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skeptiker 1/2026: Bias-Trainings, Longevity, Wissenschaft unter Druck und noch einiges mehr

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Der erste skeptiker des Jahres ist da:

Thema:

  • Bias-Trainings: Warum gut gemeint nicht gut gemacht ist
    von Sebastian Tillmann
    Unconscious-Bias-Trainings gelten in vielen Organisationen als Standard gegen Diskriminierung. Doch wie belastbar ist die wissenschaftliche Grundlage dieser milliardenschweren Industrie wirklich? Sebastian Tillmann analysiert Studien, Meta-Analysen und Testmethoden kritisch – und zeigt, warum strukturelle Lösungen oft wirksamer sind als individuelle Trainings.
  • Science-Practice-Gap in der Personalarbeit – Der Dunning-Kruger-Effekt
    von Uwe P. Kanning, Pia Großmann, Leonie Hagedorn
    Warum werden wissenschaftlich fundierte Methoden der Personalarbeit so selten genutzt? Der Beitrag untersucht den Dunning-Kruger-Effekt im HR-Bereich: Menschen mit wenig Fachwissen überschätzen ihre Kompetenz oft deutlich, während Expertinnen und Experten eher zur Selbstkritik neigen. Zwei Studien zu Personalmarketing und Assessment-Centern belegen, wie diese Fehleinschätzung den Abstand zwischen Forschung und Praxis verstärken kann.

Forum:

  • Die Schule des Denkens
    von Yassin Alaya
    Wie lernen Menschen, vernünftig zu urteilen? In seinem Beitrag fordert Yassin Alaya, rationales Denken stärker im Unterricht zu verankern. Psychologische Verzerrungen, Fehlschlüsse und Unsicherheit prägen politische Debatten ebenso wie persönliche Überzeugungen. Schulen sollten deshalb Kompetenzen in Logik, Statistik, Ethik und konstruktivem Debattieren vermitteln. Ein Plädoyer für mehr kritisches Denken – und für eine demokratische Kultur, die mit den Herausforderungen der Gegenwart Schritt halten kann.
  • „Longevity: Das meiste kann man sich sparen.“– Interview mit Sebastian Grönke
    von Bärbel Schwertfeger
    Kann man den Alterungsprozess wirklich verlangsamen? Im Interview mit dem Biologen Sebastian Grönke vom Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns geht es um den aktuellen Stand der Longevity-Forschung. Themen sind Intervallfasten, Mikrobiom, Gentests sowie Medikamente wie Rapamycin und Metformin. Grönke erklärt, welche Ansätze wissenschaftlich fundiert sind, warum viele Biohacking-Angebote kritisch zu sehen sind – und welche Maßnahmen nachweislich die Gesundheit fördern.

Berichte:

