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Freie Debatte unter Polizeischutz: Das Extremismus-Panel der SkepKon 2026

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Prof. Dr. Tilmann Betsch, GWUP-Mitglied und Referent auf der SkepKon 2026 hat für den hpd einen Bericht über das Extremismus-Panel am Samstag der Konferenz geschrieben:

Bei der „SkepKon“ gab es diesmal einen Überraschungsgast. Hinter diesem Vorgehen standen sicherheitsrelevante Gründe. Hautnah konnten die Besucher erleben, was es bedeutet, wenn man unter Polizeischutz leben muss.

Schon vor Beginn des Panels wurde deutlich, dass es sich um keine gewöhnliche Veranstaltung handeln würde:

Die SkepKon-Besucher werden gebeten, den Raum zu verlassen. Nach kurzem Warten werden die Türen wieder geöffnet. Wir dürfen wieder rein. Doch Taschen müssen draußen bleiben. Und an allen Ecken des Raums stehen schwarz gekleidete Männer. Polizeibeamte des LKA Berlin. Ihre Blicke scannen den Raum.

Hintergrund war der kurzfristig angekündigte Gast Ahmad Mansour:

Ahmad Mansour ist dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen und unangenehme Tatsachen offen anzusprechen – insbesondere im Bereich der Extremismusprävention. Dafür steht er seit Jahren unter Polizeischutz. Doch gleich zu Beginn der Diskussion stellt er klar, dass er sich darauf nicht reduzieren lässt. Er sei viel mehr als der Mann, den man bewachen muss. Dennoch: Bevor auch nur ein Argument ausgetauscht wurde, zeigen die Umstände der Veranstaltung sehr eindrücklich, worum es heute geht. Es geht um die freie Debatte, um den Preis, den diejenigen zahlen, die sie verteidigen — und um eine Organisation, die prinzipientreu genug ist, genau dafür einen Raum zu schaffen.

Auch die anderen Diskussionsteilnehmer brachten ihre jeweilige Expertise ein:

Rebecca Schönenbach, Diplom-Volkswirtin und Expertin für Extremismusfinanzierung, kam über die Kölner Silvesternacht zu ihrem Thema. Ihre Beobachtung damals: Die Debatte über die Gewalt an Frauen wurde verdrängt. Aus Rücksicht auf eine Tätergruppe verschwanden die Opfer aus dem Blick. Über solche Gewalt zu sprechen, ist kein Generalverdacht gegen Migranten oder Muslime. Es ist die Voraussetzung dafür, Frauenrechte ernst zu nehmen.

und:

Frank Urbaniok, forensischer Psychiater mit nach eigener Angabe rund 5.000 Fällen in 33 Jahren, formuliert es nüchtern: Es gebe zwei Arten, mit Problemen umzugehen. Man kann behaupten, es gebe sie nicht – oder sie ansehen und lösen. Die erste Variante habe den Vorteil, dass das Problem kurz zu verschwinden scheine. Es kehre dann aber mit größerer Wucht zurück.

Moderatorin Judith Faessler betonte dabei die Rolle der GWUP als Plattform für kontroverse, aber respektvolle Debatten:

Die GWUP ist eine Plattform für vernünftigen, durchaus kontroversen Dialog. Nicht, weil sie vorgibt, was zu denken ist. Sondern weil sie die Regeln verteidigt, unter denen wissenschaftlich respektabler Streit stattfinden kann.

Für Tilmann Betsch spiegelt genau das die ursprüngliche Idee der skeptischen Bewegung wider:

Das ist die Linie, mit der sich die GWUP zu ihren Ursprüngen zurückbewegt: freie Debatte statt Lagerdisziplin. Früher standen klassische Parawissenschaften im Zentrum: Homöopathie, Astrologie, Wünschelruten, Spuk, Kryptozoologie. Heute kommen neue, eminent wichtige Konfliktfelder hinzu, in denen dieselbe skeptische Haltung gebraucht wird. Im Panel waren das: Islamismus, Migration, Frauenrechte, Wissenschaft und offene Gesellschaft. Die Methode bleibt dieselbe: Behauptungen prüfen, Personen respektieren, ideologische Vereinnahmung abwehren – und: die Dinge beim Namen nennen.

Am Ende erinnert das Panel Betsch auch persönlich daran, warum er vor zehn Jahren der GWUP beigetreten ist:

Das Panel erinnert mich daran, warum ich vor zehn Jahren in die GWUP eingetreten bin: nicht, um mich in einer Gemeinschaft von Gläubigen wiederzufinden. Sondern um kritisches Denken zu praktizieren – und zwar gerade dort, wo es unbequem wird.

Zum kompletten Artikel.

Zum Thema:

  • Artikel: SkepKon 2026: Drei Tage Skepsis, Debatten und Kontroversen, GWUP-Blog am 23.05.2026

Hinweis:

Falls ihr Ideen, Anregungen oder Empfehlungen habt bzw. selbst ein Gastkapitel für den GWUP-Blog schreiben möchtet, kontaktiert uns unter: blog@gwup.org.

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