharf – während für Pseudowissenschaft ein sauberes, mehrstufiges Abgrenzungskriterium entwickelt wird, wird “woke” nirgends vergleichbar präzise definiert, sondern durch Beispiele und Assoziationen aufgeladen.

    Interessant:

    Eine unabhängige Quelle (Ruhrbarone) beschreibt Hümmler explizit als “irgendwo im konservativ-liberal-libertären Bereich” und nicht als woke – was der zentralen Prämisse des Textes widerspricht, die Vorstandsübernahme sei ideologisch “woke” gewesen.

    Einseitige Quellenbasis:

    Fast alle zur eigentlichen Streitfrage zitierten Sekundärquellen stammen aus dem eigenen Lager (Sebastiani, Edmüller, eigene frühere Texte). Stimmen der Gegenseite – etwa zur ABA-Kritik oder zur Vollbrecht-Kontroverse – werden nicht in ihrer eigenen Begründung dargestellt, sondern nur in der Wiedergabe des Autors.

    Hohe Selbstzitationsdichte (Mukerji 2024a, 2024b, 2025, 2026, teils “in Vorbereitung”) als Beleg für zentrale Thesen:

    Mmethodisch schwach, wenn eigene, teils unveröffentlichte Arbeiten die eigene Argumentation stützen sollen.

    Fehlende Offenlegung der eigenen Rolle als methodisches Problem:

    Der Text erwähnt beiläufig, der Autor sei “Vorsitzender des Wissenschaftsrats” gewesen, reflektiert aber nicht, was es für die Objektivität einer “Rekonstruktion” bedeutet, wenn der Rekonstruierende selbst der zentrale Konfliktakteur war.

    @Jens:

    Ein Kassenprüfer, der den Vorstandsbericht zur Mitgliederversammlung 2026 nicht kennt?

    @RPGNO1:

    „sondern im Gegenteil sogar besser als vorher da steht.“

    Wer den massiven Qualitätsverlust in diesem Blog, in der Skeptiker-Zeitschrift, bei Youtube, in Social Media etc. nicht zur Kenntnis nimmt, ist wohl mit einem ganz besonderen Talent zur Realitätsverweigerung gesegnet.

  23. „Eine unabhängige Quelle (Ruhrbarone) beschreibt Hümmler explizit als “irgendwo im konservativ-liberal-libertären Bereich” und nicht als woke – was der zentralen Prämisse des Textes widerspricht, die Vorstandsübernahme sei ideologisch “woke” gewesen.“

    So einfach ist es natürlich nicht. Ich hatte das damals an anderer Stelle schon angemerkt: Es glaubt sicherlich niemand, dass Holm Hümmler „woke“ ist. Im Zuge der ganzen Streitereien hat sich ein Zweckbündnis gebildet, zu dem neben den postmodern-identitätspolitisch geprägten Akteuren eben auch Hümmler gehörte.

    Was seine Motivation dafür war, darüber kann man nur spekulieren. Einen Grund nennt Mukerji schon in seinem Text: Man wollte die jüngeren Neumitglieder nicht vergraulen. (Als jemand, der im Journalismus tätig ist, kann ich bestätigen: Das ist auch einer der Gründe, weshalb das alles in den Medien eine so übertrieben große Rolle spielt. Viele glauben, dass „die jungen Leute eben so ticken“, daher müsse man die ganze Melange aus Sprachmagie, Triggerwarnungen und Neopronomen übernehmen, sonst könne man die junge Generation nicht ansprechen.)

    Außerdem spielt bestimmt auch eine Rolle, dass er alles an Themen ausschließen will, was irgendwie „anrüchig“ erscheinen und einen Shitstorm provozieren könnte. Seine „offizielle“ Erklärung – man solle sich auf „klassische Skeptiker-Themen“ wie Homöopathie und UFO-Sichtungen konzentrieren und alles politische ausklammern – kann schon mal nicht der Grund gewesen sein, denn auch bei „Skeptix“ werden politische Themen wie die MAGA-Bewegung oder Incels behandelt.

    Steht die GWUP nach der Spaltung jetzt besser da als vorher? Als interessierter Außenstehender würde ich sagen: ein klares jein. Ich finde es gut, dass die GWUP jetzt auch Themen wie die „Critical Studies“ und die Geschlechter-Debatte in Angriff nimmt und halte das auch für relevanter, als zum x-ten Mal eher randständigen Unsinn wie die flache Erde zu „debunken“. Die oft vorgebrachte Behauptung, der Verein sei jetzt zu einer „anti-woken Politorganisation“ mutiert, ist furchtbar übertrieben.

    Auf der anderen Seite gab es aber tatsächlich vereinzelt Texte und Vorträge, die durchaus in eine politische Richtung gingen und auch dem skeptischen Anspruch nicht gerecht wurden. Nur vereinzelt, aber es gab sie. Und auch das Blog macht keinen besonders guten Eindruck. Hier wird anscheinend einfach alles rausgehauen, was GWUP-Mitglieder so machen, egal ob es einen Bezug zur Vereinsarbeit hat oder nicht, und das wirkt eben sehr beliebig. Wüsste ich nichts über die GWUP und würde hier zufällig reinschauen, wäre ich ziemlich verwirrt, wofür der Verein eigentlich steht. Da ist durchaus Luft nach oben.

  24. Danke, malte, für die konstruktive Kritik.

  25. @malte

    Erst einmal danke für deine Einordnung.
    Mich würde ehrlich interessieren, für welches Medium du arbeitest, weil ich dieses „jungen Menschen“-Folgen eher aus linken Medienhäusern kenne. Aber ich kann auch verstehen, solltest du das nicht kund tun wollen, weil, naja, es ist immerhin der Brotfinanzierer ;)

    Ich überspringe deine Holm-Analyse, und lasse sie unkommentiert, weil ich sie a) anders sehe, mich aber b) diesmal nicht in einer debatte über die vergangenheit vertendeln will :)

    Was mich mehr interessieren würde, und vielleicht magst du darauf eingehen:

    – 1. welche skeptischen Themen sind die besonders wichtig derzeit? Für mich sind es im Politischen der Antisemitismus, Verschwörungsdenken und dabei die wiederkehrende Klimawandelleugnung, ansonsten bin ich schon länger bei UAPs (weil da in den letzten Jahren halt echt viel kam) und immer wieder der Parapsychologie (wobei ich glaube, das ist so`n persönlicher Kink). Du, als „interessierter Außenstehender“, welche Parathemen erscheinen dir derzeit besonders relevant?