  • Retracted! Die Causa Frass – und was sie über wissenschaftliche Selbstkorrektur lehrt
    von Udo Endruscheit
    Die Frass-Studie zur homöopathischen Behandlung von Lungenkrebs wurde zurückgezogen. Doch was bedeutet ein Retract eigentlich – und warum ist Transparenz dabei entscheidend? Der Beitrag beleuchtet den Fall und die bestätigten Manipulationsvorwürfe. Zudem erörtert er die Frage, wie Wissenschaft mit Fehlern und Fehlverhalten umgehen sollte.
  • Wenn Evidenz zur Kulisse wird
    von Udo Endruscheit
    Kann eine Metaanalyse wirklich belegen, dass Akupunktur bei Angststörungen wirkt? Udo Endruscheit zeigt, warum formale Statistik allein keine belastbare Erkenntnis garantiert. Der Beitrag beleuchtet die Grenzen systematischer Reviews, die Problematik heterogener Diagnosen und Interventionen sowie die Gefahr, dass Zahlen wissenschaftliche Unschärfen nur kaschieren.
  • Zurück zu den Sternen – Ein skeptischer Nachruf auf Erich von Däniken
    von Leif Inselmann
    Erich von Däniken prägte wie kaum ein anderer die Vorstellung von „Astronautengöttern“ und außerirdischen Besuchern in der Vorzeit. Millionen Menschen lasen seine Bücher, diskutierten über Nazca, Pyramiden und antike Mythen – zwischen Faszination, Spekulation und Kritik. Unser skeptischer Nachruf blickt auf sein Leben, seine Quellen, die Entwicklung der Prä-Astronautik und ihren Einfluss auf Popkultur und Pseudowissenschaft zurück.
  • Wie US-Gesundheitsminister Robert Kennedy die Wissenschaft bekämpft und das öffentliche Gesundheitswesen gefährdet
    von William Matthew London
    Robert F. Kennedy Jr. sorgt als US-Gesundheitsminister für Kontroversen: Der Beitrag zeigt, wie Impfkritik, fragwürdige Personalentscheidungen und irreführende Aussagen zu Autismus und Medikamenten die amerikanische Gesundheitspolitik prägen. William Matthew London analysiert die Folgen für Wissenschaft, Behörden und das Vertrauen in evidenzbasierte Medizin – und warnt vor den Risiken für die öffentliche Gesundheit.
  • Was Skeptiker über Cold Reading wissen sollten
    von Susan Gerbic
    Kann man mit Toten kommunizieren? Susan Gerbic verneint das entschieden – und erklärt zugleich, warum viele Menschen dennoch von paranormalen Medien überzeugt sind. Susan Gerbic verrät die Techniken des Cold Reading und betont auch die Rolle von Trauer und kulturellen Erwartungen sowie die Schwierigkeiten skeptischer Kommunikation. Anhand eigener Undercover-Recherchen zeigt sie, wie spiritistische Medien arbeiten und warum Skeptiker mit mehr Empathie argumentieren sollten.
  • Respektvoller Skeptizismus
    von Craig A. Foster
    Wie kann skeptisches Denken Menschen erreichen, ohne sie abzuwerten? In seinem Beitrag beschreibt der Psychologe Craig A. Foster, warum Empathie, Perspektivenübernahme und respektvolle Kommunikation entscheidend sind, um Wissenschaft glaubwürdig zu vermitteln. Statt aggressiver Debatten plädiert er für konstruktive Gespräche, die Menschen ernst nehmen und unnötige Verletzungen vermeiden.
  • Aufklärung 2.0: Jetzt mit Beipackzettel
    von Axel Ebert
    „Sapere aude!“ –Hab Mut, dich deines Verstandes zu bedienen! Das Motto von Immanuel Kant gilt als Leitmotiv der Aufklärung. Doch Axel Ebert zeigt in seinem Beitrag, dass Selbstdenken allein heute nicht mehr ausreicht. Kant selbst lag mit manchen Gesundheitsüberzeugungen spektakulär daneben. Der Artikel diskutiert, warum moderne Wissenschaft unsere individuelle Prüfkapazität oft übersteigt und weshalb die eigentliche Aufklärung heute darin besteht, verlässliche Expertise kritisch einzuordnen.

Interviews:

  • „Eine Realität, zwei Geschlechter – und viele endlose Debatten.“ 
    Interview mit Colin Wright
    Wie definiert die Biologie Geschlecht – und warum ist diese Frage heute so umstritten? Im Interview spricht Evolutionsbiologe Colin Wright über Gameten, Geschlechtermodelle, wissenschaftliche Kontroversen und den Einfluss ideologischer Debatten auf Forschung und Öffentlichkeit. Im Mittelpunkt: Wissenschaft, Sprache und gesellschaftliche Konflikte.

Buchkritik:

  • Samuel Fitoussi: Pourquoi les intellectuels se trompent
    von Judith Faessler
  • Helmut Fink, Rainer Rosenzweig (Hrsg.): Naturgewalt und Geisteskraft. Menschwerdung in der Evolution
    von Holger von Rybinski
  • Lukas Maher: Trigger, Trauma, Toxisch. Die 45 größten Mental-Health-Irrtümer
    von Rouven Schäfer
  • Helmut Fink, Rainer Rosenzweig (Hrsg.): Im Keller des Geistes. Gehirn, Psyche und die Leistungen des Unbewussten
    von Holger von Rybinski

Leseforum:

  • „Wot se Fack, Deutschland“ – Debatte um ein Buch und eine Rezension
    von Nikil Mukerji, Philippe Leick, Sebastian Schnelle

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Zum Thema:

  • Artikel: Eine Realität, zwei Geschlechter – und viele endlose Debatten … Ein Gespräch mit Colin Wright, GWUP am 27.03.2026
  • Artikel: skeptiker 4/2025: Esoterik in der Erwachsenenbildung, NS-Pseudomedizin (Teil 2), Trump und das Woke-Phänomen und vieles mehr!, GWUP-Blog am 17.12.2025

Hinweis:

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