Udo Endruscheits neues Buch gibt es seit wenigen Tagen beim Alibri-Verlag.
In Vom Zweifel zur Haltung. Eine Reise durch die Geschichte der Erkenntnis beschäftigt er sich mit den philosophischen Grundlagen wissenschaftlichen Denkens und den historischen Auseinandersetzungen mit dem Wahrheitsbegriffs.
Onkel Michael hat sich den frischgebackenen Buchautor für den neuen Skeptitalk geschnappt, um über das Werk zu reden.
Inhalt:
- Udo stellt sich und sein Buchprojekt vor. [ab 0:40 min]
- Lyotards Metaerzählungen und was das mit unserer Bundesregierung zu tun hat. [ab 7:00 min]
- Wahrheitssuche als Haltung [ab 13:00 min]
- Krisen des Wahrheitsbegriffs in der Geschichte [ab 23:00 min]
- Induktionsproblem, Kant, Popper, Nietzsche, Wiener Kreis [ab 32:00 min]
- Postmoderne [ab 42:00 min]
- Udos Ansatz [ab 46:00 min]
- Judith Butlers performative Sprache [ab 52:00 min]
- Probleme identitärer Haltungen [ab 1:00:00 h]
- Buchveröffentlichung im Alibri-Verlag auf der SkepKon 2026 [ab 1:07:00 min]
Fragen, Anmerkungen, Themenvorschläge oder Beschimpfungen gerne an skeptitalk@gwup.org
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Zum Thema:
- Artikel: 4-teilige Artikelreihe „Die Wurzeln des Relativismus“ auf dem Blog Science and Sense, GWUP-Blog vom 09.07.2025
- Artikel: Relativismus auf dem Prüfstand – Udo Endruscheits kritische Tour durch die Postmoderne, GWUP-Blog vom 29.04.2025
- Buch: Udo Endruscheit: Vom Zweifel zur Haltung. Eine Reise durch die Geschichte der Erkenntnis, Alibri-Verlag 2026, 191 Seiten, 16,00 €
Hinweis:
Falls ihr Ideen, Anregungen oder Empfehlungen habt bzw. selbst ein Gastkapitel für den GWUP-Blog schreiben möchtet, kontaktiert uns unter: blog@gwup.org.


1. Juni 2026 um 17:56
Amazon-Rezension
Dreierlei macht dieses Bändchen aus: erstens eine Blickfelderweiterung auf die heute für Skeptiker relevanten Denkströmungen (dafür gibt es vier Sterne), zweitens eine Blickfeldverengung auf die Perspektive des Autors und drittens der Appell für einen aufgeklärten Skeptizismus.
Das Buch »Vom Zweifel zur Haltung« ist eine gut lesbare Zusammenfassung der Grundlagen zum Thema »Was kann ich wissen?«. Udo Endruscheit bemüht sich erfolgreich um eine neutrale Behandlung des Themas und er verschweigt nicht, dass er aus Sicht des Naturalisten schreibt. Das fordert die Diskussion heraus, und damit will ich beginnen.
Folgender Satz auf Seite 145 ist mir Stein des Anstosses: »Wer Wahrheit aufgibt, entzieht sich nicht nur der mühsamen Begründungspflicht, sondern auch der gemeinsamen Welt, in der solche Begründungen zählen.« Für eine gemeinsame Wirklichkeit genügen die Regeln aus der »Logik der Forschung« (Karl Raimund Popper, 1934). Die Vorstellung der Wahrheit als »regulative Idee« (S. 159) ist entbehrlich; sie verleitet nur zur Rechthaberei.
Auch die »Korrespondenztheorie der Wahrheit« (S. 27) brauchen wir nicht. Sie erklärt die Wahrheit als Übereinstimmung der erlebten Wirklichkeit mit dem »was ist«. »Was ist« existiert für uns aber auch nur als erlebte Wirklichkeit. So gesehen schnurrt die Korrespondenztheorie der Wahrheit zusammen zu einer Leerformel: Die erlebte Wirklichkeit korrespondiert mit sich selbst.
Zu den Kritischen Studien über Genderfragen beispielsweise schreibt Endruscheit auf Seite 138: »Wo früher um Gründe gerungen wurde, wird heute „Haltung“ gezeigt.« An die Stelle von Sachargumenten treten Gesinnung, Empörung und Betroffenheit. Das ist Ausdruck einer identitätspolitischen Epistemologie. Dieser nicht zu folgen, das ist Endruscheits Appell. Dafür gibt es einen fünften Stern.
Zusammengefasst: Für den kritischen Leser lohnt sich die Lektüre.