    – 2. wie sollte es deines Erachtens mit Skeptix und der GWUP weitergehen? Das interessiert mich sehr, weil ich, bspw. bei Timm hier, sehe, aber auch sonst hier und da Mails bekomme, dass Menschen des Kampfes Skeptiker gegen Skeptiker müde sind. Ich persönlich habe dazu den ein oder anderen Gedanken, aber mich würde die Einschätzung von jd interessieren, der nicht die gesamten internen Schlachtfelder miterlebt hat :) (ich gehe einfach mal davon aus, dass du mit „interessierter Außenstehender“ ehrlich bist ;) )

  26. qte des Kampfes Skeptiker gegen Skeptiker müde unqte sind gewiss viele, auch ich, wobei ich den dafür evtl relevanten Medien gar nicht folge, nur Twitter, diesem und dem Skeptix-Blog und ein paar Videos, in denen sich die Neue GWUP seit Jahren in ihrem Trennungsschmerz wälzt (meine Wahrnehmung). Ich hatte die Skeptix-Policy so verstanden, dass sie sich öffentlich, anders als die Neue GWUP, zum jeweils anderen Verein nicht äußern: Jeder macht sein Ding und gut. Ernste Frage: Ist das denn so? Oder nur bei mir hinter dem Mond und anderswo fliegen die Fetzen mit gleichen Mitteln?

  27. Und wo ich schon mal hier bin, wenn wohl auch ein oder zwei Tage zu spät, unverzeihlich, wo Threads immer so schnell zerfasern.

    Egal. Frage: Ist es denn nicht sehr enttäuschend, wie die (wenn auch eher wenigen) Proponenten der Neuen GWUP an ihrem Narrativ über die Trennung festhalten und inzwischen sogar wirklich selbst daran zu glauben scheinen?

    Obwohl sie den Brief vom 17. März vorliegen haben, bei den beiden entscheidenden MVen dabei waren und die 4000+ Mails auf der damaligen Mitglieder-Mailingliste kennen? All dies liegt vor und entspricht nicht dem oft und auch hier in diesem Thread Behaupteten.

    In meiner Wahrnehmung (ja, die limitiert sein kann) ist die GWUP damals tatsächlich gekapert worden, aber nicht von den vielfach langjährigen und aktiven Mitgliedern um Holm Hümmler, sondern von den damals neuen Akteuren um Nikil Mukerji und den von ihm eingeworbenen Youtubern. Ist verkürzt, ich weiß, aber deshalb nicht gleich falsch. Seitdem geht es in der Neuen GWUP kaum noch um Alternativmedizin, Esoterik etc., nicht mal um Antroposophie und Waldorf, lieber André.

    Ach und dann dieser Unsinn mit dem „partikularen“ Skeptizismus. Leute, ist ein Sportverein denn plötzlich kein echter Sportverein mehr, bloß weil er nur Fußball, Handball und Tischtennis anbietet? Was ein Quatsch.

    Auch die Alte GWUP hat doch Themen nach Debatte oder in stillem Konsens unter dem Vereinslogo(!) ausgeklammert, ohne dass dafür Unterdrückung oder Cancel Culture notwendig waren, was ja den Skeptix vorgeworfen wird: Politisches (Ausnahme INH) und Religionskritik z.B. Jede/r konnte sich trotzdem engagieren, wofür er/sie wollte, privat oder in anderen Vereinen. So halten es in meiner Wahrnehmung auch die Skeptix, und so hat es z.B. auch der ehemalige Große Vorsitzende in Sachen Kernkraft gehalten, im übrigen unter Missachtung des Problems der Zurechenbarkeit, solange er Amtsträger war. Aber hey, was weiß ich schon.

    Der Anspruch, *jedes* Thema unter dem Vereinsdach(!) sagenwirmal zu ermutigen, fördert doch eher Wahllosigkeit und Verzettelung und verkleinert damit auf Dauer Reichweite und Relevanz, die zu steigern Nikil damals ja angetreten war. Nicht jede noch so begründete Kritik an irgendwas ist deshalb schon „wissenschaftlicher Skeptizismus“. Und wo ich schon dabei bin: „Klassischen“ Skeptizismus nehme ich bei der Neuen GWUP kaum noch wahr, jedenfalls nicht auf Twitter und im GWUP-Blog, sondern vor allem (gewiss nicht nur, aber viel) Kulturkampf, Politik, die monatliche Zählung de Geschlechter und, s.o., die Perpetuierung des Geburtstraumas der Neuen GWUP.

    Sie mache ihr Ding, das ist vollkommen ok, aber sie möge aufhören, die Schuld für ihre Misere (finanziell, Mitgliederzahl, Mangel an Aktiven) bei irgendwelchen „woken Putschisten“ von vor x Jahren zu verorten.

    Und aus Fairness: Belegt doch bitte
    die in diesem Thread weiter obige Aussage dass „Skeptix-Mitglieder oder -Unterstützer“ sich auf „sehr gehässige und missgünstige Art und Weise“ „an der GWUP … in den sozialen Medien abarbeiten“, am besten mit ein paar Screenshots statt Links, da ich Facebook & Co seit langem meide und daher natürlich ein eingeschränktes Sichtfeld habe. Vielleicht stimmt es ja und mein Eindruck, dass es eher umgekehrt ist, stimmt einfach nicht.

    Ah, Images gehen hier ja nicht. Wörtliche Zitate mit Beleglink wären genauso ok.

    Danke für Eure Zeit.

  28. Warum gelingt es mir nicht, die Position Nikil Mukerjis herauszufinden? Möglicherweise liegt es daran, dass der Artikel sich durch eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber den zitierten und übernommenen Ideen auszeichnet. Jedenfalls bin ich verwirrt. Ich greife nur einen Punkt heraus.

    »Mahners Indikatoren können […] helfen, Pseudowissenschaften zu erkennen […] Während meine Antwort auf das Abgrenzungsproblem dieses ontologisch deutet und die Natur bzw. Essenz oder dem Wesenskern der Pseudowissenschaft benennen will […] Pseudowissenschaften sind Erkenntnisunternehmungen, bei denen uns Bullshit als Wissenschaft verkauft wird«

    Wenn ich jemanden benennen sollte, der die ontologische Deutung des Abgrenzungsproblems vehement vertreten hat, dann ist das Martin Mahner. Das »Bullshit-Kriterium« für eine Verbesserung zu halten, ist abenteuerlich. »Bullshit« ist ein Vokabel der Geringschätzung. Sie mit einem tieferen Sinn ausstatten zu wollen, ist für mich eben das: Bullshit.

