Varnan präsentiert in einem neuen Video die Ergebnisse seiner Studie. Zu Beginn sagt er:
Ich habe eine wissenschaftliche Studie über Wokeness gemacht und jetzt, wo ich die Ergebnisse habe, kann ich sagen: „Ich habe mich tatsächlich geirrt.“
Warum wir nicht allen „Opfern“ glauben sollten
Inhalt:
- Ausgangslage [an 0:00 min]
- Auslöser für die Studie [ab 1:00 min]
- bereits vorhandene Literatur [ab 2:20 min]
- Fokus der Studie: externale Kontrollüberzeugung, Resilienz [ab 4:00 min]
- Methodik und Studienaufbau [ab 5:10 min]
- Ergebnisse [ab 9:50 min]
- weiterer Fragebogen [ab 13:20 min]
- Was bedeuten die Ergebnisse? [ab 14:50 min]
Zum Thema:
- Video: Was steckt hinter Wokeness? Ich hab’s wissenschaftlich getestet, Varnan & Nikil vom 08.09.2026
Hinweis:
Falls ihr Ideen, Anregungen oder Empfehlungen habt bzw. selbst ein Gastkapitel für den GWUP-Blog schreiben möchtet, kontaktiert uns unter: blog@gwup.org.


12. Mai 2026 um 17:16
Wurde die Studie denn fachwissenschaftlich publiziert? Darüber sagt Varnan im Video nichts, wäre aber eine wichtige Info.
24. Mai 2026 um 21:32
@ malte:
Wenn ich es richtig verstanden habe, war es eine Masterarbeit. Falls die nicht gleich als Publikationsmanuskript angelegt war, sondern als „klassische“ Masterarbeit, wird sie vermutlich nicht mehr publiziert, weil viele Absolventen nach ihrem Abschluss nicht mehr den Nerv oder nicht mehr die Zeit haben, aus ihrer Masterarbeit ein Zeitschriftenmanuskript zu destillieren und durchs Review zu bringen.
Ob es sich lohnt, ist mir nicht ganz klar. Letztlich werden Aussagen über zwei selektierte Populationen getroffen, die beide nicht repräsentativ für die Bevölkerung sind. Interessant wäre, die Daten selbst einmal zu sehen, samt Prüfung der Modellvoraussetzungen für die Analysen. Die Grafiken im Vortrag bilden ja nur Trendlinien ab.
25. Mai 2026 um 08:53
Hat man in der Psychologie (und Teilen der Medizin) versucht abzuschätzen, wie groß der Fehler ist, der durch die Befragung selektierter Populationen entsteht?
25. Mai 2026 um 10:08
@ Carsten Ramsel:
Das kann man so pauschal nicht sagen, weil verzerrte Stichproben sehr unterschiedlich aussehen können und das je nach Fragestellung auch unterschiedlich relevant ist. Psychologiestudierende sind eine beliebte Studienpopulation, aus dem im Video genannten Grund. Studierende haben zwar einen Blutkreislauf wie andere Menschen, aber ihre Ängste, Unsicherheiten, Zukunftsperspektiven usw. sind naheliegenderweise nicht ganz so verallgemeinerungsfähig.
25. Mai 2026 um 11:03
Internet- oder Telefonumfragen haben bestenfalls anekdotischen Wert. Sie dienen vor allem der PR und der Leserbindung, wie beispielsweise die TED-Umfragen meiner Tageszeitung. Die Teilnehmer dieser Umfragen rekrutieren sich selbst: Das Interesse an einer bestimmten Antwort erzeugt den Drang zur Teilnahme. Und ich weiß nicht, ob es gerade die dezidierten Wokenessgegner sind oder deren rigorose Befürworter, die sich angesprochen fühlen. Definierter wird das Ergebnis, wenn man, wie hier teilweise geschehen, den Teilnehmerkreis innerhalb der skeptischen Bewegung sucht. Dann läuft es auf Selbstbestätigung hinaus. Selbst wenn der Teilnehmerkreis nach neutralen Kriterien sorgfältig begrenzt ist, bleibt das Problem der Antwortverweigerung. Meines Erachtens erzeugen solche Umfragen wertlose Nachrichten. Sogar Nobelpreisträger wie Daniel Kahnemann sind vor solchen Denkfallen nicht gefeit. Sein Buch »Schnelles Denken, langsames Denken« basiert auf Studien, die sich teils als nicht replizierbar herausgestellt haben.