  29. Hallo Sebastian,

    zu 1.: Am relevantesten finde ich Themen, die gesellschaftliche Auswirkungen haben und nicht hauptsächlich in Internet-Nischen stattfinden. Teilweise sind das die gleichen, die du genannt hast: Verschwörungstheorien und Leugnung des Klimawandels. Bei mir kommt noch das hinzu, was man als akademische, postmoderne Wissenschaftsrelativierung bezeichnen könnte. Das ist ein Thema, das mich seit meinem Studium schon begleitet und das durch die Debatten der letzten Jahre noch einmal an Fahrt aufgenommen hat.

    zu 2.: Ich finde es nicht besonders produktiv, so einen Konflikt ewig am Laufen zu halten. Mich hat so etwas bei linken Splittergruppen an der Uni genervt, es hat bei gbs und HVD genervt und ist hier nicht anders. Ich verstehe, dass die GWUP die ganze Geschichte aufarbeitet, um daraus zu lernen. Aber irgendwann sollte es auch mal gut sein. Das was Mukerji in dem aktuellen Text schreibt, hat er schon wiederholt in anderen Texten und YouTube-Videos geäußert, das muss man nicht immer wieder aufwärmen*. Und auch auf hämische Kommentare, wie sehr die GWUP sich angeblich „zerlegt“ hätte und heruntergekommen sei, kann ich verzichten.

    *Ich weiß allerdings nicht, wie es zu dem aktuellen Text hier kam. Vielleicht wurde Mukerji auch einfach vom Netzwerk Wissenschaftsfreiheit darum gebeten und hat es deswegen nochmal aufgerollt.

  30. Werte Herren!

    Ich möchte zur Wahrung der von uns allen geschätzten Diskussionskultur dringend darum bitten, bei der Erstellung von Sockenpuppen etwas mehr Sorgfalt walten zu lassen.

    * Variieren Sie im Sprachduktus! Die deutsche Sprache ist vielfältig und variantenreich. Nutzen Sie sie!

    * Stimmen Sie mit dem Autoren nicht zu sehr in der Meinung überein. Lassen Sie Raum für Pseudokritik.

    * Die Idee, weibliche Vornamen in einer Internetdiskussion zu nutzen, ist nicht schlecht. Frauen werden im Vergleich zu Männern in Internetdiskussionen rationaler, weniger aggressiv und polemisch wahrgenommen im Vergleich zu Männern, was wiederum die Glaubwürdigkeit erhöht.

    * Noch Glaubwürdiger wäre die Persona, wenn diese fnoch einen Nachnamen erhielte. Dieser sollte nicht zu einfach – „Müller“ ist beispielsweise doch etwas ausgelutscht – aber auch nicht zu exotisch sein. Auch auf Alliterationen sollte verzichtet werden. Sie wirken albern.

    * Apropos alberne Aliterationen: Bei der Wahl des Vornamens sollte man hin und wieder wechselnde Anfangsbuchstaben verwenden. Gönnen Sie sich mehr Kreativität als Ihnen es „Lisa“, „Laura“ und „Louisa“ erlauben!

    * Ein Detail, das fast so viel über Sie sagt, wie die ständig gleiche IP-Adresse, ist die Alterskohorte, auf die Sie für die Namenswahl zurückgreifen. Entnehmen Sie die Namen nicht nur aus dem Freundebuch ihrer Grundschulzeit in den 90ern! Eine Irmgard oder Bärbel kann mit ihrer Lebenserfahrung genauso eine Diskussion bereichern, wie eine Nastasia oder Hannah im ersten Semester. Variieren Sie! Selbstverständlich dürfen Sie auch die Realität von jungen, migrantischen Akademikerinnen in Deutschland für sich nutzen.

    Mit diesen wertvollen Tipps wünsche ich den Herrschaften weiterhin eine faire und sachliche Diskussion!

    Herzlichst,
    Peter Müller

  31. Zu dem Essay von Nikil Mukerji habe ich einige grundsätzliche Anmerkungen.

    Zunächst fällt auf, dass sich Skeptix Deutschland beziehungsweise die dort Verantwortlichen seit der Trennung von der GWUP meines Wissens kaum oder gar nicht öffentlich abfällig über die GWUP geäußert haben. Anders nehme ich die Äußerungen von Nikil Mukerji wahr: Er scheint kaum eine Gelegenheit auszulassen, gegen einzelne Protagonisten und damals in der GWUP aktive Personen zu polemisieren. Dies wirft die Frage auf, ob es hier tatsächlich um eine sachliche wissenschaftliche Debatte oder vielmehr um die Fortführung eines persönlichen Konflikts geht.

    Mein Eindruck ist, dass der Essay weniger eine nüchterne wissenschaftliche Auseinandersetzung darstellt, sondern vielmehr die Aufarbeitung persönlicher Befindlichkeiten. Gerade deshalb stellt sich die Frage, welchem Zweck ein solcher Beitrag überhaupt dient.

    Auffällig ist zudem die Vielzahl wertender und teilweise herabwürdigender Zuschreibungen. Eine solche Sprache entspricht aus meiner Sicht nicht dem Stil einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung. Begriffe wie „Kaperung“ und weitere stark wertende Formulierungen wirken eher wie Elemente einer politischen Kampfschrift als wie eine sachliche Analyse.

    Darüber hinaus werden an mehreren Stellen Behauptungen aufgestellt, ohne dass dafür nachvollziehbare Belege angeführt werden. Dazu gehören beispielsweise Aussagen über einen angeblichen Zuwachs aus bestimmten Communities oder die Behauptung, neue Mitglieder hätten bestimmte „woke Diskursnormen“ verinnerlicht. Es stellt sich die Frage, worauf solche Einschätzungen beruhen. Wurden Gespräche mit den betreffenden Mitgliedern geführt? Wurde dies systematisch untersucht? Gibt es dafür belastbare Daten?

    Ohne entsprechende Nachweise bleiben solche Aussagen unbelegte Zuschreibungen über die Motive und Überzeugungen einer größeren Gruppe von Menschen. Gerade ein wissenschaftlicher Anspruch erfordert jedoch, zwischen überprüfbaren Tatsachen und bloßen Vermutungen zu unterscheiden.

    Befremdlich finde ich außerdem, dass Nikil Mukerji den Beitrag unter ausdrücklicher Nennung der GWUP veröffentlicht und damit den Eindruck erweckt, aus der Perspektive der Organisation zu sprechen. Der Beitrag erscheint nicht erkennbar als rein persönliche Meinungsäußerung. Damit stellt sich zwangsläufig die Frage, ob die dort vertretenen Positionen die Auffassung der GWUP widerspiegeln. Wer sich in dieser Form mit einer Organisation im Hintergrund äußert, muss damit rechnen, dass seine Aussagen dieser Organisation zugerechnet werden.

    Besonders fragwürdig erscheint mir in diesem Zusammenhang die implizierte Forderung, bei Neumitgliedern müsse überprüft werden, ob sie überhaupt wüssten, wofür die GWUP steht. Eine solche Überlegung wirft grundlegende Fragen auf: Soll tatsächlich eine Überprüfung der „richtigen“ Haltung neuer Mitglieder stattfinden? Nach welchen Kriterien sollte dies erfolgen? Eine wissenschaftliche Organisation lebt vom offenen Diskurs und der Auseinandersetzung mit Argumenten – nicht von einer Gesinnungsprüfung ihrer Mitglieder.

    Ein weiterer Punkt, der für mich nicht nachvollziehbar ist, betrifft die Kritik an sogenannten Kampfkandidaturen beziehungsweise an kurzfristig auftretenden Kandidaturen. Gerade dies gehört zu den grundlegenden Merkmalen einer demokratischen Vereinsstruktur. Mitglieder müssen die Möglichkeit haben, für Ämter zu kandidieren und alternative Personen oder Positionen zur Wahl zu stellen. Eine Vereinsdemokratie lebt von diesem offenen Wettbewerb um Funktionen und Inhalte. Alles andere würde letztlich bedeuten, dass nur vorab gewünschte Kandidaturen zugelassen werden – ein Verständnis, das mit demokratischen Prinzipien nur schwer vereinbar ist.

    Ebenso befremdlich finde ich die Aussage, Neumitglieder könnten sich durch bestimmte Vorgehensweisen des Vorstands abgestoßen fühlen. Eine solche Argumentation wirft die Frage auf, welches Verständnis von Mitgliedschaft dahintersteht. Soll tatsächlich der Eindruck entstehen, dass bestimmte potenzielle Mitglieder gar nicht erst gewonnen werden sollen? Eine wissenschaftliche Organisation sollte offen für neue Mitglieder, unterschiedliche Perspektiven und sachliche Diskussionen sein.

    Auch der wiederholte Bezug auf die sogenannten „Woken“ bleibt problematisch. Mukerji bleibt eine klare Definition schuldig, was er unter diesem Begriff eigentlich versteht. Eine seriöse wissenschaftliche Auseinandersetzung müsste zunächst eine Begriffsklärung vornehmen.

    Ein weiterer roter Faden des Essays ist die wiederholte Bezeichnung von Personen, die andere Positionen vertreten als Mukerji und ihm nahestehende Personen, als „woke“. Diese Zuschreibung erfolgt jedoch ohne eine nachvollziehbare Definition oder eine klare Abgrenzung, was damit eigentlich gemeint ist. Es entsteht dadurch der Eindruck, dass ein politisches Schlagwort verwendet wird, um Andersdenkende zu kategorisieren und abzuwerten. Eine solche Vorgehensweise ersetzt keine sachliche Analyse, sondern ist letztlich ein Mittel der Polemik.

    Als langjähriges Mitglied der GWUP habe ich über viele Jahre regelmäßig die Zeitschrift „Skeptiker“ gelesen und auch die Veröffentlichungen im damaligen Blog verfolgt. Diese Formate habe ich stets als qualitativ anspruchsvoll, fachlich fundiert und dem wissenschaftlichen Anspruch der GWUP entsprechend wahrgenommen.

    Vor diesem Hintergrund irritiert mich der Essay von Nikil Mukerji erheblich, da sich mir die Frage stellt, welchen Zweck er überhaupt erfüllen soll, außer möglicherweise der eigenen Psychohygiene und der Aufarbeitung persönlicher Befindlichkeiten.

    Genau das halte ich jedoch nicht für eine Hauptaufgabe einer hauptamtlich bei der GWUP beschäftigten Person, für deren Tätigkeit ein erheblicher Teil der Mitgliedsbeiträge aufgewendet wird. Es sollte daher endlich damit aufgehört werden, innerhalb der Organisation permanent persönliche Befindlichkeiten zu bearbeiten und stattdessen Spiegel- und Scheingefechte mit letztlich undefinierten „Woken“ zu führen. Das wird dem Anspruch einer der Wissenschaft verpflichteten Organisation wie der GWUP nicht gerecht.

    Wesentlich wichtiger als derartige Auseinandersetzungen erscheinen mir die Fragen nach der eigentlichen Arbeit der GWUP: nach der Erscheinungshäufigkeit und Qualität des „Skeptiker“, der Qualität des Blogs sowie nach den weiteren Aktivitäten der Organisation.

    Gerade hier habe ich zunehmend den Eindruck, dass vieles ins Stocken geraten ist. Im skeptischen Netzwerk entsteht für mich der Eindruck, dass nur noch wenig passiert und die öffentliche Präsenz deutlich nachgelassen hat. Auch angekündigte zusätzliche Online-Angebote für „Skeptiker“-Abonnenten und Mitglieder stehen meines Wissens bis heute nicht zur Verfügung. Ebenso habe ich bislang kein Protokoll der Mitgliederversammlung gefunden.

    Vor diesem Hintergrund stellt sich für mich auch die Frage, wie das neue Format von Nikil Mukerji einzuordnen ist. Handelt es sich dabei um ein rein persönliches Projekt oder ist es Teil des öffentlichen Auftritts der GWUP? Welche Zielsetzung verfolgt dieses Format eigentlich? Diese Fragen erscheinen mir wesentlich relevanter als die wiederholte Auseinandersetzung mit innerverbandlichen Konflikten und nicht näher definierten Gegnerbildern.

    In dieser Form habe ich Vergleichbares in den vergangenen 26 Jahren nicht erlebt – nicht einmal in der damaligen Auseinandersetzung mit Edgar Wunder.

  32. Haaahahaha @Peter Müller das ist doch nie im Leben dein echter Name! XD

  33. Ich finde es bemerkenswert, wie sehr die Leute, die der „alten“ GWUP nachtrauern und die „neue“ GWUP nicht mögen, auf persönliche Angriffe, ad hominems und Geraune zurückgreifen müssen, um ihre Haltung zu vertreten. Ich zitiere:
    – Unsinn
    – Talent zur Realitätsverweigerung
    – Stuss
    – Mr. Anonymous-Mut
    Also das genaue Gegenteil der Kommunikation, die Nikil Mukerji in seinem Essay anwendet.

    Die einzige Kritik mit Hand und Fuß, die ich gut ausformuliert wurde, selbst wenn ich nicht allen Aussagen zustimmen würde, kam vom Kommentator @malte. Ein ehrliches Danke dafür.

    Der Rest der sog. Kritik ist großes Mimimi ohne Inhalt. Gut, um das eigene verletzte Ego zu streicheln. Wer meint so etwas nötig zu habe, meinetwegen. Ich trinke gleich ein alkoholfreies Bier darauf. ;)

  34. Lieber RPGNo1,
    das Wort „Unsinn“ kann abwertend gemeint sein, da hast Du recht, oder eben ganz sachlich etwas Unsinniges bezeichnen, wie vor Deiner Kritik oben den „Unsinn wie die flache Erde“ (Malte) oder den Unsinn des Begriffs „Partikularskeptizismus“, was ich ja begründet habe. Kontext ist wichtig.