25. Mai 2026 um 13:16
Alle führenden Meinungsforschungsinstitute erheben repräsentative Daten auf der Grundlage von Telefonbefragungen. Die Befragten rekrutieren sich hier nicht selbst. Diese Studien haben keinesfalls nur anekdotischen Wert wie die Leserumfrage. Die Aussagekraft von Studien hat wohl weniger mit der Erhebungsmethode (Internet- oder Telefonumfrage) als vielmehr mit der Repräsentativität der Stichprobe zu tun.
25. Mai 2026 um 16:19
Oh ja. Meinungsforschungsinstitute zeigen uns, wie es geht. Die Institute tun alles, um die Probleme der selbstrekrutierten Stichproben und der Antwortverweigerung zu vermeiden oder zumindest zu mildern. Das ist nicht kostenlos und kommt der Qualität ihrer Umfrageergebnisse zugute. Daran werden die Institute schließlich gemessen.
Die ZDF Forschungsgruppe Wahlen
zur Zufallsauswahl: »Entscheidend ist dabei, dass die gewonnenen Ergebnisse repräsentativ für die Gesamtheit der wahlberechtigten Bevölkerung in Deutschland sind. Dies wird durch eine strenge Zufallsauswahl bei der Bestimmung der zu befragenden Personen gewährleistet. Die Daten werden dabei mit drei verschiedenen Erhebungsverfahren und Teilstichproben gewonnen: Persönlich telefonisch im Festnetz und am Mobiltelefon sowie Online via SMS-Einladung. […] In einem weiteren Schritt erfolgt eine Korrektur der Teilnahmeverweigerung durch Anpassung der Verteilungen der Stichprobe an die Strukturen der Grundgesamtheit.«
So etwas können Studien im Rahmen von Masterarbeiten nicht leisten. Was dabei herauskommt, sieht wie Wissenschaft aus, ist aber keine. Anekdotische Evidenz ist nicht zu verachten, wie uns Katherine Dormandy auf der SKEPKON 2026 erklärte. Man sollte sie genauso etikettieren.
25. Mai 2026 um 20:53
Internet- oder Telefonumfragen haben bestenfalls anekdotischen Wert. Sie dienen vor allem der PR und der Leserbindung (11:03)
Anekdotische Evidenz ist nicht zu verachten, wie uns Katherine Dormandy auf der SKEPKON 2026 erklärte. (16:19)
Könnten Sie sich bitte entscheiden.
26. Mai 2026 um 08:15
@ Carsten Ramsel
Ihrer Bitte würde ich gerne nachkommen, aber ich weiß nicht, zwischen welchen Alternativen ich mich entscheiden soll. Den von Ihnen zitierten Aussagen muss man nicht zustimmen, aber sie sind widerspruchsfrei vertretbar.
26. Mai 2026 um 17:32
@Timm Grams
Wissen Sie, woran sie mich manchmal erinnern? An Waldorf und Statler aus der Muppet-Show. Die sind auch dauernd am Meckern, Zwischenrufen und Kritisieren. Trotzdem kommen sie ständig zurück. ;-)
26. Mai 2026 um 19:24
@Timm Grams
Wenn anekdotische Umfragen vor allem PR-Zwecken dienen, und Sie dafür die Internet- und Telefonumfragen kritisieren. (Was soll eigentlich die methodische Alternative sein, Face-to-Face-Befragungen?) Dann kann man sie wohl kaum gleichzeitig nicht verachten. Es sei denn, wissenschaftliche Forschung diene vor allem der PR bestimmter Überzeugungen und der Leserbindung. Ist dies Ihre „skeptische“ Position?
26. Mai 2026 um 20:36
Lust, die Logik gerade zu ziehen, hätte ich schon. Ad-personam-Angriffe verleiden mir das. Solchen will ich mich nicht mehr aussetzen. Auch hatte ich gehofft, dass dieser unsägliche Stil in der GWUP überwunden worden ist. Für mich ist das Ende dieses Diskussionsfadens erreicht. Per E-Mail bleibe ich erreichbar.