    Auch die ausführliche, z.T. in der Tat mildironische Kritik an Nikils Text und dem Verhalten der GWUP als „großes Mimimi ohne Inhalt“ abzutun – gleich hier am Ort des Geschehens, wo sich jede und jeder ohne Rumsuchen vom Gegenteil überzeugen kann – ist, sorry, eher dreist.

    Meine freundliche Frage, Deine Qualifizierung der öffentliche Äußerungen von Skeptixern durch einige Beispiele zu belegen, konterst Du mit Unterstellungen und Pampigkeit. Sehr souverän.

    Ernstgemeint: Bist Du im Zivilberuf vielleicht Politiker oder Bundesliga-Sportdirektor oder so? Ein Mensch, der schlicht verlernt hat, Fragen inhaltlich zu beantworten?

  35. @Brigitte Friedrich:
    Nikil Mukerjis Schilderung entspricht dem, was auch ich erlebt habe.

    ‚Belegt doch bitte die in diesem Thread weiter obige Aussage dass „Skeptix-Mitglieder oder -Unterstützer“ sich auf „sehr gehässige und missgünstige Art und Weise“ „an der GWUP … in den sozialen Medien abarbeiten“, am besten mit ein paar Screenshots statt Links, da ich Facebook & Co seit langem meide und daher natürlich ein eingeschränktes Sichtfeld habe.‘

    Siehe hier bei Florian Aigner:
    https://www.scientifictemper.org/de/science/hochmuetige-naturwissenschaft#fn13
    Florian Aigner war eine handelnde Figur bei der entscheidenden Wahl. Ich war anwesend. Skeptix als Organisation verhält sich strategisch intelligent und verzichtet darauf, sich inhaltlich zu positionieren. Es bleibt der Weg, inhaltliche Unterschiede durch die Analyse von Texten von Personen die Skeptix nahestehen zu analysieren.

    Es ist daher auch ein Artikel über Holm Hümmlers Positionierung in Sachfragen in Vorbereitung.

  36. @Heribert Lemberger: ‚Eine unabhängige Quelle (Ruhrbarone) beschreibt Hümmler explizit als “irgendwo im konservativ-liberal-libertären Bereich” und nicht als woke – was der zentralen Prämisse des Textes widerspricht, die Vorstandsübernahme sei ideologisch “woke” gewesen.‘

    @Malte: ‚So einfach ist es natürlich nicht. Ich hatte das damals an anderer Stelle schon angemerkt: Es glaubt sicherlich niemand, dass Holm Hümmler „woke“ ist. Im Zuge der ganzen Streitereien hat sich ein Zweckbündnis gebildet, zu dem neben den postmodern-identitätspolitisch geprägten Akteuren eben auch Hümmler gehörte.‘

    Was Holm Hümmler tatsächlich im Innersten glaubt, lässt sich nicht ermitteln. Es ist jedoch möglich, seine öffentlichen Äußerungen zu betrachten. Dazu ist bei Scientific Temper etwas in Vorbereitung. Spoiler: Hümmler vertritt Positionen, die üblicherweise in „woken“ Kreisen zu finden sind. Das wird gründlich belegt.

  37. @Feodor
    Dass Hümmler CDU-Mitglied war, ist doch unbestritten. Ich hatte in der Zeit vor dem GWUP-Konflikt häufiger Kommentare von ihm in meinem Facebook-Feed, und da hat er eher konservative und wirtschaftsliberale Positionen vertreten und sich auch über die „Linkswende“ der CDU beklagt.

    Ich bin mir sicher, dass man auch Aussagen von ihm finden wird, die irgendjemand als „woke“ bezeichnen könnte. Das liegt aber an der Unschärfe des Begriffs. Ich selbst zum Beispiel stehe Identitätspolitik, Poststrukturalismus und Kulturrelativismus sehr kritisch gegenüber. Gleichzeitig bin ich aber strikt gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie. Würde ich in einen Flieger nach Texas steigen und mich dort mit dem nächstbesten Pick-Up-Truck-Fahrer unterhalten, würde der mich wahrscheinlich auch als „woke“ bezeichnen.

    Ich sage das nicht zum ersten Mal: Der Begriff „woke“ ist für einen rationalen Diskurs eher hinderlich, und man sollte einen besseren finden.

  38. @Feodor: Was bitte sind denn überhaupt „woke Kreise“, wer sind „die Woken“. Das hat mich damals schon in der Auseinandersetzung rat- und fassungslos gemacht, dass hier mit verallgemeinernden Begriffen gearbeitet wird, ohne sie näher zu erläutern.

  39. @malte

    Ist der Diskussion geholfen, wenn ich woke durch links-identitär ersetze?

    Die Einstellungen und Überzeugungen der Links-Identitären sind keineswegs einheitlich. Somit ist die Forderung nach einer Bestimmung verständlich, aber schwierig umzusetzen. Kennzeichnend ist eine partikulare, gruppenspezifische, manchmal individualistische Epistemologie, die sich sowohl auf das Weltverstädnis, ihre Ethik und ihre politischen Einstellungen auswirkt. Für die Woken kommt dann noch ein politischer Aktivismus hinzu, der autoritäre und gewaltbereite Elemente enthalten KANN.

    Damit unterscheiden sich jene grundsätzlich von einem allgemeinen und universalistischen Wissens- und Politikbegriff.

  40. @Sebastian Bartoschek (3. August 2026 um 18:28)

    „So als wäre „1+1=2“ eben eine Meinung.“

    Aber ist das nicht genau das, was die Critical Studies mit ihrem Erkenntnisrelativismus (https://scienceandsense.de/erkenntnisrelativismus-und-seine-folgen-eine-artikelreihe/) nahelegen? Nach Foucault gibt es kein absolutes Wissen. Wenn genügend Menschen (und insbesondere diejenigen in Machtpositionen) sagen, dass 1+1=11 ist, dann ist das eben die neue Wahrheit. Das muss nicht unbedingt von Nachteil sein:

    https://www.youtube.com/watch?v=SnRmokZsFws

  41. @Feodor

    Eigentlich wollte ich mich (mal wieder) nicht in dieses Thema einmischen, aber nach Prüfung Ihres Links, ist mir etwas Bemerkenswertes aufgefallen. Damit das all jenen, die nicht auf Ihren Link klicken, nicht vorenthalten bleibt, möchte ich die eigentlich notwendige Einordnung – des besseren Verständnisses wegen – gern für Sie übernehmen.

    Gefragt wurde von Brigitte Friedrich nach den (laut RPGNo1 ja wohl) häufigen Angriffen von Skeptix-Mitgliedern auf die GWUP. Eine Behauptung, die RPGNo1 gerne mal in dem Raum stellt und auf (meine) Nachfrage mal mit rund 20 Bluesky-Kommentaren von zwei oder drei Usern zu belegen versuchte, deren Urheber sich nicht als Skeptix-Mitglieder identifizieren ließen.

    Sie posten hingegen einen Link zu genau zwei Fußnoten in Ihrem eigenen Blog und nicht etwa direkt zu den beiden von Ihnen vorgebrachten „Beweisen“, was deutlich benutzerfreundlicher gewesen wäre.

    Die eine Fußnote ist ein Text von Florian Aigner, den man tatsächlich als Angriff auf die GWUP werten kann. Dieser Text stammt allerdings nicht aus sozialen Netzwerken (so lautete ja die „Aufgabenstellung“ von Brigitte Friedrich), sondern war eine direkte Reaktion auf den damaligen Richtungsstreit. Der Text von Aigner wurde im April 2024 veröffentlicht, ist also weit von RPGNo1 Skeptix-Mitgliedern entfernt, die „ sich regelmäßig an der GWUP und ihren Mitgliedern in den sozialen Medien abarbeiten“.

    Der zweite „Beweis“ ist tatsächlich aktueller (14.01.2026) und zeigt einen von Ihnen aus einem längeren Strang herausgelösten Beitrag von Herrn Aigner. Der wirbt (nach meiner Einschätzung) zwar auf etwas „fischige“ Art für Skeptix, aber als direkten Angriff auf die GWUP lässt er sich allenfalls interpretieren, wenn man, wie Sie (Screenshot und Link führen direkt zur missverständlichen Aigner-Aussage), den Kontext komplett ausblendet. Auch in Ihrem eigentlichen Blog-Beitrag!

    Aigner bezog sich in dem gesamten Strang auf Michael Shermer, aus der US-Skeptiker-Bewegung und nicht direkt auf die GWUP. Und nein, ich will weder mit Ihnen, noch mit anderen hier über Shermers Aussagen und Aigner Reaktion darauf diskutieren und dann so dämliche moderne Wortschöpfungen wie Gish-Galopp verwenden müssen. Denn das ist hier erst einmal nicht Thema! Und sollten Sie der Meinung sein, dass dies ein getarnter oder indirekter Seitenhieb auf die GWUP war, sollten Sie den Lesern die Möglichkeit geben, sich ein eigenes Bild zu machen.

    Thema war und ist die nach wie vor unbelegte Behauptung von RPGNo1, die Sie mit Ihrem Beitrag weder belegt, noch untermauert haben. Ich habe verschiedene Thesen, wie es zu solchen Kommentaren, wie die Ihren, kommen kann und ich bin aufrichtig daran interessiert, den Grund von Ihnen zu erfahren.

    These 1: Ich habe einen Links oder Sonstiges übersehen, liege irgendwo falsch oder kenne einige grundlegende Fakten noch nicht: Gut möglich, passiert mir im nahezu unendlichen Internet immer mal wieder.

    These 2: Ihnen ist das alles selbst gar nicht aufgefallen: Ich glaube nicht, dass es Ihnen an den intellektuellen Fähigkeiten mangelt, die Problematik hinter Ihren Verlinkungen zu erfassen.

    These 3: Sie wollten mit einem Taschenspielertrick RPGNo1s Behauptungen untermauern, obwohl Ihnen bewusst war, dass Sie dafür keine tauglichen Belege haben: Nun ja, intellektuell sehe ich dafür bei Ihnen keine Hindernisse. Aber bevor ich Ihnen eine solche Unredlichkeit unterstelle, behalte ich These 1 im Hinterkopf und warte/hoffe auf eine aufrichtige Erklärung von Ihnen.

    These 4: Es war halt eine gute Gelegenheit, hier mal Ihren eigenen Blog zu verlinken und vorab schon mal die großen Enthüllungen zu teasern, die bald kommen sollen. Wen interessieren da schon Kleinigkeiten wie der Kontext: Wie These 3.

    „Es ist daher auch ein Artikel über Holm Hümmlers Positionierung in Sachfragen in Vorbereitung.“

    „Was Holm Hümmler tatsächlich im Innersten glaubt, lässt sich nicht ermitteln. Es ist jedoch möglich, seine öffentlichen Äußerungen zu betrachten. Dazu ist bei Scientific Temper etwas in Vorbereitung. Spoiler: Hümmler vertritt Positionen, die üblicherweise in „woken“ Kreisen zu finden sind. Das wird gründlich belegt.“

    Ich weiß nicht, ob Sie die Außenwirkung solcher Äußerungen im Kontext dieser Diskussion abschätzen können, in der neben Außenstehenden (wie mich) auch einige GWUP‘ler meinen, einige Mitglieder würden sich (nach mehr als zwei Jahren) noch immer regelmäßig an dem alten Konflikt abarbeiten.

    Werbung für den eigenen Blog wäre hier meine mildeste Interpretation. Im Rahmen der Diskussion und Ihrer eigenen Rolle darin, klingt das für mich jedoch erst einmal wie: „Wartet mal ab, euch werde ich irgendwann schon noch zeigen, dass ich recht habe.“

  42. @Bluesmaker

    Es ist schön, wieder etwas von Ihnen zu lesen, und wie immer herzerfrischend ehrlich. Danke.

  43. @Louisa

    Wenn Sie Ihre rhetorische Frage durch ein sachliches Argument ersetzen, schalte ich Ihren Beitrag frei.

  44. @Feodor
    Danke für die Antwort. Dein Link führt zu 1 Zitat von 1 Person, das aber gewiss weder gehässig noch missgünstig ist. Aigner hat seine Enttäuschung und Besorgnis in seinen Texten i.a. doch gut unter Kontrolle.

    Dass „Skeptix als Organisation“ sich „intelligent“ verhalten, hören sie bestimmt gern. Dass sie sich inhaltlich nicht positionieren, ist indes nicht richtig. Sie tun es auf ihrer Website, fast täglich im Blog, in Social Media, in Videos und gelegentlichen Vortragsveranstaltungen. Was ein eher kleiner Verein mit Herzblut und ohne Angestellte halt so zu leisten imstande ist.

    Ich denke mir, dass du nach wie vor eine offizielle Abgrenzung zur GWUP vermisst, wie du im Intro Deines Artikels über Aigner ja andeutest. Interesse an einer Auseinandersetzung nach der MV 2024 haben aber sichtlich und fortdauernd nur einige Vertreter der Neuen GWUP.

  45. malte & Udo Schuster ist entgangen, dass ich den Begriff „woke“ in Zitatzeichen setzte, um seine vorherige Verwendung aufzugreifen. In meinen Artikeln verwende ich jedoch immer den Begriff links-identitär. Yascha Mounk prägte den Begriff „Identitätssynthese“. Es gibt mittlerweile eine Reihe von Monographien, die das Phänomen erläutern. Mounks Buch, das ich auch im Artikel zitiere, ist dafür ein gutens Beispiel.

  46. @Carsten Ramsel und andere

    Der Begriff „woke“ ist von einer stolzen Selbstbezeichnung zu einem Kampfbegriff der Gegenseite verkommen. Er ist Anklage und Urteilsspruch zugleich, gegen den keine wirksame Verteidigung möglich ist, weil er seitdem, wie hier sinngemäß schon kritisiert, zugleich alles und nichts bedeutet. Die immergleiche Wiederholung der immergleichen fruchtlosen Beschwerden ermüden, jedenfalls mich.

    Und jede/r muss sich halt überlegen, ob sie oder er mit dem politischen Lager identifiziert werden will, aus dem heraus mit „woke!!1!“-Vorwürfen um sich geworfen wird, auch bzw. besonders dann, wenn man dessen sonstige Rhetorik nicht teilt.

  47. @Brigitte Friedrich

    Wo finden Sie bitte in meinem Beitrag ein Totschlagargument? Ich habe einen Versuch der Begriffsdefinition unternommen, links, partikular, aktivistisch. Eine inhaltliche Auseinandersetzung habe ich in Ihrem Beitrag spontan nicht gefunden. Ich nehme allerdings die ebenfalls ermündende Kritikimmunisierung der Kontaktschuld wahr.

  48. @Ralf Jakobi

    Da Sie auf Udo Endruscheits Artikelserie verweisen, möchte ich für sein kleines Büchlein werben, das aus ihr entstand.

    Udo Endruscheit, Vom Zweifel zur Haltung, Alibri, 2026.

  49. @Carsten Ramsel
    Nun, ich hatte ja geschrieben, dass eine inhaltliche Auseindersetzung mit dem „woke“-Vorwurf nicht möglich ist bzw., ehrlicherweise, dass ich sie für aussichtslos halte. Den einen durch einen anderen Begriff („links-identitär“ statt „woke“) zu ersetzen, hilft da ja nicht viel. Aber bitte, vielleicht finde ich ja die Muße, mal für mich selbst herauszufinden, welche Skeptixer sich hier durch öffentliche Äußerungen schuldig gemacht haben.

    Kritikimmunisierung? Srsly? Und auch „Kontaktschuld“ habe ich hier irgendwo auf meiner Bingocard.

  50. Eben vergessen: „links“ ist wie „rechts“ angesichts der Breite des Spektrums erstmal nur eine Feststellung oder schlechtenfalls eine Zuschreibung; ein Vorwurf nur für die jeweils andere Seite. Die Sache mit dem „partikularen“ Skeptizismus hatte ich schon eingangs als Unsinn verworfen. Und „aktivistisch“ ist per se schlecht? Oder nur, wenn er von „links“ kommt?

  51. @Brigitte Friedrich

    Sollte ich Sie missverstanden haben, tut mir dies leid.

    Ich las, dass eine ehemalige Selbstbezeichnung nun von rechten Kritikern so benutzt werde, so dass eine sachliche Auseinandersetzung nicht möglich sei. Dabei hatte ich mich um eine sachliche Begriffsbestimmung ohne politische Implikationen bemüht.

    Dabei hoffte ich, dass Begriffe in unterschiedlichen sozialen Kontexten durchaus unterschiedliche Bedeutung haben können.

    Malte hatte vorgeschlagen, das Wort woke nicht zu verwenden, weil es politisch verbrannt sei. Also habe ich es durch links-identitär ersetzt.

  52. @Brigitte Friedrich

    Zu Ihrem neuerlichen Kommentar. Meine Begriffsbestimmung enthält keinerlei Bewertungen, eine Behauptung mangelt es an Begründung, und damit ist für mich Schluss.

  53. In Teil 9 der oben verlinkten Artikelserie beschreibt Udo Endruscheit, was er unter „woke“ versteht. Zitat:

    „Woke“ im engeren Sinn meint heute oft nicht mehr bloß ein waches Bewusstsein für Ungerechtigkeiten – sondern die moralische Lizenz, Wahrheitsansprüche durch Gesinnung zu ersetzen. Wer widerspricht, steht nicht mehr auf der anderen Seite des Arguments, sondern auf der falschen Seite der Geschichte, womöglich macht er sich auch gleich gemein mit den „falschen Leuten“.

    https://scienceandsenseblog.wordpress.com/2025/04/27/epilog-pladoyer-fur-die-unparteilichkeit-der-vernunft-erkenntnisrelativismus-teil-9/

  54. Bei der Artikelserie von Endruscheit lohnt sich auch das Kapitel „Judith Butler“.
    Es zeigt so schön die Unlogik des ganzen ideologischen Gebäudes: Nach Butler könnte man nie folgern, daß jemand im „falschen “ Körper geboren ist und Pubertätsblocker, Crosssex – Hormone und schliesslich Chirurgische Transition bräuchte. Der Transaktivismus bis in die Verbände hinein bildet diese Widersprüchlichkeit ab ohne sie zu hinterfragen.
    Das Thema ist nicht nur für die Skeptikerscene, egal welchen Verband, wichtig sondern für die ganze Gesellschaft.
    Wir haben eigentlich nicht die Wahl ob wir uns um diese Themen kümmern sondern ob wir es tun oder die Partei rechts aussen. Es ist besser, die demokratischen Kräfte begleiten das Thema kritisch als daß wir es den Extremisten überlassen.

    Felix

  55. @ Felix, das Zebrastreifenpferd

    Felix, das Zebrastreifenpferd: „… sondern ob wir es tun oder die Partei rechts aussen.“

    und wenn man da gar keinen Unterschied mehr ausmachen kann? was dann?

    reicht es, zu „wissen“, dass man zu den Guten gehört?

  56. Frau Göpfert…den Satz versteh ich nicht. Ich verlange, gute Politik zu machen und nicht den Blauen hinterherhecheln.
    Bei der sog. Transmedizin geht es um Evidenz und Medizinethik.
    Also wie gehen wir mit Transidenten Personen um damit diese was davon haben und nicht geschädigt werden.
    Felix

  57. Zu Bluesmaker gebe ich keinen ausführlichen Kommentar. Wer sich ein eigenes Bild machen will, muss meinen Text lesen und die zahlreichen Belege prüfen, die ich liefere. Ideologisch gefestigte Personen interessieren sich jedoch meist nicht für Belege. Ich habe keine Lust, alles immer wieder neu zu formulieren. Daher arbeite ich es einmal gründlich aus und verweise darauf. Letzteres scheint Bluesmaker nicht zu gefallen.

    Im Link habe ich explizit (!) auf Florian Aigner verwiesen. Er schrieb am 14.01.2026 auf Bluesky: „Diese alte Skeptikerszene, die völlig ohne Moral und politisches Verständnis argumentiert, ist nicht einfach nur auf dem falschen Weg, sie ist inzwischen gefährlich. Wer dort immer noch dabei ist, sollte dringend austreten. Geht lieber zu vernünftigen, mitfühlenden Skeptikergruppen wie @skeptix.org“

    Aigner schreibt von einer „gefährlichen“ „Skeptikerszene“, die „völlig ohne Moral und politisches Verständnis“ sei. Das *ist* gehässig und bezieht sich auf Deutschland, denn Amerikaner treten kaum in das deutsche Skeptix ein! Es geht dabei nicht um Aigner als Person, sondern um die vertretene Position. Aigner schreibt schließlich auch Texte, die m.E. überhaupt nicht kritikwürdig sind.

    Dass sich Skeptix abgespalten hat, liegt an schwerwiegenden ideologischen Differenzen. Diese lassen sich anhand ihrer Website nicht erkennen. Letztlich bedeutet dies, dass sie eine wichtige Agenda nicht offenlegen, sodass das Publikum GWUP und Skeptix nicht unterscheiden kann. Aus unwichtigem Anlass wäre es schließlich kaum zu einer Trennung gekommen. Es bleibt daher nur der Weg, die Unterschiede anhand der Texte ihrer Anhänger herauszuarbeiten.

    Um die links-identitäre Ideologie zu erläutern, braucht es mehr Text. Sie muss auch immer im Zusammenhang mit der rechts-identitären Ideologie erklärt werden. Das ist hier nicht leistbar. Kennzeichen der links-identitären Ideologie sind unter anderem moralistische Dogmen und ein ausgeprägter Tribalismus. Gegner beider Ideologien ist der universalistische Liberalismus. Linksidentitäre leugnen regelmäßig die Existenz ihrer Ideologie, um eine Kritik zu erschweren.

    Hier ist die ausführliche Analyse eines Textes von Holm Hümmler zur Biologie:
    https://www.scientifictemper.org/de/dissens-ueber-biologisches-geschlecht-in-deutscher-skeptikerbewegung

  58. @Feodor

    „Zu Bluesmaker gebe ich keinen ausführlichen Kommentar.“

    Das steht Ihnen frei. Allerdings tun sie das dann doch ziemlich halbherzig und versuchen auch noch, mich in Ihren ganz persönlichen Kulturkampf hineinzuziehen.

    Es wäre aber schon sinnvoll, wenn Sie meine Kritik zumindest verstehen würden, dann wäre Ihre Antwort nicht so bezeichnend für genau das, was ich hier mehr oder minder regelmäßig kritisiere.

    „Letzteres scheint Bluesmaker nicht zu gefallen.“

    Was mir nicht gefällt, habe ich hoffentlich verständlich gemacht. Bei Rückfragen stehe ich Ihnen natürlich gern zur Verfügung. Wenn Sie lieber vor sich hinraunen wollen, soll mir auch das recht sein.

  59. (Zitat Herr Ramsel): Ist der Diskussion geholfen, wenn ich woke durch links-identitär ersetze? [Ende Zitat]

    Raider heißt jetzt Twix, sonst ändert sich nix!

  60. Ich persönlich finde die Begriffe links-identitär und Identitätssynthese deutlich brauchbarer, da sie weniger vieldeutig sind und vor allem „identitär“ die regressive Schlagseite des ganzen betont.

    Die Anhänger dieser Denkrichtung werden aber sicherlich auch diese Begriffe ablehnen – Stichwort „Voldemort-Linke“.

  61. @Fedor:

    „Dass sich Skeptix abgespalten hat, liegt an schwerwiegenden ideologischen Differenzen.“

    Mitnichten. Das s.g. Hümmler-Team wollte lediglich die Folgen einer katastrophalen personellen Fehlentscheidung (die immer sichtbarer werden, siehe Vorstandsbericht 2026) verhindern oder zumindest abmildern.

    Da die Neue GWUP das nicht wahrhaben will, wird der Konflikt immer und immer wieder als „Kulturkampf“ geframt.

  62. Heribert Lemberger: Das widerspricht u.a. selbst den Aussagen von Florian Aigner, die ich verlinkt habe. Es widerspricht auch meinen Erfahrungen in Diskussionen auf facebook, Discord und der Mailing-Liste. Siehe auch hier:
    https://skepticalinquirer.org/exclusive/the-german-dilemma-continues-skepticism-in-the-face-of-ideological-conflict/

  63. @malte

    Seit ich das letzte Mal hier reingeschaut habe, ist die Diskussion deutlich weiter vorangeschritten. Leider fehlt mir die Zeit, dass alles nachzulesen, aufgrund anderer Verpflichtung.

    Ich werde aber deine Sachen in Ruhe noch einmal lesen. Danke auf jeden Fall!

  64. Oben hieß es, dass der Begriff des „Partikularskeptizismus“ „Unsinn“ sei. Die Begründung dafür war: „Ach und dann dieser Unsinn mit dem ‚partikularen‘ Skeptizismus. Leute, ist ein Sportverein denn plötzlich kein echter Sportverein mehr, bloß weil er nur Fußball, Handball und Tischtennis anbietet? Was ein Quatsch.“

    Bei diesem Argument ist etwas durcheinandergekommen. Wissenschaft und ihre metatheoretischen Voraussetzungen werden darin nicht auseinandergehalten.

    Eine Voraussetzung für Wettkampfsport ist Fairness. Eine Voraussetzung für Wissenschaft ist der Kritizismus, d.h. dass sich wissenschaftliche Thesen gegen Kritik bewähren müssen. Wissenschaft lässt sich somit als Wettbewerb verstehen, der durch den zwanglosen Zwang des besseren Arguments organisiert sein sollte. Der Kritizismus ist die angemessene Form des wissenschaftlichen Skeptizismus.

    Weder Fairness noch Kritizismus lassen sich willkürlich auf einzelne Disziplinen einschränken. Ein Sportverein, der Fairness nur für einige Sportarten zulässt, vertritt das Konzept einer eingeschränkten, „partiellen“ Fairness. Eine wissenschaftliche Organisation, die Kritizismus nicht für alle Disziplinen zulässt, propagiert einen eingeschränkten, „partiellen“ Kritizismus. Diese partiellen Konzepte entsprechen normativen Doppelstandards.

    Nun wird wohl schlichtweg bestritten, dass der Kritizismus eingeschränkt wird. Das ist jedoch kontrafaktisch, denn ein wichtiger Streitpunkt innerhalb der GWUP war es gerade, ob Theoriebildungen in den Critical-Studies-Fächern kritisiert werden dürfen. Ein Vergleich mit Religion oder Politik ist unangemessen, denn die Critical Studies wollen als Wissenschaft und nicht als religiöse Strömung oder politische Partei verstanden werden. Damit sind sie von vornherein legitimer Gegenstand einer wissenschaflichen Kritik.

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